Familie

Zwischen Selbstaufgabe und Selbstbestrafung- warum wir es uns selber nicht recht machen können.

Wir Mamas, wir Eltern, wollen das Beste für unsere Kinder. Beinahe jeder von uns, das ist es doch, was uns aus macht. Und genau deshalb schaffen wir es nicht, dass wir mir uns selbst zufrieden sind. Denn das Beste, was wir schaffen zu geben. Ist dann eben doch nicht gut genug. Nicht wenn es um unsere Kinder geht… oder vielleicht grundsätzlich nicht?

 

Du bist genug …

Hand hoch wer von euch diese Aussage, so oder so ähnlich aus seiner Kindheit und Jugend kennt. – Ich möchte nicht anmaßend sein, aber ich bin mir sicher, die Anzahl der erhobenen Hände ist gering. Woran liegt das?

Der Wunsch, dass Kinder das Beste bekommen, oder erreichen können ist nicht selten mit einem enormen Erfolgsdruck gekoppelt. Auch unsere Eltern wollten nur das Beste für uns. Aber grade deshalb haben wir gelernt, dass es immer noch höher, schneller und besser gehen muss. Wir wurden direkt, oder indirekt angetrieben immer mehr Leistung ab zu rufen. Und diese Erwartungshaltung hat sich so tief in uns verwurzelt. Sie überträgt sich auf das Bild was wir von uns selbst haben und so verlieren sich einige von uns schon im Job in Burn out und co, während Andere an der Elternrolle, an der Mutterrolle verzweifeln.

Stress

 

Selbstaufgabe – die Entfernung vom Glück

“Kinder bedürfnis- und bindungsorientiert begleiten, das sogenannte Attachment parenting führt dazu, das Mütter sich selbst vernachlässigen.“ – So oder so ähnlich klang eine reißerische Aussage in einem Blogartikel vor nicht all zu langer Zeit.

Bullshit. Sage ich. Das einzige, was zu dieser Vernachlässigung, dieser Selbstaufgabe führt ist der der „Erfolgsdruck“. Es ist so. Sobald wir unsere eigenen Bedürfnisse achten und uns um uns selbst kümmern, haben wir ein schlechtes Gewissen. Sich eine Auszeit zu gönnen, sich Gutes zu tun, dass ist in unseren Köpfen zu wenig Leistungsorientiert. SO können wir unseren Kindern nicht das Beste geben, denn wir sind ja nicht da, oder kümmern uns nicht ausreichend. Und so bekommen wir das Gefühl es geht nur eins… sich selbst achten und pflegen, oder eben dsd Beste für das Kind geben. So gerät das Leben in Schieflage und wir entfernen uns immer mehr von dem Gefühl glücklich zu sein, in dem wir uns immer mehr selbst aufgeben.

 

Der Schein trügt

Um das Beste für unsere Kinder geben zu können, müssen wir aber eben vor allem eins sein. Glücklich und ausgeglichen. Alles andere führt zu nichts. Zumindest zu nichts Gutem. Mit der Ausgebranntheit liegen die Nerven blank. Wir reagieren gereizt, auf Kleinigkeiten. Mit der Ausgebranntheit kommt die Gefühlskälte. „Ist mir doch egal“, oder „Mach doch was du willst“ sind in etwa so weit von bedürfnisorientierter Begleitung entfernt, wie sein Sonne vom Mond. Es ist eben nicht Laisser-faire , es ist eben nicht egal. Die Beziehung ist das Band, was unser Miteinander trägt und wir sollte es nicht kappen.

Gönn dir was.

Tu dir Gutes.

Nimm dir Auszeiten und sammle Kraft, lade die Akkus auf.

Auszeit für Mama

Viele Wege führen nach Rom … und zum Glück.

Mütter, oder besser Eltern sind auch Menschen. Und die sind bekanntlich verschieden. Es ist absolut individuell wie viel „me-Time“ nötig ist um ausgeglichen zu sein.  Während einer unbedingt wieder zurück in den Job möchte und dafür die Nachmittage mit Kind dann hoch qualitativ nutzt, reicht anderen ein Abend in der Woche, wo der Partner die Kinder ins Bett bringt.

Egal welches euer Weg ist, solange er für alle Begeiligten passt und ihr glücklich damit seid, ist er gut und richtig.

Niemand MUSS 24/7 mit dem Kind zusammen sein um eine gute Mutter zu sein. Gleichzeitig ist sind Bedürfnisse ab zu wägen. Was erlaubt grade noch etwas Aufschub, was muss sofort gestillt werden. Die Bedürfnisse von Babys dulden in der Regel wenig bis keinen Aufschub. Aber auch hier können durch Hilfe von Papa und anderen Bezugspersonen kleine Auszeiten geschaffen werden.

Je älter die Kinder werden, desto öfter können auch die eigenen Bedürfnisse wieder Vorrang haben. Natürlich so, dass weiter in Beziehung gegangen und Kommuniziert wird.

Alles hat seine Zeit.

 

Und wenn der Karren an die Wand gefahren ist?

Wenn wir dann doch mal uns vergessen und in der Konsequenz das Kind schlecht behandelt haben? – Dann hilft weder Selbstmitleid, noch das verharmlosen oder rechtfertigen. Und auch die Selbstbestrafung , in die wir doch all zu gern fallen (auch dadurch würden wir geprägt) ist eher destruktiv. Dann hilft nur die Ehrlichkeit sich selbst und dem Kind.

Hey das war echt nicht in Ordnung von mir, es tut mir leid.

