Familie

Zwischen Selbstaufgabe und Selbstbestrafung- warum wir es uns selber nicht recht machen können.

Wir Mamas, wir Eltern, wollen das Beste für unsere Kinder. Beinahe jeder von uns, das ist es doch, was uns aus macht. Und genau deshalb schaffen wir es nicht, dass wir mir uns selbst zufrieden sind. Denn das Beste, was wir schaffen zu geben. Ist dann eben doch nicht gut genug. Nicht wenn es um unsere Kinder geht… oder vielleicht grundsätzlich nicht?

 

Du bist genug …

Hand hoch wer von euch diese Aussage, so oder so ähnlich aus seiner Kindheit und Jugend kennt. – Ich möchte nicht anmaßend sein, aber ich bin mir sicher, die Anzahl der erhobenen Hände ist gering. Woran liegt das?

Der Wunsch, dass Kinder das Beste bekommen, oder erreichen können ist nicht selten mit einem enormen Erfolgsdruck gekoppelt. Auch unsere Eltern wollten nur das Beste für uns. Aber grade deshalb haben wir gelernt, dass es immer noch höher, schneller und besser gehen muss. Wir wurden direkt, oder indirekt angetrieben immer mehr Leistung ab zu rufen. Und diese Erwartungshaltung hat sich so tief in uns verwurzelt. Sie überträgt sich auf das Bild was wir von uns selbst haben und so verlieren sich einige von uns schon im Job in Burn out und co, während Andere an der Elternrolle, an der Mutterrolle verzweifeln.

Stress

 

Selbstaufgabe – die Entfernung vom Glück

“Kinder bedürfnis- und bindungsorientiert begleiten, das sogenannte Attachment parenting führt dazu, das Mütter sich selbst vernachlässigen.“ – So oder so ähnlich klang eine reißerische Aussage in einem Blogartikel vor nicht all zu langer Zeit.

Bullshit. Sage ich. Das einzige, was zu dieser Vernachlässigung, dieser Selbstaufgabe führt ist der der „Erfolgsdruck“. Es ist so. Sobald wir unsere eigenen Bedürfnisse achten und uns um uns selbst kümmern, haben wir ein schlechtes Gewissen. Sich eine Auszeit zu gönnen, sich Gutes zu tun, dass ist in unseren Köpfen zu wenig Leistungsorientiert. SO können wir unseren Kindern nicht das Beste geben, denn wir sind ja nicht da, oder kümmern uns nicht ausreichend. Und so bekommen wir das Gefühl es geht nur eins… sich selbst achten und pflegen, oder eben dsd Beste für das Kind geben. So gerät das Leben in Schieflage und wir entfernen uns immer mehr von dem Gefühl glücklich zu sein, in dem wir uns immer mehr selbst aufgeben.

 

Der Schein trügt

Um das Beste für unsere Kinder geben zu können, müssen wir aber eben vor allem eins sein. Glücklich und ausgeglichen. Alles andere führt zu nichts. Zumindest zu nichts Gutem. Mit der Ausgebranntheit liegen die Nerven blank. Wir reagieren gereizt, auf Kleinigkeiten. Mit der Ausgebranntheit kommt die Gefühlskälte. „Ist mir doch egal“, oder „Mach doch was du willst“ sind in etwa so weit von bedürfnisorientierter Begleitung entfernt, wie sein Sonne vom Mond. Es ist eben nicht Laisser-faire , es ist eben nicht egal. Die Beziehung ist das Band, was unser Miteinander trägt und wir sollte es nicht kappen.

Gönn dir was.

Tu dir Gutes.

Nimm dir Auszeiten und sammle Kraft, lade die Akkus auf.

Auszeit für Mama

Viele Wege führen nach Rom … und zum Glück.

Mütter, oder besser Eltern sind auch Menschen. Und die sind bekanntlich verschieden. Es ist absolut individuell wie viel „me-Time“ nötig ist um ausgeglichen zu sein.  Während einer unbedingt wieder zurück in den Job möchte und dafür die Nachmittage mit Kind dann hoch qualitativ nutzt, reicht anderen ein Abend in der Woche, wo der Partner die Kinder ins Bett bringt.

Egal welches euer Weg ist, solange er für alle Begeiligten passt und ihr glücklich damit seid, ist er gut und richtig.

Niemand MUSS 24/7 mit dem Kind zusammen sein um eine gute Mutter zu sein. Gleichzeitig ist sind Bedürfnisse ab zu wägen. Was erlaubt grade noch etwas Aufschub, was muss sofort gestillt werden. Die Bedürfnisse von Babys dulden in der Regel wenig bis keinen Aufschub. Aber auch hier können durch Hilfe von Papa und anderen Bezugspersonen kleine Auszeiten geschaffen werden.

Je älter die Kinder werden, desto öfter können auch die eigenen Bedürfnisse wieder Vorrang haben. Natürlich so, dass weiter in Beziehung gegangen und Kommuniziert wird.

Alles hat seine Zeit.

 

Und wenn der Karren an die Wand gefahren ist?

Wenn wir dann doch mal uns vergessen und in der Konsequenz das Kind schlecht behandelt haben? – Dann hilft weder Selbstmitleid, noch das verharmlosen oder rechtfertigen. Und auch die Selbstbestrafung , in die wir doch all zu gern fallen (auch dadurch würden wir geprägt) ist eher destruktiv. Dann hilft nur die Ehrlichkeit sich selbst und dem Kind.

