Baby-/Kleinkindtragen, Familie

Babytragen: Warum ich mein Baby getragen habe und du das auch tun solltest

Das Tragen eines Babys hat nur Vorteile für Eltern und Kind. Die Vorteile sind vielfältig und vor allem logisch. Babytragen ist nicht neu, sondern eigentlich so alt wie die Menschheit. Wie auch Affen zum Beispiel sind Menschen Babys nämlich Traglinge. Uns fehlt heute nur das Fell zum festklammern.

Das Tragen des Babys birgt Vorteile für Eltern und Kind

Aber was ist der Unterschied zwischen Nesthockern, Nestflüchtern und Traglingen?

Während Nesthocker Blind, Taub und teilweise sogar nackt auf die Welt kommen, uns einfach ohne einen Muks in ihrem Nest ausharren, bis die Eltern wieder kommen. Und Nestflüchter voll ausgestattet und fertig zum los laufen auf die Welt kommen sind Traglinge das genaue Mittelding. Wach, mit gehört und der Möglichkeit zu sehen und vor allem zu weinen kommen sie auf die Welt. Aber nicht in der Lage sich selbstständig zu bewegen. Die Mutter ist Nahrungsquelle und Sicherheit für den kleinen Tragling. Der Rundrücken und die angehockten gespreizten Beine sind physiologisch. In dieser Position kann die noch nicht ausgereifte Hüfte sich optimal entwickeln.

Während unsere Babys also schon vom Urinstinkt her auf uns und unsere Nähe angewiesen sind, auch schon aus dem Grund, dass sie aufgrund der Mütterlichen Anatomischen Voraussetzung quasi unreif geboren werden, ist unser Alltag so gar nicht tauglich, ständig ein Baby im Arm zu tragen. Wie bereits erwähnt fehlen uns inzwischen die Möglichkeiten, dass sich das Baby einfach ins Fell Krallen kann, und unsere Arme und Hände benötigen wir im Alltag einfach für andere Dinge. Egal ob es ein älteres Geschwisterkind, der Haushalt oder Essen und Trinken ist.

 

Tragetuch und Tragehilfe, unsere Retter in der Not

Sicherlich gibt es auch das ein oder andere Baby, was sich problemlos ablegen lässt. Die Mehrheit der Kinder tut dies aber, aus purem Überlebenswillen nicht. Ablegen, alleine sein bedeutet Gefahr und wird daher nicht (gern) akzeptiert. Statt Fell haben wir, uns das nicht erst seit gestern, nun die Möglichkeit uns mit Tragetüchern und Tragehilfen den Alltag zu erleichtern. In diese Hilfsmittel setzen wir nun unser Baby, und ja das ist direkt ab der Geburt möglich, haben die Hände frei und sind trotz des Tragens und der Bedürfnisserfüllung unserer Kleinen flexibel.

Der Markt ist inzwischen voll mit Möglichkeiten unsere Babys am Körper zu tragen. Zwischen elastischen und gewebten Tüchern, Mei tai, Full Buckle und co verliert man als Laie gern mal die Übersicht. Daher gibt es dankbarer weise inzwischen in Nähe zu jeder Kleinstadt Trageberaterinnen und ja, sogar einige Trageberater. Diese Menschen besitzen ein Repartoire an verschiedenen Tragen und Tragetüchern, zeigen wie das Baby ergonomisch und gesund erhaltend getragen wird und helfen euch die richtige Trage zu finden, oder das Binden eines Tragetuchs zu erlernen. Das ganze ist nicht besonders teuer, aber definitiv jeden Cent wert, denn es erspart den meisten Eltern kostenintensive Fehlkäufe.

