Familie

Babyzeichen – Die Kommunikation mit Baby und Kleinstkind

Schon von Geburt an kommunizieren unsere Babys mit uns. Durch Weinen, Mimik und Gestik versuchen Sie sich uns verständlich zu machen. Nur so, ist es uns als Eltern möglich die Bedürfnisse unseres Kindes zu erkennen, bevor dieses sprechen kann. Je weiter die Zeit nach der Geburt voranschreitet, desto besser verstehen wir unser Kind. Wir werden richtige Profis darin, die Mimik, Gestik und das Weinen unseres Kindes zu deuten.

Was aber wenn die Wünsche unseres Kindes komplexer werden?

Es gibt eine schwierige Zeit für jedes Kind, in der es sich schon komplexer äußern möchte, zum sprechen aber noch nicht oder noch nicht ausreichend in der Lage ist. Auch für uns als Eltern wird es zunehmend schwieriger. Unser Kind weint nicht mehr nur weil es hungrig oder müde ist, sondern auch weil es an Dinge ran kommen möchte, weil es etwas bestimmtes haben möchte oder essen möchte, oder weil es Angst hat, etwas sieht was wir nicht sehen oder schlicht und einfach nach Hause gehen möchte, während wir mit ihm auf dem Spielplatz oder draußen unterwegs sind. Diese Zeit ist meist von viel Frustration auf beiden Seiten geprägt. Das Kind ist frustriert weil es nicht in der Lage ist deutlich zu machen was es möchte und der Elternteil ist frustriert, weil er nicht in der Lage ist zu verstehen was das Kind möchte.

Was hier helfen kann sind Babyzeichen. Babyzeichen sind auch bekannt als Babygebärden, quasi eine Zeichensprache für Babys beziehungsweise die Kommunikation zwischen Eltern und Baby/Kleinkind.

Babyzeichen als Lösung

Baby Gebärden sind angelehnt an die normale Gebärdensprache. Es gibt für unterschiedliche Wörter unterschiedliche Zeichen. Wir alle wissen, dass unsere Kinder motorisch deutlich schneller entwickelt sind als sprachlich. Dem entsprechend sind sie deutlich schneller dazu in der Lage ein Zeichen zu machen, als ein Wort auszusprechen.
Der optimale Zeitraum um mit Babyzeichen zu beginnen ist um den sechsten Lebensmonat herum. Nun ist unser Kind in der Lage aufmerksam wahrzunehmen, welche Zeichen wir zu welchen Wörtern nutzen und dies miteinander zu verknüpfen. Wichtig hierbei ist natürlich, dass man das Zeichen immer gleichzeitig verwendet wie man das Wort ausspricht. Bis die Kinder selbst Gebärden zeigen, dauert es meist noch bis zum zehnten Lebensmonat. Aber auch hier gilt, manche sind eben schneller und manche benötigen etwas mehr Zeit.

Der kleine Bär hat sein erstes Zeichen (trinken) zum Beispiel schon mit acht Monaten zuverlässig genutzt. Das schöne an den Babyzeichen ist, dass es egal ist für wie viele Wörter man Zeichen nutzt. Diese Entscheidung liegt ganz allein bei den Eltern. So kann jeder selbst entscheiden welche Wörter ihm wichtig wären/sind , oder wie viel Zeit und Intensität er selbst in das erlernen von Gebärden stecken möchte oder kann. Und haben sich Gebärden erst mal etabliert, so fällt es kaum noch auf das man sie neben Herr zur Sprache nutzt. Ich persönlich kann im Nachhinein sagen, dass ich gerne mehr Gebärden eingeführt hätte als ich es habe.

Damit das Baby die Zeichen optimal lernen kann, ist es wichtig dass alle Bezugspersonen die Zeichen nutzen. Das heißt es ist fast unumgänglich, dass auch Papa oder Oma mit eingebunden wird. Bei uns haben mein Mann und ich die Zeichen beide genutzt, denn wir beide sind die Hauptbezugspersonen des kleinen Bären. Auch die Oma, die gelegentlich auf ihn aufgepasst hat, hat einige Zeichen eingeführt und genutzt. Als erstes konnte der Bär Zeichen für Trinken und stillen, dies sind die wohl meist genutzten Zeichen bei uns gewesen und zeigen deutlich je häufiger ein Zeichen genutzt wird, desto schneller wird es auch erlernt.
In den meisten größeren deutschen Städten gibt es inzwischen Kurse für Babyzeichen. Wenn ihr also Interesse daran habt, kann ich euch den Besuch eines solchen sehr ans Herz legen. Alternativ gibt es auch einige Bücher zu dem Thema. Empfehlen kann ich euch das Großebuch der Babyzeichen . Da ich anhand dieses Buches selbst die Babyzeichen erlernt und genutzt habe. Dieses Buch gibt auch einige background Infos die ich hilfreich fand.