Hey das war echt nicht in Ordnung von mir, es tut mir leid.

Vorleben, dass auch mal was in die Hose geht und Entschuldigungen keine Schande sein. Und so dann schwups, doch schon wieder das Beste fürs Kind und seine Zukunft  geben.

Baby-/Kleinkindtragen, Familie

Babytragen: Warum ich mein Baby getragen habe und du das auch tun solltest

Das Tragen eines Babys hat nur Vorteile für Eltern und Kind. Die Vorteile sind vielfältig und vor allem logisch. Babytragen ist nicht neu, sondern eigentlich so alt wie die Menschheit. Wie auch Affen zum Beispiel sind Menschen Babys nämlich Traglinge. Uns fehlt heute nur das Fell zum festklammern.

Das Tragen des Babys birgt Vorteile für Eltern und Kind

Aber was ist der Unterschied zwischen Nesthockern, Nestflüchtern und Traglingen?

Während Nesthocker Blind, Taub und teilweise sogar nackt auf die Welt kommen, uns einfach ohne einen Muks in ihrem Nest ausharren, bis die Eltern wieder kommen. Und Nestflüchter voll ausgestattet und fertig zum los laufen auf die Welt kommen sind Traglinge das genaue Mittelding. Wach, mit gehört und der Möglichkeit zu sehen und vor allem zu weinen kommen sie auf die Welt. Aber nicht in der Lage sich selbstständig zu bewegen. Die Mutter ist Nahrungsquelle und Sicherheit für den kleinen Tragling. Der Rundrücken und die angehockten gespreizten Beine sind physiologisch. In dieser Position kann die noch nicht ausgereifte Hüfte sich optimal entwickeln.

Während unsere Babys also schon vom Urinstinkt her auf uns und unsere Nähe angewiesen sind, auch schon aus dem Grund, dass sie aufgrund der Mütterlichen Anatomischen Voraussetzung quasi unreif geboren werden, ist unser Alltag so gar nicht tauglich, ständig ein Baby im Arm zu tragen. Wie bereits erwähnt fehlen uns inzwischen die Möglichkeiten, dass sich das Baby einfach ins Fell Krallen kann, und unsere Arme und Hände benötigen wir im Alltag einfach für andere Dinge. Egal ob es ein älteres Geschwisterkind, der Haushalt oder Essen und Trinken ist.

 

Tragetuch und Tragehilfe, unsere Retter in der Not

Sicherlich gibt es auch das ein oder andere Baby, was sich problemlos ablegen lässt. Die Mehrheit der Kinder tut dies aber, aus purem Überlebenswillen nicht. Ablegen, alleine sein bedeutet Gefahr und wird daher nicht (gern) akzeptiert. Statt Fell haben wir, uns das nicht erst seit gestern, nun die Möglichkeit uns mit Tragetüchern und Tragehilfen den Alltag zu erleichtern. In diese Hilfsmittel setzen wir nun unser Baby, und ja das ist direkt ab der Geburt möglich, haben die Hände frei und sind trotz des Tragens und der Bedürfnisserfüllung unserer Kleinen flexibel.

Der Markt ist inzwischen voll mit Möglichkeiten unsere Babys am Körper zu tragen. Zwischen elastischen und gewebten Tüchern, Mei tai, Full Buckle und co verliert man als Laie gern mal die Übersicht. Daher gibt es dankbarer weise inzwischen in Nähe zu jeder Kleinstadt Trageberaterinnen und ja, sogar einige Trageberater. Diese Menschen besitzen ein Repartoire an verschiedenen Tragen und Tragetüchern, zeigen wie das Baby ergonomisch und gesund erhaltend getragen wird und helfen euch die richtige Trage zu finden, oder das Binden eines Tragetuchs zu erlernen. Das ganze ist nicht besonders teuer, aber definitiv jeden Cent wert, denn es erspart den meisten Eltern kostenintensive Fehlkäufe.

 

Vorteile Tragens für das Baby

Das Baby ist beim Tragen nah an die Mama (oder eine andere Tragende Person) gekuschelt. Es ist recht eng eingepackt und wird so an die Enge und Sicherheit im Mutterleib erinnert. Auch die Sanften Bewegungen des Tragenden bekommt das Kind mit und fühlt sich so sicher und geborgen. Die Bewegung ist eine optimale Schlafbrücke, schon für die ganz kleinen. Außerdem sind Herzschlag und Atmung für das getragene Baby gut hörbar und erinnern an die Geräusche die es aus dem Bauch kennt.

Babys die viel getragen werden haben fast nie die Problematik eines (zu) Platten Hinterkopfes. Die Bein- und Rückenhaltung gibt Hüfte und Wirbelsäule die Zeit und Möglichkeit sich optimal zu entwickeln. Außerdem hilft die Begrenzung durch Tragehilfe und Körper dem Baby sich selbst besser zu spüren und den eigenen Körper wahrzunehmen.

Das Tragen von Babys sollte normal sein, denn es absolut physiologisch.

Vorteile des Tragens für die Eltern

Durch das Tragen und die damit verbundene Nähe zum Kind wird das Bonding optimal unterstützt. Das ist auch ein Grund, warum meiner Meinung nach viel mehr Väter tragen sollten. Während die Mütter meist im Wochenbett sehr ausgiebig mit den Babys kuscheln, bleibt dies für die Papas oft auf der Strecke. Tragen ist da eine wundervolle Möglichkeit gleichzeitig die Mama mal zu entlasten und selbst die Bindung zum Kind zu stärken.

