Familie

Kleinkind Emotionen sind wie Wellen an der Atlantikküste

Negative Emotionen begleiten.

Leichter gesagt als getan, das Begleiten der negativen Emotionen des Kindes/der Kinder. Aber das macht dich jeder? Das passiert ja zwangsläufig? Nein, leider viel zu häufig nicht. Eltern gehen den Weg des geringsten Widerstandes, stehen nicht für Ihre Bedürfnisse ein oder versuchen Konsequenzen irgendwie zu beeinflussen, damit keine negativen Emotionen auf kommen. Oder aber es wird runter gespielt, das alles nicht schlimm ist, es doch gar nicht weh tun kann, das Kind sich nicht so anstellen soll. Wirkliche Begleitung ist da beides nicht. Bei beidem wird dem Kind die Chance auf das wahrnehmen und der aktiven Auseinandersetzung und Bewältigung der negativen Gefühle genommen. Denn leider, auch wenn wir als Eltern es uns anders wünschen würden, gehören negative, genau so wie positive Emotionen zu unserem Leben und wir müssen lernen damit um zu gehen.

Aber negative Emotionen, gibt es das überhaupt? – Nein eigentlich nicht. Jede Emotion, jedes Gefühl hat seine da seins Berechtigung. Sie alle sollen und müssen gelebt werden. Das bestimmte Emotionen nun negiert werden, liegt allein an unserer Betrachtung und unserem Weltbild. Wir empfinden Trauer, Wut und Aggression als negativ. Denn es wurde uns so beigebracht. Dabei sind auch diese Emotionen gut, oder zumindest nicht schlechter als Andere. Im folgenden werde ich dennoch immer wieder über negative Gefühle sprechen, denn das ist es nun mal, wie diese Emotionen von uns als Eltern subjektiv bewertet werden.

Aber wie können negative Gefühle wie Wut, Schmerz oder Trauer begleitet werden?

Der erste wichtige Punkt ist sie wahr zu nehmen, zu sehen. Und dann vor allem ernst zu nehmen.
Nur weil wir nicht nach empfinden können, warum die Tatsache, dass der Blaue Becher grade im Geschirrspüler ist, für das Kind die ganze Welt ins Wanken bringt. Oder es für uns völlig logisch ist, dass wir nicht jede bunte Sache im Supermarkt mitnehmen können, unser Kind darüber aber furchtbar wütend ist, gibt uns nicht das Recht diese Gefühle nicht ernst zu nehmen oder ab zu werten. Sie sind da. Und sind so individuell wie Schmerzempfinden. Also ist es an und unser Kind durch diese Gefühle zu begleiten.

Kinder reagieren häufig sehr viel heftiger auf Gefühle als wir erwachsenen. Zum einen natürlich, weil ihnen oft das Hintergrundwissen fehlt warum etwas so ist, zum anderen aber auch, weil ihnen schlicht Strategien zur Bewältigung und dem Umgang fehlen. Außerdem haben Kleinkinder schlicht noch keine Impulskontrolle, diese wird erst mit der Zeit erlernt und zeigt sich häufig in ersten Ansätzen so ab dem 5. Geburtstag.

Mitgerissen von Gefühlen

Wenn unsere Kinder also weinen, schreien, sich auf den Boden werfen, treten, hauen, beißen und spucken, dann sind das die Impulse die das Kind hat, um die Energie die solche intensiven Gefühle mit sich bringen aus zu leben.
Mir persönlich hilft es sehr mir an dieser Stelle ein Gefühl vor zu stellen wie eine große Welle an Atlantik. Wenn diese Welle kommt, wissen wir meist, wie wir damit umgehen können. Hoch springen oder unter durch tauchen sind meist gute Optionen. Wenn beides ausweglos erscheint dann können wir uns kontrolliert von der Welle mit tragen lassen. Kinder können das nicht. Sie werden von der Welle erfasst, mit gerissen, umhergeschleudert und unter Wasser gesaugt, bis sie am Ende völlig fertig am Strand liegen. Es ist unsere Aufgabe, ja ich finde unser Pflicht als Eltern unser Kind zu halten. Es durch diese Strapazen zu begleiten und gleichzeitig zu zeigen, wie man die Welle beim nächsten mal nehmen kann. (Dass man allerdings einem grad unhergeschleuderten Kind nicht sagen kann “hey nächstes mal hüpfen wir einfach hoch“ sollte dabei jedem klar sein.)

Also nehmen wir die Gefühlsausbrüche einfach so wie sie sind. Ohne zu werten, weder das Gefühl an sich, noch die Handlung die daraus resultiert. Die Gefühle die unsere Kinder erleben sind niemals „falsch“. Sie dürfen alle da sein und gelebt werden. Denn nichts ist destruktiver als unterdrückte Gefühle. Das sollten grade wir in der Generation Depression, burn out und Borderline doch am besten wissen.

Dahinter schauen und ergründen

Um zu sehen wann eine solche Welle, ein Gefühl unser Kind erfasst, müssen wir ein Gespür entwickeln und unsere Kinder beobachten. Da sein, ohne sie ständig zu um schwirren und schützen ohne sie in Watte zu packen. Und kommt dann so eine Welle, dann ist es an uns zu schützen, was geschützt werden muss.
Seien es andere Kinder, wertvolle Gegenstände, uns oder auch unser Kind vor sich selbst. Ohne dabei die Handlung des Kindes negativ zu werten.
Und dann sollten wir da sein, sehen, spiegeln und Verständnis zeigen. Anbieten in den Arm zu nehmen, oder gemeinsam ins Kissen zu hauen oder zu beißen. Auf den Boden zu stampfen oder vielleicht auch zu schreien. Und immer wieder spiegeln.

Gemeinsam sind wir stark – Begleiten und Helfen

Habt keine Angst davor mit eurem Kind durch die Turbulenzen dieser Welle zu gehen. Zusammen ist es immer noch besser und sicherer als euer Kind damit allein zu lassen und einfach nur zu zusehen.
Die Gefühle sind echt- so echt wie wie Wellen. Sie sind da und mit der Zeit, dadurch das die Kinder Älter werden und sehen wie wir damit umgehen, werden auch sie es lernen sie zu bewältigen und anzunehmen.

Eltern und Kind
Gemeinsam durchs Leben gehen