Achtsam mit der Umwelt

Eigenanbau – ein kleines Bisschen Selbstversorger

Mitte Februar, draußen schneit es. Und trotzdem geht es nun schon langsam los. Die ersten Gemüsepflanzen für den Eigenanbau werden vorgezogen. Ein klitze kleines Bisschen Selbstversorger. Traumhaft.

 

Selbst anbauen

2016 zogen wir in unser Eigenheim mit Garten. Aufgrund von Renovierungsarbeiten und der Geburt des Bären blieb keine Zeit für das Experiment eigenes Gemüse. Einzig die Johannisbeersträucher haben gut getragen, so dass ich jede Menge Johannisbeersirup hergestellt habe. Los ging es also für uns erst im letzten Jahr. Wir haben ein ehemaliges Blumen Beet (etwa 4×1,5m) umgegraben, gedüngt und schließlich unser erstes Gemüse angebaut. Neben Radieschen und Tomaten fanden sich auch Gurken, Spinat, Hokkaido, Fenchel und Paprika. Außerdem Erdbeeren, Himbeeren, Johannisbeeren und Blaubeeren. Es war weniger Arbeit als gedacht und vor allem deutlich leckerer, als alles was ich gekauft kenne! Allein dafür hat es sich gelohnt.

Vor dem Winter haben wir wieder organischen Dünger in Form von Kompost und Mist ins Beet eingebracht und alles umgegraben. Im Nachhinein ist es etwas schade, dass wir verpasst haben saisonales über den Winter an zu bauen. Aber es war ja auch unser erstes Jahr. In diesem Jahr wird unser Gemüsebeet vergrößert auf etwa 3×4 Meter. Außerdem bauen wir zusätzlich ein Hochbeet. Und auch die Vielfalt wird größer, so dass wir hoffentlich kein Gemüse dazu kaufen müssen. Wir haben uns in diesem Jahr dafür entscheiden auch Kartoffeln selbst an zu bauen. Diese allerdings im Topf, das ist bei der Ernte deutlich einfacher. Außerdem auf der Liste stehen für dieses Jahr: Möhren, Tomaten, Paprika, Hokkaido, Gurken, Blumenkohl, Grünkohl, Radieschen, Feldsalat, Spinat, Lauch, Knoblauch und Wassermelone.

Eigenanbau von Gemüse

 

Vorziehen und Pflanzen

Die verschiedenen Gemüsearten haben verschiedenen Aussaat Zeiten. Einige werden vorgezogen, Andere direkt gesät.

Die Direktsaat ist denkbar einfach, hierbei wird das Saatgut direkt in das Beet eingebracht. Unter Umständen müssen die Pflanzen, wenn sie zu dicht stehen nochmals vereinzelt werden. Die Problematik bei der Direktsaat ist, dass vorher niemand weiß, ob jeder Samen keimt, und man am Ende dann nicht genug oder zu viele eng stehende Pflanzen haben kann.

Beim Vorziehen wird in einfachen Schalen, oder auch extra Anzuchtkästen das Saatgut in Anzuchterde oder spezielle Kokoserde ( Kokos Quelltabs) gepflanzt. Der Kasten wird dann an einen Platz mit viel Licht und der passenden Keimtemperatur gestellt. Außer feucht halten und abwarten ist nicht viel zu tun. Nach meist etwa 2 Monaten werden die vorgezogene Pflanzen ins Freiland gepflanzt.

 

How to: Vorziehen step by step

Ich fange heute an die ersten Pflanzen vor zu ziehen. Bei uns sind das: Tomaten, Paprika und Blumenkohl. Es klingt wohl denkbar banal. Aber das wichtigste neben der Erde, dem Kasten und dem Saatgut ist nun, zu wissen wie viel Platz man im Beet hat, was alles angepflanzt werden soll und wie viel Platz welches Gemüse benötigt. Nur so kann man entscheiden wie viele Pflanzen welcher Sorte vorgezogen werden sollen. Ich säe immer 1-2 Pflanzen mehr als ich haben möchte. Falls eben ein Saatkorn nicht keimt. Sicherlich kann auch einfach das gesamte Saatgut vorgezogen werden. Das macht aber nur Sinn, wenn es Abnehmer für eventuell übrige Pflanzen gibt. Andernfalls wäre es schade um  das Saatgut wenn die übrigen Pflanzen verworfen werden.