Aber auch für Mama ist Tragen mehr als nur praktisch. So regt das Kuscheln und die enge Verbindung zum Beispiel sogar die Milchbildung an. Und auch die Rückenmuskulatur wird gestärkt und baut sich mit steigendem Gewicht des Babys immer mehr auf. Selbst dezentes Stillen, während das Kind in Tragetuch oder Tragehilfe sitzt ist kein Problem.

Wer auch immer trägt hat sein Trainingsgewicht gleich mit dabei, und so purzeln übrig gebliebene Schwangerschaftspfunde oft wie von Zauberhand. Allerdings sollten vor allem Frauen darauf achten, ab einem gewissen Gewicht lieber auf dem Rücken zu tragen. Dem Beckenboden zu liebe.

 

Babytragen im Alltag

Egal ob Geschwisterkind, Hund oder Katze, ein getragenes Baby ist vor allen Möglichen Angriffen geschützt. Grade am Anfang, wo die Babys beim Tragen noch besonders viel schlafen kommen ältere Geschwister auf ihre Kosten. Mama hat die Hände frei und von Gemeinsamem Spielen, über Spaziergänge bis zum Spielplatz Besuch oder Buch vorlesen ist quasi alles möglich.

Kochen, Putzen, mit dem Hund durch Feld oder Wald laufen, ist alles kein Problem. Sogar Strandspaziergänge sind so ohne stecken bleiben möglich. Das Baby immer ganz nah am Körper.

 

Sport mit Baby

Auch wieder aktiv werden ist mit getragenem Baby kein Problem. Von Walken über Muskelaufbau bis hin zum Tanzen mit Baby sind die Angebote vielfältig, so dass sicher für jeden was dabei ist. Oft gibt es sogar Angebote für Zwillingsmütter, das eine zweite Tragende Person (egal ob Papa, Oma oder Tante) kostenlos mit kommen darf. Und einige Krankenkassen unterstützen die Teilnahme an Kursen sogar finanziell. Nachfragen lohnt sich also.

 

Ihr seht, Babytragen ist vielfältig und birgt eine menge Vorteile für Eltern und Kind. Darum habe ich mein Baby getragen, werde auch das nächste tragen und möchte jedem nur empfehlen es auch zu probieren.

Achtsam mit der Umwelt

Eigenanbau – ein kleines Bisschen Selbstversorger

Mitte Februar, draußen schneit es. Und trotzdem geht es nun schon langsam los. Die ersten Gemüsepflanzen für den Eigenanbau werden vorgezogen. Ein klitze kleines Bisschen Selbstversorger. Traumhaft.

 

Selbst anbauen

2016 zogen wir in unser Eigenheim mit Garten. Aufgrund von Renovierungsarbeiten und der Geburt des Bären blieb keine Zeit für das Experiment eigenes Gemüse. Einzig die Johannisbeersträucher haben gut getragen, so dass ich jede Menge Johannisbeersirup hergestellt habe. Los ging es also für uns erst im letzten Jahr. Wir haben ein ehemaliges Blumen Beet (etwa 4×1,5m) umgegraben, gedüngt und schließlich unser erstes Gemüse angebaut. Neben Radieschen und Tomaten fanden sich auch Gurken, Spinat, Hokkaido, Fenchel und Paprika. Außerdem Erdbeeren, Himbeeren, Johannisbeeren und Blaubeeren. Es war weniger Arbeit als gedacht und vor allem deutlich leckerer, als alles was ich gekauft kenne! Allein dafür hat es sich gelohnt.

Vor dem Winter haben wir wieder organischen Dünger in Form von Kompost und Mist ins Beet eingebracht und alles umgegraben. Im Nachhinein ist es etwas schade, dass wir verpasst haben saisonales über den Winter an zu bauen. Aber es war ja auch unser erstes Jahr. In diesem Jahr wird unser Gemüsebeet vergrößert auf etwa 3×4 Meter. Außerdem bauen wir zusätzlich ein Hochbeet. Und auch die Vielfalt wird größer, so dass wir hoffentlich kein Gemüse dazu kaufen müssen. Wir haben uns in diesem Jahr dafür entscheiden auch Kartoffeln selbst an zu bauen. Diese allerdings im Topf, das ist bei der Ernte deutlich einfacher. Außerdem auf der Liste stehen für dieses Jahr: Möhren, Tomaten, Paprika, Hokkaido, Gurken, Blumenkohl, Grünkohl, Radieschen, Feldsalat, Spinat, Lauch, Knoblauch und Wassermelone.

Eigenanbau von Gemüse

 

Vorziehen und Pflanzen

Die verschiedenen Gemüsearten haben verschiedenen Aussaat Zeiten. Einige werden vorgezogen, Andere direkt gesät.

Die Direktsaat ist denkbar einfach, hierbei wird das Saatgut direkt in das Beet eingebracht. Unter Umständen müssen die Pflanzen, wenn sie zu dicht stehen nochmals vereinzelt werden. Die Problematik bei der Direktsaat ist, dass vorher niemand weiß, ob jeder Samen keimt, und man am Ende dann nicht genug oder zu viele eng stehende Pflanzen haben kann.

