Familie

Einschlafstillen Ade! – Unser erster Teil Abstillen

Da ist er nun also. Der erste kleine Abschied in unserer Stillbeziehung und entgegen meiner Vermutung, dass mein Sohn den ersten Schritt machen wird, war es nun doch ich, die die Initiative ergreifen musste. Einschlafstillen ade – scheiden tut (immer etwas) weh.

Soeben ist mein Schatz zum ersten Mal in meinem Arm einschlafen, nur mit Rücken streicheln. Ohne Tränen war er innerhalb von 15 Minuten im Land der Träume. Dazu warum es so gekommen ist, und wie wir diesen Weg gegangen sind möchte ich euch jetzt ein bisschen erzählen.

Die Frage nach dem Warum?

Etwa seitdem der kleine Bär elf Monate alt ist (vielleicht auch schon zehn Monate alt ist), ist das Einschlafstillen von Woche zu Woche anstrengender und schwieriger geworden. Anstatt sich wie sonst einfach zu mir zu legen, zu stillen und dabei ins Land der Träume abzudriften wurde geklettert, die Seite gewechselt und in allen möglichen Positionen gestellt. Er hat an meiner Brust einfach nicht mehr zur Ruhe gefunden. Diese Tatsache war ne lange Zeit gar nicht so bewusst, erst jetzt mit 15 Monaten, als ich selbst so am Ende meiner Nerven war, wenn ich ihn abends in den Schlaf begleitet habe wurde mir klar, dass es sich für ihn enorm anstrengend sein muss. Denn immer wenn mein Mann ihn ins Bett gebracht hat, schlief er binnen weniger Minuten.

Es musste also eine Lösung her, für mich und meine Nerven. Weil ich nach einer Stunde Seiten wechseln, Brustwarzen Zwiebeln und Windel Po im Gesicht haben wirklich derartig am Limit war, dass ich Sinn lose und gemeine Dinge gesagt habe wie „wenn du jetzt nicht schläfst, dann musst du alleine schlafen“ oder auch einfach geweint habe. Und auch für den kleinen Bären, weil dieser völlig müde war, so müde, dass er umkippte sobald er sich im Bett kurz aufsetzte, aber einfach nicht in den Schlaf fand. ( Letzteres erklärt auch, warum wieder aufstehen keine Option war.)

Und die Frage nach dem Wie?

Genau heute vor einer Woche habe ich mich mit einer Freundin unterhalten, die mir dann berichtete, dass sie mit Ihrem großen Sohn auch an diesem Punkt war und daraufhin das Einschlafstillen weg gelassen hat, was Wunder wirkte. Ehrlich gesagt hatte ich bis zu dem Punkt gar nicht wirklich daran gedacht, dass das eine Option ist. Habe es aber von jetzt auf gleich umgesetzt. Unser „Leidensdruck“ war so hoch, dass ich bereit war, die Trauer und auch Wut, die dieses Unterfangen mit sich bringen würde aus zu halten und auf zu fangen. Allerdings hängen wir beide sehr am Stillen, also habe ich es so abgewandelt, dass wir beim Buch lesen im Bett noch stillen und ich dann die Brust einpacke und das Licht ausschalte. An dem Punkt wird dann nicht mehr gestillt. Das habe ich ihm auch direkt am ersten Abend so erklärt. Denn ich denke, dass auch ein Kind mit 15 Monaten schon sehr viel verstehen kann und das Wissen um die Abläufe eine enorme Hilfe ist.

Schon am ersten Abend, heute vor einer Woche, hat sich dann die Einschlafdauer halbiert. Der Bär war nach etwa 30 Minuten eingeschlafen. Natürlich war er vorher traurig und frustriert gewesen und hat etwa 10 Minuten zum Anfang geweint. Aber ich habe ihn in meinem Arm gehalten, habe ihn getröstet und er hat sich so relativ schnell beruhigt wie ich finde. Abend für Abend hat sich so die Dauer des Weinend und die Einschlaftdauer reduziert. Na gut, das stimmt nicht ganz. Schon am dritten Abend hat der Bär nach 10-15 Minuten geschlafen. Und auch am dritten Abend betrug die Dauer des Weinens nur noch 1 maximal 2 Minuten. Am fünften Abend war der Punkt gekommen, an dem er nach dem Ausschalten des Lichts nicht mal mehr nach der Brust gefragt und auch nicht mehr geweint hat. All die Abende, lag er auf meiner Brust mit seinem Kopf und mit seinem Körper auf meinem Bauch. Ich habe ihn so im Arm gehalten, geschunkelt und den Rücken gestreichelt. Dies war seine Schlafbrücke, die ihn ins Land der Träume geführt hat.

Heute, sieben Tage nach Beginn dieser, ja Abgewöhnung das Einschlafstillens dann eine neue Änderung. Diese ging vom kleinen Bären aus. Zwar haben wir wie gewohnt gestartet und er lag auf meinem Bauch beziehungsweise auf meiner Brust, allerdings hat er sich nach etwa 5 Minuten dazu entschlossen, dass er lieber neben mir liegen möchte. Und ist dann neben mir liegend im Arm nur mit dem Streicheln des Rückens eingeschlafen.

EinschlsfstillenAde, Scheiden tut weh.

Ich sehe das ganze nun mit einem lachenden- und einem weinenden Auge. Einerseits bin ich traurig, dass das lieb gewonnene Einschlafstillen nun vorbei ist. Andererseits freut es mich, dass die Einschlafbegleitung nun um ein Vielfaches schneller und leichter geworden ist. Und auch der Bär besser in den Schlaf findet.

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