Rezepte

Rezept: veganes Blumenkohl Curry- oder: wie bekomme ich Gemüse ins Kind?

Heute Mittag gibt es was gesundes, wobei das Gesunde gar nicht mehr so auffällt. So das sogar der kleine Bär gefallen am Gemüse findet. Heute gibt es Blumenkohl Curry, und ja es ist sogar mal wieder vegan.

Veganes Curry für die ganze Familie

Zutaten

1 Blumenkohl

1 Süßkartoffel

1/4 Hokkaido

1 Knoblauch zehe

100g cherry Tomaten

1TL Kokosöl

1/4l Gemüsebrühe

400g Kokosmilch

Currypulver

Currypaste

Gemüsebrühe

Salz und Pfeffer

 

Zubereitung des Blumenkohl Curry

Zuerst entfernt ihr die Blätter vom Blumenkohl. Dann trennt ihr sie Röschen ab, kleine röschen bleiben ganz, die großen schneidet ihr in Scheiben. Anschließend wird die Süßkartoffel geschält und zusammen mit dem Hokkaido in Würfel geschnitten. Denn Knoblauch könnt ihr nur andrücken oder auch fein würfeln , wie ihr es mögt.

Nun wird das Kokosöl im Topf erhitzt, ihr gebt etwa 2 TL Currypulver in das Öl und röstet es kurz mit an. Dann kommt das Gemüse dazu und alles wird kräftig durch gerührt, so das sich das Currypulver vom Boden löst. Anschließend löscht ihr das ganze mit eurer Gemüse Brühe ab, und rührt noch einmal gut durch. Danach gebt ihr die Kokosmilch hinzu und lasst alles zusammen bei mittlerer Hitze und geschlossenem Deckel für gut 8 Minuten köcheln.

Das Gemüse ist nun bissfest, wer es weicher mag, sollte noch etwas köcheln lassen. Das Curry kann nun mit Currypaste abgeschmeckt werden. Salz und Pfeffern würzen wir wenn am Tisch nach, da es für den Zwerg sonst zu salzig würde. Kurz vor dem Servieren gebe ich die halbierten Cherry Tomaten zu dem Blumenkohl Curry, so das sie nicht weich kochen aber noch etwas warm werden. Das bringt etwas süße und Frische in das Gericht.

Das Rezept ist für 4 Personen.

Wir essen das Curry klassisch mit Reis. Wer auf Kohlenhydrate achtet, kann den Reis aber auch weg lassen. Alternativ schmeckt es auch mit Nudeln gut.

 

Wer auf Fleisch nicht verzichten will…

der kann problemlos bevor das Gemüse hinzu gegeben wird etwas Hühnerbrust in Streifen schneiden und in dem Curry Öl Gemisch anbraten. Der Rest des Rezepts ändert sich dadurch nicht.

 

Viel Spaß beim nach Kochen und guten Appetit.

Familie, Gästesofa

Mamaselfcare – Wie ich es geschafft habe der Depression zuvor zu kommen.

Julia ist Mutter zweier Kinder und arbeitet als Mama Coach. Sie begleitet Mütter in schwierigen Situationen und hilft Wege zu finden, den Kindern gerecht zu werden und trotzdem sich selbst nicht zu vergessen. Heute schreibt sie daher für uns über Mamaselfcare und den steinigen Weg, den sie gegangen ist, bis sie selbst für sich die richtige Balance finden konnte. 

Selbstfürsorge - sich als Mutter nicht vergessen

Der Weg in die Depression ist keine Einbahnstraße.

Vor etwas mehr als einem Jahr war ich kurz davor in eine Depression zu schlittern. Ich wollte morgens nicht mehr aufstehen, habe tagsüber viel geschlafen, die Farben schienen verschwunden und ich habe viel geweint. Ich hatte zwei wundervolle, gesunde Kinder einen Mann an meiner Seite, ein Dach über dem Kopf. Was also war passiert?

Stress

Ein High-Need Baby kostet Kraft.