Beim Vorziehen wird in einfachen Schalen, oder auch extra Anzuchtkästen das Saatgut in Anzuchterde oder spezielle Kokoserde ( Kokos Quelltabs) gepflanzt. Der Kasten wird dann an einen Platz mit viel Licht und der passenden Keimtemperatur gestellt. Außer feucht halten und abwarten ist nicht viel zu tun. Nach meist etwa 2 Monaten werden die vorgezogene Pflanzen ins Freiland gepflanzt.

 

How to: Vorziehen step by step

Ich fange heute an die ersten Pflanzen vor zu ziehen. Bei uns sind das: Tomaten, Paprika und Blumenkohl. Es klingt wohl denkbar banal. Aber das wichtigste neben der Erde, dem Kasten und dem Saatgut ist nun, zu wissen wie viel Platz man im Beet hat, was alles angepflanzt werden soll und wie viel Platz welches Gemüse benötigt. Nur so kann man entscheiden wie viele Pflanzen welcher Sorte vorgezogen werden sollen. Ich säe immer 1-2 Pflanzen mehr als ich haben möchte. Falls eben ein Saatkorn nicht keimt. Sicherlich kann auch einfach das gesamte Saatgut vorgezogen werden. Das macht aber nur Sinn, wenn es Abnehmer für eventuell übrige Pflanzen gibt. Andernfalls wäre es schade um  das Saatgut wenn die übrigen Pflanzen verworfen werden.

Eingenanbau
Das zu pflanzende Saatgut.

Als erstes

Werden die Anzuchtgefäße vorbereitet. Ob ihr sie mit Erde befüllt, oder eben die Kokos Tabs aufquellen lasst ist egal. Vorarbeit fällt immer an. In meinem Fall war es : Quellen lassen.

Eigenanbau - Selbstversorger
Die Kokostabs vor dem Quellen.
Eigenanbau
Und nach dem Quellen. Der Bär ist immer mit dabei.

Nach dem Quellen…

wird überschüssiges Wasser abgegossen und die Samen werden ein gesät. Immer 1 Samen pro Tab. Ich benutze zum säen den Stiel von einem kleinen Löffel. Mache damit eine kleine Kuhle wo der Samen hinein gelegt wird und schließe diese anschließend wieder leicht. Abschließend kommt der Deckel auf die Anzuchtkästen diese werden an den vorgesehenen Ort mit ausreichend Licht und Wärme gestellt.

Anzuchtkästen
Hier ist alles fertig gesät.

Quick Tipp: Ende Februar ist das Licht noch nicht immer so super. Hier kann eine Lampe Abhilfe schaffen. Wir haben eine Wärmebirne aus dem Terrarienbedarf die wir stundenweise einschalten. 

 

Gemüse anbauen mit Kindern

Auch für Kinder ist die Erfahrung selbst zu säen, pflegen und später zu ernten und essen enorm wertvoll. Sich selbst mit Nahrung versorgen zu können ist toll und macht enorm stolz. Außerdem sind Kinder oft eher bereit zu essen, was sie selbst ernten konnten. Grade Kinder die von Gemüse nicht so überzeugt sind haben oft trotzdem Lust ihr „eigenes“ zu essen. Und sein wir mal ehrlich, meistens schmeckt es ja auch viel besser.

Selbst der Bär hilft schon beim Anbau. Alles was durch einfaches pflücken zu ernten ist, wird selbst geerntet und heute hat er auch die Samen in die vorbereiteten Kuhlen gelegt. Und beim harken vom Beet ist er eh ganz vorne mit dabei.

 

Anbau in Kübeln und Blumenkästen

Kein Garten, und nun?

Das ist kein Grund auf selbst angebautes Gemüse zu verzichten. Im Folgenden einige Pflanzen, die sich gut auf dem Balkon anbauen lassen.

  • Tomaten
  • Kartoffeln
  • Möhren
  • Paprika
  • Chilli
  • Bohnen
  • Salat
  • Radieschen
  • Spinat
  • Erdbeeren
  • Blaubeeren
  • Himbeeren
  • und natürlich jegliche Kräuter.

Vielleicht habt ihr nun Lust bekommen auch euer eigenes Gemüse an zu bauen. Und so automatisch nachhaltig und saisonal zu essen. Ich kaufe außerdem Bio Saatgut. Und nun an die Beete, fertig, los ! 

Familie

BLW heißt Baby led weaning – Mein Baby isst selbst, von Anfang an.

Wenn wir Eltern werden, dann beginnt eine spannende Zeit. So vieles ist neu und ungewohnt. Wir alle, auch unser Baby, müssen uns in unsere neuen „Rollen“ erst einmal einfinden. Doch die ersten gut gemeinten Ratschläge lassen nicht lange auf sich warten. Tipps wie wir es anders, oder besser machen können. Mutmaßungen was passiert, wenn wir es nicht so machen wie uns angeraten wird. Und nicht zuletzt auch Fragen, die uns verunsichern.
Sind am Anfang noch alle völlig von den Socken, wenn man es ohne nennenswertes Bauchweh über die ersten drei Monate schafft, so wird einem doch ab Monat 4 schon wieder zur Einführung der Beikost geraten. Hat das Kind in Monat 6 noch keinen Löffel Brei bekommen, so wird man bald angeschaut als sei man vom Mars. Als für uns das Thema Beikost aktuell wurde, war klar, dass der Bär erst etwas zu essen bekommen soll, wenn alle Beikostreifezeichen erfüllt sind. Außerdem haben wir uns entschieden, dass eben nicht wir entscheiden wie diese Beikost Einführung abläuft, sondern er selbst. Baby led weaning, dass ist die Baby gesteuerte Beikost Einführung,