Eingenanbau
Das zu pflanzende Saatgut.

Als erstes

Werden die Anzuchtgefäße vorbereitet. Ob ihr sie mit Erde befüllt, oder eben die Kokos Tabs aufquellen lasst ist egal. Vorarbeit fällt immer an. In meinem Fall war es : Quellen lassen.

Eigenanbau - Selbstversorger
Die Kokostabs vor dem Quellen.
Eigenanbau
Und nach dem Quellen. Der Bär ist immer mit dabei.

Nach dem Quellen…

wird überschüssiges Wasser abgegossen und die Samen werden ein gesät. Immer 1 Samen pro Tab. Ich benutze zum säen den Stiel von einem kleinen Löffel. Mache damit eine kleine Kuhle wo der Samen hinein gelegt wird und schließe diese anschließend wieder leicht. Abschließend kommt der Deckel auf die Anzuchtkästen diese werden an den vorgesehenen Ort mit ausreichend Licht und Wärme gestellt.

Anzuchtkästen
Hier ist alles fertig gesät.

Quick Tipp: Ende Februar ist das Licht noch nicht immer so super. Hier kann eine Lampe Abhilfe schaffen. Wir haben eine Wärmebirne aus dem Terrarienbedarf die wir stundenweise einschalten. 

 

Gemüse anbauen mit Kindern

Auch für Kinder ist die Erfahrung selbst zu säen, pflegen und später zu ernten und essen enorm wertvoll. Sich selbst mit Nahrung versorgen zu können ist toll und macht enorm stolz. Außerdem sind Kinder oft eher bereit zu essen, was sie selbst ernten konnten. Grade Kinder die von Gemüse nicht so überzeugt sind haben oft trotzdem Lust ihr „eigenes“ zu essen. Und sein wir mal ehrlich, meistens schmeckt es ja auch viel besser.

Selbst der Bär hilft schon beim Anbau. Alles was durch einfaches pflücken zu ernten ist, wird selbst geerntet und heute hat er auch die Samen in die vorbereiteten Kuhlen gelegt. Und beim harken vom Beet ist er eh ganz vorne mit dabei.

 

Anbau in Kübeln und Blumenkästen

Kein Garten, und nun?

Das ist kein Grund auf selbst angebautes Gemüse zu verzichten. Im Folgenden einige Pflanzen, die sich gut auf dem Balkon anbauen lassen.

  • Tomaten
  • Kartoffeln
  • Möhren
  • Paprika
  • Chilli
  • Bohnen
  • Salat
  • Radieschen
  • Spinat
  • Erdbeeren
  • Blaubeeren
  • Himbeeren
  • und natürlich jegliche Kräuter.

Vielleicht habt ihr nun Lust bekommen auch euer eigenes Gemüse an zu bauen. Und so automatisch nachhaltig und saisonal zu essen. Ich kaufe außerdem Bio Saatgut. Und nun an die Beete, fertig, los ! 

Achtsam mit mir selbst

#3 – Weg der Selbstfindung. #1000 Fragen an mich selbst.

Teil 3 der Reihe des Kennenlernens und der Selbstfindung.  (Teil 1 , Teil 2 )
Ich habe noch Spaß und wie ist es mit euch? Seid ihr noch fleißig und interessiert dabei, oder hängt es euch schon zum Halse raus? Heute also Frage 81 bis 120.
Manche Fragen gehen mir leicht von der Hand, über manche muss ich nachdenken und bei wieder Anderen überlege ich wie viel ich hier preisgeben möchte. Es ist spannend und hilft mir auch in gewisser Weise einen Blick dafür zu bekommen, wo für mich die Grenze ist. Was ich bereit bin mit der Öffentlichkeit zu teilen und was lieber in unseren vier Wänden bleibt.
Das ist gut so, denn bisher war diese Grenze für mich immer noch sehr unklar.