Vorleben, dass auch mal was in die Hose geht und Entschuldigungen keine Schande sein. Und so dann schwups, doch schon wieder das Beste fürs Kind und seine Zukunft  geben.

Familie, Reisen und Urlaub

Winterurlaub mit Kleinkind – Was unverzichtbar ist und warum Minimalismus Zeit, Platz und Nerven spart.

Wir machen unseren ersten Skiurlaub als Familie. Das heißt, den ersten zusammen mit dem kleinen Bären. Und wie in jeder neuen Situation mit Kind stehen wir als Eltern erst mal vor einem Problem. Nämlich der großen Frage was wir, oder besser, was das Kind denn nun alles  braucht für diesen Winterurlaub. Für 7 Tage im Schnee, der vermutlich höher liegt, als er groß ist. Und nicht zu vergessen auch für die nicht zu unterschätzenden Autofahrten. 8 Stunden fahren wir, wenn wir gut durch kommen. Das ist für ein, vor Energie strotzendes, Kleinkind schon nicht ganz ohne. Also, auf geht’s… spielen wir eine Runde : Ich packe meinen Koffer und nehme mit …

Koffer packen für den Ski Urlaub.

Care-Paket für unterwegs

Als ich, mit den 8 Stunden Fahrzeit im Kopf begonnen habe mir Gedanken darüber zu machen, was wir alles während der Fahrt griffbereit haben sollten, überkam mich die Befürchtung, dass es mehr sein wird, als wird sonst für den kompletten Aufenthalt brauchen. Aber was ist nun drin, in unserem Reise Care-Paket fürs Kleinkind? Abgesehen von dem Kindersitz, für den sicheren Transport! Für uns ist das definitiv ein sogenannter Reboarder in welchem das Kind entgegen der Fahrtrichtung transportiert wird.

~ 2 Wiederverwendbare Quetschies. Einer befüllt mit Obstmus, der andere mit einer Haferflocken Obst Mischung.

~ Die Edelstahlflasche mit Trinklernaufsatz.(So wird nicht gekleckert.) Gefüllt mit Wasser.

~ 1-2 Lieblingsbücher zum selbst anschauen oder vorlesen.

~ 4 Windeln und Feuchttücher.

~ Lieblings Snack – bei uns sind das Knuspertiere von Fruchtbar.

~ Lieblings Kuscheltier oder Puppe. Bei uns fährt Krümel also mit.

~ Ein Tablet. Mit Zugang zu Videos bzw. Serien die das Kind gern schaut. Und mit einer App zum Malen.

~ Ein neues kleines Spielzeug, was sich prima entdecken und ausprobieren lässt. Das muss auch nichts großes sein. Befüllte Flaschen mit farbigem Glitzerwasser. Oder ein Auf die Rückseite eines DinA4 BLocks geklebter Sensory Bag erfüllt den Zweck da absolut.

 

Kofferinhalt für 7 Tage Schnee

Wer den Kleiderschrank des Bären kennt, der weiß hier ist weniger oft Mals mehr. Das ist super, denn so ist die Auswahl was das mitnehmen betrifft gar nicht so riesig. Praktisch! Aber auch beim Koffer packen gehe ich es eher minimalistisch an. Ich hasse nichts mehr, als am Ende des Urlaubs die Hälfte der Sachen ungetragen wieder mit heim zu nehmen. Was also wird gebraucht? Und vor allem was ist warm genug. Denn die Temperaturen bewegen sich durchaus um die  0 Grad und im einstelligen Minus Bereich.

Hygiene:

Das Stück Calendulaseife, Zahnpasta, Zahnbürste, 1 Bademantel und 1 Bade Handtuch müssen reichen. Dazu natürlich Windeln und Waschlappen sowie Calendulasalbe  zum Wickeln.

Außerdem, wichtig fürs raus gehen, unsere Wind und Wettercreme , damit das Gesicht optimal geschützt ist.

Reiseapotheke:

Ich hasse Reiseapotheken, aber mit Kind scheint sie quasi unverzichtbar zu sein. In unserer befinden sich: Fieberthermometer, Paracetamol Zäpfchen, Arnica und Chamomilla Globuli, Thymian Myrthe und Engelwurzbalsam, NaCl, Babynasentropfen und für uns unverzichtbar, Cortison Zäpfchen falls und aufgrund der anderen Luft wieder mal ein Pseudokruppanfall heimsucht.

 

Kinder reiseaootheke

Schlafen:

Zu einem mit Schlafanzug aus Bambus und Wolle, sowie einem Wolle-Seide Body wandert noch ein paar dicke Kuschelsocken nebst kleiner Decke in den Koffer. Da die Hütte recht klein ist, benötigen wir kein Babyphone.

Für den Tag:

Drunter:

Auch hier liegen Wolle-Seide Bodys hoch im Kurs. Sie sind wunderbar temperaturausgleichend und über Nacht ausgelüftet lassen Sie sich dank der sich selbst reinigenden Wolle problemlos mehrere Tage anziehen. So ist mit 3 Bodys der Wochenbedarf gedeckt. Ein vierter kommt als Reserve mit.

7 Strumpfhosen Kommen mit. Diese sind, da wir leider nur welche aus Baumwolle haben nach einem Tag einfach reif für dir Wäsche. Trotzdem bieten sie an den Beinen einfach die perfekte Grundlage. Für drinnen völlig ausreichend und wenn’s Raus geht, der beste Einstieg in das Zwiebelsystem.

Die Hosen sind dann allerdings mit einer Wollfleece Hose, eine Wolle-Seide Leggins und einer gefütterten “Jeans” wieder eher sparsam vorhanden.