Beikost Einführung

 

6 Monate voll stillen (PRE- Nahrung geben)

Wenn unser Baby auf die Welt kommt, dann hat es bisher außer Fruchtwasser noch nie etwas in seinem kleinen Magen gehabt, Wie Verdauung funktioniert und sich anfühlt weis es noch nicht, Der Darm des Babys muss sich in den ersten Monaten auf der Welt also erst einmal daran gewöhnen, wie diese Milch nun verdaut wird. Und unser Baby muss sich daran gewöhnen, wie sich das anfühlt. Die oft beschriebenen drei Monats Koliken sind in der Regel nichts Anderes als das. Plötzlich passiert etwas im Bauch des Babys. Der Darm arbeitet, das fühlt sich komisch und ungewohnt an. Vielleicht drückt es auch mal. Grade wenn durch zu hastiges Trinken Luft mit geschluckt wurde drückt es auch schon mal. Manche Babys haben da mehr und Andere weniger Probleme. Helfen tun oft: tragen, abhalten, Fliegergriff und Bauchmassage.

Hat sich der Darm und das Baby nun nach 3 Monaten grade an die Verdauung gewöhnt, soll man die nächste Umstellung starten? Nein. Babys und ihr Darm sind in diesem zarten Alter noch nicht bereit für Beikost. Was früher normal war, ist heute überholt. Verstopfung, Bauchschmerzen und  sehr harter Stuhl können Folgen einer zu zeitigen Beikost Gabe sein.
Die Empfehlung der WHO lautet, dass Baby 180 Tage, also etwa bis zum Beginn des 7. Lebensmonats ausschließlich gestillt werden sollten. Dies deckt ihren Nährstoff bedarf ausreichend, schützt vor Infektionen und ist gut verdaulich. Auch von anderen Getränken (abgesehen von PRE-Nahrung) ist vor der Beikost Einführung ab zu sehen. Diese könnten den Magen ohne Nährstoffe füllen, so dass das Baby nicht mehr ausreichend Muttermilch (oder Pre) trinkt und dann unterversorgt ist. Oder gar zu einer so genannten Wasservergiftung (Hyperhydradtion) führen, da sowohl Muttermilch, als auch PRE schon ausreichend Wasser für das Baby enthalten.

 

Die Beikostreifezeichen

Wann ein Kind bereit für die Beikost ist, lässt ich allerdings nicht stumpf am Alter festlegen, denn auch hier gilt: Jedes Kind entwickelt sich individuell. Der wichtigste Indikator sind also die so genannten Beikostreifezeichen. Wenn ein Baby alle diese Zeichen erfüllt, kann bedenkenlos mit der Beikost gestartet werden. Oft stellt sich die Frage aber kaum mehr, weil die Babys sich ab diesem Zeitpunkt, sofern sie die Möglichkeit haben auch selbst am Essen bedienen. Es gibt 6 Zeichen, die euch zeigen, ob euer Baby bereit für die Beikost ist. Trotzdem ist Beikost dann nur zusätzlich. Es sollte trotzdem weiterhin nach Bedarf gestillt werden, dies dient der Verdauung und Allergie Prävention.
Die Reifezeichen:

  1. Das Baby kann den Kopf alleine halten.
  2. Das Baby kann mit minimaler Unterstützung sitzen.
  3. Die Hand-Mund Koordination funktioniert – es kann sich Dinge selbst in den Mund stecken.
  4. Der Zungen-Streck Reflex ist nicht mehr vorhanden.
  5. Das Baby zeigt Interesse am Essen anderer.
  6. Es macht Kaubewegungen nach, wenn es jemanden essen sieht.

Baby led weaning

Baby led weaning – Das Kind selbst essen lassen

Ab dem Zeitpunkt der Beikostreife sind Baby auch dazu in der Lage selbstständig zu essen. Natürlich nicht mit Gable und Löffel, aber mit den Händen. Das ist bei Brei natürlich eher schwierig, also sollte Fingerfood gereicht werden. Dann sind all die Dinge, die das Kind problemlos selbst in die Hand nehmen kann. Hierzu können Nahrungsmittel natürlich auch passend geschnitten werden.
Was für uns im ersten Moment etwas befremdlich klingt, weil wir es meist nur so kennen, dass Babys eben Brei essen, ist eigentlich völlig natürlich und bringt so einige Vorteile für Kind und Eltern.

Für das Baby:
Nahrungsmittel können in ihrer Konsistenz, Farbe und dem reinen Geschmack erkundet werden. Jedes Nahrung mittel wird stück für stück erkundet. Wie es sich anfühlt und riecht, wie es sich zerdrücken lässt und schmeckt. Dinge die nicht dem Geschmack entsprechen können einfach liegen gelassen werden. Das Baby gibt sein eigenes Tempo vor und hat die Möglichkeit so lang zu erkunden, wie es das möchte. Der schützende Würgreflex bleibt länger erhalten. Die Motorik und Hand- Mund Koordination wird weiter verbessert. Durch das Einspeicheln der Nahrung werden Nährstoffe besser gelöst und schon vorverdaut. Das Sättigungsgefühl wird bei langsamen essen eher wahrgenommen, so isst das Kind nicht so sehr über den Hunger hinaus. Das wiederum wirkt Übergewicht entgegen.

