Familie

Wochenbett… warum ich es das nächste mal anders mache.

Ich habe vor meiner Wochenbett Zeit immer gesagt „wenn ich keinen Besuch möchte oder jemanden nicht sehen will, dann kommt er auch nicht rein.“ Das hat ziemlich gut geklappt und ich kann mich nicht, wie andere darüber beschweren, dass ich von Besuch überrannt worden wäre. Es sind ganz andere Dinge, eher die Ansprüche, die ich an mich selbst gestellt habe, die mich im Nachhinein stören.

Nach meiner eher durchwachsenen und von „schonen“ und „Bettruhe“ geprägten Schwangerschaft, wollte ich direkt nach dem verlassen des Krankenhauses- also 3 Tage Post partum die Welt erobern. Naja zumindest so ähnlich. Da es NATÜRLICH nicht in frage kam, das minni Baby einfach irgendwo hin zu legen, habe ich ihn ins Tuch gebunden, das Bad geputzt, die Küche aufgeräumt und den Geschirrspüler aus und ein geräumt. Ich habe das nicht getan weil mir jemand anders Druck gemacht hätte, sondern nur weil ich selbst diesen Anspruch an mich hatte. Ich habe mir dahin meine bis dato wunderbare Rückbildung versaut und hatte wieder – 3 mal dürft ihr raten/ Bettruhe. Beim nächsten Mal werde ich den Haushalt, Haushalt und die Welt, Welt sein lassen. Und mich einfach auf mich und mein Baby konzentrieren. Außerdem werde ich versuchen mehr Leute ein zu binden. Jemanden der mal vorbei kommt und kocht. Jemand der mal Saugt und  der mal das Bad putzt. – ‚Clan‘- Aufgaben halt. Denn das sind Dinge und Geschenke die man wirklich gut brauchen kann!

Ich werde mir mein Baby nicht nehmen lassen, aber gleichzeitig mehr teilen.

Als ich dann wegen der schlechten Rückbildung liegen musste, haben meine Eltern den kleinen Bären abgeholt und sind 3 Stunden mit ihm spatzieren gegangen. Das war ultra lieb gemeint, aber für mich ist in der Zeit die Welt untergegangen. Heute weis ich, dass ein Baby was grad 7 Tage alt ist nicht unbedingt raus gehen muss. Oder Oma und Opa quasi das Recht haben, dieses Baby mal durch den Ort zu fahren. Das einzige, was Mutter und Kind in der Zeit des Wochenbetts wirklich brauchen, ist die Nähe zueinander.

Wo wir auch schon zum Teilen kommen. Diese Nähe ist nämlich nicht nur für Mama und Baby, sondern auch für Papa und Baby wichtig! Auch Papas und Babys müssen „bonden“ und ihre Bindung aufbauen bzw. stärken. Dass habe ich meinem Mann leider ziemlich abgesprochen. Zumindest ganz am Anfang, weil ich den kleinen Bären nur für mich haben wollte. Für ein weiteres Kind, wünsche ich mir, dass entweder ein direktes Bonden nach der Geburt möglich ist. Oder, dass wir dann zuhause ein „Heilbad“ durchführen. Bei dem  das Neugeborene sich in die Gebärmutter zurückversetzt fühlt, und danach direkt ein Bonding beim Papa gemacht wird! Diese tolle Idee mag ich wirklich jedem ans Herz legen. Bei Mamas, die wegen eines Kaiserschnitts nicht die Möglichkeit hatten direkt nach der Geburt gut zu bonden, haben durch so ein Bad auch noch mal die Möglichkeit das nachzuholen. Oder auch Paare , die ein grade frisch geborenes Baby adoptieren oder als Pflegekind in die Familie aufnehmen, können so ihre kleine Art von Geburt und dem ersten Bonding „nachstellen“ und erleben. Das ist wirklich schön!

Ich hoffe, dass ihr aus dem Artikel etwas für euch mitnehmen könnt!