 

Vorteile Tragens für das Baby

Das Baby ist beim Tragen nah an die Mama (oder eine andere Tragende Person) gekuschelt. Es ist recht eng eingepackt und wird so an die Enge und Sicherheit im Mutterleib erinnert. Auch die Sanften Bewegungen des Tragenden bekommt das Kind mit und fühlt sich so sicher und geborgen. Die Bewegung ist eine optimale Schlafbrücke, schon für die ganz kleinen. Außerdem sind Herzschlag und Atmung für das getragene Baby gut hörbar und erinnern an die Geräusche die es aus dem Bauch kennt.

Babys die viel getragen werden haben fast nie die Problematik eines (zu) Platten Hinterkopfes. Die Bein- und Rückenhaltung gibt Hüfte und Wirbelsäule die Zeit und Möglichkeit sich optimal zu entwickeln. Außerdem hilft die Begrenzung durch Tragehilfe und Körper dem Baby sich selbst besser zu spüren und den eigenen Körper wahrzunehmen.

Das Tragen von Babys sollte normal sein, denn es absolut physiologisch.

Vorteile des Tragens für die Eltern

Durch das Tragen und die damit verbundene Nähe zum Kind wird das Bonding optimal unterstützt. Das ist auch ein Grund, warum meiner Meinung nach viel mehr Väter tragen sollten. Während die Mütter meist im Wochenbett sehr ausgiebig mit den Babys kuscheln, bleibt dies für die Papas oft auf der Strecke. Tragen ist da eine wundervolle Möglichkeit gleichzeitig die Mama mal zu entlasten und selbst die Bindung zum Kind zu stärken.

Aber auch für Mama ist Tragen mehr als nur praktisch. So regt das Kuscheln und die enge Verbindung zum Beispiel sogar die Milchbildung an. Und auch die Rückenmuskulatur wird gestärkt und baut sich mit steigendem Gewicht des Babys immer mehr auf. Selbst dezentes Stillen, während das Kind in Tragetuch oder Tragehilfe sitzt ist kein Problem.

Wer auch immer trägt hat sein Trainingsgewicht gleich mit dabei, und so purzeln übrig gebliebene Schwangerschaftspfunde oft wie von Zauberhand. Allerdings sollten vor allem Frauen darauf achten, ab einem gewissen Gewicht lieber auf dem Rücken zu tragen. Dem Beckenboden zu liebe.

 

Babytragen im Alltag

Egal ob Geschwisterkind, Hund oder Katze, ein getragenes Baby ist vor allen Möglichen Angriffen geschützt. Grade am Anfang, wo die Babys beim Tragen noch besonders viel schlafen kommen ältere Geschwister auf ihre Kosten. Mama hat die Hände frei und von Gemeinsamem Spielen, über Spaziergänge bis zum Spielplatz Besuch oder Buch vorlesen ist quasi alles möglich.

Kochen, Putzen, mit dem Hund durch Feld oder Wald laufen, ist alles kein Problem. Sogar Strandspaziergänge sind so ohne stecken bleiben möglich. Das Baby immer ganz nah am Körper.

 

Sport mit Baby

Auch wieder aktiv werden ist mit getragenem Baby kein Problem. Von Walken über Muskelaufbau bis hin zum Tanzen mit Baby sind die Angebote vielfältig, so dass sicher für jeden was dabei ist. Oft gibt es sogar Angebote für Zwillingsmütter, das eine zweite Tragende Person (egal ob Papa, Oma oder Tante) kostenlos mit kommen darf. Und einige Krankenkassen unterstützen die Teilnahme an Kursen sogar finanziell. Nachfragen lohnt sich also.

 

Ihr seht, Babytragen ist vielfältig und birgt eine menge Vorteile für Eltern und Kind. Darum habe ich mein Baby getragen, werde auch das nächste tragen und möchte jedem nur empfehlen es auch zu probieren.