Oben rum geht es weiter mit 7 Langarmshirts. Warum so viele? Ganz einfach. Shirts sind hier das, was definitiv jeden Tag so dreckig wird, dass ein Tausch am nächsten Tag nötig ist.  Außerdem kommen zwei Pullover aus Wolle mit. Die werden noch übergezogen, wenn wir raus gehen.  Und 3 Paar Woll Socken. Die kommen über die Strumpfhose wenn wir raus gehen.

Kleidung Winterurlaub

 

Drüber:

Unser Standartbegleiter ist hier, und wird auch im Urlaub der Wollwalkanzug sein. Für den Fall das dieser nass ist, werden wir aber eine zweite Kombination aus Schneehose und Wollwalk Jacke mit nehmen.

Außerdem natürlich Winterschuhe, Schal, Handschuhe und Mütze.

Outdoor kleidung
2. Outdoor Garnitur neben dem Walkanzug

Spielzeug:

Da es vor Ort keine Spielsachen gibt, müssen wir einiges mitnehmen. Aber auch hier zählt, Klasse statt Masse. Bücher, Kuscheltier und Tablet sind ja eh schon von Unterwegs dabei.
Zusätzlich haben bei uns noch das Lieblings Feuerwehrauto, Grimms kleiner Regenbogen und eine Hand voll am Meisten geliebte Holztiere ihren Weg in den Koffer gefunden.
Wenn das nicht ausreicht, finden sich vor Ort sicher einige Alltagsgegenstände, die es zu erkunden und ausprobieren gilt. Unsere Kinder sind da flexibler als wir Erwachsenen oft mals denken.

 

Und sonst? – Oder warum der Kinderwagen sinnlos ist.

Abgesehen davon, dass der Kinderwagen im Auto ein echter Platzfresser ist und wir ihn eh nicht nutzen, würde ich ihn auch als Nutzerin für den Winterurlaub zuhause lassen. Denn wenn klar ist, dass vor Ort reichlich Schnee liegt, werden sich kaum Wanderwege und co finden, die sich für einen Kinderwagen Spaziergang anbieten.

Neben Tragehilfe, Tragetuch und Ringsling die für mich wie selbstverständlich zum Kofferinhalt zählen, wird unsere Fortbewegung um einen Schlitten bereichert. Fußsack und Lammfell machen ihn zu einem kuscheligen Ort und dank Schiebelehne, die sich einfach einharken lässt, entfällt auch das lästige Schlitten ziehen. Wenn die Lehne nicht eingeharkt ist, können wir den Schlitten auch normal zum rodeln nutzen. Perfekt!

 

Familie

BLW heißt Baby led weaning – Mein Baby isst selbst, von Anfang an.

Wenn wir Eltern werden, dann beginnt eine spannende Zeit. So vieles ist neu und ungewohnt. Wir alle, auch unser Baby, müssen uns in unsere neuen „Rollen“ erst einmal einfinden. Doch die ersten gut gemeinten Ratschläge lassen nicht lange auf sich warten. Tipps wie wir es anders, oder besser machen können. Mutmaßungen was passiert, wenn wir es nicht so machen wie uns angeraten wird. Und nicht zuletzt auch Fragen, die uns verunsichern.
Sind am Anfang noch alle völlig von den Socken, wenn man es ohne nennenswertes Bauchweh über die ersten drei Monate schafft, so wird einem doch ab Monat 4 schon wieder zur Einführung der Beikost geraten. Hat das Kind in Monat 6 noch keinen Löffel Brei bekommen, so wird man bald angeschaut als sei man vom Mars. Als für uns das Thema Beikost aktuell wurde, war klar, dass der Bär erst etwas zu essen bekommen soll, wenn alle Beikostreifezeichen erfüllt sind. Außerdem haben wir uns entschieden, dass eben nicht wir entscheiden wie diese Beikost Einführung abläuft, sondern er selbst. Baby led weaning, dass ist die Baby gesteuerte Beikost Einführung,

Beikost Einführung

 

6 Monate voll stillen (PRE- Nahrung geben)

Wenn unser Baby auf die Welt kommt, dann hat es bisher außer Fruchtwasser noch nie etwas in seinem kleinen Magen gehabt, Wie Verdauung funktioniert und sich anfühlt weis es noch nicht, Der Darm des Babys muss sich in den ersten Monaten auf der Welt also erst einmal daran gewöhnen, wie diese Milch nun verdaut wird. Und unser Baby muss sich daran gewöhnen, wie sich das anfühlt. Die oft beschriebenen drei Monats Koliken sind in der Regel nichts Anderes als das. Plötzlich passiert etwas im Bauch des Babys. Der Darm arbeitet, das fühlt sich komisch und ungewohnt an. Vielleicht drückt es auch mal. Grade wenn durch zu hastiges Trinken Luft mit geschluckt wurde drückt es auch schon mal. Manche Babys haben da mehr und Andere weniger Probleme. Helfen tun oft: tragen, abhalten, Fliegergriff und Bauchmassage.

Hat sich der Darm und das Baby nun nach 3 Monaten grade an die Verdauung gewöhnt, soll man die nächste Umstellung starten? Nein. Babys und ihr Darm sind in diesem zarten Alter noch nicht bereit für Beikost. Was früher normal war, ist heute überholt. Verstopfung, Bauchschmerzen und  sehr harter Stuhl können Folgen einer zu zeitigen Beikost Gabe sein.
Die Empfehlung der WHO lautet, dass Baby 180 Tage, also etwa bis zum Beginn des 7. Lebensmonats ausschließlich gestillt werden sollten. Dies deckt ihren Nährstoff bedarf ausreichend, schützt vor Infektionen und ist gut verdaulich. Auch von anderen Getränken (abgesehen von PRE-Nahrung) ist vor der Beikost Einführung ab zu sehen. Diese könnten den Magen ohne Nährstoffe füllen, so dass das Baby nicht mehr ausreichend Muttermilch (oder Pre) trinkt und dann unterversorgt ist. Oder gar zu einer so genannten Wasservergiftung (Hyperhydradtion) führen, da sowohl Muttermilch, als auch PRE schon ausreichend Wasser für das Baby enthalten.