Es begann mit der Geburt meiner Tochter im März 2016. Sie hatte große Schwierigkeiten in unserer Welt anzukommen. Das hieß ich trug sie die meiste Zeit und hatte sie permanent bei mir. Trotz allem schrie sie, vor allem abends, sehr viel und mein Nervenkostüm wurde einfach überstrapaziert. Ich machte mir selber Druck und Stress mit dem perfekten Haushalt, der perfekten Mutter, die ihre Zeit und Aufmerksamkeit zu gleichen Teilen auf beide Kinder aufteilen kann. Das führte dazu, dass ich überfordert, gestresst, hilflos, genervt von mir aber auch von meinen Kindern war. Ich fühlte mich verloren. Aber im Oktober beschloss ich dem ein Ende zu setzen. Ich wollte dieses Leben nicht. Aber was wollte ich statt dessen?

Der Weg zurück zur Lebensfreude

So begann ich, mich mit Persönlichkeitsentwicklung, Meditation, Selbstliebe und Yoga zu beschäftigen. Ich fing bei mir an, lernte mich neu kennen und lieben. Ich reduzierte den Stress und die Anspannung des Alltags extrem. All das: Yoga, Meditation, sich mit sich selbst beschäftigen; zählt für mich zu meiner ganz persönlichen Selbstfürsorge. Ich kümmere mich in dieser Zeit darum, dass es mir gut geht. Ich tanke Energie. Dadurch werde ich entspannter, gelassener und kann diese klitzekleinen magischen Momente mit meinen Kindern vielmehr genießen.

Selbstfürsorge

Heute helfe ich anderen Mamas auf diesem Weg

Seit dieser, für mich extremen, Wende in meinem Leben, habe ich es mir zur Aufgabe gemacht auch andere Mamas dafür zu sensibilisieren sich wieder mehr um sich selbst zu kümmern. Denn nur wenn es dir gut geht, geht es auch deinen Kindern gut. Schon der einzelne Fakt, dass du wieder mehr Energie haben wirst, ist unbezahlbar. Was also kannst du ganz konkret für dich tun?

Wenn dir nicht auf Anhieb Dinge einfallen, die dich entspannen, dann fang einfach an eine Liste mit den Dingen zu schreiben, die du schon seit langem mal wieder tun wolltest aber dir nie die Zeit genommen hast. Lass diese Liste über die nächsten Tage wachsen. Du wirst merken, wenn du dich einmal geöffnet hast, kommen die Ideen von ganz allein.

Vielleicht möchtest du gerne zur Massage oder in die Sauna, puzzeln oder klettern gehen. Erwarte nicht zu viel von dir. Starte mit 5 Minuten täglich nur für dich und lass daraus dann irgendwann 30 oder gar 60 Minuten werden. Probiere dich aus. Du wirst mit der Zeit ein Gespür dafür bekommen was dich am meisten stärkt. Solltest du dich jetzt fragen wann du das denn tun sollst… Schau dir einmal einen ganz normalen Tag genau an. Wo könntest du fünf Minuten für dich haben? Während des Mittagsschlafs? Direkt nach dem du die Kinder ins Bett gebracht hast? Mach dir keinen Druck. Du wirst deine Zeit finden.

Meine Mamaselfcare Zeit

Für mich persönlich sieht es übrigens mittlerweile so aus, dass ich mir mittags immer Zeit nehme um meinen Lastern (Bücher und Serien) ganz in Ruhe zu frönen und am Abend starte ich meine Selbstfürsorge mit einer kleinen Runde Yoga und einer schönen Meditation. Danach bin ich so entspannt und gestärkt. Darüber hinaus plane ich mir immer einmal die Woche etwas Größeres für mich ein: ein Cafe Besuch mit einer Freundin, ein langer Spaziergang ganz für mich allein, essen gehen oder Kinobesuch.

Zeit für dich

Ich hoffe ich konnte dich mit diesem Artikel dazu inspirieren dich wieder mehr um dich selbst zu kümmern, denn du bist es wert.