Gesundheit

Der Beckenboden – unsere unterschätzten Muskeln

„Ich habe eine Blasenschwäche aber keiner sieht es!“
Kaum ein Satz aus der Werbung ist mir so präsent wie dieser und das liegt nicht nur an meiner Tätigkeit als Mawiba-Trainerin. Was die gute Frau nämlich eigentlich sagen möchte ist, dass sie eine Beckenbodenschwäche hat. Dieser ist nämlich für unsere Schließmuskeln verantwortlich- Bei Männern und Frauen übrigens gleichermaßen, wir Frauen haben nur den Nachteil, dass diese Schicht bei uns durch Schwangerschaften und Geburt deutlich mehr beansprucht wird, gleichzeitig der weibliche Körper aber weniger Muskeln aufbaut als der männliche. Eine Beckenbodenschwäche ist bei Frauen also nicht selten, aber statt Werbung für Beckenbodentraining zu machen, gibt es lieber welche für extra saugstarke Slipeinlagen oder Höschen die, angeblich, niemand sieht.
Einer Beckenbodenschwäche kann entgegen gewirkt werden und es ist nicht zwangsläufig unser Los früher oder später mit Inkontinenz oder gar schlimmerem kämpfen zu müssen.

 

Der Beckenboden, was ist das eigentlich ?

Der Beckenboden ist Muskuläresgewebe, bestehend aus drei Muskelschichten, welches ähnlich einem Sprungtuch in unserem Becken „gespannt“ ist. Diese Muskeln beinhalten auch die Schließmuskeln von Darm und Blase, daher geht eine Beckenbodenschwäche häufig mit einer Urin- (oder seltener Stuhl-) Inkontinenz einher. Außerdem ist Der Beckenboden die Muskulatur, die unsere innere Organe an ihrem Platz hält.  Bei starken Problemen mit dem Beckenboden kann sich daher z.b auch die Gebärmutterabsenken, selten sogar so weit, dass sie durch die Vagina nahe zu heraus rutscht.

Mit einem geschwächten Beckenboden fehlt im übrigen auch oft das Lustgefühl beim Sex.

Merke: Der Beckenboden ist von großer Wichtigkeit! 

Unser Beckenboden wird täglich belastet, je nach Tätigkeit mal mehr und mal weniger. Während Joggen, Springen in jeglicher Form und das Heben schwerer Gegenstände eine enorme Belastung für unseren Beckenboden darstellt, sind Inlinerfahren, Tanzen und Balancieren eher etwas, was diese Muskeln trainiert.

Bei einer Schwangerschaft wird unser Kind in der Gebärmutter quasi von unserem Beckenboden getragen. Diese Belastung und auch die Dehnung bei einer Geburt schwächen unseren Beckenboden merklich. Etwa 1/3 aller Frauen leidet im ersten Jahr nach der Schwangerschaft an Kontinenzproblemen.

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Quelle: Apothekenumschau

Der Beckenboden kann trainiert werden. 

Die gute Nachricht ist, dass wir unseren Beckenboden, wie alle anderen Muskeln auch trainieren können und sogar sollten. Es gibt spezielle Übungen, welche auf die unterschiedlichen Muskelschichten abgestimmt sind und einige Kleinigkeiten für den Alltag. Und auch hier gilt, ohne Fleiß kein Preis. Ein mal die Woche den Beckenboden zu trainieren macht nur wenig Sinn. Ihr solltet mindestens 2x pro Woche gezielte Übungen machen und am Besten täglich Kleinigkeiten zur Unterstützung des Beckenbodens einfließen lassen. Meine Hebamme sagte bei der Rückbildung zu uns:“Wenn du 1x pro Woche joggen möchtest musst du mindestens 5x pro Woche den Beckenboden  trainieren.“  

 

Wie kann ich denn nun den Beckenbodentrainieren? 

Um diese Frage adäquat zu beantworteb ein kleiner Exkurs zum Aufbau des Beckenbodens. Dieser besteht wie erwähnt aus drei Schichten.

Die innere Schicht spannt sich zwischen Schambein und Steißbein. Sie ist die Schicht auf der das meiste Gewicht lastet und daher auch am breitesten.

