Familie

Zwischen Selbstaufgabe und Selbstbestrafung- warum wir es uns selber nicht recht machen können.

Wir Mamas, wir Eltern, wollen das Beste für unsere Kinder. Beinahe jeder von uns, das ist es doch, was uns aus macht. Und genau deshalb schaffen wir es nicht, dass wir mir uns selbst zufrieden sind. Denn das Beste, was wir schaffen zu geben. Ist dann eben doch nicht gut genug. Nicht wenn es um unsere Kinder geht… oder vielleicht grundsätzlich nicht?

 

Du bist genug …

Hand hoch wer von euch diese Aussage, so oder so ähnlich aus seiner Kindheit und Jugend kennt. – Ich möchte nicht anmaßend sein, aber ich bin mir sicher, die Anzahl der erhobenen Hände ist gering. Woran liegt das?

Der Wunsch, dass Kinder das Beste bekommen, oder erreichen können ist nicht selten mit einem enormen Erfolgsdruck gekoppelt. Auch unsere Eltern wollten nur das Beste für uns. Aber grade deshalb haben wir gelernt, dass es immer noch höher, schneller und besser gehen muss. Wir wurden direkt, oder indirekt angetrieben immer mehr Leistung ab zu rufen. Und diese Erwartungshaltung hat sich so tief in uns verwurzelt. Sie überträgt sich auf das Bild was wir von uns selbst haben und so verlieren sich einige von uns schon im Job in Burn out und co, während Andere an der Elternrolle, an der Mutterrolle verzweifeln.

Stress

 

Selbstaufgabe – die Entfernung vom Glück

“Kinder bedürfnis- und bindungsorientiert begleiten, das sogenannte Attachment parenting führt dazu, das Mütter sich selbst vernachlässigen.“ – So oder so ähnlich klang eine reißerische Aussage in einem Blogartikel vor nicht all zu langer Zeit.

Bullshit. Sage ich. Das einzige, was zu dieser Vernachlässigung, dieser Selbstaufgabe führt ist der der „Erfolgsdruck“. Es ist so. Sobald wir unsere eigenen Bedürfnisse achten und uns um uns selbst kümmern, haben wir ein schlechtes Gewissen. Sich eine Auszeit zu gönnen, sich Gutes zu tun, dass ist in unseren Köpfen zu wenig Leistungsorientiert. SO können wir unseren Kindern nicht das Beste geben, denn wir sind ja nicht da, oder kümmern uns nicht ausreichend. Und so bekommen wir das Gefühl es geht nur eins… sich selbst achten und pflegen, oder eben dsd Beste für das Kind geben. So gerät das Leben in Schieflage und wir entfernen uns immer mehr von dem Gefühl glücklich zu sein, in dem wir uns immer mehr selbst aufgeben.

 

Der Schein trügt

Um das Beste für unsere Kinder geben zu können, müssen wir aber eben vor allem eins sein. Glücklich und ausgeglichen. Alles andere führt zu nichts. Zumindest zu nichts Gutem. Mit der Ausgebranntheit liegen die Nerven blank. Wir reagieren gereizt, auf Kleinigkeiten. Mit der Ausgebranntheit kommt die Gefühlskälte. „Ist mir doch egal“, oder „Mach doch was du willst“ sind in etwa so weit von bedürfnisorientierter Begleitung entfernt, wie sein Sonne vom Mond. Es ist eben nicht Laisser-faire , es ist eben nicht egal. Die Beziehung ist das Band, was unser Miteinander trägt und wir sollte es nicht kappen.

Gönn dir was.

Tu dir Gutes.

Nimm dir Auszeiten und sammle Kraft, lade die Akkus auf.

Auszeit für Mama

Viele Wege führen nach Rom … und zum Glück.

Mütter, oder besser Eltern sind auch Menschen. Und die sind bekanntlich verschieden. Es ist absolut individuell wie viel „me-Time“ nötig ist um ausgeglichen zu sein.  Während einer unbedingt wieder zurück in den Job möchte und dafür die Nachmittage mit Kind dann hoch qualitativ nutzt, reicht anderen ein Abend in der Woche, wo der Partner die Kinder ins Bett bringt.