 

Die Beikostreifezeichen

Wann ein Kind bereit für die Beikost ist, lässt ich allerdings nicht stumpf am Alter festlegen, denn auch hier gilt: Jedes Kind entwickelt sich individuell. Der wichtigste Indikator sind also die so genannten Beikostreifezeichen. Wenn ein Baby alle diese Zeichen erfüllt, kann bedenkenlos mit der Beikost gestartet werden. Oft stellt sich die Frage aber kaum mehr, weil die Babys sich ab diesem Zeitpunkt, sofern sie die Möglichkeit haben auch selbst am Essen bedienen. Es gibt 6 Zeichen, die euch zeigen, ob euer Baby bereit für die Beikost ist. Trotzdem ist Beikost dann nur zusätzlich. Es sollte trotzdem weiterhin nach Bedarf gestillt werden, dies dient der Verdauung und Allergie Prävention.
Die Reifezeichen:

  1. Das Baby kann den Kopf alleine halten.
  2. Das Baby kann mit minimaler Unterstützung sitzen.
  3. Die Hand-Mund Koordination funktioniert – es kann sich Dinge selbst in den Mund stecken.
  4. Der Zungen-Streck Reflex ist nicht mehr vorhanden.
  5. Das Baby zeigt Interesse am Essen anderer.
  6. Es macht Kaubewegungen nach, wenn es jemanden essen sieht.

Baby led weaning

Baby led weaning – Das Kind selbst essen lassen

Ab dem Zeitpunkt der Beikostreife sind Baby auch dazu in der Lage selbstständig zu essen. Natürlich nicht mit Gable und Löffel, aber mit den Händen. Das ist bei Brei natürlich eher schwierig, also sollte Fingerfood gereicht werden. Dann sind all die Dinge, die das Kind problemlos selbst in die Hand nehmen kann. Hierzu können Nahrungsmittel natürlich auch passend geschnitten werden.
Was für uns im ersten Moment etwas befremdlich klingt, weil wir es meist nur so kennen, dass Babys eben Brei essen, ist eigentlich völlig natürlich und bringt so einige Vorteile für Kind und Eltern.

Für das Baby:
Nahrungsmittel können in ihrer Konsistenz, Farbe und dem reinen Geschmack erkundet werden. Jedes Nahrung mittel wird stück für stück erkundet. Wie es sich anfühlt und riecht, wie es sich zerdrücken lässt und schmeckt. Dinge die nicht dem Geschmack entsprechen können einfach liegen gelassen werden. Das Baby gibt sein eigenes Tempo vor und hat die Möglichkeit so lang zu erkunden, wie es das möchte. Der schützende Würgreflex bleibt länger erhalten. Die Motorik und Hand- Mund Koordination wird weiter verbessert. Durch das Einspeicheln der Nahrung werden Nährstoffe besser gelöst und schon vorverdaut. Das Sättigungsgefühl wird bei langsamen essen eher wahrgenommen, so isst das Kind nicht so sehr über den Hunger hinaus. Das wiederum wirkt Übergewicht entgegen.

Für die Eltern:
Der Aufwand extra für der Baby zu kochen entfällt. Während alle zusammen am Familientisch essen, muss niemand das Baby füttern. Kosten für Gläschen und Co werden eingespart.

Beikost mit Fingerfood
Brot und Gurke. Beides Dinge die hier vo Anfang an hoch im Kurs standen.

Was gilt es zu beachten?

Das ist die wohl meist gestellte Frage in diesem Zusammenhang. Denn wir kennen sie doch alle, die Angst etwas falsch zu machen und unserem Kind damit zu schaden. Im Grunde ist es aber gar nicht all zu viel, was beachtet werden muss. Bevor mit der Beikost begonnen wird, und an dieser Stelle ist es egal ob Brei oder Fingerfood, empfiehlt es sich immer einen Erste Hilfe Kurs für Babys und Kleinkinder zu besuchen. Mindestens aber sollte man sich informieren, was zu tun ist, wenn das Kind sich ernsthaft verschluckt, damit man ihm schnellst möglich helfen kann. Außerdem sollte das Baby immer im Sitzen essen, das minimiert die Gefahr des Verschluckens deutlich.

Gut zu wissen: Der Würgreflex sitzt bei Babys noch recht weit vorn im Mund, das ist richtig und wichtig. Daher kann es beim Essen dazu kommen, dass eurer Baby Nahrung wieder nach vorne Würgt. Das ist völlig normal und kein Grund zur Sorge. So könnt ihr sehen, dass euer Baby über ausgezeichnete Mechanismen verfügt um sich selbst zu schützen.  Das Würgen sollte nicht mit einem Verschlucken verwechselt werden!

Bitte steckt eurem Baby nicht einfach etwas in den Mund. Ihr könnt das Essen in die Hand geben, was dann damit passiert ist einzig die Entscheidung des Kindes,
Harte Dinge wie zum Beispiel: Möhre, Apfel und Pastinake sollten gekocht/gedünstet werden, bevor ihr sie dem Baby anbietet. Solche harten Dinge kann ein Baby noch nicht kauen und daher besteht die Gefahr, dass es sich verschluckt.

