Familie

Warum Ostern für mich den Frühling einläutet und es nicht um Geschenke geht.

Ostern, es ist ja bald Ostern, was schenke ich bloß dem Kind? Diese Frage habe ich nun schon oft gehört. Vom Klettergerüst bis zur Toniebox waren dann so einige Ideen dabei, dich mich den Kopf haben schütteln lassen.

 

Ostern kommt der Osterhase

Und Ostern gibt es Ostereier. Das sind Dinge, die mich in meiner Kindheit geprägt haben. Nie gab es große Geschenke. Viel mehr waren es kleine Dinge. Mal ein Buch, eine Kassette oder später ein Computerspiel. Und dazu Eier und Süßigkeiten.

Ostern war und ist genau so „magisch“ wie Weihnachten. Und dabei geht es gar nicht um die Geschenke, sondern das drum herum. Wir basteln Osternester aus Moos und Zweigen. Wie färben Eier und schnitzen einen  Osterhasen aus einem Stück Baumstamm. Wir haben eine wundervolle Zeit als Familie, sowohl bei fern Vorbereitung als auch an den Ostertagen. Es wird wieder eine Rundreise, die ganze Familie wird getroffen und es gibt leckeres Essen. Das was Oma kocht, das schmeckt sowieso immer am Besten.

 

Und dann beginnt der Frühling

Bei uns ist am Samstag immer Osterfeuer. Wir sind dann am Abend bzw. in der Nacht so lange draußen wie sonst nie. Es ist Zeit noch mal die Winterjacken zu tragen, weil wir sonst frieren. Und Zeit uns am Feuer zu wärmen. Anschließend kommen die rauchigen Jacken in die Wäsche und werden dann erst zum nächsten Winter wieder raus geholt.

Der Rasen im Garten wurde vor Ostern nie gemäht. Und so kommen wir in den Genuss im langen, hohen Gras die Spur aus kleinen Schokoeiern bis zu unseren Osternestern zu verfolgen. Und wehe es tritt jemand drauf, oder der Hund ist schneller. Auch die Gartensaison beginnt also mit Ostern.

 

Was ich mitgenommen habe

…für meine eigenen kleine Familie ist der Verzicht auf das große kommerzielle, der Verzicht auf das viele Materielle. Der kleine Bär bekommt zu Ostern ein Buch über die Feuerwehr. Das allein wird ihm mehr als reichen. Wir werden noch ein paar Eierfärben, das Osterfeuerbesuchen und die Familien zum Essen sehen. Auch bei Oma und Opa gibt es ein Buch oder ein kleines Siku Auto. Die wollen eben auch immer was schenken. Aber das wars dann auch schon.

Ich hoffe, das der Bär die Osterzeit als ähnlich schön und bereichernd im Kopf behält wie ich. Ganz unabhängig von materiellen Geschenken.

Nun wünsche ich euch noch eine wundervolle Osterzeit im Kreise eurer Lieben und werde danach wieder von mir hören lassen.

Familie

Zwischen Selbstaufgabe und Selbstbestrafung- warum wir es uns selber nicht recht machen können.

Wir Mamas, wir Eltern, wollen das Beste für unsere Kinder. Beinahe jeder von uns, das ist es doch, was uns aus macht. Und genau deshalb schaffen wir es nicht, dass wir mir uns selbst zufrieden sind. Denn das Beste, was wir schaffen zu geben. Ist dann eben doch nicht gut genug. Nicht wenn es um unsere Kinder geht… oder vielleicht grundsätzlich nicht?

 

Du bist genug …

Hand hoch wer von euch diese Aussage, so oder so ähnlich aus seiner Kindheit und Jugend kennt. – Ich möchte nicht anmaßend sein, aber ich bin mir sicher, die Anzahl der erhobenen Hände ist gering. Woran liegt das?

Der Wunsch, dass Kinder das Beste bekommen, oder erreichen können ist nicht selten mit einem enormen Erfolgsdruck gekoppelt. Auch unsere Eltern wollten nur das Beste für uns. Aber grade deshalb haben wir gelernt, dass es immer noch höher, schneller und besser gehen muss. Wir wurden direkt, oder indirekt angetrieben immer mehr Leistung ab zu rufen. Und diese Erwartungshaltung hat sich so tief in uns verwurzelt. Sie überträgt sich auf das Bild was wir von uns selbst haben und so verlieren sich einige von uns schon im Job in Burn out und co, während Andere an der Elternrolle, an der Mutterrolle verzweifeln.