Über mich

Wer bin ICH eigentlich? Ich bin Julia, Mama von zwei kleinen Kindern (Svea 1 und Vince 4). Auf meinem YouTube Kanal Frau Farbenfroh und in meiner Arbeit als Mama Coach verhelfe ich Mamas zu einem bedürfnisorientierten, glücklichen, entspannten Alltag mit ihren Kindern. Ich lege Größenordnung Wert darauf, dass Mamas auch auf Ihre Bedürfnisse schauen und sich selbst nicht vergessen.

 

Mehr von Julia findet ihr auch auf Instagram und Facebook . 

 

 

 

 

Ein weiterer Artikel zu dem Thema auf BeziehungsweiseLiebe findet ihr hier – Selbstfürsorge, Mama sei gut zu dir.

Familie, Reisen und Urlaub

Winterurlaub mit Kleinkind – Was unverzichtbar ist und warum Minimalismus Zeit, Platz und Nerven spart.

Wir machen unseren ersten Skiurlaub als Familie. Das heißt, den ersten zusammen mit dem kleinen Bären. Und wie in jeder neuen Situation mit Kind stehen wir als Eltern erst mal vor einem Problem. Nämlich der großen Frage was wir, oder besser, was das Kind denn nun alles  braucht für diesen Winterurlaub. Für 7 Tage im Schnee, der vermutlich höher liegt, als er groß ist. Und nicht zu vergessen auch für die nicht zu unterschätzenden Autofahrten. 8 Stunden fahren wir, wenn wir gut durch kommen. Das ist für ein, vor Energie strotzendes, Kleinkind schon nicht ganz ohne. Also, auf geht’s… spielen wir eine Runde : Ich packe meinen Koffer und nehme mit …

Koffer packen für den Ski Urlaub.

Care-Paket für unterwegs

Als ich, mit den 8 Stunden Fahrzeit im Kopf begonnen habe mir Gedanken darüber zu machen, was wir alles während der Fahrt griffbereit haben sollten, überkam mich die Befürchtung, dass es mehr sein wird, als wird sonst für den kompletten Aufenthalt brauchen. Aber was ist nun drin, in unserem Reise Care-Paket fürs Kleinkind? Abgesehen von dem Kindersitz, für den sicheren Transport! Für uns ist das definitiv ein sogenannter Reboarder in welchem das Kind entgegen der Fahrtrichtung transportiert wird.

~ 2 Wiederverwendbare Quetschies. Einer befüllt mit Obstmus, der andere mit einer Haferflocken Obst Mischung.

~ Die Edelstahlflasche mit Trinklernaufsatz.(So wird nicht gekleckert.) Gefüllt mit Wasser.

~ 1-2 Lieblingsbücher zum selbst anschauen oder vorlesen.

~ 4 Windeln und Feuchttücher.

~ Lieblings Snack – bei uns sind das Knuspertiere von Fruchtbar.

~ Lieblings Kuscheltier oder Puppe. Bei uns fährt Krümel also mit.

~ Ein Tablet. Mit Zugang zu Videos bzw. Serien die das Kind gern schaut. Und mit einer App zum Malen.

~ Ein neues kleines Spielzeug, was sich prima entdecken und ausprobieren lässt. Das muss auch nichts großes sein. Befüllte Flaschen mit farbigem Glitzerwasser. Oder ein Auf die Rückseite eines DinA4 BLocks geklebter Sensory Bag erfüllt den Zweck da absolut.

 

Kofferinhalt für 7 Tage Schnee

Wer den Kleiderschrank des Bären kennt, der weiß hier ist weniger oft Mals mehr. Das ist super, denn so ist die Auswahl was das mitnehmen betrifft gar nicht so riesig. Praktisch! Aber auch beim Koffer packen gehe ich es eher minimalistisch an. Ich hasse nichts mehr, als am Ende des Urlaubs die Hälfte der Sachen ungetragen wieder mit heim zu nehmen. Was also wird gebraucht? Und vor allem was ist warm genug. Denn die Temperaturen bewegen sich durchaus um die  0 Grad und im einstelligen Minus Bereich.

Hygiene:

Das Stück Calendulaseife, Zahnpasta, Zahnbürste, 1 Bademantel und 1 Bade Handtuch müssen reichen. Dazu natürlich Windeln und Waschlappen sowie Calendulasalbe  zum Wickeln.