Egal welches euer Weg ist, solange er für alle Begeiligten passt und ihr glücklich damit seid, ist er gut und richtig.

Niemand MUSS 24/7 mit dem Kind zusammen sein um eine gute Mutter zu sein. Gleichzeitig ist sind Bedürfnisse ab zu wägen. Was erlaubt grade noch etwas Aufschub, was muss sofort gestillt werden. Die Bedürfnisse von Babys dulden in der Regel wenig bis keinen Aufschub. Aber auch hier können durch Hilfe von Papa und anderen Bezugspersonen kleine Auszeiten geschaffen werden.

Je älter die Kinder werden, desto öfter können auch die eigenen Bedürfnisse wieder Vorrang haben. Natürlich so, dass weiter in Beziehung gegangen und Kommuniziert wird.

Alles hat seine Zeit.

 

Und wenn der Karren an die Wand gefahren ist?

Wenn wir dann doch mal uns vergessen und in der Konsequenz das Kind schlecht behandelt haben? – Dann hilft weder Selbstmitleid, noch das verharmlosen oder rechtfertigen. Und auch die Selbstbestrafung , in die wir doch all zu gern fallen (auch dadurch würden wir geprägt) ist eher destruktiv. Dann hilft nur die Ehrlichkeit sich selbst und dem Kind.

Hey das war echt nicht in Ordnung von mir, es tut mir leid.

Vorleben, dass auch mal was in die Hose geht und Entschuldigungen keine Schande sein. Und so dann schwups, doch schon wieder das Beste fürs Kind und seine Zukunft  geben.

Erfahrungsberichte

Ein Klaps hat noch niemandem Geschadet?-Das sehe ich anders.

Tante Vanja ist Sozialassistentin und hat ihren Bachelor in sozialer Arbeit mit dem Schwerpunkt Bildung und Erziehung gemacht. Sie berichtet im folgenden über ihre fachliche Sicht auf den berühmten “Klaps” der angeblich nicht schadet.

Aktiv gegen Gewalt an Kindern

Seit einiger Zeit ist das Thema ,, Gewalt- und gewaltfreier Erziehung“ wieder in aller Munde.
Leider erst wieder nachdem es von den Medien, Radio und TV, wieder aufgegriffen wurde.
Erst eine Mutter die ihren 9 jährigen Sohn im Internet verkauft. Dann ein Beitrag im Radio.
,, Klaps ja oder nein?“ wurde die Frage an die Menschen an den Apparaten gestellt. Und natürlich
musste es so kommen wie es kommen musste. Diese berühmten Sätze wie: ,, Ich habe auch mal eine
gefangen. Mir hat das nicht geschadet.“ oder ,, Davon wird man doch nicht gleich gestört!“ flogen
mir nur so um die Ohren. Erwachsene Menschen bagatellisieren körperliche Gewalt. Denn nichts anderes
ist es. ,, Klaps!“ egal ob leicht oder fest ausgeführt. Es wird die Hand gegen einen anderen Menschen erhoben.
Es wird zu gehauen. Das ist Gewalt. Und oft wird eben genau diese Gewalt nicht als solche gesehen.

Eine Gedankenreise.

Stellt Euch vor Ihr seid noch klein. Ihr entdeckt Eure Welt. Ihr liebt Eure Familie.
Und irgendwann passiert Euch mal ein Missgeschick. Oder Ihr hört nicht sofort auf das
was die Erwachsenen sagen. Nun kommen diese Bezugspersonen und tun Euch weh.
Manche ,, klapsen“ oder schlagen leicht/bis fest ins Gesicht. Andere versohlen den Hosenboden.
Je jünger Ihr seid, desto weniger werdet Ihr verstehen was los ist. Ihr werdet bestraft, werdet aber
nicht wissen warum. Ihr wisst nur eins: ein geliebter Mensch hat Euch weh getan. Und das bleibt in
der Kinderseele stecken.