Stress

 

Selbstaufgabe – die Entfernung vom Glück

“Kinder bedürfnis- und bindungsorientiert begleiten, das sogenannte Attachment parenting führt dazu, das Mütter sich selbst vernachlässigen.“ – So oder so ähnlich klang eine reißerische Aussage in einem Blogartikel vor nicht all zu langer Zeit.

Bullshit. Sage ich. Das einzige, was zu dieser Vernachlässigung, dieser Selbstaufgabe führt ist der der „Erfolgsdruck“. Es ist so. Sobald wir unsere eigenen Bedürfnisse achten und uns um uns selbst kümmern, haben wir ein schlechtes Gewissen. Sich eine Auszeit zu gönnen, sich Gutes zu tun, dass ist in unseren Köpfen zu wenig Leistungsorientiert. SO können wir unseren Kindern nicht das Beste geben, denn wir sind ja nicht da, oder kümmern uns nicht ausreichend. Und so bekommen wir das Gefühl es geht nur eins… sich selbst achten und pflegen, oder eben dsd Beste für das Kind geben. So gerät das Leben in Schieflage und wir entfernen uns immer mehr von dem Gefühl glücklich zu sein, in dem wir uns immer mehr selbst aufgeben.

 

Der Schein trügt

Um das Beste für unsere Kinder geben zu können, müssen wir aber eben vor allem eins sein. Glücklich und ausgeglichen. Alles andere führt zu nichts. Zumindest zu nichts Gutem. Mit der Ausgebranntheit liegen die Nerven blank. Wir reagieren gereizt, auf Kleinigkeiten. Mit der Ausgebranntheit kommt die Gefühlskälte. „Ist mir doch egal“, oder „Mach doch was du willst“ sind in etwa so weit von bedürfnisorientierter Begleitung entfernt, wie sein Sonne vom Mond. Es ist eben nicht Laisser-faire , es ist eben nicht egal. Die Beziehung ist das Band, was unser Miteinander trägt und wir sollte es nicht kappen.

Gönn dir was.

Tu dir Gutes.

Nimm dir Auszeiten und sammle Kraft, lade die Akkus auf.

Auszeit für Mama

Viele Wege führen nach Rom … und zum Glück.

Mütter, oder besser Eltern sind auch Menschen. Und die sind bekanntlich verschieden. Es ist absolut individuell wie viel „me-Time“ nötig ist um ausgeglichen zu sein.  Während einer unbedingt wieder zurück in den Job möchte und dafür die Nachmittage mit Kind dann hoch qualitativ nutzt, reicht anderen ein Abend in der Woche, wo der Partner die Kinder ins Bett bringt.

Egal welches euer Weg ist, solange er für alle Begeiligten passt und ihr glücklich damit seid, ist er gut und richtig.

Niemand MUSS 24/7 mit dem Kind zusammen sein um eine gute Mutter zu sein. Gleichzeitig ist sind Bedürfnisse ab zu wägen. Was erlaubt grade noch etwas Aufschub, was muss sofort gestillt werden. Die Bedürfnisse von Babys dulden in der Regel wenig bis keinen Aufschub. Aber auch hier können durch Hilfe von Papa und anderen Bezugspersonen kleine Auszeiten geschaffen werden.

Je älter die Kinder werden, desto öfter können auch die eigenen Bedürfnisse wieder Vorrang haben. Natürlich so, dass weiter in Beziehung gegangen und Kommuniziert wird.

Alles hat seine Zeit.

 

Und wenn der Karren an die Wand gefahren ist?

Wenn wir dann doch mal uns vergessen und in der Konsequenz das Kind schlecht behandelt haben? – Dann hilft weder Selbstmitleid, noch das verharmlosen oder rechtfertigen. Und auch die Selbstbestrafung , in die wir doch all zu gern fallen (auch dadurch würden wir geprägt) ist eher destruktiv. Dann hilft nur die Ehrlichkeit sich selbst und dem Kind.