Außerdem, wichtig fürs raus gehen, unsere Wind und Wettercreme , damit das Gesicht optimal geschützt ist.

Reiseapotheke:

Ich hasse Reiseapotheken, aber mit Kind scheint sie quasi unverzichtbar zu sein. In unserer befinden sich: Fieberthermometer, Paracetamol Zäpfchen, Arnica und Chamomilla Globuli, Thymian Myrthe und Engelwurzbalsam, NaCl, Babynasentropfen und für uns unverzichtbar, Cortison Zäpfchen falls und aufgrund der anderen Luft wieder mal ein Pseudokruppanfall heimsucht.

 

Kinder reiseaootheke

Schlafen:

Zu einem mit Schlafanzug aus Bambus und Wolle, sowie einem Wolle-Seide Body wandert noch ein paar dicke Kuschelsocken nebst kleiner Decke in den Koffer. Da die Hütte recht klein ist, benötigen wir kein Babyphone.

Für den Tag:

Drunter:

Auch hier liegen Wolle-Seide Bodys hoch im Kurs. Sie sind wunderbar temperaturausgleichend und über Nacht ausgelüftet lassen Sie sich dank der sich selbst reinigenden Wolle problemlos mehrere Tage anziehen. So ist mit 3 Bodys der Wochenbedarf gedeckt. Ein vierter kommt als Reserve mit.

7 Strumpfhosen Kommen mit. Diese sind, da wir leider nur welche aus Baumwolle haben nach einem Tag einfach reif für dir Wäsche. Trotzdem bieten sie an den Beinen einfach die perfekte Grundlage. Für drinnen völlig ausreichend und wenn’s Raus geht, der beste Einstieg in das Zwiebelsystem.

Die Hosen sind dann allerdings mit einer Wollfleece Hose, eine Wolle-Seide Leggins und einer gefütterten “Jeans” wieder eher sparsam vorhanden.

Oben rum geht es weiter mit 7 Langarmshirts. Warum so viele? Ganz einfach. Shirts sind hier das, was definitiv jeden Tag so dreckig wird, dass ein Tausch am nächsten Tag nötig ist.  Außerdem kommen zwei Pullover aus Wolle mit. Die werden noch übergezogen, wenn wir raus gehen.  Und 3 Paar Woll Socken. Die kommen über die Strumpfhose wenn wir raus gehen.

Kleidung Winterurlaub

 

Drüber:

Unser Standartbegleiter ist hier, und wird auch im Urlaub der Wollwalkanzug sein. Für den Fall das dieser nass ist, werden wir aber eine zweite Kombination aus Schneehose und Wollwalk Jacke mit nehmen.

Außerdem natürlich Winterschuhe, Schal, Handschuhe und Mütze.

Outdoor kleidung
2. Outdoor Garnitur neben dem Walkanzug

Spielzeug:

Da es vor Ort keine Spielsachen gibt, müssen wir einiges mitnehmen. Aber auch hier zählt, Klasse statt Masse. Bücher, Kuscheltier und Tablet sind ja eh schon von Unterwegs dabei.
Zusätzlich haben bei uns noch das Lieblings Feuerwehrauto, Grimms kleiner Regenbogen und eine Hand voll am Meisten geliebte Holztiere ihren Weg in den Koffer gefunden.
Wenn das nicht ausreicht, finden sich vor Ort sicher einige Alltagsgegenstände, die es zu erkunden und ausprobieren gilt. Unsere Kinder sind da flexibler als wir Erwachsenen oft mals denken.

 

Und sonst? – Oder warum der Kinderwagen sinnlos ist.

Abgesehen davon, dass der Kinderwagen im Auto ein echter Platzfresser ist und wir ihn eh nicht nutzen, würde ich ihn auch als Nutzerin für den Winterurlaub zuhause lassen. Denn wenn klar ist, dass vor Ort reichlich Schnee liegt, werden sich kaum Wanderwege und co finden, die sich für einen Kinderwagen Spaziergang anbieten.