Die mittlere Schicht liegt fächerartig zwischen den Sitzbeinhöckern und befindet sich im vorderen Beckenbereich unterhalb der Blase.

Die äußere Schicht unfasst die Schließmuskeln und Scheide bzw. bei Männern den Penisansatz.

Um euren Beckenboden richtig trainieren zu können achtet auf die Atmung. Ich weis wir wollen immer einen flachen Bauch haben und atmen daher nicht in den Bauch atmen, sondern ziehen lieber die Schultern hoch. Aber grade das ist falsch. Euer Zwerchfell hängt unmittelbar mit dem Beckenboden zusammen. Beim Einatmen wölben sich Zwerchfell und Beckenboden nach unten, beim Ausatmen wieder hoch. Ihr spürt das sogar, wenn ihr genau darauf achtet. Außerdem müsst ihr euren Beckenboden bewusst wahrnehmen um ihn gezielt trainieren zu können. Versucht euren After und eure Klitoris so zusammen zu ziehen, dass ihr das gefühl habt sie können sich fast berühren. Bei den Muskeln die ihr hierbei anspannt handelt es sich um den Beckenboden.

Gezieltes Training der Muskelschichten

– Mit rundem Rücken die Muskulatur um den After anspannen, als wenn dieser eingezogen werden soll. (Achtung nicht die Po Muskulatur !) Für 10 Sekunden halten und dann beim Einatmen entspannen. (3×10 Wiederholungen)

– Im graden Stand das Becken nach vorn kippen, nun den Muskel Bereich um die Scheide anspannen. Stellt euch vor ihr wollt mit den Schamlippen eine Murmel festhalten. Nun wieder 10 Sekunden halten und beim Einatmen entspannen. (3×10 Wiederholungen)

– Fahrstuhl fahren. Spannt euren Beckenboden Stück für Stück an. Stellt euch vor ihr drückt so einen Fahrstuhl Etage für Etage nach oben. (3 -4 Etagen) Dann Entspannt beim Einatmen. (3×10 Wiederholungen)  [Ihr könnt die Übung auch umdrehen, in eins anspannen und Stück für Stück locker lassen]

– Zwinkert mit dem Beckenboden. Heißt spannt ihn kurz und fest an und lasst direkt wieder locker. Der Beckneboden besteht aus langen und kurzen Muskelfasern und beide sollen trainiert werden. (3×10 Wiederholungen)

– Nutzt Beckenbodengewichte (z.b von Elanee ) ihr könnt sie einfach für 30 Minuten pro Tag bei normalen Tätigkeiten wie Fegen, Saugen, Aufräumen tragen. Startet mit dem niedrigsten Gewicht und steigert auf das nächste wenn ihr die 30 Minuten ohne Probleme schafft.  – Ihr könnt ein solches Gewicht auch während der Übungen tragen wen ihr schon gut trainiert seid.

 

Übungen im Alltag

– Setzt euch beim Pipi machen auf der Toilette mit geradem, aufrechten Rücken hin.

– Verzichtete beim Pipi machen darauf zu pressen, auch wenn es im Alltag schwer fällt weil es schnell gehen soll.

– Steht im Alltag: Schulter breit, mit leicht gebeugten Knien und leicht vor gekippten Becken.

– Drückt euch beim Treppe gehen mit dem unteren Bein hoch, statt euch mit dem oberen auf die nächste Stufe zu ziehen.

– Rollt euch beim Aufstehen über die Seite.

– Hebt immer aus den Knien und spannt dabei den Beckenboden an.