Hey das war echt nicht in Ordnung von mir, es tut mir leid.

Vorleben, dass auch mal was in die Hose geht und Entschuldigungen keine Schande sein. Und so dann schwups, doch schon wieder das Beste fürs Kind und seine Zukunft  geben.

Baby-/Kleinkindtragen, Familie

Babytragen: Warum ich mein Baby getragen habe und du das auch tun solltest

Das Tragen eines Babys hat nur Vorteile für Eltern und Kind. Die Vorteile sind vielfältig und vor allem logisch. Babytragen ist nicht neu, sondern eigentlich so alt wie die Menschheit. Wie auch Affen zum Beispiel sind Menschen Babys nämlich Traglinge. Uns fehlt heute nur das Fell zum festklammern.

Das Tragen des Babys birgt Vorteile für Eltern und Kind

Aber was ist der Unterschied zwischen Nesthockern, Nestflüchtern und Traglingen?

Während Nesthocker Blind, Taub und teilweise sogar nackt auf die Welt kommen, uns einfach ohne einen Muks in ihrem Nest ausharren, bis die Eltern wieder kommen. Und Nestflüchter voll ausgestattet und fertig zum los laufen auf die Welt kommen sind Traglinge das genaue Mittelding. Wach, mit gehört und der Möglichkeit zu sehen und vor allem zu weinen kommen sie auf die Welt. Aber nicht in der Lage sich selbstständig zu bewegen. Die Mutter ist Nahrungsquelle und Sicherheit für den kleinen Tragling. Der Rundrücken und die angehockten gespreizten Beine sind physiologisch. In dieser Position kann die noch nicht ausgereifte Hüfte sich optimal entwickeln.

Während unsere Babys also schon vom Urinstinkt her auf uns und unsere Nähe angewiesen sind, auch schon aus dem Grund, dass sie aufgrund der Mütterlichen Anatomischen Voraussetzung quasi unreif geboren werden, ist unser Alltag so gar nicht tauglich, ständig ein Baby im Arm zu tragen. Wie bereits erwähnt fehlen uns inzwischen die Möglichkeiten, dass sich das Baby einfach ins Fell Krallen kann, und unsere Arme und Hände benötigen wir im Alltag einfach für andere Dinge. Egal ob es ein älteres Geschwisterkind, der Haushalt oder Essen und Trinken ist.

 

Tragetuch und Tragehilfe, unsere Retter in der Not

Sicherlich gibt es auch das ein oder andere Baby, was sich problemlos ablegen lässt. Die Mehrheit der Kinder tut dies aber, aus purem Überlebenswillen nicht. Ablegen, alleine sein bedeutet Gefahr und wird daher nicht (gern) akzeptiert. Statt Fell haben wir, uns das nicht erst seit gestern, nun die Möglichkeit uns mit Tragetüchern und Tragehilfen den Alltag zu erleichtern. In diese Hilfsmittel setzen wir nun unser Baby, und ja das ist direkt ab der Geburt möglich, haben die Hände frei und sind trotz des Tragens und der Bedürfnisserfüllung unserer Kleinen flexibel.

Der Markt ist inzwischen voll mit Möglichkeiten unsere Babys am Körper zu tragen. Zwischen elastischen und gewebten Tüchern, Mei tai, Full Buckle und co verliert man als Laie gern mal die Übersicht. Daher gibt es dankbarer weise inzwischen in Nähe zu jeder Kleinstadt Trageberaterinnen und ja, sogar einige Trageberater. Diese Menschen besitzen ein Repartoire an verschiedenen Tragen und Tragetüchern, zeigen wie das Baby ergonomisch und gesund erhaltend getragen wird und helfen euch die richtige Trage zu finden, oder das Binden eines Tragetuchs zu erlernen. Das ganze ist nicht besonders teuer, aber definitiv jeden Cent wert, denn es erspart den meisten Eltern kostenintensive Fehlkäufe.

 

Vorteile Tragens für das Baby

Das Baby ist beim Tragen nah an die Mama (oder eine andere Tragende Person) gekuschelt. Es ist recht eng eingepackt und wird so an die Enge und Sicherheit im Mutterleib erinnert. Auch die Sanften Bewegungen des Tragenden bekommt das Kind mit und fühlt sich so sicher und geborgen. Die Bewegung ist eine optimale Schlafbrücke, schon für die ganz kleinen. Außerdem sind Herzschlag und Atmung für das getragene Baby gut hörbar und erinnern an die Geräusche die es aus dem Bauch kennt.