Neben Tragehilfe, Tragetuch und Ringsling die für mich wie selbstverständlich zum Kofferinhalt zählen, wird unsere Fortbewegung um einen Schlitten bereichert. Fußsack und Lammfell machen ihn zu einem kuscheligen Ort und dank Schiebelehne, die sich einfach einharken lässt, entfällt auch das lästige Schlitten ziehen. Wenn die Lehne nicht eingeharkt ist, können wir den Schlitten auch normal zum rodeln nutzen. Perfekt!

 

Rezepte

Rezept: Kürbissuppe (vegan)

Kürbis, eines der Dinge die wir selbst im Garten anbauen. Kürbis lässt sich gut und lange lagern und außerdem vielfältig verarbeiten. Egal ob als Ofengemüse, auf dem Flammkuchen oder als Suppe. Kürbis kommt hier immer gut an. Heute möchte ich also mein Rezept für Kürbissuppe mit euch teilen. Und hey, es ist sogar vegan. Los geht’s!

Zutaten

  • 1 Hokkaido (entkernt etwa 600g)
  • 1 Kartoffel
  • 1 Zwiebel
  • 400g Möhren
  • 1,5 cm Ingwer
  • 1 EL Kokosöl
  • 800ml Gemüsebrühe
  • 1 Dose Kokosmilch
  • 1 Bio Zitrone

Vegane Kürbissuppe

Zubereitung

Der Hokkaido wird abgewaschen, halbiert, entkernt. Möhren, Ingwer, Kartoffel und Zwiebel Schälen. Alles Gemüse in Würfel schneiden.

Im Topf das Kokosöl erhitzen und das Gemüse kurz darin anbraten. Anschließend mit der Gemüsebrühe ablöschen und 20-30 Minuten bei geschlossenem Deckel weich kochen.

Den Topf vom Herd nehmen und alles fein Pürieren. Anschließend die Kokosmilch unter mischen. Etwas Zitronenschale abreiben, mit in die Suppe geben und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Alles noch mal auf die gewünschte Temperatur erhitzen.

Das ist sogar der kleine Bär liebend gern. Und es ist die perfekte Suppe in der kalten Jahreszeit.

Vegane Kürbissuppe

So wird’s nie langweilig…

+ Etwas fein gewürfelter Ingwer mit am Tisch ist prima für alle die es etwas schärfer mögen.

+ Kürbiskernöl zum Servieren mit auf die Suppe geben rundet das Gericht prima ab.

+ Für Korianderliebhaber – einfach fein gehackt mit in die Suppe geben. Das passt perfekt.

+ Noch Brot übrig? Schnell würfeln und mit etwas Knoblauch in der Pfanne zu Croutons rösten. Perfekt als Einlage.

+ Zu wenig extravagant und vegan ist eh nicht nötig? – Dann lasst beim letzten erhitzen Garnelen als Einlage in der Suppe mit gar ziehen.

Kürbissuppe mit Kokosmilch und Ingwer
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Mehr Rezepte findest du hier!

Erfahrungsberichte

Gewalt und Bloßstellung im Kindergarten in der DDR

Leen von Aufbruch zum Umdenken schreibt über ihre Kindergartenzeit in der DDR. Geprägt von Bloßstellung und psychischer Gewalt. In dem Artikel Auch ein Ost deutsches Kind hat ein Recht auf gewaltfreie Begleitung berichtet sie auf ihrem Blog außerdem davon, wie sie in ihrem Umfeld auch heute noch mit Gewalt in der Erziehung konfrontiert wird. 

 

Gewalt im Kindergarten
www.aufbruch-zum-umdenken.de

Kinderbetreuung in der DDR

Wie haben wir unsere eigene Kindergartenzeit erlebt? Ich habe auch schöne Erinnerungen, aber leider auch sehr einprägsame, die ich heute, mit meinem Wissen, schrecklich finde.

Ich bin 32 Jahre alt und war ein Kind, welches in Ostdeutschland in den Kindergarten ging.

Meine Mama brachte mich mit einem halben Jahr eine Woche in die Krippe, bis ein neues Gesetz kam und Lehrer*innen ihre Kinder doch ein Jahr zuhause lassen durften. Sie sagte mir, dass ich jeden Morgen weinte und sie auch, während sie mit der Schwalbe zur Schule fuhr. Sie höre mich bis vor die Tür schreien. Wir weinten also beide. Eingewöhnt wurde ich, aber leider wohl zu kurz.