Für die Eltern:
Der Aufwand extra für der Baby zu kochen entfällt. Während alle zusammen am Familientisch essen, muss niemand das Baby füttern. Kosten für Gläschen und Co werden eingespart.

Beikost mit Fingerfood
Brot und Gurke. Beides Dinge die hier vo Anfang an hoch im Kurs standen.

Was gilt es zu beachten?

Das ist die wohl meist gestellte Frage in diesem Zusammenhang. Denn wir kennen sie doch alle, die Angst etwas falsch zu machen und unserem Kind damit zu schaden. Im Grunde ist es aber gar nicht all zu viel, was beachtet werden muss. Bevor mit der Beikost begonnen wird, und an dieser Stelle ist es egal ob Brei oder Fingerfood, empfiehlt es sich immer einen Erste Hilfe Kurs für Babys und Kleinkinder zu besuchen. Mindestens aber sollte man sich informieren, was zu tun ist, wenn das Kind sich ernsthaft verschluckt, damit man ihm schnellst möglich helfen kann. Außerdem sollte das Baby immer im Sitzen essen, das minimiert die Gefahr des Verschluckens deutlich.

Gut zu wissen: Der Würgreflex sitzt bei Babys noch recht weit vorn im Mund, das ist richtig und wichtig. Daher kann es beim Essen dazu kommen, dass eurer Baby Nahrung wieder nach vorne Würgt. Das ist völlig normal und kein Grund zur Sorge. So könnt ihr sehen, dass euer Baby über ausgezeichnete Mechanismen verfügt um sich selbst zu schützen.  Das Würgen sollte nicht mit einem Verschlucken verwechselt werden!

Bitte steckt eurem Baby nicht einfach etwas in den Mund. Ihr könnt das Essen in die Hand geben, was dann damit passiert ist einzig die Entscheidung des Kindes,
Harte Dinge wie zum Beispiel: Möhre, Apfel und Pastinake sollten gekocht/gedünstet werden, bevor ihr sie dem Baby anbietet. Solche harten Dinge kann ein Baby noch nicht kauen und daher besteht die Gefahr, dass es sich verschluckt.

Kinder und vor allem Babys sollten so wenig Salz wie möglich zu sich nehmen. Da Salz z.B. in Brot eh schon enthalten ist, sollte auf das salzen von Speisen für das Kind grundsätzlich verzichtet werden. Wenn man für die ganze Familie kocht, bietet es sich an nach Ende der Garzeit etwas für das Baby zur Seite zu legen und dann erst zu würze. Oder es würzt jeder salbst am Tisch nach bedarf.

Milch und Milchprodukte  können Kindern schaden, wenn sie in zu großen Mengen verzehrt werden. Grundsätzlich ist empfohlen Milchprodukte ab Beikost start an zu bieten und so auch unter dem Schutz der Muttermilch ein zu führen. Das dient der Allergie Prävention. Ein Baby sollte allerdings nicht mehr als 200 ml Milch ( auch in verarbeiteter Form) am Tag zu sich nehmen. Hier lohnt es sich genau hin zu schauen. Denn oft wird viel mehr Milch zur Herstellung benötigt, als am Ende als verarbeitetes Produkt entsteht. So besteht eine 25 Gramm Scheibe Hartkäse schon aus 375 ml Milch und würde damit das Soll des Babys bereits überschreiten.

Honig sollte nach offizieller Empfehlung nicht an Kinder unter 1 Jahr gegeben werden. Es besteht die Gefahr ´schwer zu erkranken. Unsere Imkerin empfiehlt sogar dringend, bis 2 Jahre auf Honig zu verzichten.

Gut zu wissen: Auf den Rücken klopfen kann die Situation verschlimmern statt verbessern, davon sollte also Abstand genommen werden.

Nüsse sind aufgrund ihrer Größe und Konsistenz nichts für Babys und Kleinkinder. Etwas ab dem 4. Geburtstag können diese erst bedenkenlos gegeben werden.

Auf Rohe Fleisch, Fisch und Milchprodukte sollte unbedingt verzichtet werden.

Kleine und runde Früchte wie Kirschen, Beeren, Oliven, Trauben und Oliven müssen halbiert werden, bevor die zum Verzehr angeboten werden. Noch kleineres wie Erbsen und Mais sollte unzerdrückt erst angeboten werden, wenn das Kind den Pinzettengriff beherrscht.

 

Im Notfall

Wenn das Kind sich tatsächlich verschluckt. Es nach Luft ringt, versucht zu husten und Angst bekommt, könnt und müsst ihr schnell handeln. Nehmt das Baby aus dem Stuhl und legt es mit dem Kopf abwärts auf eure Beine. ihr haut nun 5 mal kräftig zwischen die Schulterblätter. Wenn sich nichts tut, dreht es auf euren Beinen auf den Rücken und Drückt 5 mal mit 2 Fingern auf die Brust des Babys. Parallel sollte der Notruf gewählt werden. Nach den 5 mal wird das Baby wieder umgedreht und ihr beginnt von vorn.

Gut zu wissen: Die Gefahr, dass ein Baby sich an Brei verschluckt ist deutlich höher als die, dass es sich an Fingerfood verschluckt. Während es beim selbst essen durch den Würgreflex gut geschützt ist, wird Brei mit dem Löffel direkt hinter diesen Schutzreflex gelegt.

