Familie

Verantwortung:Ich lasse dich SEIN, aber niemals ALLEIN

Unerzogen, ohne Erziehung zu leben, dass bedeutet nicht, die Verantwortung ab zu geben, die wir als Eltern tragen. Immer wieder begegnet mir die Aussage, dass man gewillt ist gleichberechtigt mit seinen Kindern zu leben.
Das wird, nein das kann sogar nicht funktionieren! Gleichberechtigung erfordert die gleiche Weitsicht, das gleiche Verständnis. Gleiche Rechte und Pflichten. Ein gleichberechtigtes Leben mit Kindern ist allein schon gesetzlich nicht möglich. Aber eben auch sonst nicht. Denn wir als Eltern tragen immer die Verantwortung!

Kleinkind
Welt entdecken, ausprobieren. Aber niemals allein.

Beziehung hat Priorität. Immer!

Unsere Aufgabe als Eltern, auch als Bindungs- und Beziehungsorientierte, unerzogene Eltern ist es nämlich zu begleiten und die Beziehung aufrecht zu erhalten. Die Verbindung aufrecht zu erhalten. Diese Verantwortung kann unser Kind nicht tragen und immer dann wenn es uns eigentlich egal ist, was das Kind grade macht, dann geht diese Verbindung, die Beziehung verloren.

Beispiel Medienkonsum:

Mein Sohn macht sich den TV an, und würde ungerührt 5 Stunden am Tag vor der Flimmerkiste sitzen. – Und was ist da meine Aufgabe? Nicht hinzu gehen zu behaupten „Fernsehen ist nicht gut“ und aus zu schalten… aber auch nicht weg zu sehen und zu denken ‚naja schaut er halt TV, ist ja selbst bestimmt‘. Meine Aufgabe ist es in dem Moment die Beziehung aufrecht zu erhalten und zu überprüfen, was hinter dem Wunsch TV zu schauen beziehungsweise hinter der Handlung des Fernsehens steht. Bedürfnis und Wunsch zu unterscheiden und zu erkennen. Das Bedürfnis hinter dem TV schauen kann sein, beschäftigt zu werden, oder “runter zu kommen”.

Egal wie Kinder sind meist nicht in der Lage dieses Komplexe Denken zu übernehmen und uns das so mit zu teilen oder überhaupt nur selbst zu erkennen. Kinder, vor allem Kleinkinder reflektieren nicht. Daher muss ich, müssen wir als Eltern das übernehmen und dann die Verantwortung tragen uns entweder ein gestehen, ja ich KANN das grade nicht leisten und das Bedürfnis meines Kindes auf anderem Wege befriedigen weil ich erst mal mein Bedürfnis nach etwas Ruhe befriedigen muss, bevor ich den TV ablösen und dir die Beschäftigung geben kann die du, mein Kind dir eigentlich wünschst. Oder zu sagen, ich sehe das Bedürfnis hinter diesem Phenotyp TV schauen und befriedige es in dem ich für Beschäftigung und Entertainment sorge (oder eben für runter kommen in dem ich ein Buch vorlese). Die Verantwortung ab zu geben, und zu erwarten, dass mein (klein-)Kind selbst dieses Komplexe denken übernehmen kann, dass wäre nachlässig und womöglich sogar fahrlässig. Das wäre Laissez-faire. Und vor allem würde die Beziehung auf der Strecke bleiben. Das tut sie immer wenn wir nicht genug hinschauen, nicht genug da sind, nicht genug Interesse haben.

Ich lasse dich sein, mein Kind. Dich selbst, mit all deinen Facetten. Möchte dich nicht formen, dich nicht gesellschaftsfähig machen, dich nicht anpassen und an Erwartungen messen. Aber ich möchte dich begleiten, bei dir sein, dir ein Leuchtturm sein, dessen Licht du bei noch so starkem Nebel verlässlich folgen kannst, ohne Angst, dass das Licht plötzlich erlischt.

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