Babys die viel getragen werden haben fast nie die Problematik eines (zu) Platten Hinterkopfes. Die Bein- und Rückenhaltung gibt Hüfte und Wirbelsäule die Zeit und Möglichkeit sich optimal zu entwickeln. Außerdem hilft die Begrenzung durch Tragehilfe und Körper dem Baby sich selbst besser zu spüren und den eigenen Körper wahrzunehmen.

Das Tragen von Babys sollte normal sein, denn es absolut physiologisch.

Vorteile des Tragens für die Eltern

Durch das Tragen und die damit verbundene Nähe zum Kind wird das Bonding optimal unterstützt. Das ist auch ein Grund, warum meiner Meinung nach viel mehr Väter tragen sollten. Während die Mütter meist im Wochenbett sehr ausgiebig mit den Babys kuscheln, bleibt dies für die Papas oft auf der Strecke. Tragen ist da eine wundervolle Möglichkeit gleichzeitig die Mama mal zu entlasten und selbst die Bindung zum Kind zu stärken.

Aber auch für Mama ist Tragen mehr als nur praktisch. So regt das Kuscheln und die enge Verbindung zum Beispiel sogar die Milchbildung an. Und auch die Rückenmuskulatur wird gestärkt und baut sich mit steigendem Gewicht des Babys immer mehr auf. Selbst dezentes Stillen, während das Kind in Tragetuch oder Tragehilfe sitzt ist kein Problem.

Wer auch immer trägt hat sein Trainingsgewicht gleich mit dabei, und so purzeln übrig gebliebene Schwangerschaftspfunde oft wie von Zauberhand. Allerdings sollten vor allem Frauen darauf achten, ab einem gewissen Gewicht lieber auf dem Rücken zu tragen. Dem Beckenboden zu liebe.

 

Babytragen im Alltag

Egal ob Geschwisterkind, Hund oder Katze, ein getragenes Baby ist vor allen Möglichen Angriffen geschützt. Grade am Anfang, wo die Babys beim Tragen noch besonders viel schlafen kommen ältere Geschwister auf ihre Kosten. Mama hat die Hände frei und von Gemeinsamem Spielen, über Spaziergänge bis zum Spielplatz Besuch oder Buch vorlesen ist quasi alles möglich.

Kochen, Putzen, mit dem Hund durch Feld oder Wald laufen, ist alles kein Problem. Sogar Strandspaziergänge sind so ohne stecken bleiben möglich. Das Baby immer ganz nah am Körper.

 

Sport mit Baby

Auch wieder aktiv werden ist mit getragenem Baby kein Problem. Von Walken über Muskelaufbau bis hin zum Tanzen mit Baby sind die Angebote vielfältig, so dass sicher für jeden was dabei ist. Oft gibt es sogar Angebote für Zwillingsmütter, das eine zweite Tragende Person (egal ob Papa, Oma oder Tante) kostenlos mit kommen darf. Und einige Krankenkassen unterstützen die Teilnahme an Kursen sogar finanziell. Nachfragen lohnt sich also.

 

Ihr seht, Babytragen ist vielfältig und birgt eine menge Vorteile für Eltern und Kind. Darum habe ich mein Baby getragen, werde auch das nächste tragen und möchte jedem nur empfehlen es auch zu probieren.

Familie, Gästesofa

Mamaselfcare – Wie ich es geschafft habe der Depression zuvor zu kommen.

Julia ist Mutter zweier Kinder und arbeitet als Mama Coach. Sie begleitet Mütter in schwierigen Situationen und hilft Wege zu finden, den Kindern gerecht zu werden und trotzdem sich selbst nicht zu vergessen. Heute schreibt sie daher für uns über Mamaselfcare und den steinigen Weg, den sie gegangen ist, bis sie selbst für sich die richtige Balance finden konnte. 

Selbstfürsorge - sich als Mutter nicht vergessen

Der Weg in die Depression ist keine Einbahnstraße.