—- Auch das Tragen der Babys/Kinder vor dem Bauch belastet bei steigendem Gewicht den Beckenboden, daher ist es hier sinnvoll dann aufs Rückentragen zu wechseln. ——-

 

Grundsätzlich solltet ihr bei einer bestehenden Beckenbodenschwäche mit eurer Hebamme oder Frauenärztin sprechen. Ein speziell auf euch zugeschnittenes Training ist dann definitiv sinnvoll. Nehmt es nicht auf die leichte Schulter, ihr könnt etwas tun! Das unsichtbare Höschen sollte nicht das erste Mittel der Wahl sein. Geht  achtsam mit euch und eurem Körper um.

Achtsam mit der Umwelt, Baby-/Kleinkindtragen, Familie

Pflege von Wollkleidung – ist doch gar kein Hexenwerk

Einer der Fall häufigsten Gründe warum auf Wollkleidung und auf Tragetücher mit Wollanteil verzichtet wird ist die vermeintlich aufwendige Pflege. Weil auch ich öfter gefragt werde wie ich unsere Wollkleidung Pflege möchte ich euch heute einen kleinen kurzen Beitrag dazu hier veröffentlichen.

Nix mit Handwäsche

Wenn es um Kleidung aus wolle geht, dann ist oft von Handwäsche die Rede. Ich verrate euch etwas. Mache ich nie so. Meine Wollkleidung landet immer in der Waschmaschine. Damit sind sowohl die Überhosen der Nachtwindeln vom Bären gemeint, als auch seine Walk- Hosen und Anzüge, meine Merino Shirts und seine Wolle/Seide Bodys. Das liegt nicht nur an der Bequemlichkeit, wobei ich zugeben muss, an der natürlich auch. Sondern vor allem daran, dass wenn man eine Waschmaschine mit Wollwaschprogramm hat, das Waschen in diesem „sicherer“ ist, als die Kleidung mit der Hand zu waschen. Denn die Maschine steuert ganz automatisch die richtige Temperatur und sorgt dafür, dass die Wäsche nicht zu sehr Bewegt wird. Wenn wir mit der Hand waschen, fällt es uns schwer eine gute Temperatur zu finden, denn „Hand warm“ ist nun mal für jeden auch etwas anderes. Außerdem versuchen wir natürlich mit der Hand den Schmutz aus der Kleidung zu bekommen, und können so unter Umständen die Wolle verfilzten.
(Tragetücher tut ihr bitte vorher in einen Kopfkissen Bezug, so minimiert ihr die Gefahr, dass die Waschmaschine Fadenzieher hervorruft!)

Weniger ist mehr

Grundsätzlich gilt aber, dass wolle nicht allzu häufig gewaschen werden muss. Natürlich kommt es hier auf den Verschmutzungsgrad und die Art der Nutzung an, im Allgemeinen lässt sich aber sagen, dass vieles durch aus lüften und aus bürsten zu beheben ist.Der Woll Valk Anzug des kleinen Bären hat zum Beispiel noch nie die Waschmaschine von innen gesehen. Wenn er nass ist hänge ich ihn zum Trocknen auf, wenn er matschig ist Bürste ich ihn nach dem Trocknen einfach aus. Wenn er muffig riecht dann hänge ich ihn auf einem Kleiderbügel nach draußen und lasse ihn etwas aus lüften. Ähnlich handhabe ich es mit allen Woll Sachen. Allein durch das in der Wolle enthaltene Lanolin haben die Sachen einen selbst eingebauten Reinigungsmechanismus der Bakterien zersetzt und so dafür sorgt, dass keine unangenehmen Gerüche entstehen oder sich halten können.

Die Woll Überhosen der Nachtwindeln, sind die einzigen Teile, die hier neben Wollsocken regelmäßig in der Wäsche landen. Natürlich im Wollwaschprogramm und mit speziellem wollwaschmittel. Ich benutze das von ECOVER, da ich damit gute Erfahrungen gemacht habe und grundsätzlich sehr auf ökologisches Waschmittel versuche zu achten. Bei über Hosen und Kleidung die für draußen imprägniert werden soll, folgt anschließend noch das Fetten mit Lanolin. Man kann sich das so vorstellen, dass in Wolle grundsätzlich Lanolin enthalten ist. Dies wird  aber durch das Waschen aus den Fasern herausgespült. Das Lanolin ist vor allem für die Dichtigkeit und für den Selbstreinigungsmechanismus zuständig. In unserer normalen Kleidung, nimmt es daher einen eher geringen Stellenwert ein.

