Familie, Gästesofa

Mamaselfcare – Wie ich es geschafft habe der Depression zuvor zu kommen.

Julia ist Mutter zweier Kinder und arbeitet als Mama Coach. Sie begleitet Mütter in schwierigen Situationen und hilft Wege zu finden, den Kindern gerecht zu werden und trotzdem sich selbst nicht zu vergessen. Heute schreibt sie daher für uns über Mamaselfcare und den steinigen Weg, den sie gegangen ist, bis sie selbst für sich die richtige Balance finden konnte. 

Selbstfürsorge - sich als Mutter nicht vergessen

Der Weg in die Depression ist keine Einbahnstraße.

Vor etwas mehr als einem Jahr war ich kurz davor in eine Depression zu schlittern. Ich wollte morgens nicht mehr aufstehen, habe tagsüber viel geschlafen, die Farben schienen verschwunden und ich habe viel geweint. Ich hatte zwei wundervolle, gesunde Kinder einen Mann an meiner Seite, ein Dach über dem Kopf. Was also war passiert?

Stress

Ein High-Need Baby kostet Kraft.

Es begann mit der Geburt meiner Tochter im März 2016. Sie hatte große Schwierigkeiten in unserer Welt anzukommen. Das hieß ich trug sie die meiste Zeit und hatte sie permanent bei mir. Trotz allem schrie sie, vor allem abends, sehr viel und mein Nervenkostüm wurde einfach überstrapaziert. Ich machte mir selber Druck und Stress mit dem perfekten Haushalt, der perfekten Mutter, die ihre Zeit und Aufmerksamkeit zu gleichen Teilen auf beide Kinder aufteilen kann. Das führte dazu, dass ich überfordert, gestresst, hilflos, genervt von mir aber auch von meinen Kindern war. Ich fühlte mich verloren. Aber im Oktober beschloss ich dem ein Ende zu setzen. Ich wollte dieses Leben nicht. Aber was wollte ich statt dessen?

Der Weg zurück zur Lebensfreude

So begann ich, mich mit Persönlichkeitsentwicklung, Meditation, Selbstliebe und Yoga zu beschäftigen. Ich fing bei mir an, lernte mich neu kennen und lieben. Ich reduzierte den Stress und die Anspannung des Alltags extrem. All das: Yoga, Meditation, sich mit sich selbst beschäftigen; zählt für mich zu meiner ganz persönlichen Selbstfürsorge. Ich kümmere mich in dieser Zeit darum, dass es mir gut geht. Ich tanke Energie. Dadurch werde ich entspannter, gelassener und kann diese klitzekleinen magischen Momente mit meinen Kindern vielmehr genießen.

Selbstfürsorge

Heute helfe ich anderen Mamas auf diesem Weg

Seit dieser, für mich extremen, Wende in meinem Leben, habe ich es mir zur Aufgabe gemacht auch andere Mamas dafür zu sensibilisieren sich wieder mehr um sich selbst zu kümmern. Denn nur wenn es dir gut geht, geht es auch deinen Kindern gut. Schon der einzelne Fakt, dass du wieder mehr Energie haben wirst, ist unbezahlbar. Was also kannst du ganz konkret für dich tun?

Wenn dir nicht auf Anhieb Dinge einfallen, die dich entspannen, dann fang einfach an eine Liste mit den Dingen zu schreiben, die du schon seit langem mal wieder tun wolltest aber dir nie die Zeit genommen hast. Lass diese Liste über die nächsten Tage wachsen. Du wirst merken, wenn du dich einmal geöffnet hast, kommen die Ideen von ganz allein.

Vielleicht möchtest du gerne zur Massage oder in die Sauna, puzzeln oder klettern gehen. Erwarte nicht zu viel von dir. Starte mit 5 Minuten täglich nur für dich und lass daraus dann irgendwann 30 oder gar 60 Minuten werden. Probiere dich aus. Du wirst mit der Zeit ein Gespür dafür bekommen was dich am meisten stärkt. Solltest du dich jetzt fragen wann du das denn tun sollst… Schau dir einmal einen ganz normalen Tag genau an. Wo könntest du fünf Minuten für dich haben? Während des Mittagsschlafs? Direkt nach dem du die Kinder ins Bett gebracht hast? Mach dir keinen Druck. Du wirst deine Zeit finden.

Meine Mamaselfcare Zeit

Für mich persönlich sieht es übrigens mittlerweile so aus, dass ich mir mittags immer Zeit nehme um meinen Lastern (Bücher und Serien) ganz in Ruhe zu frönen und am Abend starte ich meine Selbstfürsorge mit einer kleinen Runde Yoga und einer schönen Meditation. Danach bin ich so entspannt und gestärkt. Darüber hinaus plane ich mir immer einmal die Woche etwas Größeres für mich ein: ein Cafe Besuch mit einer Freundin, ein langer Spaziergang ganz für mich allein, essen gehen oder Kinobesuch.