Wer Glück hat ,, fängt“ sich danach keine mehr. Wer Pech hat, der lebt in einem Haushalt
indem körperliche Züchtigung als ,, normal“ gesehen wird. Aber warum schlagen Erwachsene
Kinder? Nun , viele Erwachsene die körperlich züchtigen sind selbst oft in der Kindheit geschlagen
oder ,, geklapst“ worden. Es gehört für sie zur Erziehung dazu. Andere wiederum wissen nicht wie sie
ihre Kinder erziehen sollen, sind überfordert, und hauen dann zu. Damit Ruhe herrscht. Und dann gibt
es noch die Sorte Mensch die keinen Grund brauchen um zu schlagen. Die keine Aggressionskontrolle haben
und sowieso auf alles losgehen was nicht gleich in Deckung gehen kann.

Natürlich gibt es so viele verschiedene Gründe warum Erwachsene schlagen/klapsen/hauen.
Aber keiner dieser Gründe rechtfertigt es einem Kind körperlich und vor allem seelisch weh zu tun.
Wir alle sollten dafür Sorgen dass das Thema ,, Klaps“ nicht nur hervorgeholt wird wenn etwas
in den Medien aufkommt. Wir sollten uns immer bewusst sein was ein Schlag zerstören kann.

Ich bitte Euch alle: die Hände sind zum drücken,streicheln, wiegen und umarmen da, nicht um einem anderen
Menschen weh zu tun!

Gegen Gewalt gegen Menschen, ob Kind oder Erwachsene!

Familie

Lob, die kleine Schwester der Strafe – Warum Kinder kein Lob brauchen.

Lob, als Mittel um das Selbstbewusstsein zu stärken. Als Wertschätzung, zum Ausdruck der Freude. Und Lob als positive Verstärkung, wenn ein erwünschtes Verhalten gezeigt wird.
Wir, oder zumindest die meisten von uns wurden bewusst oder unbewusst abhängig gemacht von Lob. Das ist der Grund warum wir noch heute danach lechtzen und uns nicht vorstellen können, wie unsere Kinder ohne leben und glücklich werden können. Genau hier sollten wir aber genauer hinschauen. in vielen Fällen ist Lob für den Ausdruck unserer Gefühle nicht nötig. Und für unsere Kinder ist es sowieso belanglos. Kinder wollen gesehen werden. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Und Kinder sollten sich frei entwickeln können, ohne das ihr Verhalten bewertet wird. Ohne das sie durch Lob dazu gebracht werden dinge zu tun, die „erwünscht“ sind. Denn unsere Kinder sind gut wie sie sind.

Warum ich nicht lobe
Leben ohne Lob und Strafe – Du bist gut wie du bist.

Warum Lob für uns so wichtig ist.

Die Meisten von uns wurden von klein auf gelobt. Immer wenn wir etwas getan haben, was in den Augen unserer Eltern, Großeltern oder sonstigen Bezugspersonen gut oder wünschenswert war, dann wurde gelobt. Lob ist für uns so eine Art der Wertschätzung geworden. Ein Ausdruck der Liebe. Und dies macht Lob für uns so unverzichtbar.
Werden wir nicht gelobt schwirrt da die Sorge in unserem Kopf etwas nicht gut genug (für wen denn eigentlich?) gemacht zu haben. Nicht ausreichend zu sein. Wir haben selbst verlernt, das was wir tun als wertvoll zu sehen und benötigen die Rückversicherung über Andere . Das ist der Grund, warum das Arbeitsklima deutlich schlechter ist, wenn wenig gelobt wird. Und das ist der Grund, warum wir den Gedanken nicht los lassen können, dass auch unsere Kinder diese Art Bestätigung benötigen.

 

Kinder wollen gesehen werden!

Dabei gibt es kaum etwas, was unseren Kindern, wenn sie frisch auf der Welt sind egaler ist, als die Tatsache was Andere von ihnen halten. Kinder entwickeln sich aus sich selbst heraus. Sie fangen an sich zu drehen, zu krabbeln, zu laufen, zu sprechen und auch auf die Toilette zu gehen gänzlich ohne das sie dafür eine Anerkennung erwarten würden. Sie machen das was sie machen einzig für sich. Weil sie sich entwickeln wollen, etwas erreichen wollen und uns nachahmen.

