Familie

Sorgerechtsverfügung – Im Fall des schlimmsten Falles

Wir sind Eltern. Unser ganzes Leben verändert sich. Im Mittelpunkt steht plötzlich unser Kind und wir malen uns aus, was wir in Zukunft alles noch gemeinsam erleben werden. Woran keiner denkt, ist das eine Sache sich nicht verändert. Die Gefahr täglich bei einem Unfall zu sterben bleibt die gleiche wie vor unserem Eltern da sein. Nun hat das Ganze aber ein anderes Gewicht, denn wenn wir als Eltern sterben hinterlassen wir unser Kind.

In dem Fall, dass beide Elternteile versterben, wird das Sorgerecht des Kindes an die nächsten Verwandten übergeben, sofern diese dazu in der Lage, sowie nicht zu jung oder zu alt sind. Was aber, wenn unsere nächsten Verwandten eben zu jung, zu alt oder einfach nicht in der Lage sind? Oder vielleicht noch schlimmer. Was wenn wir mit der Familie zerstritten sind und gar nicht möchten, dass unser Kind von diesen Menschen dann großgezogen wird? Beziehungsweise sie über Personen und Vermögen betreffendes entscheiden. Bei Letzterem, ist das einfach Pech. Haben wir keine anderweitigen Vorkehrungen getroffen kommt das Kind zu den nächsten Verwandten.

Im Ersteren Fall, entscheidet dann das Gericht über einen Vormund. Es wird also geschaut ob ein anderes Familienmitglied in Frage kommen würde. Dies ist meist langwieriger Prozess, oder es wird ein Amtsvormund bestellt. Stirbt bei Alleinerziehenden der sorgeberechtigte Elternteil, so geht das Sorgerecht automatisch an den anderen Elternteil über. Auch hier müssen Vorkehrungen getroffen werden, wenn das nicht erwünscht ist. Entgegen der Landläufigen Meinung, wird auch den Taufpaten das Sorgerecht/die Vormundschaft im Todesfall der Eltern nicht automatisch übertragen!

Warum eine Sorgerechtsverfügung ?

Der ein oder andere mag nun sagen, dass die Wahrscheinlichkeit ja nun wirklich gering sei, dass beide Elternteile sterben. Für mich allerdings ist dieses Thema sehr präsent, denn wir fahren mit der Feuerwehr regelmäßig zu Verkehrsunfällen, bei denen immer wieder auch vor allem die vorne im Pkw sitzenden Personen zu Tode kommen. Tatsache ist, Das jährlich etwa 1000 Kinder zu Vollwaisen werden. (Siehe: Sorgerechtsverfügung für Kinder) Für uns war daher klar, dass das erste was wir nach der Geburt des kleinen Bären machen ist, eine Sorgerechtsverfügung für ihn aufzusetzen. Das ganze kann natürlich auch in einem Testament geregelt werden, allerdings schreckt hier ja viele der Aufwand ab.

Eine Sorgerechtsverfügung ist schnell geschrieben und unterzeichnet und sollte am besten an einem allseits bekannten Ort aufbewahrt werden und ein zweites Exemplar an die Personen gegeben werden, die Das Sorgerecht im Fall des Todes beider Eltern bekommen sollen. Die Person, der ihr das Sorgerecht übertragen wollte, ist dann dafür zuständig Personen und vermögensbezogene Dinge für das Kind zu regeln, sie kann das Kind bei sich aufnehmen oder darüber entscheiden, ob es in einer Pflegefamilie auf wachsen soll. Dafür uns klar war, dass wir unser Kind in vertraute Hände geben wollen und nicht in eine Pflegefamilie, haben wir vorher mit den Personen, die wir eingesetzt haben besprochen ob sie Zur Aufnahme unseres Kindes in ihrer Familie bereit wären.

Der Vormund.

Die Person, die ihr vor euer Kind als Vormund festlegen möchtet, muss volljährig und geschäftsfähig sein. Außerdem, solltet ihr natürlich vorher mit ihm besprechen, ob er zu dieser Aufgabe bereit ist. Des weiteren sollte natürlich überlegt werden, welche Personen überhaupt dazu in der Lage sind, nach den eigenen Vorstellungen erziehen und mit dem Kind umgehen würden, ob eventuelle Geschwister Kinder zusammen bleiben können und so weiter. Kurz gesagt, die Wahl des Vormundes sei wohl überlegt.

In unserem Fall, haben wir tatsächlich die Paten als Vormund eingetragen,ö. Wobei ein Pate quasi als erste Option genannt wird, und der zweite als ausweicht Option wenn der erste aus wichtigen Gründen nicht zur Verfügung stehen kann.