Kinder und vor allem Babys sollten so wenig Salz wie möglich zu sich nehmen. Da Salz z.B. in Brot eh schon enthalten ist, sollte auf das salzen von Speisen für das Kind grundsätzlich verzichtet werden. Wenn man für die ganze Familie kocht, bietet es sich an nach Ende der Garzeit etwas für das Baby zur Seite zu legen und dann erst zu würze. Oder es würzt jeder salbst am Tisch nach bedarf.

Milch und Milchprodukte  können Kindern schaden, wenn sie in zu großen Mengen verzehrt werden. Grundsätzlich ist empfohlen Milchprodukte ab Beikost start an zu bieten und so auch unter dem Schutz der Muttermilch ein zu führen. Das dient der Allergie Prävention. Ein Baby sollte allerdings nicht mehr als 200 ml Milch ( auch in verarbeiteter Form) am Tag zu sich nehmen. Hier lohnt es sich genau hin zu schauen. Denn oft wird viel mehr Milch zur Herstellung benötigt, als am Ende als verarbeitetes Produkt entsteht. So besteht eine 25 Gramm Scheibe Hartkäse schon aus 375 ml Milch und würde damit das Soll des Babys bereits überschreiten.

Honig sollte nach offizieller Empfehlung nicht an Kinder unter 1 Jahr gegeben werden. Es besteht die Gefahr ´schwer zu erkranken. Unsere Imkerin empfiehlt sogar dringend, bis 2 Jahre auf Honig zu verzichten.

Gut zu wissen: Auf den Rücken klopfen kann die Situation verschlimmern statt verbessern, davon sollte also Abstand genommen werden.

Nüsse sind aufgrund ihrer Größe und Konsistenz nichts für Babys und Kleinkinder. Etwas ab dem 4. Geburtstag können diese erst bedenkenlos gegeben werden.

Auf Rohe Fleisch, Fisch und Milchprodukte sollte unbedingt verzichtet werden.

Kleine und runde Früchte wie Kirschen, Beeren, Oliven, Trauben und Oliven müssen halbiert werden, bevor die zum Verzehr angeboten werden. Noch kleineres wie Erbsen und Mais sollte unzerdrückt erst angeboten werden, wenn das Kind den Pinzettengriff beherrscht.

 

Im Notfall

Wenn das Kind sich tatsächlich verschluckt. Es nach Luft ringt, versucht zu husten und Angst bekommt, könnt und müsst ihr schnell handeln. Nehmt das Baby aus dem Stuhl und legt es mit dem Kopf abwärts auf eure Beine. ihr haut nun 5 mal kräftig zwischen die Schulterblätter. Wenn sich nichts tut, dreht es auf euren Beinen auf den Rücken und Drückt 5 mal mit 2 Fingern auf die Brust des Babys. Parallel sollte der Notruf gewählt werden. Nach den 5 mal wird das Baby wieder umgedreht und ihr beginnt von vorn.

Gut zu wissen: Die Gefahr, dass ein Baby sich an Brei verschluckt ist deutlich höher als die, dass es sich an Fingerfood verschluckt. Während es beim selbst essen durch den Würgreflex gut geschützt ist, wird Brei mit dem Löffel direkt hinter diesen Schutzreflex gelegt.

 

Unser Fazit

Wir haben zu keinem Zeitpunkt bereut uns für Baby led weaning entschieden zu haben. Der kleine Bär hat immer mit Begeisterung das Essen entdeckt und probiert. Wir haben weiter viel gestillt. Das aber nicht schlimm, denn für uns war von vorn herein klar, dass es sich der Beikost im ersten Lebensjahr um einen ZUSATZ handelt und nicht um einen ERSATZ. Dennoch hat er schnell verstanden, dass er Hunger und Durst auch anders stillen könnte, als an der Bust. So war es kein Problem, wenn ich mal etwas länger nicht verfügbar war. Verschluckt hat er sich im Übrigen nur ein einziges Mal. Und das, als er über ein Jahr alt war. Also lange nach Beginn der Beikost. Die Gefahr war aber schnell gebannt, nach dem ich mal nach obiger Anleitung auf seinen Rücken gehauen habe.

Habt also keine Angst. Ich empfehle Baby led weaning gerne und würde es auch selbst immer wieder so machen.

Familie

Was nächtliches Abstillen mit Verantwortung zu tun hat und ob das Kind denn jetzt durch schläft.

Wir stillen ab. Also, zumindest nachts. Nicht weil der Bär nicht mehr will, oder weil es für mich nicht mehr schön war. Sondern weil ich hoffe, auf diese Art meinen Zyklus zurück zu bekommen, denn wir wollen ein zweites Kind. Das ist kein Geheimnis. Lange war ich nicht bereit für diesen Wunsch etwas am Stillen zu verändern. Das hieß für mich klar, dass der Wunsch noch nicht groß genug war.
Nun bin ich bereit es damit zu versuchen, dass wir in der Nacht abstillen. Nur nachts. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Dafür ist der Wunsch inzwischen groß genug.

Abstillen in der Nacht
Vor etwas mehr als 1 Jahr. Ich habe immer gern gestillt und tu es noch immer.

 

Warum nachts abstillen?