Die ersten, rund 100 Fragen, was haben sie mir gebracht? Für mich selbst? In manchen Momenten ist mir beinahe schmerzlich bewusst, was ich vermisse. In anderen, führen mir die Fragen deutlich vor Augen wie reich ich bin. Reich an Liebe, an Geborgenheit, an Freundschaft. Und wie glücklich ich mich schätzen kann das alles zu haben.
Ich bin mir sicher, der Fragenkatalog ist nicht um sonst so lang, denn ich spüre, dass auch mein Weg der Selbstfindung noch weit ist.

Diatem
Lange vor dem kleinen Bären … der Kopfschmuck zu meiner Hochzeit, der einzige Tag meines Lebens an dem ich mal eine Prinzessin sein wollte.

Fragen 81 bis 120

#81. Was würdest du tun, wenn du fünf Jahre im Gefängnis sitzen müsstest?
Um Himmelswillen! Das ist etwas was ich mir nicht vorstellen kann und möchte. Ich würde wohl durch drehen.
Bevor ich Mama wurde wäre meine Antwort auf die Frage wohl gewesen: Bücher und Gedichte schreiben. Das war oft mein Wunsch für den irgendwie nie genug Zeit übrig war.

 #82. Was hat dich früher froh gemacht?
Nicht kritisiert zu werden. Klingt so banal, aber war für mich so wertvoll. Ist es heute noch.

#83. In welchem Outfit gefällst du dir sehr?
Hauptsache Jeans. Früher am liebsten mit T-Shirt. Heute gern auch mal mit einer Bluse.

#84. Was liegt auf deinem Nachttisch?
Gute Nacht Bücher für den Bären, Kopfhörer und mein Ladekabel fürs Handy.

#85. Wie geduldig bist du?
Auf einer Skala von 1-10 ?  Etwa minus 100 !

 #86. Wer ist dein gefallener Held?
Ich fürchte so etwas habe ich nicht.

#87. Gibt es Fotos auf deinem Mobiltelefon, mit denen du erpressbar wärst?
Nein. (Oh Gott bin ich langweilig!)

#88. Welcher deiner Freunde kennt dich am längsten?
Mein Bester Freund. Seit der 2. Klasse.

#89. Meditierst du gerne?
Ich habe Meditieren gehasst. Inzwischen weiß ich es aber in verschiedenen Situationen sehr zu schätzen.

#90. Wie baust du dich nach einem schlechten Tag wieder auf?
Kuscheln. Liebe und Zuneigung tanken hilft mir da am Besten.

#91. Wie heißt dein Lieblingsbuch?
Ich bin absolut süchtig nach der Thriller Reihe von Cody MC Fadyen mit Agent Smoky Barrett. Ich liebe da alle Teile gleichermaßen.

#92. Mit wem kommunizierst du am häufigsten über What’s App?
Unserer Stillgruppe.

#93. Was sagst du häufiger: Ja oder nein?
Früher definitiv nein. Ich würde sagen inzwischen ist es gleichauf.

#94. Gibt es ein Gerücht über dich?
Nicht nur eins. Ich lebe auf dem Dorf, da ist die Frage quasi überflüssig.

#95. Was würdest du tun, wenn du nicht arbeiten müsstest?
Reisen, und doch noch mal versuchen ein Buch zu schreiben.

#96. Kannst du gut Auto fahren?
Ja.

#97. Ist es dir wichtig, dass andere dich nett finden?
Nein. Schon recht lange nicht mehr. Was nicht heißt, dass ich mich nicht freue, wenn es trotzdem so ist.

#98. Was hättest du in deinem Liebesleben gerne anders gemacht?
Ich hätte mir die ein oder Andere Begegnung im Nachhinein gern erspart.

#99. Was unternimmst du am liebsten, wenn du abends ausgehst?
Ins Kino und danach Cocktails trinken und quatschen. Ich bin eher der gemütliche Typ!

#100. Hast du jemals gegen ein Gesetzt verstoßen?
Ja und wohl nicht nur gegen eins.