Aber wie setze ich bin nur so eine Sorgerechtsverfügung auf? Als Eltern haben wir zwei Optionen. Wie oben schon gesagt können wir es zum einen beim Notar, als Testament erstellen lassen. Diese Option ist kostenpflichtig. Oder, wir können die Sorgerechtsverfügung selbst auf setzen, hierbei ist allerdings wichtig, dass sie komplett mit der Hand geschrieben ist. Außerdem, muss die Verfügung, wie jedes offizielle Dokument, mit Vor- und Zunamen der aktuellen Sorgeberechtigten (also der Eltern) unterschrieben und mit Ort und Datum versehen werden. Und keine Angst, es ist egal ob handgeschrieben oder notariell beurkundet, beides ist gleich viel Wert.

Zum Abschluss möchte ich euch noch eine Formulierungshilfe für die Sorgerechtsverfügung an die Hand geben: Klick !

Es ist ratsam, die Verfügung alle 2-3 Jahre zu kontrollieren und gegebenenfalls zu erneuern. Denn unter Umständen ändern sich Lebensumstände oder Voraussetzungen und der einst gewählte Vormund, kommt somit doch nicht mehr infrage.

Sorgerechtsverfügung
Unser Kind zu schützen heißt auch vor zu sorgen!
Familie

Einer heult immer … – über die Co-Existenz mit andere Eltern

Der Titel lässt im ersten Moment vermuten es geht um das Leben mit Kindern. Sicher trifft der auch hier gerne mal zu. Bei mir soll es aber heute um die (friedliche) Co-Existenz mit anderen Eltern gehen.

Ich habe viele Freunde, Bekannte und Follower die grade ein Kind bekommen haben, schwanger sind, oder demnächst ein Kind planen. Und da ich mit meinem Kind einen anderen Weg gehe als es hier bei uns aufm Dorf die Breite Masse tut, teile ich gern (bei Facebook vor allem – oder eben Instagram) was ich mache und unter mauere mein Handeln gern mit passenden Artikeln aus Wissenschaft und Blogs. Ich hoffe auf diese Weise einige der frischen – oder bald Mütter zu erreichen und sie für andere Wege zu sensibilisieren. Ihnen zu zeigen, dass es auch bedürfnisorientiert und weniger streng erziehend geht.

Ich prangere nicht an!

Was ich nicht tue, ist zu anderen Eltern gehen und sagen :“Du, du böse(r) Mama/Papa Sandmann, du machst es aber falsch/schlecht/kinderschädigend weil du: dein Kind nicht im Eltern Zimmer schlafen lässt, es mit 12 Monaten zu Krippe gibst, nicht stillen möchtest, lieber schiebst als trägst … “ – oder was es da sonst noch gibt.

Das mache ich nicht, weil es mich nichts angeht, es legitim ist seinen eigenen Weg als Familie zu finden (sofern es im gesetzlichen Rahmen, ohne Gewalt z.b ist) und zu guter letzt, weil ich, wenn ich möchte das ich mit meinem Weg akzeptiert werde, auch die Größe besitzen muss Andere mit ihrem Weg zu akzeptieren.

Und trotzdem ist es so: Einer heult immer. Einer fühlt sich immer angegriffen durch meine Beiträge, nur weil ich mein Handeln zeige und erkläre. Einer denkt immer es ginge um Ihn. Egal ob bei Facebook, Instagram oder sicher auch hier im Blog, irgendein Papa oder eine Mama findet sich immer, die sich (ohne das es meine Absicht wäre) auf den Schlips getreten fühlt.

Jeder zieht sich den Schuh an, der ihm passt.

Und dann wird zum Gegenschlag ausgeholt. (Mir fällt da oft der Spruch ein: Getroffene Hunde beißen. Und ich frage mich ob diese Leute eventuell selbst denken, dass sie lieber anders hätten handeln sollen und daher dann ohne direkte Ansprache so empfindlich reagieren?!) Es wir dann auf jedenfall geschimpft. Auf die „Übereltern“, den neumodischen Kram, die Ökos und weltfremden und über die Kinder, die nämlich später die sind, die einem auf der Nase rum tanzen- man wird schon sehen.

Früher hat mich das verunsichert, mir ein schlechtes Gefühl gegeben, weil ich doch gar nicht möchte das andere sich wegen mir schlecht fühlen. Hat mich aber auch verletzt und gekränkt weil ich öffentlich angegangen, beleidigt und vor allem einfach in meiner Art und meinen Umgang mit dem Bären nicht akzeptiert wurde. Inzwischen sehe ich das nicht mehr so eng, es versetzt mir noch einen Stich. Aber der Wunsch mich zu rechtfertigen oder zu verteidigen ist weg. Leben und leben lassen. Und nur weil andere das nicht können muss ich mich nicht auf auf das Niveau herab lassen.

Ich habe gelernt – mit der Masse an Eltern ist es wie mit einer Masse Kindern: Einer heult immer.