Tagsüber, wenn man bei Bedarf einfach anderes Trinken oder Essen anbieten kann ist sicherlich einfacher. Ja, das mag sein. Den hormonell größeren Effekt, und das ist es ja was für mich wichtig ist, hat das nächtliche Stillen (oder eben nicht mehr Stillen). Für die Milchbildung ist das Hormon Prolaktin verantwortlich. Leider ist es gleichzeitig auch das Hormon, was den Eisprung unterdrückt. ( Daher auch der Mythos, dass Stillen verhütend wirkt.) Denn es hemmt die Ausschüttung von LH und FSH – der beiden Hormone, die den Eisprung auslösen. Die Ausschüttung von Prolaktin folgt einem Tag-Nacht Rhythmus und ist in der zweiten Nachthälfte am höchsten. Stillen regt die Milchbildung wieder an, also die Ausschüttung von Prolaktin. Wird nun also in der zweiten Nachthälfte, die ausschlaggebend für die Ausschüttung ist gestillt, so wird mehr Prolaktin ausgeschüttet.
Wer sich also schon immer gefragt hat, warum Kinder in Schubzeiten vor allem dann stillen, wenn die Eltern schlafen wollen. Hier ist die Antwort. Gleichzeitig ist es aber auch die Antwort auf die Frage, warum einige Frauen sehr schnell wieder einen Eisprung haben. Wenn sich das Kind nicht penibel daran hält, alle 3 Stunden mindestens zu stillen, auch in der zweiten Nachthälfte, so kann der Prolaktinspiegel weit genug absinken, dass ein Eisprung wieder möglich ist.
Und genau das ist meine Hoffnung. Darum stillen wir aktuell nachts ab und nicht am Tag.

 

Herangehensweise – ich trage die Verantwortung

Weit verbreitet ist es, das Kind nachts dem Papa zu überlassen, wenn man abstillt, Der Gedanke, den ich sogar nachvollziehen kann ist, dass der Bedarf gar nicht so da ist, wenn auch die Brust nicht zur Verfügung steht. Nicht selten schläft Mama also in einem anderen Raum. Oder gar das Kind wird muss aus dem Familienbett ausziehen.
Ich bin ehrlich. Von beiden Varianten halte ich nicht viel. Denn nicht alles was „funktioniert“ ist immer auch gut. Dem Kind wird in den beschriebenen Fällen nicht „nur“ das Stillen genommen, sondern auch die Mama, als erste Bezugsperson in der Nacht. Oder gar das Familienbett als sichere und bekannte Schlafstätte. Also war für uns klar, dass der Bär weiterhin bei uns im Familienbett schläft. Und auch ich vorerst erste Ansprechpartnerin in der Nacht für ihn bliebe. Es ist meine Aufgabe für ihn da zu sein und ihn durch die Wut und Trauer zu begleiten, die er aufgrund meiner Entscheidung durchlebt. Denn diese Gefühle sind wie alle Gefühle, immer, absolut gerechtfertigt und in Ordnung. Sie dürfen da sein. Und ich trage die Verantwortung für meine Entscheidung. Denn so fair sollte man sein. Der Bär wäre niemals auf die Idee gekommen, jetzt nachts nicht mehr stillen zu wollen. Ich halte im Übrigen auch nichts davon, dem Kind zu sagen, dass die Milch leer wäre. Damit wird das Kind angelogen und die Verantwortung für die eigene Entscheidung, nicht mehr stillen zu wollen, wird abgegeben. Denn die Milch ist ja leer.

Kurz um, wenn ich als Mutter die Entscheidungen treffe, dass ich nicht mehr stillen möchte, dann muss ich auch in allen Bereichen die Verantwortung dafür tragen.

 

Dr. Gordon als Inspiration

Das Prinzip des Abstillens nach Dr. Gordon ist mir schon begegnet, lange bevor Abstillen für uns zur Thematik wurde. Dennoch hatte ich mir eine Aussage gemerkt.

Wenn wir ihnen für einige Nächte ein bisschen weniger anbieten und dann für die nächsten Nächte wieder ein bisschen weniger und dann noch ein bisschen weniger und in den letzten Nächten gar nichts mehr, dann wird ihnen auf freundliche und einfühlsame Weise klargemacht, dass es sich nicht mehr lohnt, an die Tür zu klopfen, weil das Restaurant nun nachts geschlossen ist – um bei diesem Bild zu bleiben.

Und daran habe ich mich orientiert. Mir war bewusst, dass es für uns auch nicht praktikabel wäre, von heute auf morgen die Brust im Bett nicht mehr an zu bieten. Also haben wir es Schritt für Schritt gemacht. Den ersten Schritt haben wir, damals noch unbewusst schon im Oktober getan, als wir das Einschlafstillen verabschiedet haben.
Dr. Gordon hat ein Programm über 10 Tage in denen das nächtliche Stillen immer mehr reduziert wird, bis hin zum nicht mehr stillen in der Nacht etabliert. Und das ist auch schon der Punkt an dem sich unsere Wege trennen, denn wir haben deutlich mehr Zeit eingeplant. Wir haben die Stillpause im Wochen Takt gesteigert. Und zwar immer um 2 Stunden. Hierbei haben wir meist die ersten 3 Tage benötigt, um das ganze soweit zu etablieren, dass es akzeptiert wurde. Das heißt, dass der Bär sich recht schnell anderweitig trösten ließ. Und weitere 4 Tage um diese Pause nun als Normalität zu integrieren.
Würde ich behaupten, dass das Ganze ohne Tränen und Frust funktioniert hat, dann würde ich lügen. Der erste Tag einer neuen Etappe war immer der Schlimmste. Logisch, denn er beinhaltete immer wieder das „anfragen“ und neuer Dings abgewehrt werden.