Zeit für dich

Ich hoffe ich konnte dich mit diesem Artikel dazu inspirieren dich wieder mehr um dich selbst zu kümmern, denn du bist es wert.

Über mich

Wer bin ICH eigentlich? Ich bin Julia, Mama von zwei kleinen Kindern (Svea 1 und Vince 4). Auf meinem YouTube Kanal Frau Farbenfroh und in meiner Arbeit als Mama Coach verhelfe ich Mamas zu einem bedürfnisorientierten, glücklichen, entspannten Alltag mit ihren Kindern. Ich lege Größenordnung Wert darauf, dass Mamas auch auf Ihre Bedürfnisse schauen und sich selbst nicht vergessen.

 

Mehr von Julia findet ihr auch auf Instagram und Facebook . 

 

 

 

 

Ein weiterer Artikel zu dem Thema auf BeziehungsweiseLiebe findet ihr hier – Selbstfürsorge, Mama sei gut zu dir.

Achtsam mit mir selbst

#3 – Weg der Selbstfindung. #1000 Fragen an mich selbst.

Teil 3 der Reihe des Kennenlernens und der Selbstfindung.  (Teil 1 , Teil 2 )
Ich habe noch Spaß und wie ist es mit euch? Seid ihr noch fleißig und interessiert dabei, oder hängt es euch schon zum Halse raus? Heute also Frage 81 bis 120.
Manche Fragen gehen mir leicht von der Hand, über manche muss ich nachdenken und bei wieder Anderen überlege ich wie viel ich hier preisgeben möchte. Es ist spannend und hilft mir auch in gewisser Weise einen Blick dafür zu bekommen, wo für mich die Grenze ist. Was ich bereit bin mit der Öffentlichkeit zu teilen und was lieber in unseren vier Wänden bleibt.
Das ist gut so, denn bisher war diese Grenze für mich immer noch sehr unklar.

Die ersten, rund 100 Fragen, was haben sie mir gebracht? Für mich selbst? In manchen Momenten ist mir beinahe schmerzlich bewusst, was ich vermisse. In anderen, führen mir die Fragen deutlich vor Augen wie reich ich bin. Reich an Liebe, an Geborgenheit, an Freundschaft. Und wie glücklich ich mich schätzen kann das alles zu haben.
Ich bin mir sicher, der Fragenkatalog ist nicht um sonst so lang, denn ich spüre, dass auch mein Weg der Selbstfindung noch weit ist.

Diatem
Lange vor dem kleinen Bären … der Kopfschmuck zu meiner Hochzeit, der einzige Tag meines Lebens an dem ich mal eine Prinzessin sein wollte.

Fragen 81 bis 120

#81. Was würdest du tun, wenn du fünf Jahre im Gefängnis sitzen müsstest?
Um Himmelswillen! Das ist etwas was ich mir nicht vorstellen kann und möchte. Ich würde wohl durch drehen.
Bevor ich Mama wurde wäre meine Antwort auf die Frage wohl gewesen: Bücher und Gedichte schreiben. Das war oft mein Wunsch für den irgendwie nie genug Zeit übrig war.

 #82. Was hat dich früher froh gemacht?
Nicht kritisiert zu werden. Klingt so banal, aber war für mich so wertvoll. Ist es heute noch.

#83. In welchem Outfit gefällst du dir sehr?
Hauptsache Jeans. Früher am liebsten mit T-Shirt. Heute gern auch mal mit einer Bluse.

#84. Was liegt auf deinem Nachttisch?
Gute Nacht Bücher für den Bären, Kopfhörer und mein Ladekabel fürs Handy.

#85. Wie geduldig bist du?
Auf einer Skala von 1-10 ?  Etwa minus 100 !

 #86. Wer ist dein gefallener Held?
Ich fürchte so etwas habe ich nicht.

#87. Gibt es Fotos auf deinem Mobiltelefon, mit denen du erpressbar wärst?
Nein. (Oh Gott bin ich langweilig!)

#88. Welcher deiner Freunde kennt dich am längsten?
Mein Bester Freund. Seit der 2. Klasse.

#89. Meditierst du gerne?
Ich habe Meditieren gehasst. Inzwischen weiß ich es aber in verschiedenen Situationen sehr zu schätzen.

#90. Wie baust du dich nach einem schlechten Tag wieder auf?
Kuscheln. Liebe und Zuneigung tanken hilft mir da am Besten.

#91. Wie heißt dein Lieblingsbuch?
Ich bin absolut süchtig nach der Thriller Reihe von Cody MC Fadyen mit Agent Smoky Barrett. Ich liebe da alle Teile gleichermaßen.