Das einzige, was wir als Eltern machen müssen, ist unseren Kindern vor zu leben, wie das Leben „funktioniert“. Das heißt nicht, dass sie sich sofort perfekt verhalten und einfügen. Es wäre vermessen das zu glauben. Und auch einfach eine viel zu hohe Erwartung an (klein-)Kinder. So wie jedes Kind laufen lernt, wenn es dazu bereit ist, wird sich auch das Verhalten unserer Kinder sich immer mehr anpassen. Stück für Stück, immer so weit, wie unser Kind dafür bereit ist.
Wenn wir unsere Kinder nicht loben und so ihr verhalten nicht durch Bewertung beeinflussen, werden sie sich zwar nach unserem Vorbild aber trotzdem frei und ihrer Persönlichkeit entsprechend entwickeln. Die Entwicklung fußt auf den Interessen und individuellen Stärken. Die Motivation kommt von innen heraus und liegt nicht darin begründet, dass eine Bestätigung von außen benötigt wird.
Kinder wollen gesehen werden. Das ist das einzige, was sie von Geburt an wollen.
Sie möchten sich sicher sein, dass wir, ihre Bezugspersonen ihnen Aufmerksamkeit schenken, sie auf ihrem Weg begleiten und für sie da sind.

 

Bedingungslose Liebe – der Schlüssel sie zu leben

Wir alle wollen unsere Kinder bedingungslos lieben. Viel mehr noch wollen wir alle sogar bedingungslos geliebt werden.
Aber was ist nun der Schlüssel? Wie können wir bedingungslose Liebe leben, so dass sie auch als solche an kommt?
– Wir verzichten auf Lob und Strafe.
Lob und Strafe, dass sind die immer wiederkehrenden Botschaften, die ausdrücken, dass die Liebe an ein bestimmtes Verhalten gekoppelt ist. Wir als Eltern wissen, dass wir unsere Kinder lieben, auch wenn sie schlechte Noten haben, oder sich im Supermarkt schreien auf den Boden werfen. Das Problem ist, dass uns dieses Wissen nichts bringt. Denn unsere Kinder wissen das nicht. Können es gar nicht wissen. Die einzige Option die Kinder haben, ist sich an Mimik, Gestik und Aussagen der Eltern zu orientieren.
Und dadurch zeigen wir ihnen mit Lob und Strafe, dass sie in manchen Situationen, für Manches Verhalten mehr geliebt werden als für anderes.
Das Resultat sind dann wir. Strebend nach dem Lob der Anderen, als Bestätigung dafür, dass wir gut (genug) sind.

Also dürfen wir nichts mehr gut finden, was unsere Kinder machen?

Doch, natürlich! Es ist einzig die Frage des Ausdrucks. Sätze wie:
„Oh, ich sehe du ….! “
“ Ich sehe, dass du das schon allein schaffst.“
“ Magst du mir das noch mal zeigen ?“
“ Du freust dich aber das du … !“
„Ich finde es schön, dass du sich so freust, dass du … !“
oder
“ Danke für … !“
Sind nur einige Beispiele, wie wir unseren Kindern wertschätzend begegnen können. Wir zeigen das wir sie sehen, aufmerksam sind sie auf ihrem Weg unterstützen.
Wenn wir dankbar für Hilfe oder Geschenke sind, dann dürfen wir, nein müssen wir, das sagen.
Nicht zu loben heißt nicht, zu ignorieren oder keinen freundlichen und liebevollen Umgang zu pflegen.
Und ja, auch die fand die Umstellung der Sprache am Anfang enorm schwer. Viele Sätze haben wir so verinnerlicht, dass sie über die Lippen kommen ohne das wir darüber nachdenken. Mir hat es enorm geholfen bewusster zu leben und zu kommunizieren. Oft beschreibe ich erst was ich sehe, bevor ich dann tiefer einsteige und mich mit meinem Kind gemeinsam freue. Einfach weil ich noch diese kurze Bedenkzeit benötige, um die richtige weitere Formulierung zu finden.