Vor etwas mehr als einem Jahr war ich kurz davor in eine Depression zu schlittern. Ich wollte morgens nicht mehr aufstehen, habe tagsüber viel geschlafen, die Farben schienen verschwunden und ich habe viel geweint. Ich hatte zwei wundervolle, gesunde Kinder einen Mann an meiner Seite, ein Dach über dem Kopf. Was also war passiert?

Stress

Ein High-Need Baby kostet Kraft.

Es begann mit der Geburt meiner Tochter im März 2016. Sie hatte große Schwierigkeiten in unserer Welt anzukommen. Das hieß ich trug sie die meiste Zeit und hatte sie permanent bei mir. Trotz allem schrie sie, vor allem abends, sehr viel und mein Nervenkostüm wurde einfach überstrapaziert. Ich machte mir selber Druck und Stress mit dem perfekten Haushalt, der perfekten Mutter, die ihre Zeit und Aufmerksamkeit zu gleichen Teilen auf beide Kinder aufteilen kann. Das führte dazu, dass ich überfordert, gestresst, hilflos, genervt von mir aber auch von meinen Kindern war. Ich fühlte mich verloren. Aber im Oktober beschloss ich dem ein Ende zu setzen. Ich wollte dieses Leben nicht. Aber was wollte ich statt dessen?

Der Weg zurück zur Lebensfreude

So begann ich, mich mit Persönlichkeitsentwicklung, Meditation, Selbstliebe und Yoga zu beschäftigen. Ich fing bei mir an, lernte mich neu kennen und lieben. Ich reduzierte den Stress und die Anspannung des Alltags extrem. All das: Yoga, Meditation, sich mit sich selbst beschäftigen; zählt für mich zu meiner ganz persönlichen Selbstfürsorge. Ich kümmere mich in dieser Zeit darum, dass es mir gut geht. Ich tanke Energie. Dadurch werde ich entspannter, gelassener und kann diese klitzekleinen magischen Momente mit meinen Kindern vielmehr genießen.

Selbstfürsorge

Heute helfe ich anderen Mamas auf diesem Weg

Seit dieser, für mich extremen, Wende in meinem Leben, habe ich es mir zur Aufgabe gemacht auch andere Mamas dafür zu sensibilisieren sich wieder mehr um sich selbst zu kümmern. Denn nur wenn es dir gut geht, geht es auch deinen Kindern gut. Schon der einzelne Fakt, dass du wieder mehr Energie haben wirst, ist unbezahlbar. Was also kannst du ganz konkret für dich tun?

Wenn dir nicht auf Anhieb Dinge einfallen, die dich entspannen, dann fang einfach an eine Liste mit den Dingen zu schreiben, die du schon seit langem mal wieder tun wolltest aber dir nie die Zeit genommen hast. Lass diese Liste über die nächsten Tage wachsen. Du wirst merken, wenn du dich einmal geöffnet hast, kommen die Ideen von ganz allein.

Vielleicht möchtest du gerne zur Massage oder in die Sauna, puzzeln oder klettern gehen. Erwarte nicht zu viel von dir. Starte mit 5 Minuten täglich nur für dich und lass daraus dann irgendwann 30 oder gar 60 Minuten werden. Probiere dich aus. Du wirst mit der Zeit ein Gespür dafür bekommen was dich am meisten stärkt. Solltest du dich jetzt fragen wann du das denn tun sollst… Schau dir einmal einen ganz normalen Tag genau an. Wo könntest du fünf Minuten für dich haben? Während des Mittagsschlafs? Direkt nach dem du die Kinder ins Bett gebracht hast? Mach dir keinen Druck. Du wirst deine Zeit finden.

Meine Mamaselfcare Zeit

Für mich persönlich sieht es übrigens mittlerweile so aus, dass ich mir mittags immer Zeit nehme um meinen Lastern (Bücher und Serien) ganz in Ruhe zu frönen und am Abend starte ich meine Selbstfürsorge mit einer kleinen Runde Yoga und einer schönen Meditation. Danach bin ich so entspannt und gestärkt. Darüber hinaus plane ich mir immer einmal die Woche etwas Größeres für mich ein: ein Cafe Besuch mit einer Freundin, ein langer Spaziergang ganz für mich allein, essen gehen oder Kinobesuch.

