Familie

Schwangerschaft- wie übersteht man die ersten 3 Monate (nach erlebten Fehlgeburten)

Ich bin Schwanger. Ein Satz voller Freude. Und trotzdem ein Satz, der so viel Angst in sich tragen kann. Für viele Frauen sind die ersten drei Monate der Schwangerschaft eine Zeit der Angst. Vor allem für die, die schon eine oder gar mehrerer Fehlgeburten erleben mussten.
Aber diese Angst betrifft nicht nur die Mamas, auch Väter werden oft von ihr heimgesucht. Was also können wir tun um mit ihr um zu gehen und so auch das erste Trimester der Schwangerschaft zu genießen?

Die ersten drei Monate der Schwangerschaft überstehen.
Wenn die erste Freude von Angst verdrängt wird.

Die Zeit vergehen lassen

Nein, zaubern können wir alle nicht, aber jeder kennt die Situation des Wartens. Plötzlich scheint die Zeit zu kriechen. Die Welt dreht sich nur noch halb so schnell und die Stunde, die sonst so schnell um ist zieht sich wie Kaugummi.

Heißt also, raus kommen aus dem Warten. Grade wenn man im Beschäftigungsverbot oder krank geschrieben ist, ist das gar nicht so einfach. Aber es liegt an uns. Es gibt eigentlich immer was zu tun. Einkaufen, Haushalt auf Vordermann bringen, Freunde treffen, den Balkon oder Garten herrichten. Um dekorieren. Akten und Papierkram ausmisten und auf Vordermann bringen. Je mehr zu tun ist, desto schneller vergeht die Zeit. Das ist einfach so.

 

Den Frauenarzt auf seiner Seite haben

Grade bei Frauen, die schon eine oder mehrere Fehlgeburten erlebt haben sind Ärzte im ersten Trimester oftmals bereit, etwas häufiger zu schauen ob alles ok ist. Nach zu fragen ob ihr bis zur 12 Woche alle 2 Wochen rein kommen könnt kostet erstmal nichts. Und meist trifft man auf Verständnis.

Aber auch anders rum kann es gehen. Die Ultraschall Termine machen dich völlig nervös? Bitte deinen Arzt nur in der 7. und 12. Woche ein mal zu schallen, auch das ist absolut ausreichend, wenn du dich damit besser fühlst.

 

Von der Möglichkeit der Selbstkontrolle

Es gibt auf dem Markt so genannte „Taschendoppler“, das sind Geräte die wir meist dann durch unsere Hebamme kennenlernen. Mit ihnen kann mittels einer Art kleinen Ultraschallkopfs der Herzschlag des Babys gehört werden. Das kann eine riesige Beruhigung sein, wenn man sich grade Sorgen macht.

Aber Vorsicht, auch diese Geräte haben ihre Tücken. Vereinzelt finden Frauen den Herzschlag schon um die 9. Schwangerschaftswoche damit. Häufiger dauert es aber einfach auch bis etwa zur 12. Woche. Und dann ist die Zeit der großen Angst für die Meisten bereits vorbei. – Auch kann es sein, dass man aufgrund einer ungünstigen Lage den Herzschlag mal nicht findet, obwohl er zwei Tage zuvor gut hörbar war. Auch das kann unnötig Sorgen Schüren. Daher sollte jeder für sich vorher gut abwägen ob ein solcher Doppler wirklich sinnvoll und hilfreich sein kann.

 

Die Hebamme – eine gute Seele

Ab dem Zeitpunkt, wo ihr von der Schwangerschaft wisst, steht euch auch die Betreuung durch eine Hebamme zu. Aufgrund der prekären Lage dieses Berufs ist eh zu empfehlen so früh wie möglich eine Hebamme zu suchen, damit man überhaupt eine bzw. eine findet, mit der man sich sympathisch ist und vertraut.

Eine gute Hebamme steht euch auch in den ersten drei Monaten mit Rat und Tat zur Seite. Sei es um Beschwerden zu lindern oder euch die Sorgen etwas zu nehmen.