 

Aber wenn es später sowieso mit Bewertung konfrontiert wird…

…nein, auch dann ist es nicht egal. Gerade dann ist es doch die beste Basis, wenn unsere Kinder wissen, dass sie zumindest zuhause völlig ohne Wertung so angenommen werden wie  sie sind.
Nicht jeder muss meinem Kind so begegnen wie ich, wie wir zuhause es tun. Der Bär ist regelmäßig bei seinen Omas und die bekommen das mit dem Lob, allein schon mangels Routine auch nicht raus. Das ist aber in Ordnung. Es ist nicht mein Anspruch die ganze Welt so zu verändern, dass keine Stolpersteine im Weg liegen. Viel mehr ist es mein Wunsch, meinem Sohn die nötige Sicherheit mit ins Leben zu geben, mit diesen Stolpersteine umgehen zu können. Und das Wissen, dass er hier bei uns, in seinem sicheren Hafen, seinem Zuhause geliebt wird. Immer und bedingungslos.

Kinder sollen sich frei entwickeln und bedingungslos geliebt werden
Leben- aufwachsen ohne Lob und Strafe, ohne Bewertung ist noch immer ein Privileg.

 

 

Quellen / Literatur:
– Alfie Kohn – Liebe und Eigenständigkeit
– Danielle Graf – Das gewünschteste Wunschkind aller Zeiten treibt mich in den Wahnsinn

Blogs:
Mini and Me mit Wertschätzungszone

Familie, Gesundheit

Sicherer Schlaf bei Babys und (Klein-)Kindern

Jedes Kind kann schlafen lernen. Das habe ich zumindest gelesen. Halte ich aber dennoch für Schwachsinn. Jedes Kind kann schlafen, ist meine Meinung. Jedes Kind ist damit ausgestattet zu schlafen um sich zu erholen. Von Geburt an. Darum braucht es kein Schlaftraining und keinen Schlafcoach, auch nicht wenn es sich als besonders nett betitelt. Wir als Eltern, als erwachsene müssen unsere Kinder nur verstehen (lernen).

Wir tragen unsere Kinder 10 Monate im Körper. Es ist eng und relativ dunkel. Sie sind umgeben von Wärme und. Geräuschen wie dem Blut, welches durch die Aorta rauscht oder unserem pochenden Herzen. Sie werden geschuckelt, getragen und sind niemals allein.
Sobald unsere Kinder aber geboren sind (übrigens als Physiologische Frühgeburten, weil wir schlicht aufgrund der Evolution nicht in der Lage sind sie länger aus zu tragen), ist man in unserer westlichen Gesellschaft der Meinung, dass es möglich sein muss, oder doch zumindest sollte, das Kind auf ein Sofa, in ein Bett oder einen Stubenwagen zu legen und es dort allein oder mit bloßer Anwesenheit, in Form von daneben stehen einschlafen zu lassen.
Das funktioniert so aber nicht, oder in den seltensten Fällen.

Kinder kommen mit einem integirerten Alarmsystem auf die Welt.