Wie fette ich Wollkleidung?

Nach dem Waschen wird die Kleidung noch feucht in ein Lanolin Bad gelegt und zieht dort etwa 3 Stunden bevor sie zum Trocknen aufgehängt beziehungsweise besser ausgelegt wird.
Zur Herstellung des Bads benötigt man folgendes:
•heißes Wasser
•kaltes Wasser
•Lanolin anhydrat
•Spüli

Die Menge der angegebenen Sachen richtet sich vor allen Dingen danach, welche Menge an Kleidung ihr fetten wollt. Für zwei über Hosen oder eine Jacke benutze ich 1,5 Liter kaltes Wasser, 1 Liter kochendes Wasser, ein Teelöffel Lanolin und 3 Tropfen Spüli. So habt ihr am Ende eine Emulsion von 2 Litern.
Ihr gebt den Spüli und das Lanolin in ein Gefäß, gebt das kochende Wasser dazu und rührt so lange, bis sich eine leicht weißliche Emulsion gebildet hat. Dann füllt ihr das kalte Wasser in eine große Schale. Und gebt die heißen Emulsion dazu und rührt noch ein paar mal. Die Mischung sollte nun maximal lau warm sein. Dann legt ihr die zu fettende Kleidung in das Bad (Überhosen auf Links) und drückt die Luft aus. Dann lass dir das ganze einfach für 3 Stunden stehen. Anschließend nehmt ihr die Kleidung aus dem Bad, drückt sie leicht aus (Achtung, nicht wringen!) Und legt sie anschließend auf ein Handtuch zum Trocknen. Ihr könnt sie theoretisch auch aufhängen allerdings für dies unter Umständen zur Verformung.

So ich hoffe ich habe alle Fragen beantwortet! Wenn noch was sein sollte bitte gerne in den Kommentaren !

Baby-/Kleinkindtragen

Baby tragen im Sommer, gefährlich oder bedenkenlos möglich?

Ich habe einen Artikel gefunden, der bei Facebook direkt für Aufsehen sorgte (siehe Bild). Werdende und frisch gebackenen, aber auch trageerfahrene Mamas sind verunsichert, nach dem sie ihn gelesen haben – ist das Baby tragen auch im Sommer bedenkenlos möglich?

Zeitungsausschnitt Babytragen
Angst schürender Zeitungsartikel

Es ist unbedenklich!

Die Überschrift des Artikels hätte eben so lauten können „Bekommen Babys im Winter im Tragetuch keine Frostbeulen an den Beinen?“ und hätte dann genau so viel Sinn und Aussagekraft gehabt. (Alles eine Frage der richtigen Kleidung!). Schuld für einen solchen Artikel ist nämlich schlicht mangelndes Hintergrund wissen.

Schön wäre eine Überschrift gewesen wie :“Im Sommer besteht grundsätzlich ein Hitzschlagrisiko – was sie dagegen tun können“. Oder eben so in der Art. Denn auch im Kinderwagen besteht das Risiko, dass Babys einen Hitzschlag erleiden. Wenn sie zu dick angezogen sind, das Verdeck möglichst weit runter geklappt, oder die Beinabdeckung geschlossen ist zum Beispiel. Dann entsteht Stauhitze im Kinderwagen und es wird deutlich wärmer als es im Tragetuch werden könnte.

