Familie

Eigene Grenzen machen uns das Leben schwer

Grenzen, wir haben sie alle. Und irgendwann sind sie bei jedem von uns erreicht, bei manchen früher, bei anderen später. Auch unsere Kinder haben Grenzen, die in der Regel noch deutlich schneller erreicht werden, als die von uns erwachsenen, das liegt einfach daran, dass unsere Kinder noch nicht über so viele kompensations Möglichkeiten verfügen wie wir.
Ich möchte heute aber über die Elterlichen Grenzen schreiben. Wie wir dem vorbeugen können, dass sie schnell erreicht werden, wie wir damit umgehen können wenn wir sie wahren und was für Möglichkeiten wir haben wenn wir nicht weiter wissen. Ich berichte dabei aus meinem Erfahrungsschatz und möchte euch einfach perspektiven und Ideen liefern.

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Ein Spaziergang sorgt oft für Auslastung und (innere) Ruhe.

 

Vorbeugen

Damit wir ausreichend nervliche und körperliche Kapazitäten haben um unseren Kindern und ihren Bedürfnissen gerecht zu werden ist es unerlässlich, dass wir uns auch unseren eigenen Bedürfnissen widmen. Wir müssen auf unser Wohlergehen achten. Denn mittelfristig ist niemand, der nicht gut zu sich selbst ist in der Lage gut zu Anderen zu sein.
„Es braucht ein ganzes Dorf um ein Kind groß zu ziehen.“ Diese Aussage bezieht sich weniger auf die verschiedenen Meinungen und Erfahrungen, als viel mehr auf die Unterstützung. Denn wenn wir immer und ausschließlich für unsere Kinder da sind, dann droht ein Erschöpfungszustand des in den meisten Fällen einen unfairen und nicht (mehr) bedrüfnisorientierten Umgang mit den Kindern mit sich bringt. Sicherlich ist es so, dass es für manche Eltern einfacher ist, da sie ein gutes Netzwerk aus Familien und Freunden schon um sich haben. Aber grundsätzlich steht allen die Möglichkeit offen sich ein solches Netzwerk zu erschaffen. Oftmals müssen wir die Hilfe die uns angeboten wird nur sehen (wollen).

Je älter die Kinder, desto mehr Freiheit gibt es auch wieder für die Eltern. Selbst wenn die Kinder zuhause sind, spiele sie evtl zeitweise allein oder zumindest selbstständig, so dass wir als Eltern uns eine kleine Auszeitgönnen können. Solche  Inseln im Alltag sind aber oft auch schon umsetzbar, wenn die Kinder noch ganz klein sind. Die Möglichkeiten sind vielfältig und reichen vom Hörspiel über Kopfhörer während der Einschlafbegleitung, über die Tasse Kaffee  auf dem Balkon während das Baby im Tuch schläft bis hin zum Sport mit Baby im Tuch/der Tragehilfe oder im Kinderwagen/Buggy. Diese Kleinigkeiten sind Booster für uns und unsere Nerven.

 

Grenzen wahren

Manchmal, aber glaubt mir deutlich seltener als wir meist im ersten Moment denken, gibt es persönliche Grenzen die nicht überschritten werden sollen. Diese Grenzen werden wir nur finden, in dem wir reflektieren und immer wieder hinterfragen. Denn das meiste, was wir im ersten Moment für einen solche persönliche Grenze halten, ist in Wahrheit dann doch nur ein anerzogener Glaubenssatz.   Wenn wir dann aber nun doch an eine dieser Grenzen gestoßen sind, wie können wir sie wahren?

Das A und O hierbei ist die Kommunikation, wir können unseren Kindern sagen, dass wir etwas nicht möchten. Und wir können uns selbst schützen. Ertragen wir eine Lautstärke zum Beispiel nicht, dann können wir mit Ohropax oder Kopfhörern arbeiten. Oder wir verlassen einfach den Raum. Und manchmal da müssen wir auch einfach kommunizieren, dass etwas so bitte nicht gemacht wird. Dies sollte allerdings wirklich äußerst selten der Fall sein. Wir können auch hier wieder kurz erklären warum. Gerade Kleinkinder können diese Erklärung aber selten wirklich nachvollziehen und werden mit Trauer oder Wut reagieren. Das ist normal und in Ordnung. Auf keinen Fall sollten wir diese  Emotionen klein reden oder unseren Kindern das Recht absprechen so zu empfinden. Unsere Aufgabe ist es in diesen Fällen unsere Kinder liebevoll und emphatisch zu begleiten und für sie da zu sein.

 

Auswege

Und trotz allem werden wir (vermutlich) immer wieder an den Punkt kommen, an dem wir sprich wörtlich kurz davor stehen uns zu vergessen. Vielleicht waren die letzten Tage besonders anstrengend. Vielleicht haben wir vergessen oder nicht die Möglichkeit gehabt uns ausreichend um uns selbst zu kümmern. Egal wie oder warum. Es ist an uns als Eltern die Situation zu lösen OHNE uns zu vergessen.

Jesper Juul Zitat

Wege gibt es da vielfältige. Manchmal reicht es eine kleine, kurze Meditation zu machen, bei der man sich von dem „Wirbelsturm“ los macht und sich ruhig im Auge des Orkans sammelt. Manchmal hilft es auch den Raum kurz zu verlassen oder gleich mit samt Kind in eine Andere Situation zu gehen. Von drinnen nach draußen, aus dem Wohn- ins Kinderzimmer, von Zuhause auf den (indoor-)Spielplatz. Dies sorgt in der Regel effektiv für Entspannung der Lage. Vielleicht habt ihr aber auch einfach eine Freundin die ihr anrufen könnt nur um euch bei ihr aufregen und von ihr beruhigen lassen zu können.

 

Wenn es doch mal in die Hose geht…

und wir unfair werden unsere Kinder anranzen oder laut werden. Dann bleibt uns nur der Weg uns zu entschuldigen, ehrlich und authentisch. Wir haben etwas getan, auf einen Art regiert die nicht richtig ist. Die wir in unserem Umgang miteinander nicht haben wollen und das können wir unseren Kindern auch ruhig so sagen. „Entschuldigung, dass war nicht richtig von mir. Es tut mir leid!“  – Auch so leben wir unseren Kindern gutes Miteinander vor. Fehler passieren und es ist richtig und wichtig sich dann auch zu entschuldigen.

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