Abgesehen davon, dass die Geburt allein schon eine enorme Umstellung für ein Kind bedeutet und es schlicht in vielen Fällen Dinge benötigt, die es an das Gefühl in Mamas Bauch erinnert (Rauschen, Schuckeln, Enge, Nähe) um zufrieden zu sein, wäre es für Babys auch einfach enorm gefährlich einfach so irgendwo herum zu liegen und zu schlafen.
Gut heute in unseren eigenen 4 Wänden vielleicht nicht mehr so. Aber das wissen Babys nicht. Sie sind noch mit den gleichen Schutzmechanismen ausgestattet wie vor einigen Tausend Jahren. Damals wäre es, ihr sicherer Tod gewesen. Wilde Tiere, auskühlen, die Gefahr vergessen oder übersehen zu werden… das alles waren viel zu große Risikofaktoren. Das Baby, was merkt dass es den Kontakt zu seiner Bezugsperson verliert weint also, einfach nur zum Eigenschutz, denn nur bei ihr kann es sich in Sicherheit wissen.
Und so ist es (den meisten von) unseren Babys aufgrund dieses Sicherheitssystems gar nicht möglich so zu schlafen, wie sich das sie Gesellschaft vielleicht vorstellt. Auch der schnelle Schlafphasenwechsel findet ihr seinen Ursprung. So merkt ein Baby bei diesem sofort, wenn sich die Situation (Wärme, Nähe, Nuckeln) verändert hat und wacht auf mit dem Ziel diese Situation wieder her zu stellen. Ist dies nicht möglich, schlägt es Alarm und weint.

Dieses Gefühl wenn du fällst.
Wart ihr schon mal in einem Freefalltower, oder wurdet in Narkose gelegt?

Könnt ihr euch erinnern, an dieses Gefühl zu fallen ohne etwas dagegen tun zu können, komplett die Kontrolle ab zu geben? – Vielleicht kennt der ein oder Andere dieses Gefühl sogar selbst von seltenen Tagen beim Einschlafen, das Gefühl plötzlich durch die Matratze zu fallen.
Dieses Gefühl haben Babys und Kleinkinder beim Einschlafen. Dieses Gefühl ist der Grund, warum man oft sieht wie ihnen die Augen langsam zu fallen und sie dann plötzlich doch wieder Hellwach sind und fast panisch weinen.
Kinder brauchen Schlafbrücken.
Schlafbrücken, das sind Dinge die das Einschlafen erleichtern, die über das Gefühl des Fallens hinweg tragen. Was dem jeweiligen Kind hilft kann man testen und lässt sich recht schnell heraus finden. Die Möglichkeiten sind vielfältig. Stillen/ Nuckeln, Schuckeln ,Tragen, Rückenstreicheln, Popotätscheln… und so weiter.
Wann Kinder diese Hilfen nicht mehr brauchen ist so verschieden wie das ablegen der Windel, kein Kind sollte dazu genötigt werden alleine ein zu schlafen, wenn es dazu noch nicht in der Lage ist. Das führt nur zu unnötigem Stress und im Zweifel zu einer negativen Verknüpfung mit dem Bett. Das Resultat ist dann nicht selten ein Kind, was überhaupt nicht mehr (an diesem Ort) schlafen möchte.
Meist wird die benötigte Hilfe langsam weniger. Trägt man das Baby noch in den Schlaf, reicht mit 2 Jahren dann vielleicht nur noch das Rücken streichen und mit 3 Jahren gar das Vorlesen einer Geschichte.

Schlafen ist ein Abschied.

Wir sind uns beim einschlafen einer Sache ziemlich sicher, nämlich der, dass wir am nächsten Morgen wieder aufwachen werden. Diese Sicherheit haben unsere Kinder noch nicht. Jedes einschlafen ist für sie ein kleiner Abschied. Wenn sie am Abend nicht ins Bett gehen möchten, weil sie noch zu ende spielen wollen, dann ist uns oft unverständlich, warum das nicht am nächsten Morgen möglich ist – unsere Kleinkinder wissen noch nicht um diese Möglichkeit. Natürlich wird es ihnen mit steigendem Alter immer bewusster. Auch in dem wir mit ihnen darüber reden. „Bis morgen früh“ oder ähnliches.
(Gerade deshalb sagt eurem Kind bitte niemals, dass jemand „für immer schläft“ wenn ihr vom Tod redet, dies könnte die eh schon vorhandene Angst unnötig schüren.)
Durchschlafen – ein Reifeprozess.