Zu beachten:

Aber auch beim Baby tragen musss natürlich auf die richtige Kleidung geachtet werden. Das Tragetuch ersetzt eine Schicht Kleidung. Das Baby darf also problemlos an warmen Tagen mit ärmellosem Body, oder ohne Body (nur mit Mulltuch, gegen Hitzepickel die gern bei schweißigem Haut auf Haut Kontakt entstehen, zwischen den Körpern) ins Tuch gewickelt werden. Nur die Beine sollten zusätzlich durch Babylegs oder eine dünne Hose (z.b Musselin) vor der Sonne geschützt werden. Wenn es besonders heiß war habe ich aber auch darauf verzichtet und nur eine Mullwindel als Sonnenschutz über die Beine gehängt.

Man sollte im Sommer einlagig wickeln – denn es ist wärmer je mehr Lagen des Tragetuchs übereinander liegen. Eine wirklich luftige Trageweise für Mutter und Kind vor dem Bauch ist das Känguru. Für hinten empfiehlt sich der Einfache Rucksack. Beides sind Trageweisen, die ab Geburt genutzt werden dürfen. Statt den Kopf des Kindes wie oben auf dem Bild mit unter das Tragetuch zu nehmen, kann man ihm eine Sonnenmütze aufsetzen. Der Kopf wird durch eine feste Kopfkante im Nacken ausreichend gestützt. Gegebenenfalls kann man ein Drittel eines Mulltuchs als Unterstützung mit in die Kopfkante einschlagen. Positiv auswirken tut sich zu dem, dass mit dem schwitzen und der eigenen Körpertemperatur auch die Temperatur des Babys reguliert wird. (Daher empfiehlt sich Tragen ja auch bei Fieber!)

Wenn ihr diese Dinge beachtet und dazu nicht Stunden lang in der prallen Sonne umher geht (auch zu eurem eigenen Wohl), steht dem Tragen eures Babys im Sommer nichts im Wege!

Happy Babywearing !

Familie

Beides ist lieben…

„Tragen und schieben, beides ist Lieben.“

Das schrieb Nora Imlau anlässlich der Eurpean Babywearingweek auf ihrer Facebook Seite. Gut, das ist inzwischen ein paar Tage her, aber dieser Satz blieb mir im Kopf – und heute schreibe ich ein bisschen zu dem Thema „…beides ist Lieben“

Ob man sein Baby/Kind nun trägt oder schiebt, ändert rein gar nichts daran, wie sehr es geliebt wird. Tatsächlich weis ich auch nicht wie man auf sowas kommt ?! Nur wegen des hashtag bzw oft gesagten Satz „Tragen ist liebe“? Ich mein da wird nur eine Aussage über das Tragen getroffen und in keinster Weise über das Schieben geurteilt. Also ja, auch schieben ist lieben. Und wenn alle Beteiligten mit der Situation zufrieden sind ist das toll! Eine Sache jedoch ist, was das schieben betrifft nicht gut. Das ist mir in den letzen Wochen vermehrt aufgefallen und hat nun auch nichts mit Boshaftigkeit zu tun. Bitte liebe Mamas schiebt eure Kinder nicht grundsätzlich in der Babyschale durch die Gegend. Natürlich macht man das mal wenn man schnell einkaufen ist, und das Baby grade im Auto in der Schale eingeschlafen ist. Aber dafür, dass man sie grundsätzlich statt der Babywanne auf dem Kinderwagen nutzt ist sie nicht gemacht. Die Position die das Baby in der Schale hat ist einfach nicht optimal über einen längeren Zeitraum. Mehr dazu findet ihr hier!

Stillen oder Flasche?