Zeit für dich

Ich hoffe ich konnte dich mit diesem Artikel dazu inspirieren dich wieder mehr um dich selbst zu kümmern, denn du bist es wert.

Über mich

Wer bin ICH eigentlich? Ich bin Julia, Mama von zwei kleinen Kindern (Svea 1 und Vince 4). Auf meinem YouTube Kanal Frau Farbenfroh und in meiner Arbeit als Mama Coach verhelfe ich Mamas zu einem bedürfnisorientierten, glücklichen, entspannten Alltag mit ihren Kindern. Ich lege Größenordnung Wert darauf, dass Mamas auch auf Ihre Bedürfnisse schauen und sich selbst nicht vergessen.

 

Mehr von Julia findet ihr auch auf Instagram und Facebook . 

 

 

 

 

Ein weiterer Artikel zu dem Thema auf BeziehungsweiseLiebe findet ihr hier – Selbstfürsorge, Mama sei gut zu dir.

Familie, Gästesofa

Windelfrei – jedes Kind kann ab Geburt anzeigen wann es mal muss.

Ein Gastbeitrag von Windelfreicoach Tamara, über ein Thema, dem ich mich leider viel zu wenig gewidmet habe vor der Geburt. Windelfrei ab Geburt, warum und wie das funktioniert.

 

Windeln sind eine „moderne“ Erfindung

Windeln sind nicht nur eine relativ neue Erfindung, sie werden auch in grossen Teilen der Welt gar nicht gebraucht. Wenn wir also heute vom Konzept „windelfrei“ lesen – oft hört man auch Begriffe wie „topffit“, „natürliche Säuglingspflege“ oder „Ausscheidungskommunikation“ – dann ist das kein neumodischer Trend sondern eine (Rück)besinnung auf etwas Altbekanntes und Natürliches.

Den Säuglingen wird heutzutage leider abgesprochen, eine Kontrolle über ihre Ausscheidungen zu haben. Dabei merkt schon ein Neugeborenes nicht nur, dass es hungrig oder müde ist und macht sich entsprechend bemerkbar, sondern auch, dass es mal muss. So wie wir als Eltern mit der Zeit die Signale für die grundlegenden Bedürfnisse wie Hunger (Schmatzen, Suchreflex, saugt am Fäustchen etc.) lernen zu deuten, können wir noch genauer hinsehen und auch merken, wenn das Baby sich erleichtern möchte. Es wird unruhig, zieht die Beinchen an, beginnt zu quengeln. Ganz deutlich merkt man es, wenn das Baby im Tragetuch ist und plötzlich „heraus will“. Deshalb sind Naturvölker hier sehr im Vorteil, da die Babys oft nah am Körper getragen werden (oft natürlich auch nackt bzw. nur leicht bekleidet) und man sie sofort abhalten kann.

Windelfrei, was ist das?

Bei „windelfrei“ geht es also darum, zu merken, dass das Baby mal muss und ihm dann mittels Abhalten über einem Töpfchen, Lavabo oder draussen über der Erde und einem Signallaut („schsch…“) zu verstehen geben, dass es sich jetzt erleichtern darf. Die Signale des Babys sind das eine, es gibt aber auch Standardsituationen bzw. gutes Timing: so müssen Babys nach dem Schlafen und während oder nach den Mahlzeiten oder generell nach einer bestimmten Zeit nach dem letzten mal mit hoher Wahrscheinlichkeit. Man kann das Abhalten in diesen Situationen immer anbieten und wird dabei auch oft „Erfolg“ haben. Manche Eltern berichten auch, intuitiv zu spüren, wann das Baby muss.

Da gerade Neugeborene noch sehr häufig pieseln (es wird später weniger!), nutzen die meisten Windelfrei-Eltern Stoffwindeln oder eine Art Backup-System wie z.B. eine Mullwindel oder eine aufklappbare Minimalwindel u/o kombinieren das mit Splitpants, Schlitzhosen und anderer Kleidung, die für Windelfrei geeignet ist. So muss das Baby nicht frieren und die Eltern müssen sich keine Sorgen um den Teppich etc. zu machen da „Unfälle“ aufgefangen und gleich erkannt werden.