Durchschlafen. Das ist Schlafen, 6 Stunden am Stück zwischen 18 und 6 Uhr morgens. So die Definition. Und das schaffen alle Kinder bei entsprechender Hirnreife. Aber auch hier kann nichts erzwungen werden. Im ersten Lebensjahr enrwickelt sich das Gehirn, aber auch das Kind allgemein so rasant, dass Zwischenmahlzeiten in der Nacht normal und bei Kindern die diese einfordern auch nötig sind. Daher sollten diese in dem Alter in der Nacht niemals verwehrt werden. Aber auch ein Erwachen weil so viel verarbeitet werden muss, sie Zähne drücken und so weiter ist völlig normal.

Was hilft beim schlafen ?

Gesunde Kinder lernen alle früher oder später alleine ein- und durch zu schlafen. Ganz ohne Schlaftrainings und schreien lassen. Und so lange müssen wir Eltern uns über die kindliche Art zu schlafen informieren und dies vor allem Akzeptieren. Druck erzeugt meist nur Gegendruck.

Erleichterung verschafft häufig das Familienbett, da Kinder in der Nähe der Eltern oft besser schlafen, weil sie sich sicher und geborgen fühlen. Außerdem vereinfacht es das nächtliche Stillen und beruhigen ungemein. Erschöpft zu sein und auch mal keine Lust mehr zu haben ist dabei auch ganz normal. Nicht umsonst ist Schlafentzug eine funktionierende Foltermethode. Hierbei hilft ein funktionierende Netzwerk ungemein. Das muss nicht immer die Familie sein, Freunde oder Nachbarn mit denen man ein gutes Verhältnis hat können auch eine große Stütze sein. Sei es um sich abends mal ablösen zu lassen wenn man kurz davor ist Dummheiten zu machen (wie das Kind zu schütteln), oder sich am Tag zumindest mal eine Stunde zu ergattern um Schlaf nach zu holen.

Schlafendes Baby
Schlafender kleiner Bär.

 

Familie

Eigene Grenzen machen uns das Leben schwer

Grenzen, wir haben sie alle. Und irgendwann sind sie bei jedem von uns erreicht, bei manchen früher, bei anderen später. Auch unsere Kinder haben Grenzen, die in der Regel noch deutlich schneller erreicht werden, als die von uns erwachsenen, das liegt einfach daran, dass unsere Kinder noch nicht über so viele kompensations Möglichkeiten verfügen wie wir.
Ich möchte heute aber über die Elterlichen Grenzen schreiben. Wie wir dem vorbeugen können, dass sie schnell erreicht werden, wie wir damit umgehen können wenn wir sie wahren und was für Möglichkeiten wir haben wenn wir nicht weiter wissen. Ich berichte dabei aus meinem Erfahrungsschatz und möchte euch einfach perspektiven und Ideen liefern.

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Ein Spaziergang sorgt oft für Auslastung und (innere) Ruhe.

 

Vorbeugen

Damit wir ausreichend nervliche und körperliche Kapazitäten haben um unseren Kindern und ihren Bedürfnissen gerecht zu werden ist es unerlässlich, dass wir uns auch unseren eigenen Bedürfnissen widmen. Wir müssen auf unser Wohlergehen achten. Denn mittelfristig ist niemand, der nicht gut zu sich selbst ist in der Lage gut zu Anderen zu sein.
„Es braucht ein ganzes Dorf um ein Kind groß zu ziehen.“ Diese Aussage bezieht sich weniger auf die verschiedenen Meinungen und Erfahrungen, als viel mehr auf die Unterstützung. Denn wenn wir immer und ausschließlich für unsere Kinder da sind, dann droht ein Erschöpfungszustand des in den meisten Fällen einen unfairen und nicht (mehr) bedrüfnisorientierten Umgang mit den Kindern mit sich bringt. Sicherlich ist es so, dass es für manche Eltern einfacher ist, da sie ein gutes Netzwerk aus Familien und Freunden schon um sich haben. Aber grundsätzlich steht allen die Möglichkeit offen sich ein solches Netzwerk zu erschaffen. Oftmals müssen wir die Hilfe die uns angeboten wird nur sehen (wollen).

