Familie

Bedürfnisorientierte Elternschaft und die alltäglichen Hindernisse

Wenn man sich in der Schwangerschaft mit Themen wie „Artgerecht“ und bedürfnisorientiert beschäftigt, dann ist das alles irgendwie recht abstrakt aber liest sich doch auch einfach. Auf die Bedürfnisse meines Kindes ein gehen, das kriege ich hin, ist doch völlig normal, dass man das macht !

Dann kommt Tag X der Geburt und innerhalb von. 24 Stunden stellt man fest. Schei*e , so einfach ist das vielleicht doch gar nicht. Woher weiß ich denn nun eigentlich welches Bedürfnisses mein Kind grade hat? Wie unterscheide ich Hunger von Nähebedürfniss oder einer vollen Windel ? Und dann sind da noch die Krankenschwestern, Hebammen, Kinderärzte und Verwandte, die es lieb meinen, keine Frage. Die aber mit ihren Tipps oft eher die Lampe im dunklen Raum voller Chaos kaputt schlagen, anstatt sie an zu knipsen und so Licht ins Dunkel zu bringen.

Verunsichert durch Ärzte oder Hebammen…bedürfnisorientiert vielleicht doch ein Fehler?

Leider sind auch im Jahr 2017 nicht alle Hebammen und Kinderärzte „up to date“ – von Verwandten ganz zu schweigen. Bedürfnissorientiert ist für viele ein Fremdwort und man orientiert sich an alten Empfehlungen wie 3 Stunden Stillabstand, Familienbetten als hohes Risiko für den plötzlichen Kindstod, Babys Tee zu geben oder dem Mythos man könne das Kind mit der Erfüllung von Bedürfnisse und mit Nähe verwöhnen.

Es kommt dann immer darauf an, wie sicher die Mama sich ihrer Sache ist. Wie viel Rückhalt sie hat und wie interessiert und belesen sie ist, ob sie sich davon nun beeinflussen lässt, oder weiter ihren Weg geht. Ich weiß noch genau wie froh und dankbar ich über den Rückhalt in unserer Stillgruppe und den von anderen bedürfnisorientierten Mamas war. Es tut gut den Rücken gestärkt zu bekommen und sich versichern zu können, dass der Weg den man geht kein falscher ist.

Liebe Mamas, ich möchte euch Mut machen. Geht euren Weg. Achtet auf eure Bedürfnisse und auf die eurer Kinder. Sucht euch den Rückhalt, den ihr braucht und vertraut nicht blind den „halb göttern in weiß“ , oder euren Hebammen, wenn sie alte Weisheiten verbreiten. Wenn ihr euch unsicher seit, sucht euch Spezialisten wie z.b Stillberaterinnen wenn es ums Stillen geht oder Trageberaterinnen, wenn ihr nach Möglichkeiten sucht, euer Kind nah bei euch zu tragen. Die sind auf dem neusten Stand und helfen euch gern. Oder ihr täuscht euch in Bedürfnis orientieren Mama Gruppen aus und lasst euch den Rücken stärken um am nächsten Tag wieder selbstbewusst aufstehen zu können und zu sagen: “ Ich tu das, was für mein Kind das beste ist und sich für uns richtig anfühlt. Ganz egal wie man das früher gemacht hat und ob uns das ja auch nicht geschadet hat.“

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