 

Visuelle Hilfe

Aber ich habe mir Hilfe geholt um meinem Kind verständlich zu machen, wann Zeit zum stillen ist, und wann „die Milch pause“ hat wie ich sage. Hier für habe ich ein Nachtlicht genutzt. „So lange das Nachtlicht brennt, hat die Milch Pause“. Das war für den Bären eine Verständliche, greifbare  und vor Allem selbst überprüfbare Aussage. Und so blieb das Nachtlicht einfach Woche für Woche 2 Stunden länger an. Und sobald der Bär erwacht ist, habe ich ihn an mich gekuschelt, ihm das Nachtlicht gezeigt und gesagt: „schau, das Licht ist noch an, die Milch hat noch Pause“. Diese Vorgehensweise hat tatsächlich dazu geführt, das wir nie in der Situation waren, dass Unverständnis aufkam. Von Tag 1 an war für uns beide klar, das wir nicht stillen, wenn das Licht an ist. Zwar hat der kleine Bär immer mal wieder versucht das zu diskutieren. Aber ich glaube, dass es viel ausmacht, wenn das Kind versteht warum grade nicht gestillt wird. Auch wenn die Begründung so banal ist, wie ein brennendes Licht.

In der letzten Etappe haben wir die Aussage verändert. Denn so sehr wie dem Zwerg das Licht hilft, so sehr stört es mich beim schlafen. Also hieß es ab da: „im bett stillen wir nicht mehr“. Und auch das wurde recht problemlos akzeptiert.

 

Die Durchschlaflüge

Wenn du abstillst, dann schläft dein Kind auch durch.

Solche Aussagen locken, in der Hoffnung auf ruhigere Nächte abzustillen. Meine Erfahrung ist, dass es nicht zwingend einen Zusammenhang gibt. Jedes Kind ist anders und ihr solltet euch, wenn ihr diese Hoffnung hegt ernsthaft fragen, ob das bei eurem Kind wohl Erfolgsaussichten hat.

Bei uns hat sich ausschließlich die Zeit am Abend verbessert. Sonst bin ich bis 23 Uhr bis zu 3 mal im Schlafzimmer gewesen. Jetzt gar nicht mehr. Nachts wacht er derweil genau so oft auf wie vorher. Nur das ich nicht mehr einfach nur im Halbschlaf stille sondern ziemlich wach werde. Außerdem wird hier nachts, auch mit 1,5 noch Milch getrunken. Nicht viel, nur etwa 60-80 ml , diese sind aber nicht weg zu denken. Wasser stattdessen wird mir frustriert aus der Hand geschlagen.

 

Ich hoffe nun, dass das nächtliche Abstillen bald gewünschte Erfolge zeigt und bin sehr froh, dass das ganze bei uns so gut funktioniert hat. Außerdem denke ich, dass wir haben mit unserem 5 Wochen Plan eine sehr sanfte Methode gefunden, das hat mir auch die verhältnismäßig gute Reaktion des Bären bestätigt. Ich würde es, wenn ich müsste, immer wieder so machen.

Nachts abstillen

Familie

Lob, die kleine Schwester der Strafe – Warum Kinder kein Lob brauchen.

Lob, als Mittel um das Selbstbewusstsein zu stärken. Als Wertschätzung, zum Ausdruck der Freude. Und Lob als positive Verstärkung, wenn ein erwünschtes Verhalten gezeigt wird.
Wir, oder zumindest die meisten von uns wurden bewusst oder unbewusst abhängig gemacht von Lob. Das ist der Grund warum wir noch heute danach lechtzen und uns nicht vorstellen können, wie unsere Kinder ohne leben und glücklich werden können. Genau hier sollten wir aber genauer hinschauen. in vielen Fällen ist Lob für den Ausdruck unserer Gefühle nicht nötig. Und für unsere Kinder ist es sowieso belanglos. Kinder wollen gesehen werden. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Und Kinder sollten sich frei entwickeln können, ohne das ihr Verhalten bewertet wird. Ohne das sie durch Lob dazu gebracht werden dinge zu tun, die „erwünscht“ sind. Denn unsere Kinder sind gut wie sie sind.

Warum ich nicht lobe
Leben ohne Lob und Strafe – Du bist gut wie du bist.

Warum Lob für uns so wichtig ist.

Die Meisten von uns wurden von klein auf gelobt. Immer wenn wir etwas getan haben, was in den Augen unserer Eltern, Großeltern oder sonstigen Bezugspersonen gut oder wünschenswert war, dann wurde gelobt. Lob ist für uns so eine Art der Wertschätzung geworden. Ein Ausdruck der Liebe. Und dies macht Lob für uns so unverzichtbar.
Werden wir nicht gelobt schwirrt da die Sorge in unserem Kopf etwas nicht gut genug (für wen denn eigentlich?) gemacht zu haben. Nicht ausreichend zu sein. Wir haben selbst verlernt, das was wir tun als wertvoll zu sehen und benötigen die Rückversicherung über Andere . Das ist der Grund, warum das Arbeitsklima deutlich schlechter ist, wenn wenig gelobt wird. Und das ist der Grund, warum wir den Gedanken nicht los lassen können, dass auch unsere Kinder diese Art Bestätigung benötigen.

 

Kinder wollen gesehen werden!

Dabei gibt es kaum etwas, was unseren Kindern, wenn sie frisch auf der Welt sind egaler ist, als die Tatsache was Andere von ihnen halten. Kinder entwickeln sich aus sich selbst heraus. Sie fangen an sich zu drehen, zu krabbeln, zu laufen, zu sprechen und auch auf die Toilette zu gehen gänzlich ohne das sie dafür eine Anerkennung erwarten würden. Sie machen das was sie machen einzig für sich. Weil sie sich entwickeln wollen, etwas erreichen wollen und uns nachahmen.