 

Vertraut in euren Körper

Ich hätte niemals erwartet, dass ich einen solchen Satz mal sagen werde. Aber es stimmt. Die meisten (frühen) Fehlgeburten liegen in einem schwerwiegenden genetischen Defekt begründet. Diese Kinder wären in der Regel nicht, oder nicht lange lebensfähig. Es sind defekte, bei denen im Verlauf, wenn es soweit käme sogar späte Abbrüche angeraten werden würden. Der Körper, die Natur regelt es daher oft vorher von ganz allein.

Das ändert nichts an dem schmerzhaften Verlust des eigenen, gewünschten Babys den  wir in einer solchen Situation erleben. Aber tatsächlich empfinde ich persönlich den Gedanken tröstlich, dass die Natur dem Kind und wohl auch den Eltern so weit größeres Leid erspart. Und auch eines wird klar- an einer Fehlgeburt seid nicht ihr schuld! Das ist etwas, was damals für mich so schwer zu verstehen war. Ich habe so lange den Fehler bei mir gesucht. Das verletzt in dieser Situation unnötig nur noch mehr.

 

Redet!

Es hilft die Ängste zu verbalisieren. Am ehesten bietet sich das mit dem Partner an, denn wie oben erwähnt, werden auch sie oft von den selben heimgesucht. Alternativ gibt es neben Arzt und Hebamme aber auch noch die Freundinnen- oder zumindest die Beste. Die eigenen Mutter oder Schwiegermutter. Oder auch anonym Foren, die einen Austausch möglich machen. Austausch tut gut. Egal ob es nur das raus lassen der eigenen Sorgen ist, oder ob durch Erfahrungen von Anderen auch gleichzeitig Mut gemacht wird.

 

Mini Meilensteine

Grade wenn ihr nach vorherigen Fehlgeburten am Anfang engmaschiger Untersucht werdet hilft es oft, sich gedanklich kleine Meilensteine zu setzen und das erreichen jedes einzelnen, bringt einen näher ans Ziel. Das kann zum Beispiel so aussehen: 1. Fruchthülle, 2. Fruchthülle + Dottersack, 3. Fruchthülle, Dottersack + Embryo, 4. Embryo mit Herzschlag . Und wenn das Herzchen schlägt, dann verringert sich das Abortrisiko schon mal um etwa die Hälfte. Das ist schon ein sehr großer Meilenstein auf dem Weg, die ersten 12 Wochen zu überstehen.

Familie

Sorgerechtsverfügung – Im Fall des schlimmsten Falles

Wir sind Eltern. Unser ganzes Leben verändert sich. Im Mittelpunkt steht plötzlich unser Kind und wir malen uns aus, was wir in Zukunft alles noch gemeinsam erleben werden. Woran keiner denkt, ist das eine Sache sich nicht verändert. Die Gefahr täglich bei einem Unfall zu sterben bleibt die gleiche wie vor unserem Eltern da sein. Nun hat das Ganze aber ein anderes Gewicht, denn wenn wir als Eltern sterben hinterlassen wir unser Kind.

In dem Fall, dass beide Elternteile versterben, wird das Sorgerecht des Kindes an die nächsten Verwandten übergeben, sofern diese dazu in der Lage, sowie nicht zu jung oder zu alt sind. Was aber, wenn unsere nächsten Verwandten eben zu jung, zu alt oder einfach nicht in der Lage sind? Oder vielleicht noch schlimmer. Was wenn wir mit der Familie zerstritten sind und gar nicht möchten, dass unser Kind von diesen Menschen dann großgezogen wird? Beziehungsweise sie über Personen und Vermögen betreffendes entscheiden. Bei Letzterem, ist das einfach Pech. Haben wir keine anderweitigen Vorkehrungen getroffen kommt das Kind zu den nächsten Verwandten.

Im Ersteren Fall, entscheidet dann das Gericht über einen Vormund. Es wird also geschaut ob ein anderes Familienmitglied in Frage kommen würde. Dies ist meist langwieriger Prozess, oder es wird ein Amtsvormund bestellt. Stirbt bei Alleinerziehenden der sorgeberechtigte Elternteil, so geht das Sorgerecht automatisch an den anderen Elternteil über. Auch hier müssen Vorkehrungen getroffen werden, wenn das nicht erwünscht ist. Entgegen der Landläufigen Meinung, wird auch den Taufpaten das Sorgerecht/die Vormundschaft im Todesfall der Eltern nicht automatisch übertragen!