#101. Treffen die deinem Sternbild zugeordneten Charaktereigenschaften auf dich zu?
Um die Frage zu beantworten müsste ich googeln was meinem Sternbild so zugeordnet wird. Ich habe nur eine Tasse auf der einiges dazu steht, mich aber nie näher damit befasst. Allerdings glaube ich mich zu erinnern, dass da fast alles stimmte, was auf dieser Tasse steht.

#102. Welche Farbe dominiert in deinem Kleiderschrank?
Ganz klar blau in jeglichen Tönen.

#103. Holst du alles aus einem Tag heraus?
Nein meistens nicht. Das ist mir oft zu stressig.

#104. Wie viele TV-Serien schaust du regelmäßig?
GZSZ, Grey’s Anatomy und der Lehrer. Früher  noch Criminal Minds, da bin ich aber seit ich Mama bin zu empfindlich geworden. Und als es noch lief waren Dr. House und Private Practice auch Pflicht.

#105. In welcher Beziehung möchtest du für immer Kind bleiben?
Im umsorgt werden bei Krankheit. Klingt vielleicht komisch, aber wenn man erwachsen ist, spätestens wenn man Mutter ist, dann muss man sich ob krank oder nicht irgendwie selbst versorgen. Ich wäre da gern für immer das Kind, was krank auf dem Sofa oder im Bett liegt und von den Eltern alles gebracht und gekauft bekommt was es braucht ohne sich groß selbst zu bewegen.

#106. Kannst du eine Woche auf das Internet verzichten?
Ja. Mit dem Wissen, dass es nur eine Woche ist könnte ich das.

#107. Wer kennt dich am besten?
Ich weiß es nicht genau. Aber ich tippe mein Mann.

#108. Welche Arbeit im Haushalt findest du am langweiligsten?
Alles. Ich hasse Haushalt machen. Wäsche zusammenlegen steht glaube ich ganz oben auf der Hassliste. Dicht gefolgt von Fensterputzen und Staubwischen.

#109. Bist du manchmal von anderen enttäuscht?
Ja. Sehr oft sogar. Ich habe teilweise wirklich zu hohe Erwartungen. Das sollte ich dringend ändern.

#110. Wie sieht ein idealer freier Tag für dich aus?
Ohne Kind? Schlafen bis 10. Frühstück ins Bett holen und dabei lesen. Gegen Mittag mit Buch in die Badewanne umziehen. In Jogginghose danach aufs Sofa und ein Filme Marathon inkl Essen vom Lieferservice. Abends in der Dämmerung noch mal Frische Luft tanken, nur so 10 Minuten und die Ruhe genießen und dann wieder mit Buch ins Bett bis zum Einschlafen.

#111. Bist du stolz auf dich?
Eher nein. Liegt vermutlich am mangelnden Selbstwertgefühl. Ich arbeite daran!

#112. Welches nutzlose Talent besitzt du?
Ich kann meine Zunge in  Wellen bewegen.

#113. Gibt es in deinem etwas, das du nicht richtig abgeschlossen hast?
Oh, einiges sogar.

#114. Warum trinkst du Alkohol bzw. keinen Alkohol?
Weil er schmeckt. und ich den wattigen Kopf mag. Ich bin manchmal früh wenn alles was von der Umwelt so ausgesendet wird nicht mehr ungefiltert auf mich ein prasselt.

#115. Welche Sachen machen dich froh?
Meine Familie, Sport, Lesen, gute Filme, Zeit, Ruhe, allein sein (ab und an), keine finanziellen Sorgen zu haben.

#116. Hast du heute schonmal nach den Wolken imHimmel geschaut?
Ja. Das mache ich tatsächlich quasi täglich.

#117. Welches Wort sagst du zu häufig?
Aber.  – Mir wurde schon immer gesagt, dass ich zu viele Widerworte habe.

#118. Stehst du gern im Mittelpunkt?
Nein. Aber ich werde auch nicht gern ignoriert.