Jedenfalls war ich dort eine Woche und dann durfte ich doch noch ein halbes Jahr bei meiner Mama bleiben.

Sie selbst wurde mit 8 Wochen in die Krippe gebracht. Wir reden oft darüber, meine Mama und ich. Ihr könnt euch vorstellen, dass es keine Gespräche der größten Freuden sind.

Im Kindergarten war ich nicht gern.

Nun gut! Ich war also ein Kind, dass die letzten DDR-Jahre im Kindergarten verbrachte mit einer Oma, die selbständig war und von zuhause aus arbeitete. Also war Ich viel bei ihr, wenn ihre Zeit es zuließ. Ich sah ihr zu, wenn sie schneiderte und sortierte Köpfe nach Farben oder brachte mir das zählen bei. Und Ich liebte diese Knöpfe, das Schneidern von ihr und die Menschen, die jeden Tag in ihre Stube kamen. Ich hatte dadurch guten Kontakt zu vielen Menschen im Dorf.

In der Kita war ich nicht gern. Ich habe noch so einige Erinnerungen an diese Zeit. Wie gesagt, es gab auch gute Erinnerungen, aber die schlechten tuen bis heute weh.

Ich erinnere mich auch an die jungen und lieben Kindergärtnerinnen, aber diese waren irgendwie nicht bei mir. Heute weiß ich warum, denn ihre Kinder sind so alt wie ich und sie waren einfach auch in ihren Elternzeiten. Meine Schwester ist jünger als ich und wurde von diesen Frauen begleitet und hat ganz wunderschöne Erinnerungen an ihre Kindergärtnerinnen. Diese sind auch jetzt noch vor Ort tätig und haben das Herz definitiv am rechten Fleck. Es ist jetzt ein richtig schöner Kindergarten.

An mir wurde ein Exempel statuiert

Ich hatte damals leider eine biestige Kindergärtnerin im mittleren Alter. Sie war herrisch und in meiner Erinnerung lachte sie nie. Ich habe mir so oft gewünscht, dass Oma Erika mich abholt und wir zusammen den Tag verbringen. Mittagskind wollte ich immer sein. Meine Oma hat Kinder niemals angeschrien oder war böse zu ihnen. Als ich erwachsen war sagte sie mir: „Man darf Kinder niemals anschreien, denn das verkraften ihre Seelen nicht so gut.“

Zurück zur Kita. Die biestige Frau verpasste mir jedenfalls ein ordentliches Trauma. Ich erinnere mich oft und gut an diese Situation. Ich redete als Kind schon gern und viel und hatte es oft schwer, in den Mittagsschlaf zu finden. Um an mir ein Exempel zu statuieren, musste ich, weil ich redete, in der Mittagsschlafzeit barfuß auf dem Steinboden neben meinem Bett stehen, während mich die gesamte Kindergruppe ansah oder um mich herum einschlief. Diese Situation hat sich in meinen Kopf gebrannt. Aufessen musste ich auch immer, gemaßregelt wurde ich und an eine liebevolle Begleitung erinnere ich mich nicht. Ich bin sehr sensibel und mich vor z.B. anderen vorzuführen oder das Übertreten meiner persönlichen Grenzen zu erzwingen, ist eine Qual für mich. Ich mag es respektvoll und achtsam und das schon als Kind.

Meine Schwester aß als Kind sehr langsam. Sie musste bei einer Kindergärtnerin immer sitzen bleiben, bis sie alles aufgegessen hatte. Ich musste dann an ihr vorbei gehen, um in den Waschraum (ich glaube es war der Waschraum) zu gelangen, während sie allein am Tisch saß und saß und saß, bis ihr Teller leer war (als erzieherische Methode vermute ich mal). Am liebsten hätte ich sie hochgezogen und mitgenommen, doch das traute ich mir nicht. Mein schlechtes Gewissen war aber riesengroß, dass ich meiner kleinen Schwester nicht geholfen habe. Kleine Soldaten und Soldatinnen heranziehen, die massenkonform sind und spuren, wenn z.B. Erwachsene reden, das konnte die DDR.