 

Unser Fazit

Wir haben zu keinem Zeitpunkt bereut uns für Baby led weaning entschieden zu haben. Der kleine Bär hat immer mit Begeisterung das Essen entdeckt und probiert. Wir haben weiter viel gestillt. Das aber nicht schlimm, denn für uns war von vorn herein klar, dass es sich der Beikost im ersten Lebensjahr um einen ZUSATZ handelt und nicht um einen ERSATZ. Dennoch hat er schnell verstanden, dass er Hunger und Durst auch anders stillen könnte, als an der Bust. So war es kein Problem, wenn ich mal etwas länger nicht verfügbar war. Verschluckt hat er sich im Übrigen nur ein einziges Mal. Und das, als er über ein Jahr alt war. Also lange nach Beginn der Beikost. Die Gefahr war aber schnell gebannt, nach dem ich mal nach obiger Anleitung auf seinen Rücken gehauen habe.

Habt also keine Angst. Ich empfehle Baby led weaning gerne und würde es auch selbst immer wieder so machen.

Familie

Was nächtliches Abstillen mit Verantwortung zu tun hat und ob das Kind denn jetzt durch schläft.

Wir stillen ab. Also, zumindest nachts. Nicht weil der Bär nicht mehr will, oder weil es für mich nicht mehr schön war. Sondern weil ich hoffe, auf diese Art meinen Zyklus zurück zu bekommen, denn wir wollen ein zweites Kind. Das ist kein Geheimnis. Lange war ich nicht bereit für diesen Wunsch etwas am Stillen zu verändern. Das hieß für mich klar, dass der Wunsch noch nicht groß genug war.
Nun bin ich bereit es damit zu versuchen, dass wir in der Nacht abstillen. Nur nachts. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Dafür ist der Wunsch inzwischen groß genug.

Abstillen in der Nacht
Vor etwas mehr als 1 Jahr. Ich habe immer gern gestillt und tu es noch immer.

 

Warum nachts abstillen?

Tagsüber, wenn man bei Bedarf einfach anderes Trinken oder Essen anbieten kann ist sicherlich einfacher. Ja, das mag sein. Den hormonell größeren Effekt, und das ist es ja was für mich wichtig ist, hat das nächtliche Stillen (oder eben nicht mehr Stillen). Für die Milchbildung ist das Hormon Prolaktin verantwortlich. Leider ist es gleichzeitig auch das Hormon, was den Eisprung unterdrückt. ( Daher auch der Mythos, dass Stillen verhütend wirkt.) Denn es hemmt die Ausschüttung von LH und FSH – der beiden Hormone, die den Eisprung auslösen. Die Ausschüttung von Prolaktin folgt einem Tag-Nacht Rhythmus und ist in der zweiten Nachthälfte am höchsten. Stillen regt die Milchbildung wieder an, also die Ausschüttung von Prolaktin. Wird nun also in der zweiten Nachthälfte, die ausschlaggebend für die Ausschüttung ist gestillt, so wird mehr Prolaktin ausgeschüttet.
Wer sich also schon immer gefragt hat, warum Kinder in Schubzeiten vor allem dann stillen, wenn die Eltern schlafen wollen. Hier ist die Antwort. Gleichzeitig ist es aber auch die Antwort auf die Frage, warum einige Frauen sehr schnell wieder einen Eisprung haben. Wenn sich das Kind nicht penibel daran hält, alle 3 Stunden mindestens zu stillen, auch in der zweiten Nachthälfte, so kann der Prolaktinspiegel weit genug absinken, dass ein Eisprung wieder möglich ist.
Und genau das ist meine Hoffnung. Darum stillen wir aktuell nachts ab und nicht am Tag.

 

Herangehensweise – ich trage die Verantwortung

Weit verbreitet ist es, das Kind nachts dem Papa zu überlassen, wenn man abstillt, Der Gedanke, den ich sogar nachvollziehen kann ist, dass der Bedarf gar nicht so da ist, wenn auch die Brust nicht zur Verfügung steht. Nicht selten schläft Mama also in einem anderen Raum. Oder gar das Kind wird muss aus dem Familienbett ausziehen.
Ich bin ehrlich. Von beiden Varianten halte ich nicht viel. Denn nicht alles was „funktioniert“ ist immer auch gut. Dem Kind wird in den beschriebenen Fällen nicht „nur“ das Stillen genommen, sondern auch die Mama, als erste Bezugsperson in der Nacht. Oder gar das Familienbett als sichere und bekannte Schlafstätte. Also war für uns klar, dass der Bär weiterhin bei uns im Familienbett schläft. Und auch ich vorerst erste Ansprechpartnerin in der Nacht für ihn bliebe. Es ist meine Aufgabe für ihn da zu sein und ihn durch die Wut und Trauer zu begleiten, die er aufgrund meiner Entscheidung durchlebt. Denn diese Gefühle sind wie alle Gefühle, immer, absolut gerechtfertigt und in Ordnung. Sie dürfen da sein. Und ich trage die Verantwortung für meine Entscheidung. Denn so fair sollte man sein. Der Bär wäre niemals auf die Idee gekommen, jetzt nachts nicht mehr stillen zu wollen. Ich halte im Übrigen auch nichts davon, dem Kind zu sagen, dass die Milch leer wäre. Damit wird das Kind angelogen und die Verantwortung für die eigene Entscheidung, nicht mehr stillen zu wollen, wird abgegeben. Denn die Milch ist ja leer.