Warum eine Sorgerechtsverfügung ?

Der ein oder andere mag nun sagen, dass die Wahrscheinlichkeit ja nun wirklich gering sei, dass beide Elternteile sterben. Für mich allerdings ist dieses Thema sehr präsent, denn wir fahren mit der Feuerwehr regelmäßig zu Verkehrsunfällen, bei denen immer wieder auch vor allem die vorne im Pkw sitzenden Personen zu Tode kommen. Tatsache ist, Das jährlich etwa 1000 Kinder zu Vollwaisen werden. (Siehe: Sorgerechtsverfügung für Kinder) Für uns war daher klar, dass das erste was wir nach der Geburt des kleinen Bären machen ist, eine Sorgerechtsverfügung für ihn aufzusetzen. Das ganze kann natürlich auch in einem Testament geregelt werden, allerdings schreckt hier ja viele der Aufwand ab.

Eine Sorgerechtsverfügung ist schnell geschrieben und unterzeichnet und sollte am besten an einem allseits bekannten Ort aufbewahrt werden und ein zweites Exemplar an die Personen gegeben werden, die Das Sorgerecht im Fall des Todes beider Eltern bekommen sollen. Die Person, der ihr das Sorgerecht übertragen wollte, ist dann dafür zuständig Personen und vermögensbezogene Dinge für das Kind zu regeln, sie kann das Kind bei sich aufnehmen oder darüber entscheiden, ob es in einer Pflegefamilie auf wachsen soll. Dafür uns klar war, dass wir unser Kind in vertraute Hände geben wollen und nicht in eine Pflegefamilie, haben wir vorher mit den Personen, die wir eingesetzt haben besprochen ob sie Zur Aufnahme unseres Kindes in ihrer Familie bereit wären.

Der Vormund.

Die Person, die ihr vor euer Kind als Vormund festlegen möchtet, muss volljährig und geschäftsfähig sein. Außerdem, solltet ihr natürlich vorher mit ihm besprechen, ob er zu dieser Aufgabe bereit ist. Des weiteren sollte natürlich überlegt werden, welche Personen überhaupt dazu in der Lage sind, nach den eigenen Vorstellungen erziehen und mit dem Kind umgehen würden, ob eventuelle Geschwister Kinder zusammen bleiben können und so weiter. Kurz gesagt, die Wahl des Vormundes sei wohl überlegt.

In unserem Fall, haben wir tatsächlich die Paten als Vormund eingetragen,ö. Wobei ein Pate quasi als erste Option genannt wird, und der zweite als ausweicht Option wenn der erste aus wichtigen Gründen nicht zur Verfügung stehen kann.

Aber wie setze ich bin nur so eine Sorgerechtsverfügung auf? Als Eltern haben wir zwei Optionen. Wie oben schon gesagt können wir es zum einen beim Notar, als Testament erstellen lassen. Diese Option ist kostenpflichtig. Oder, wir können die Sorgerechtsverfügung selbst auf setzen, hierbei ist allerdings wichtig, dass sie komplett mit der Hand geschrieben ist. Außerdem, muss die Verfügung, wie jedes offizielle Dokument, mit Vor- und Zunamen der aktuellen Sorgeberechtigten (also der Eltern) unterschrieben und mit Ort und Datum versehen werden. Und keine Angst, es ist egal ob handgeschrieben oder notariell beurkundet, beides ist gleich viel Wert.

Zum Abschluss möchte ich euch noch eine Formulierungshilfe für die Sorgerechtsverfügung an die Hand geben: Klick !

Es ist ratsam, die Verfügung alle 2-3 Jahre zu kontrollieren und gegebenenfalls zu erneuern. Denn unter Umständen ändern sich Lebensumstände oder Voraussetzungen und der einst gewählte Vormund, kommt somit doch nicht mehr infrage.

Sorgerechtsverfügung
Unser Kind zu schützen heißt auch vor zu sorgen!