#119. Wofür solltest du dir häufiger Zeit nehmen?
Für mich selbst. Abseits von „du musst“ oder „ich sollte“ .

#120. Sind Menschen von Natur aus gut?
Ja! Das glaube ich wirklich.

Familie

Leben ist lernen – Oder, warum Kinder keine besondere Förderung brauchen

Wenn das Argument, dass Kleinkinder vor allem ihre Eltern brauchen, auf taube Ohren stößt. Weil alle nur an Förderung denken.

Ich möchte hier heute nicht über (Fremd-)Betreuung schreiben, ich denke das Thema habe ich hier ausreichend beleuchtet. Viel mehr möchte ich die Gegenseite beleuchten. Nämlich das daheim bleiben mit dem, oder für das Kind. In vielen Gesprächen, vor allem seit dem klar ist, dass ich nicht nur die erst angedachten zwei Jahre, sondern sogar 3 Jahre beim Bären zuhause bleiben werde, begegnen mir Aussagen wie:
Zuhause kann man den Kindern ab eins etwa einfach nicht mehr genug bieten.”
“Kinder die so lange Zuhause bleiben werden nicht ausreichend gefordert und gefördert”
Und
“So kann ein Kind kein Sozialverhalten erlernen” .

Mir ist bewusst, das einige Menschen diese Argumente brauchen, um vor sich selbst das “frühe” betreuen lassen zu entschuldigen, es gibt aber auch viele die wirklich dieser Meinung sind.
Grundsätzlich möchte ich bei diesen Aussagen direkt laut “Bullshit” rufen. Näher betrachtet ist es aber gar nicht so gänzlich von der Hand zu weisen, wenn man genauer betrachtet wie heute in vielen Fällen gelebt wird.

Die Kinder werden bei normalen Alltagsaufgaben außen vor gelassen und sollen lieber alleine spielen (wozu sie selten unter 3 überhaupt ausdauernd in der Lage sind).
Die Welt zu entdecken ist in vielen Fällen, mal subjektiv mal objektiv zu gefährlich. Kinder werden in ihrem natürlichen Entdeckungsdrang eingeschränkt.
Große zusammen lebende Gruppen, in denen permanenten verschiedene Sozialkontakte geboten werden gibt es nicht mehr. Mit Glück gibt es ein oder zwei Geschwister und man sieht Oma und Opa regelmäßig. Damit ist dann aber zu meist auch schon das Ende der Fahnenstange erreicht.

Und ja, wenn ich diese Tatsachen, erst mal so, losgelöst von Möglichkeiten betrachte, dann muss ich den Mamas wohl doch recht geben. SO können sich unser Kinder nur schwer artgerecht entwickeln.

Statt aber eben unsere Kinder einfach diesem Umstand anzupassen und in eine Einrichtung zu geben, haben wir ebenso die Möglichkeit, die ich definitiv vorziehe, die Umstände an zu passen!

Leben ist Lernen.

Unsere Kinder sind kleine Schwämme, sie saugen alles was um sie herum passiert nur so auf. Sie benötigen keine besondere Forderung oder Förderung (im Normalfall). Es reicht völlig sie in unser Leben, in unseren Alltag mit ein zu beziehen. Gemeinsam fegen, saugen, wischen, abwaschen, aufräumen, den Geschirrspüler ausräumen, Holz für den Ofen rein holen. Das alles ist unser Alltag. Das alles ist für Kinder unheimlich interessant und bereichernd. So lernen sie, ganz nebenbei was wie funktioniert, wo steht und so weiter. Und ganz ehrlich, wie viele Eltern räumen auf wenn das Kind schläft, erwarten aber dann plötzlich, wenn das Kind 5 ist, dass es sein Zimmer aufräumt. – Wenn ihr mich fragt ist das ganz schön Schizophren.

Aber was braucht es noch?