Je älter die Kinder, desto mehr Freiheit gibt es auch wieder für die Eltern. Selbst wenn die Kinder zuhause sind, spiele sie evtl zeitweise allein oder zumindest selbstständig, so dass wir als Eltern uns eine kleine Auszeitgönnen können. Solche  Inseln im Alltag sind aber oft auch schon umsetzbar, wenn die Kinder noch ganz klein sind. Die Möglichkeiten sind vielfältig und reichen vom Hörspiel über Kopfhörer während der Einschlafbegleitung, über die Tasse Kaffee  auf dem Balkon während das Baby im Tuch schläft bis hin zum Sport mit Baby im Tuch/der Tragehilfe oder im Kinderwagen/Buggy. Diese Kleinigkeiten sind Booster für uns und unsere Nerven.

 

Grenzen wahren

Manchmal, aber glaubt mir deutlich seltener als wir meist im ersten Moment denken, gibt es persönliche Grenzen die nicht überschritten werden sollen. Diese Grenzen werden wir nur finden, in dem wir reflektieren und immer wieder hinterfragen. Denn das meiste, was wir im ersten Moment für einen solche persönliche Grenze halten, ist in Wahrheit dann doch nur ein anerzogener Glaubenssatz.   Wenn wir dann aber nun doch an eine dieser Grenzen gestoßen sind, wie können wir sie wahren?

Das A und O hierbei ist die Kommunikation, wir können unseren Kindern sagen, dass wir etwas nicht möchten. Und wir können uns selbst schützen. Ertragen wir eine Lautstärke zum Beispiel nicht, dann können wir mit Ohropax oder Kopfhörern arbeiten. Oder wir verlassen einfach den Raum. Und manchmal da müssen wir auch einfach kommunizieren, dass etwas so bitte nicht gemacht wird. Dies sollte allerdings wirklich äußerst selten der Fall sein. Wir können auch hier wieder kurz erklären warum. Gerade Kleinkinder können diese Erklärung aber selten wirklich nachvollziehen und werden mit Trauer oder Wut reagieren. Das ist normal und in Ordnung. Auf keinen Fall sollten wir diese  Emotionen klein reden oder unseren Kindern das Recht absprechen so zu empfinden. Unsere Aufgabe ist es in diesen Fällen unsere Kinder liebevoll und emphatisch zu begleiten und für sie da zu sein.

 

Auswege

Und trotz allem werden wir (vermutlich) immer wieder an den Punkt kommen, an dem wir sprich wörtlich kurz davor stehen uns zu vergessen. Vielleicht waren die letzten Tage besonders anstrengend. Vielleicht haben wir vergessen oder nicht die Möglichkeit gehabt uns ausreichend um uns selbst zu kümmern. Egal wie oder warum. Es ist an uns als Eltern die Situation zu lösen OHNE uns zu vergessen.

Jesper Juul Zitat

Wege gibt es da vielfältige. Manchmal reicht es eine kleine, kurze Meditation zu machen, bei der man sich von dem „Wirbelsturm“ los macht und sich ruhig im Auge des Orkans sammelt. Manchmal hilft es auch den Raum kurz zu verlassen oder gleich mit samt Kind in eine Andere Situation zu gehen. Von drinnen nach draußen, aus dem Wohn- ins Kinderzimmer, von Zuhause auf den (indoor-)Spielplatz. Dies sorgt in der Regel effektiv für Entspannung der Lage. Vielleicht habt ihr aber auch einfach eine Freundin die ihr anrufen könnt nur um euch bei ihr aufregen und von ihr beruhigen lassen zu können.

 

Wenn es doch mal in die Hose geht…

und wir unfair werden unsere Kinder anranzen oder laut werden. Dann bleibt uns nur der Weg uns zu entschuldigen, ehrlich und authentisch. Wir haben etwas getan, auf einen Art regiert die nicht richtig ist. Die wir in unserem Umgang miteinander nicht haben wollen und das können wir unseren Kindern auch ruhig so sagen. „Entschuldigung, dass war nicht richtig von mir. Es tut mir leid!“  – Auch so leben wir unseren Kindern gutes Miteinander vor. Fehler passieren und es ist richtig und wichtig sich dann auch zu entschuldigen.