Umsetzung in der Praxis

Die Umsetzung der natürlichen Säuglingspflege ist so individuell wie jedes Kind und jede Familie. Manche praktizieren „Teilzeit-windelfrei“, ziehen dem Baby also z.B. nachts oder unterwegs eine Windel an. Andere wiederum berichten, dass es gerade unterwegs oder nachts viel besser klappt. Manche halten nur in Standardsituationen ab, andere so oft wie möglich. Bei einigen Familien ziehen auch die Väter und manchmal sogar die grösseren Geschwister oder die Fremdbetreuung mit. Manche halten über einem Töpfchen ab, andere über der Badewanne.
Es empfiehlt sich, mit „windelfrei“ noch vor dem 3. Lebensmonat zu beginnen. Man muss nicht gleich im Wochenbett starten, aber je jünger das Baby, desto besser klappt es oft. Nach dem 3. Monat, so heisst es oft, hat das Baby verstanden, dass es sich in die Windel erleichtern muss. Es stoppt seine Signale und jetzt noch damit anzufangen, könnte schwierig werden. Es ist nicht erwiesen, aber viele sehen hier den Zusammenhang mit den „3-Monats-Koliken“, die ausserhalb der westlichen Welt nicht bekannt sind.

Windelfrei mit Baby
Copyright mamamal3.ch

Abgesehen davon, dass Windelfrei total spannend sein kann, liste ich Euch hier noch die Vorteile auf:

• Kommunikation und Bindung wird gefördert, die Bedürfnisse des Kindes wahrgenommen.
• Das Baby fühlt sich wohler ohne „dicken“ Windelpo; die Motorik wird gefördert; Krabbeln, Sitzen und Laufen geht ohne Windeln viel besser (und eher)
• Roter Po oder Ausschlag? Mit windelfrei kein Thema!
• Hygiene
• Spart Geld und schont die Umwelt
• Windelfreie Babys sind viel zufriedener und weinen weniger weil ihr Ausscheidungsbedürfnis von Anfang an wahrgenommen wird
• Es ist nicht nötig, das Kind später daran zu gewöhnen, nicht mehr in die Windeln zu machen.

Wie bin ich selber auf Windelfrei gestossen?

Gehört hatte ich schon mit etwa 19, 20 Jahren davon, es aber weitestgehend vergessen. Irgendwann muss ich wieder darüber gelesen haben, denn mein 2. Kind hielt ich eine Zeit lang bis zum 6. Monat immer morgens nach dem Aufwachen ab. Nachdem sie zu streiken begann, liess ich sie in Ruhe. Erst mit 19 Monaten (sh. Link unten) liess ich die Windeln tagsüber weg – so wurde sie innert weniger Wochen komplett trocken. Mein 3. Kind hatte einen prima windelfreien Start. Leider begann sie sich nach 3 Monaten auf den Bauch zu drehen und zeigte von da an immer weniger Signale. Irgendwann begann sie sich dann auch gegen das Abgehalten werden zuhause zu wehren, so dass wir nun wieder komplett mit Stoffies wickeln. Stoffwindeln sind immer noch besser als Wegwerfwindeln da sie damit eher spürt, dass sie nass wird.

Stoffwindeln
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Sobald es wärmer wird, versuchen wir es dann mal ohne Windeln. Windelfrei-Pausen und Streiks sind übrigens normal und kommen gerne mal vor wenn das Baby Neues lernt, krank ist, zahnt etc. Man darf sich nicht entmutigen lassen, sollte aber auch immer akzeptieren, dass das Baby nun eine Pause braucht weil anderes gerade wichtiger ist. Last but not least ist Windelfrei kein Töpfchentraining und hat nichts mit Zwang zu tun.

Meine Ausbildung zum Windelfrei-Coach absolvierte ich bei Nicola Schmidt und Julia Dibbern.

Meinen Start mit windelfreiem Baby lest Ihr hier. Und wie es mit einem 19 Monate alten Kind funktionieren kann, zumindest zuhause, steht hier.

Ich freue mich wenn Ihr mir auf meinen Kanälen folgt, ein Like da lässt und gerne dürft Ihr mich kontaktieren wenn Ihr Fragen zum Thema habt.

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