Entdecken lassen und Zeit nehmen. Zeit haben!
Jedes Kind, jeder Mensch hat seine eigenen Interessen und versucht in diesem Bereich alles heraus zu finden. Mein Neffe konnte mit 3 Jahren erklären, dass diese Affen Art (Bild) ein Bonobo ist und Bonobos eine Schimpansen Art sind. Warum ? Weil es ihn interessierte, weil er alles darüber hören wollte, sich Dinge über Tiere x mal vorlesen ließ. Videos darüber schaute, quasi im Zoo lebte.
Kinder lernen Tiere kennen wenn wir sie diese entdecken lassen. Lernen laufen, wenn wir es sie tun lassen. Lernen klettern wenn wir es sie probieren lassen. Lernen schaukeln wenn wir ihnen das Vertrauen schenken, dass sie es alleine schaffen.

Natürlich gibt es immer Objektive Gefahren. Und niemand sagt, dass ihr eure Kinder im Entdeckerdrang auf die Straße laufen lassen, oder sie alleine im anderen Raum die Leiter erklimmen lassen sollt! Aber man kann in einen Park, Wald oder ins Feld gehen. Man kann sichernd hinter der Leiter stehen während das Kind auf die Leiter klettert oder den Boden mit Fallschutzmatten ausstatten. Und wenn unsere Kinder älter sind, kann man draußen (und auch drinnen) Themen vorgeben, oder besser noch selbst von den Kindern aussuchen lassen mit denen sich beschäftigt wird, nach denen gesucht wird oder die wir prima erkunden und ergründen können.

Und die Sozialkontakte?

Um die sollten wir uns tatsächlich kümmern uns bemühen. Es ist oft gar nicht so schwer wie man denkt sich seinen “Clan” zu schaffen wie Nicola Schmidt es im Artgerecht und Slowfamily Buch nennt. In Krabbelgruppen, Stillgruppen oder Elterncafes findet man oft Gleichgesinnte, kann sich austauschen, anfreunden, regelmäßig treffen. Wenn das gut läuft dann hat man sogar weitere Bezugspersonen die das Kind wenn es nötig sein sollte mal betreuen können. Ansonsten gibt es etliche weitere Angebote. Eltern-Kind turnen, Spielgruppen, große Spielplätze wo immer was los ist, Krabbel- oder Kleinkindgruppen, es gibt wirklichen einiges. Außerdem sollten wir weg gekommen, von dem Gedanken, das Kinder gleichaltrige brauchen. Kinder brauchen Menschen, Sozialkontakte, Spiel. Wie es auf dem Kongress der Ökologie der Kindheit von André Stern gesagt wurde. Auch wir als Erwachsene können mit Ihnen spielen, ältere Kinder Spielen, wir alle sind Sozialkontakte.

Ich möchte mit meinem heutigen Artikel niemanden denozieren, der nicht in der Lage oder gewillt ist das zu leisten. Niemanden diskriminieren weil seine eigenen Bedürfnisse damit kollidieren würden diesen Rahmen zu Schaffen. Ich möchte nur zeigen, nur deutlich machen, dass es sehr wohl reichen kann, genug sein kann, ausreichend fordert, fördert und auslastet, auch wenn das Kind “nur” zuhause von den Eltern betreut wird.
Mein Sohn räumt täglich mit mir den Geschirrspüler aus, Kocht mit mir und sorgt für Feuerholz. Es saugt, fegt, räumt besser auf als ich selbst. Wir sind am Vor- oder Nachmittag draußen und entdecken die Welt. Graben das Blumenbeet um spielen auf dem Spielplatz. Spielen fangen, schaukeln und lesen Bücher. Es geht.

Kleinkind mit Hund
Der kleine Bär geht mit dem Hund. Gelernt im Leben.
Familie

Verantwortung:Ich lasse dich SEIN, aber niemals ALLEIN

Unerzogen, ohne Erziehung zu leben, dass bedeutet nicht, die Verantwortung ab zu geben, die wir als Eltern tragen. Immer wieder begegnet mir die Aussage, dass man gewillt ist gleichberechtigt mit seinen Kindern zu leben.
Das wird, nein das kann sogar nicht funktionieren! Gleichberechtigung erfordert die gleiche Weitsicht, das gleiche Verständnis. Gleiche Rechte und Pflichten. Ein gleichberechtigtes Leben mit Kindern ist allein schon gesetzlich nicht möglich. Aber eben auch sonst nicht. Denn wir als Eltern tragen immer die Verantwortung!