Das einzige, was wir als Eltern machen müssen, ist unseren Kindern vor zu leben, wie das Leben „funktioniert“. Das heißt nicht, dass sie sich sofort perfekt verhalten und einfügen. Es wäre vermessen das zu glauben. Und auch einfach eine viel zu hohe Erwartung an (klein-)Kinder. So wie jedes Kind laufen lernt, wenn es dazu bereit ist, wird sich auch das Verhalten unserer Kinder sich immer mehr anpassen. Stück für Stück, immer so weit, wie unser Kind dafür bereit ist.
Wenn wir unsere Kinder nicht loben und so ihr verhalten nicht durch Bewertung beeinflussen, werden sie sich zwar nach unserem Vorbild aber trotzdem frei und ihrer Persönlichkeit entsprechend entwickeln. Die Entwicklung fußt auf den Interessen und individuellen Stärken. Die Motivation kommt von innen heraus und liegt nicht darin begründet, dass eine Bestätigung von außen benötigt wird.
Kinder wollen gesehen werden. Das ist das einzige, was sie von Geburt an wollen.
Sie möchten sich sicher sein, dass wir, ihre Bezugspersonen ihnen Aufmerksamkeit schenken, sie auf ihrem Weg begleiten und für sie da sind.

 

Bedingungslose Liebe – der Schlüssel sie zu leben

Wir alle wollen unsere Kinder bedingungslos lieben. Viel mehr noch wollen wir alle sogar bedingungslos geliebt werden.
Aber was ist nun der Schlüssel? Wie können wir bedingungslose Liebe leben, so dass sie auch als solche an kommt?
– Wir verzichten auf Lob und Strafe.
Lob und Strafe, dass sind die immer wiederkehrenden Botschaften, die ausdrücken, dass die Liebe an ein bestimmtes Verhalten gekoppelt ist. Wir als Eltern wissen, dass wir unsere Kinder lieben, auch wenn sie schlechte Noten haben, oder sich im Supermarkt schreien auf den Boden werfen. Das Problem ist, dass uns dieses Wissen nichts bringt. Denn unsere Kinder wissen das nicht. Können es gar nicht wissen. Die einzige Option die Kinder haben, ist sich an Mimik, Gestik und Aussagen der Eltern zu orientieren.
Und dadurch zeigen wir ihnen mit Lob und Strafe, dass sie in manchen Situationen, für Manches Verhalten mehr geliebt werden als für anderes.
Das Resultat sind dann wir. Strebend nach dem Lob der Anderen, als Bestätigung dafür, dass wir gut (genug) sind.

Also dürfen wir nichts mehr gut finden, was unsere Kinder machen?

Doch, natürlich! Es ist einzig die Frage des Ausdrucks. Sätze wie:
„Oh, ich sehe du ….! “
“ Ich sehe, dass du das schon allein schaffst.“
“ Magst du mir das noch mal zeigen ?“
“ Du freust dich aber das du … !“
„Ich finde es schön, dass du sich so freust, dass du … !“
oder
“ Danke für … !“
Sind nur einige Beispiele, wie wir unseren Kindern wertschätzend begegnen können. Wir zeigen das wir sie sehen, aufmerksam sind sie auf ihrem Weg unterstützen.
Wenn wir dankbar für Hilfe oder Geschenke sind, dann dürfen wir, nein müssen wir, das sagen.
Nicht zu loben heißt nicht, zu ignorieren oder keinen freundlichen und liebevollen Umgang zu pflegen.
Und ja, auch die fand die Umstellung der Sprache am Anfang enorm schwer. Viele Sätze haben wir so verinnerlicht, dass sie über die Lippen kommen ohne das wir darüber nachdenken. Mir hat es enorm geholfen bewusster zu leben und zu kommunizieren. Oft beschreibe ich erst was ich sehe, bevor ich dann tiefer einsteige und mich mit meinem Kind gemeinsam freue. Einfach weil ich noch diese kurze Bedenkzeit benötige, um die richtige weitere Formulierung zu finden.

 

Aber wenn es später sowieso mit Bewertung konfrontiert wird…

…nein, auch dann ist es nicht egal. Gerade dann ist es doch die beste Basis, wenn unsere Kinder wissen, dass sie zumindest zuhause völlig ohne Wertung so angenommen werden wie  sie sind.
Nicht jeder muss meinem Kind so begegnen wie ich, wie wir zuhause es tun. Der Bär ist regelmäßig bei seinen Omas und die bekommen das mit dem Lob, allein schon mangels Routine auch nicht raus. Das ist aber in Ordnung. Es ist nicht mein Anspruch die ganze Welt so zu verändern, dass keine Stolpersteine im Weg liegen. Viel mehr ist es mein Wunsch, meinem Sohn die nötige Sicherheit mit ins Leben zu geben, mit diesen Stolpersteine umgehen zu können. Und das Wissen, dass er hier bei uns, in seinem sicheren Hafen, seinem Zuhause geliebt wird. Immer und bedingungslos.

Kinder sollen sich frei entwickeln und bedingungslos geliebt werden
Leben- aufwachsen ohne Lob und Strafe, ohne Bewertung ist noch immer ein Privileg.

 

 

Quellen / Literatur:
– Alfie Kohn – Liebe und Eigenständigkeit
– Danielle Graf – Das gewünschteste Wunschkind aller Zeiten treibt mich in den Wahnsinn

Blogs:
Mini and Me mit Wertschätzungszone