Ich sage aus eigener Erfahrung – doch es hat geschadet

Aber auch andere Kinder hatten es schwer. Wir hatten ein Kind in der Gruppe, welches im Schlaf seine Ausscheidungen nicht kontrollieren konnte. Statt dieses Kind zu integrieren, wurde es vor der gesamten Gruppe vorgeführt. Es wurde laut vor dem Kind gesagt, dass wenn man in der Mittagszeit nicht ruhig sei, dass man dann neben diesem Kind schlafen musste. Sauber gemacht wurde das Kind in meiner Erinnerung dann auch nicht, sondern erst, wenn wir alle wieder aufstanden. Mir tat das damals schon unendlich leid, aber ich hatte nicht den Mut etwas zu sagen. Niemand wollte mit diesem Kind spielen oder daneben schlafen. Oft hat der Raum dann gerochen, wenn Mittagsschlafzeit war. Das ist einfach nur furchtbar. Die Kindergärtnerinnen haben das Kind als Druckmittel genutzt, damit wir über die Mittagsschlafzeit ruhig waren.

Wenn ich jetzt diese Zeilen schreibe, kullern mir Tränen über die Wangen, weil mir das alles so leid tut. Fütterungen, Bloßstellungen, Maßregelungen, Misshandlungen – Machtausübungen an Kindern – Macht des Gehorsams!

Wenn ich heute Menschen sagen höre „Das hat uns auch nicht geschadet“ oder „Ein Klaps ist kein Schlag.“ oder „Iss auf, so lange du deine Füße unter diesem Tisch hast.“, dann kann ich aus eigener Erfahrung sagen, dass es schadet. Es schadet sogar sehr. Mir persönlich hat schon die Bloßstellung gereicht, um emotional angegriffen zu sein und mich mein Leben lang damit herumzuschlagen. Wie muss sich nur dieses arme Kind gefühlt haben, was konsequent misshandelt und gedemütigt wurde?

Wir haben 2018. Es ist mir ein Anliegen, euch davon zu erzählen, denn ich möchte von Herzen, dass unseren Kindern solche Dinge nicht mehr passieren. Das wünsche ich mir wirklich sehr. Jede*r Erwachsene hat die Pflicht unsere Kinder zu schützen! Unsere Gesellschaft hat umgedacht und muss weiter umdenken, damit unsere Kinder gewaltfrei aufwachsen dürfen.

Ein passendes Lied

Sind so kleine Hände, winz’ge Finger dran.
Darf man nie drauf schlagen, die zerbrechen dann.

Sind so kleine Füsse, mit so kleinen Zeh’n.
Darf man nie drauf treten, könn‘ sie sonst nicht geh’n.

Sind so kleine Ohren, scharf und ihr erlaubt.
Darf man nie zerbrüllen, werden davon taub.

Sind so schöne Münder, sprechen alles aus. Darf man nie verbieten, kommt sonst nichts mehr raus.

Sind so klare Augen, die noch alles seh’n.
Darf man nie verbinden, könn’n sie nichts versteh’n.

Sind so kleine Seelen, offen und ganz frei.
Darf man niemals quälen, geh’n kaputt dabei.

Ist so’n kleines Rückgrat, sieht man fast noch nicht.
Darf man niemals beugen, weil es sonst zerbricht.

Grade klare Menschen, wär’n ein schönes Ziel.
Leute ohne Rückgrat, hab’n wir schon zuviel.

(Bettina Wegner, 1976, Liedermacherin in der DDR Das Lied findet ihr in diesem Link)

Eure Leen

Danke Mama, dass du dich für mich eingesetzt hast und zu der Kindergärtnerin gegangen bist, nachdem ich es dir erzählt hatte. Danke, dass du dich als „brave DDR-Bürgerin“ getraut hast. Danach war mit dem Bettstehen Schluss. Du hast dich für meine Rechte stark gemacht und das ist bis heute sehr wichtig für mich. Ich hab dich lieb