…beides ist Lieben – das gilt auch für Stillen und Flasche geben. Es steht völlig außer Frage, dass Flschen Mamas ihre Kinder genau so sehr lieben wie Stillmamas – oder bezweifelt das hier jemand ernsthaft? Sicherlich ist das Stillen nachweislich gesundheitsfördernder, in vielen Fällen praktischer und einfach die natürlichste Art sein Baby zu ernähren. Aber wenn es Gründe gibt, aus denen das Stillen für einen selbst nicht möglich ist , oder nicht in Frage kommt, dann ist auch das völlig legitim. Nicht gut ist allerdings, wenn man dem Kind statt speziell entwickelter Pre Milch einfach Kuhmilch in die Flasche tut. Das Baby mit der Flasche „überfüttert“ oder die Pre nicht wie das Stillen nach bedarf gibt. Auch ein Umstieg auf 1er oder 2er Milch ist in der Regel nicht nötig. Mehr dazu auch hier.

Familienbett oder Kinderbett?

Ob mein Kind im Familienbett oder im eigenen Bett schläft, dass ist letztlich wohl eine Frage der Vorlieben von Eltern und Kind und hat mit einem gewiss nichts zu tun – nämlich der Liebe. Es ist nachweislich so, dass Kinder die im Elternzimmer im Beistell- oder Familienbett schlafen ein geringeres Risiko haben den so genannten „plötzlichen Kindstot“ zu erleiden, da sie einen leichteren Schlaf haben. Gefährlich sind für Babys die sehr tiefen Schlafphasen in denen eventuell schlicht vergessen wird zu atmen. Allerdings gibt es auch immer wieder Faktoren wie die Einnahme von Medikamenten, Alkohol oder Tabak Konsum oder z.b ein Wasserbett, die gegen das Praktizieren des Familienbettens sprechen. Wenn es für eine Familie, die für alle (auch das Baby), akzeptable Lösung ist von Anfang an im eigenen Zimmer und/oder Bett schlafen zu lassen ist das eben so legitim wie im Familienbett zu schlafen. Nur eins sollte man, bei egal welchem Schlafort, nicht tun und das ist das Baby schreien zu lassen. Ein sehr prägnantes Video dazu findet ihr: hier

BLW oder Brei?

Fingerfood oder Brei – die Frage, die die Welt bewegt und was soll ich sagen – auch hier spielt wohl die Liebe keine Rolle in der Entscheidungsfindung. Für welche Option man sich auch entscheidet, wichtig ist, dass auf das Baby eingegangen wird. Hier wurde Brei zum Beispiel wehement verweigert. Der kleine Bär wollte sein Essen selbst in der Hand halten können. Genau so kenne ich es aber auch anders herum, dass manche Kinder lieber Brei essen wollten als Fingerfood. Sei es drum! Für mich war Brei frei immer der praktischste und einfachste Weg , und eben ganz zufällig auch der einzige, der den Anforderungen meines Kindes entsprach. Egal ob Fingerfood oder Brei gibt es aber auch da wieder Dinge, die einfach nicht gut sind – zum Beispiel Kinder zum Essen zu zwingen, oder durch „Spiele“ zu animieren, so wird Ihnen das Hunger- und Sättigungsgefühl quasi „aberzogen“. Auch das Nahrung geben (egal welcher Form) bevor alle Beikostreifezeichen erfüllt sind ist nicht gut, da die Kinder körperlich und auch vom Verdsuungsspparat dann noch nicht so weit sind.

Sicher könnte ich hier noch weitere Themen benennen: Stoffwindeln, unerzogen, Kita alter…. all das sind Weitere potentielle Punkte bei denen es Mütter unterschiedlich halten. Und es gäbe wohl auch noch etliche andere- aber darum ging und geht es mir in diesem Beitrag nicht. Ich möchte gar nicht alle Themen „zerpflücken“ – viel mehr möchte ich, und das ist mein Wort zum Sonntag, sagen:

Es gibt Dinge, die für unsere Kinder nicht gut bzw. schädlich sind. Von denen wir als Mütter, wir als Eltern generell Abstand nehmen sollten. Alles andere liegt im eigenen Ermessen und an uns, den Weg zu finden, den wir als Familie für uns gut und richtig finden und den wir gehen wollen. Nichts davon bedeutet, dass man sein Kind mehr oder weniger liebt.