Kleinkind
Welt entdecken, ausprobieren. Aber niemals allein.

Beziehung hat Priorität. Immer!

Unsere Aufgabe als Eltern, auch als Bindungs- und Beziehungsorientierte, unerzogene Eltern ist es nämlich zu begleiten und die Beziehung aufrecht zu erhalten. Die Verbindung aufrecht zu erhalten. Diese Verantwortung kann unser Kind nicht tragen und immer dann wenn es uns eigentlich egal ist, was das Kind grade macht, dann geht diese Verbindung, die Beziehung verloren.

Beispiel Medienkonsum:

Mein Sohn macht sich den TV an, und würde ungerührt 5 Stunden am Tag vor der Flimmerkiste sitzen. – Und was ist da meine Aufgabe? Nicht hinzu gehen zu behaupten „Fernsehen ist nicht gut“ und aus zu schalten… aber auch nicht weg zu sehen und zu denken ‚naja schaut er halt TV, ist ja selbst bestimmt‘. Meine Aufgabe ist es in dem Moment die Beziehung aufrecht zu erhalten und zu überprüfen, was hinter dem Wunsch TV zu schauen beziehungsweise hinter der Handlung des Fernsehens steht. Bedürfnis und Wunsch zu unterscheiden und zu erkennen. Das Bedürfnis hinter dem TV schauen kann sein, beschäftigt zu werden, oder “runter zu kommen”.

Egal wie Kinder sind meist nicht in der Lage dieses Komplexe Denken zu übernehmen und uns das so mit zu teilen oder überhaupt nur selbst zu erkennen. Kinder, vor allem Kleinkinder reflektieren nicht. Daher muss ich, müssen wir als Eltern das übernehmen und dann die Verantwortung tragen uns entweder ein gestehen, ja ich KANN das grade nicht leisten und das Bedürfnis meines Kindes auf anderem Wege befriedigen weil ich erst mal mein Bedürfnis nach etwas Ruhe befriedigen muss, bevor ich den TV ablösen und dir die Beschäftigung geben kann die du, mein Kind dir eigentlich wünschst. Oder zu sagen, ich sehe das Bedürfnis hinter diesem Phenotyp TV schauen und befriedige es in dem ich für Beschäftigung und Entertainment sorge (oder eben für runter kommen in dem ich ein Buch vorlese). Die Verantwortung ab zu geben, und zu erwarten, dass mein (klein-)Kind selbst dieses Komplexe denken übernehmen kann, dass wäre nachlässig und womöglich sogar fahrlässig. Das wäre Laissez-faire. Und vor allem würde die Beziehung auf der Strecke bleiben. Das tut sie immer wenn wir nicht genug hinschauen, nicht genug da sind, nicht genug Interesse haben.

Ich lasse dich sein, mein Kind. Dich selbst, mit all deinen Facetten. Möchte dich nicht formen, dich nicht gesellschaftsfähig machen, dich nicht anpassen und an Erwartungen messen. Aber ich möchte dich begleiten, bei dir sein, dir ein Leuchtturm sein, dessen Licht du bei noch so starkem Nebel verlässlich folgen kannst, ohne Angst, dass das Licht plötzlich erlischt.

Do it yourself, Familie

Kleiderschrank für Kleinkinder – Montessori inspiriert

Hilf mir, mir selbst zu helfen.