#92. Mit wem kommunizierst du am häufigsten über What’s App?
Unserer Stillgruppe.

#93. Was sagst du häufiger: Ja oder nein?
Früher definitiv nein. Ich würde sagen inzwischen ist es gleichauf.

#94. Gibt es ein Gerücht über dich?
Nicht nur eins. Ich lebe auf dem Dorf, da ist die Frage quasi überflüssig.

#95. Was würdest du tun, wenn du nicht arbeiten müsstest?
Reisen, und doch noch mal versuchen ein Buch zu schreiben.

#96. Kannst du gut Auto fahren?
Ja.

#97. Ist es dir wichtig, dass andere dich nett finden?
Nein. Schon recht lange nicht mehr. Was nicht heißt, dass ich mich nicht freue, wenn es trotzdem so ist.

#98. Was hättest du in deinem Liebesleben gerne anders gemacht?
Ich hätte mir die ein oder Andere Begegnung im Nachhinein gern erspart.

#99. Was unternimmst du am liebsten, wenn du abends ausgehst?
Ins Kino und danach Cocktails trinken und quatschen. Ich bin eher der gemütliche Typ!

#100. Hast du jemals gegen ein Gesetzt verstoßen?
Ja und wohl nicht nur gegen eins.

#101. Treffen die deinem Sternbild zugeordneten Charaktereigenschaften auf dich zu?
Um die Frage zu beantworten müsste ich googeln was meinem Sternbild so zugeordnet wird. Ich habe nur eine Tasse auf der einiges dazu steht, mich aber nie näher damit befasst. Allerdings glaube ich mich zu erinnern, dass da fast alles stimmte, was auf dieser Tasse steht.

#102. Welche Farbe dominiert in deinem Kleiderschrank?
Ganz klar blau in jeglichen Tönen.

#103. Holst du alles aus einem Tag heraus?
Nein meistens nicht. Das ist mir oft zu stressig.

#104. Wie viele TV-Serien schaust du regelmäßig?
GZSZ, Grey’s Anatomy und der Lehrer. Früher  noch Criminal Minds, da bin ich aber seit ich Mama bin zu empfindlich geworden. Und als es noch lief waren Dr. House und Private Practice auch Pflicht.

#105. In welcher Beziehung möchtest du für immer Kind bleiben?
Im umsorgt werden bei Krankheit. Klingt vielleicht komisch, aber wenn man erwachsen ist, spätestens wenn man Mutter ist, dann muss man sich ob krank oder nicht irgendwie selbst versorgen. Ich wäre da gern für immer das Kind, was krank auf dem Sofa oder im Bett liegt und von den Eltern alles gebracht und gekauft bekommt was es braucht ohne sich groß selbst zu bewegen.

#106. Kannst du eine Woche auf das Internet verzichten?
Ja. Mit dem Wissen, dass es nur eine Woche ist könnte ich das.

#107. Wer kennt dich am besten?
Ich weiß es nicht genau. Aber ich tippe mein Mann.

#108. Welche Arbeit im Haushalt findest du am langweiligsten?
Alles. Ich hasse Haushalt machen. Wäsche zusammenlegen steht glaube ich ganz oben auf der Hassliste. Dicht gefolgt von Fensterputzen und Staubwischen.

#109. Bist du manchmal von anderen enttäuscht?
Ja. Sehr oft sogar. Ich habe teilweise wirklich zu hohe Erwartungen. Das sollte ich dringend ändern.

#110. Wie sieht ein idealer freier Tag für dich aus?
Ohne Kind? Schlafen bis 10. Frühstück ins Bett holen und dabei lesen. Gegen Mittag mit Buch in die Badewanne umziehen. In Jogginghose danach aufs Sofa und ein Filme Marathon inkl Essen vom Lieferservice. Abends in der Dämmerung noch mal Frische Luft tanken, nur so 10 Minuten und die Ruhe genießen und dann wieder mit Buch ins Bett bis zum Einschlafen.

#111. Bist du stolz auf dich?
Eher nein. Liegt vermutlich am mangelnden Selbstwertgefühl. Ich arbeite daran!

#112. Welches nutzlose Talent besitzt du?
Ich kann meine Zunge in  Wellen bewegen.

#113. Gibt es in deinem etwas, das du nicht richtig abgeschlossen hast?
Oh, einiges sogar.

#114. Warum trinkst du Alkohol bzw. keinen Alkohol?
Weil er schmeckt. und ich den wattigen Kopf mag. Ich bin manchmal früh wenn alles was von der Umwelt so ausgesendet wird nicht mehr ungefiltert auf mich ein prasselt.

#115. Welche Sachen machen dich froh?
Meine Familie, Sport, Lesen, gute Filme, Zeit, Ruhe, allein sein (ab und an), keine finanziellen Sorgen zu haben.