Kurz um, wenn ich als Mutter die Entscheidungen treffe, dass ich nicht mehr stillen möchte, dann muss ich auch in allen Bereichen die Verantwortung dafür tragen.

 

Dr. Gordon als Inspiration

Das Prinzip des Abstillens nach Dr. Gordon ist mir schon begegnet, lange bevor Abstillen für uns zur Thematik wurde. Dennoch hatte ich mir eine Aussage gemerkt.

Wenn wir ihnen für einige Nächte ein bisschen weniger anbieten und dann für die nächsten Nächte wieder ein bisschen weniger und dann noch ein bisschen weniger und in den letzten Nächten gar nichts mehr, dann wird ihnen auf freundliche und einfühlsame Weise klargemacht, dass es sich nicht mehr lohnt, an die Tür zu klopfen, weil das Restaurant nun nachts geschlossen ist – um bei diesem Bild zu bleiben.

Und daran habe ich mich orientiert. Mir war bewusst, dass es für uns auch nicht praktikabel wäre, von heute auf morgen die Brust im Bett nicht mehr an zu bieten. Also haben wir es Schritt für Schritt gemacht. Den ersten Schritt haben wir, damals noch unbewusst schon im Oktober getan, als wir das Einschlafstillen verabschiedet haben.
Dr. Gordon hat ein Programm über 10 Tage in denen das nächtliche Stillen immer mehr reduziert wird, bis hin zum nicht mehr stillen in der Nacht etabliert. Und das ist auch schon der Punkt an dem sich unsere Wege trennen, denn wir haben deutlich mehr Zeit eingeplant. Wir haben die Stillpause im Wochen Takt gesteigert. Und zwar immer um 2 Stunden. Hierbei haben wir meist die ersten 3 Tage benötigt, um das ganze soweit zu etablieren, dass es akzeptiert wurde. Das heißt, dass der Bär sich recht schnell anderweitig trösten ließ. Und weitere 4 Tage um diese Pause nun als Normalität zu integrieren.
Würde ich behaupten, dass das Ganze ohne Tränen und Frust funktioniert hat, dann würde ich lügen. Der erste Tag einer neuen Etappe war immer der Schlimmste. Logisch, denn er beinhaltete immer wieder das „anfragen“ und neuer Dings abgewehrt werden.

 

Visuelle Hilfe

Aber ich habe mir Hilfe geholt um meinem Kind verständlich zu machen, wann Zeit zum stillen ist, und wann „die Milch pause“ hat wie ich sage. Hier für habe ich ein Nachtlicht genutzt. „So lange das Nachtlicht brennt, hat die Milch Pause“. Das war für den Bären eine Verständliche, greifbare  und vor Allem selbst überprüfbare Aussage. Und so blieb das Nachtlicht einfach Woche für Woche 2 Stunden länger an. Und sobald der Bär erwacht ist, habe ich ihn an mich gekuschelt, ihm das Nachtlicht gezeigt und gesagt: „schau, das Licht ist noch an, die Milch hat noch Pause“. Diese Vorgehensweise hat tatsächlich dazu geführt, das wir nie in der Situation waren, dass Unverständnis aufkam. Von Tag 1 an war für uns beide klar, das wir nicht stillen, wenn das Licht an ist. Zwar hat der kleine Bär immer mal wieder versucht das zu diskutieren. Aber ich glaube, dass es viel ausmacht, wenn das Kind versteht warum grade nicht gestillt wird. Auch wenn die Begründung so banal ist, wie ein brennendes Licht.

In der letzten Etappe haben wir die Aussage verändert. Denn so sehr wie dem Zwerg das Licht hilft, so sehr stört es mich beim schlafen. Also hieß es ab da: „im bett stillen wir nicht mehr“. Und auch das wurde recht problemlos akzeptiert.

 

Die Durchschlaflüge

Wenn du abstillst, dann schläft dein Kind auch durch.

Solche Aussagen locken, in der Hoffnung auf ruhigere Nächte abzustillen. Meine Erfahrung ist, dass es nicht zwingend einen Zusammenhang gibt. Jedes Kind ist anders und ihr solltet euch, wenn ihr diese Hoffnung hegt ernsthaft fragen, ob das bei eurem Kind wohl Erfolgsaussichten hat.

Bei uns hat sich ausschließlich die Zeit am Abend verbessert. Sonst bin ich bis 23 Uhr bis zu 3 mal im Schlafzimmer gewesen. Jetzt gar nicht mehr. Nachts wacht er derweil genau so oft auf wie vorher. Nur das ich nicht mehr einfach nur im Halbschlaf stille sondern ziemlich wach werde. Außerdem wird hier nachts, auch mit 1,5 noch Milch getrunken. Nicht viel, nur etwa 60-80 ml , diese sind aber nicht weg zu denken. Wasser stattdessen wird mir frustriert aus der Hand geschlagen.

 

Ich hoffe nun, dass das nächtliche Abstillen bald gewünschte Erfolge zeigt und bin sehr froh, dass das ganze bei uns so gut funktioniert hat. Außerdem denke ich, dass wir haben mit unserem 5 Wochen Plan eine sehr sanfte Methode gefunden, das hat mir auch die verhältnismäßig gute Reaktion des Bären bestätigt. Ich würde es, wenn ich müsste, immer wieder so machen.

Nachts abstillen