Kinder schauen sich im Alltag unheimlich viel von uns ab. Sie können und wollen alles auch machen und vor allem ab der Autonomiephase dann selbst machen. Schwierig ist das ganze eigentlich nur, weil wir unseren Tagesablauf meist so Takten, dass die Kinder keine Zeit dazu bekommen sich selbst aus zu probieren und weil unsere Haushalte nur tauglich für die gängige Erwachsenen Größe ausgestattet sind. Unsere Kinder haben also meist gar nicht die Chance sich selbstständig zu versorgen, weil sie Dinge gar nicht erst sehen können, oder eben nicht heran kommen. In Küche Wohnzimmer und Co mag man nun sagen: „ja, aber das ist ja auch mein Bereich, da muss ich mich wohl fühlen und nicht mein Kind“, und das mag dann sicher auch ein Stück weit stimmen. (Auch hier kann man aber z.b mit Hilfe eines Lernturms Abhilfe schaffen.) Völlig Paradox wird es aber dann häufig in den Kinderzimmern. Spielzeug auf Regalen an die Mama und Papa grade so heran kommen sind das eine, Kleiderschränke die für das Kind nicht einsehbar oder gar zu erreichen sind das andere.

Auch bei uns stand bisher ein solcher Schrank. Das höchste der Gefühle, war hier die Sockenschublade, die für die Bären erreichbar war. Ehrlich gesagt war das aber nicht schlimm, denn er war eh noch deutlich zu klein. Etwa ab 1,5 Jahren fangen Kinder aber an und zeigen Interesse daran, sich selbst Anziehsachen aus zu suchen und auch das ein oder andere Teil selbst anziehen zu wollen. Also war es für uns nun an der Zeit langsam die Gegebenheiten so zu verändern, das der Bär die Möglichkeit dazu hat. Ein Kleiderschrank im Kleinkindformat sollte her!

Der Aufbau

Nach kurzer Recherche zeigten sich die Kallax Elemente von Ikea als sehr geeignet. Wenn man Elemente nutzt, so das zwei Fächer übereinander sind, haben sie die perfekte Höhe (77cm) um für ein Kleinkind gut erreichbar zu sein. Wir haben uns für ein 2er und ein 4er Kallax entschieden. Dazwischen haben wir eine ganz normale Kleider Stange verschraubt, für Jacken, Hemden und co. Wenn man es lieber etwas „versteckt“ mag, kann man mit Schubladen und Körben arbeiten. Wir haben uns bewusst dazu entschieden, es offen zu lassen und nur für Socken und Strumpfhosen eine Doppelschublade zu integrieren. So kann der Bär direkt sehen was in den Fächern liegt und ihm gefällt.

Kinderzimmer für kinder
So sieht er aus unser Kleiderschrank nach Montessori

Strukturierung

Damit die Kinder gut mit dem Kleiderschrank klar komme , sollte sich pro Fach nur eine Bekleidungsart befinden. Und es bietet sich an generell nicht zu viel Auswahl zu haben, damit die Kinder nicht völlig überfordert sind. Grade die Fächer von Body, Hosen und Langarmshirts sind bei uns eigentlich auch noch zu voll. Damit die Kinder, ohne die Sachen auseinander zu nehmen wissen, was sich in welchem Fach befindet, bieten sich Piktogramme an, da die kleinen ja noch nicht lesen können. Unsere fehlen auf dem Bild noch, ich scheitere derzeit an der optisch unterschiedlichen Darstellung von Langarmshirt zu Pullover.

Kleinkind Kleiderschrank
Schubladen für Socken und Strumpfhosen

Für Selbstständige Kinder

Die ersten schockierten Worte erreichten mich übrigens promt nach der Umsetzung. „Na toll und die Kinder gehen als Clowns in die Kita.“ – Tja und wen stört es? Es ist in der Kita, dem Kindergarten und co doch wirklich egal ob man von Kopf bis Fuß in streifen gekleidet ist, oder rosa mit rot kombiniert hat. Und natürlich hat man doch irgendwie ein Auge drauf und wenn vom Wetter her mal was gar nicht geht, oder man auf einer Hochzeit eingeladen ist, dann finden sich sicher Kompromisse mit dem Kind – Stichwort: Kinder wollen Kooperieren.

Also fühlt euch frei euren Kindern Freiheit zu schenken. Sie müssen sich in so vielen Dingen im Alltag anpassen, gebt ihnen die Chance Dinge die sie selbst betreffen auch mal selbst zu entscheiden. Und ermöglicht Ihnen Selbstständigkeit in dieser Welt, die doch nur auf uns erwachsene ausgelegt ist.