#116. Hast du heute schonmal nach den Wolken imHimmel geschaut?
Ja. Das mache ich tatsächlich quasi täglich.

#117. Welches Wort sagst du zu häufig?
Aber.  – Mir wurde schon immer gesagt, dass ich zu viele Widerworte habe.

#118. Stehst du gern im Mittelpunkt?
Nein. Aber ich werde auch nicht gern ignoriert.

#119. Wofür solltest du dir häufiger Zeit nehmen?
Für mich selbst. Abseits von „du musst“ oder „ich sollte“ .

#120. Sind Menschen von Natur aus gut?
Ja! Das glaube ich wirklich.

Familie

Du bist gut wie du bist – Ein Mantra

Du bist gut, ganz genau so wie du bist.
Ein Mantra, was wir uns nicht nur im Bezug auf unsere Kinder, sondern auch für uns selbst im Kopf behalten sollten. Denn wie sollen wir eine tolerante und offene Grundhaltung leben im Umgang mit Anderen, wenn wir uns selbst gegenüber nicht auch tolerant und offen sind.

Welt mit Kinderaugen sehen.
Kindheit genießen und entdecken was es zu entdecken gibt.

Anpassungsdruck

Es ist wie es ist. Die Mehrheit von uns ist unter enormem Druck aufgewachsen. Dieser Druck fußte auf der Annahme, dass Kinder wie André Stern es sagte die „null Version“ sind und erst zu etwas Gutem gemacht werden müssen. Also wurde fleißig ran gegangen Kinder in Formen zu pressen, die gesellschaftstauglich sind und sie durch Lob und Strafen zu beeinflussen und zu erziehen, bis sie das gewünschte Verhalten zeigen.
Diesen Druck haben wir verinnerlicht. Er ist ganz tief in uns drin und bring uns immer wieder dazu, dass wir uns anpassen (wollen).

Jeder ist ANders und trotzdem gut!

Die Wahrheit ist, dass auch wir gut sind wie wir sind. Auch schon gut waren, wie wir als Kind waren. Niemand muss mit den Trends gehen, weil er dann „dazu gehört“. Wir müssen uns nicht verbiegen. Viel mehr sollten wir Wert darauf legen achtsam zu sein, mit uns selbst gleichermaßen wie mit unseren Mitmenschen. Denn sich selbst zu akzeptieren wie man ist, hat nichts mit dem Motto „Ich tu das was mir gefällt schöne Grüße an den Rest der Welt!“ , zu tun.

Und auch unsere Kinder sind gut wie sie sind. Sie kommen gut und rein auf die Welt.Mit allem was sie für ein Leben benötigen sind sie in den Grundlagen schon ausgestattet.
(An dieser Stelle mag ich noch mal auf das Interview von Jeannine mit André Stern verweisen, denn da erklärt dieser die Tatsache so wunderbar: klick )

Es ist elterliche Aufgabe

Unsere Aufgabe als Eltern besteht darin, sie liebevoll ins Leben zu begleiten. Wir sollten ihnen die Leuchttürme auf ihrem eigenen Weg sein. Eine Art Wegweiser zurück in den sicheren Hafen. Wir sind dafür zuständig unsere Kinder zu schützen, wenn sie Schutz benötigen, ihnen zu Helfen, wenn sie danach fragen und für sie da zu sein.
Kinder erlernen vieles im Laufe ihrer Kindheit und Jugend. Ganz aus sich selbst heraus, denn jedes Kind hat seine Interessen in denen es sich selbst immer weiter bilden möchte. Kinder sind soziale Wesen, die ganz automatisch versuchen sich in einer Gesellschaft so zu verhalten, dass das Zusammenleben funktioniert. Es braucht keine starren Regeln, keine Strafen und auch kein Lob um sie dort hin zu bringen.
Wir müssen den Kindern nicht erst ihre Unzulänglichkeit erklären um uns über sie zu erheben und ihnen deutlich zu machen, dass unser Verhalten das vermeintlich bessere ist.
Unsere kleinen Freigeister schauen sowieso zu uns auf und uns an. Sie nehmen sich uns als Beispiel, als Vorbild. Unser Leben, unser Alltag den wir mit unseren Kindern leben wird ihnen der größte Lehrer sein.

Wenn wir für uns mitnehmen, dass wir gut sind und es schon immer waren. Dann fällt es uns leichter auch unsere Kinder so zu sehen. Gerade weil uns selbst in der Kindheit unsere Eltern ein solches Vorbild waren, fällt es und heute schwerer alte Strukturen los zu lassen bzw. zu durchbrechen. Sicherlich ist das auch ein langer Weg. Aber vielleicht hilft uns an dieser Stelle einfach das Wissen, dass wir es unseren Kindern so später einmal einfacher machen werden.