Kein Grund für spätes Sprechen

Und bevor nun Panik ausbricht. Es ist bewiesen, dass das nutzen und erlernen von Gebärden nicht dazu führt, dass die Kinder erst später anfangen zu sprechen. Viel mehr ist die Nutzung von Baby Gebärden förderlich für die Sprachentwicklung, da man beim Gebärden das Wort immer dazu sagt und automatisch langsamer spricht als im normalen Redefluss. So ist für das Kind ein Wort viel leichter verständlich.

Und wir

Welche Gebärden wir genutzt haben beziehungsweise nutzen?
Ich habe mich für relativ wenig Gebärden entschieden, was ich nun im Nachhinein bereue. Nutzen tun wir folgende Gebärden: Essen, Trinken, stillen, müde, schlafen, Zähneputzen, tschüss, licht an, Licht aus, Musik und Autofahren.

Fazit

Grundsätzlich bleibt zu sagen, das Baby Gebärden für jede Familie bereichernd sein können und es definitiv immer eine Überlegung wert ist sie einzuführen. Es spricht auch nichts dagegen die Gebärden erst mit 10 Monaten zu etablieren, auch dann können sie noch enorm helfen.

Familie

Mein Kind lacht mich aus. – Ein Missverständnis in der Kommunikation

Es gibt Momente im Leben, in denen wir unsere Kinder etwas einschränken müssen. Nicht etwa um unsere Macht zu demonstrieren, unserem Kind zu zeigen wer „der stärkere“ ist oder weil es grade etwas tut „was sich nicht gehört“. Sondern um uns selbst, unser Kind oder zum Beispiel unsere Haustiere zu schützen. Nicht selten kommt es dann dazu, das Kind schaut uns an, lacht und macht weiter oder beginnt trotzdem seine geplante, angedeutete Tätigkeit.

Hier kommt es dann zu einem klaren Kommunikationsmissverständnis.

Wir als Erwachsene haben die Erwartungshaltung, das unser Kind entschuldigend reagiert, frei nach dem Motto „oh ‚tschuldigung Mama du hast recht das war doof“ . Machen sie aber nicht. Und wenn wir mal in einem ruhigen Moment reflektieren, dann fällt uns eigentlich auch selbst auf, dass diese Erwartung völlig überzogen ist. Oder glauben wir ernsthaft, dass ein Kleinkind dazu in der Lage ist sein Handeln zu reflektieren? NEIN!

Also macht unser Kleinkind etwas, was für ihn absolut logisch ist. Es schaut uns an und lacht! Es lacht um uns zu besänftigen, um non verbal zu sagen „hey Mama ist doch alles gut oder ?! Passiert doch gar nichts, sei nicht böse“! Wenn wir mal bei den Affen schauen zeigen auch diese übrigens eine solche Verhaltensweise. Fälschlicherweise greifen die Eltern dieses Lachen oft als auslachen auf. Sie fühlen sich dann nicht ernst genommen und haben das Gefühl einfühlsam und ruhig nicht weiter zu kommen und Setzen sich dann oft eher rabiat und recht rücksichtslos durch. Das ist in vielen Fällen nicht mal böse gemeint, aber das vermeintliche Auslachen legt eine Art Schalter im Kopf um. Der uns dann zu den selbst vorgelebten Mustern der machtvollen Erziehung zurück bringt.

Wenn wir also das nächste mal vermeintlich aus , in Wirklichkeit aber beschwichtigend angelacht werden, dann sollten wir als Eltern kurz reflektieren und uns besinnen, uns klar machen, dass unser Kind es nicht böse meint und noch gar nicht in der Lage ist unsere Erwartung der Selbstreflexion zu erfüllen. Im Gegensatz zu uns.

P.S: Wenn man in so einer Situation sehr anfällig dafür ist, in alte Muster zu verfallen, dann kann eine kurze Meditation zum runter kommen da sehr helfen.