Campen im Wohnmobil als Familie – Schwanger mit Kleinkind

Der Plan steht, der Urlaub ist gebucht und das Wohnmobil steht quasi vor der Tür. Auf geht es für uns zum ersten Campen als Familie.
Das Ziel’? : Die Atlantikküste Frankreichs. Zwei Wochen etwas südländische Leichtigkeit und Sonne satt, so zumindest der Plan.
Wie genau wir uns das mit Kleinkind und auch noch schwanger so vorstellen und ein Fazit wie es dann tatsächlich klappte erwarten euch in diesem Artikel.

Campen mit der Familie am Atlantik. Schwanger und mit Kleinkind in den Sommerurlaub.

 

Aber hast du keine Angst?

In der 24. Schwangerschaftswoche geht es nach Frankreich, in der 26. wieder zurück nach Hause. Wir sind nicht in Deutschland und auch in Frankreich in keinem “Epizentrum” den Weg in die nächste Klinik mit Neonatologie kann ich euch nicht sagen und er ist mir auch egal.
Ich habe keine Angst.

Ich vertraue auf meinen Körper und mein recht untrügliches Gefühl. Vor 2 Jahren habe ich eine Schwangerschaft mit vorzeitigen Wehen und co hinter mir, weiß also wie sich “so etwas” anfühlt oder anfühlen kann. Es gibt bisher keinerlei Komplikationen, diese Schwangerschaft verläuft für mich beinahe beängstigend komplikationslos und wenn ich ehrlich bin, dann habe ich nicht das Gefühl als wenn sich das so bald ändern sollte.
Für den Fall der Fälle haben wir bei Buchung des Campingplatzes allerdings vernünftiger weise eine Reiserücktrittsversicherung abgeschlossen, denn ganz im Ernst mit einem Kleinkind und auch noch schwanger weis man einfach nicht was kommt. So sind wir auf der sicheren Seite.

 

So eine lange Fahrt …

ja, aber so eine lange Fahrt (genau genommen sind es etwa 13 Stunden) mit einem Wohnmobil. Das birgt den entscheidenden Vorteil, dass wir unser “Haus” bei uns haben und ganz salopp gesagt schlafen können wo wir wollen.
Abgesehen von meiner Schwangerschaft, dank der mir 13 Stunden sitzen definitiv niemals mehr möglich wären, handelt es sich einfach auch um eine Dauer die ich dem kleinen Bären nicht zumuten möchte.

Wir haben uns also schon bei der Urlaubsplanung überlegt, welche Fahrtzeit für uns einigermaßen angenehm machbar wäre und danach unsere Reise geplant. Wir werden also am Samstag los fahren, obwohl wir erst am Montag den Platz auf dem Campingplatz gebucht haben. So haben wir quasi 3 Tage Zeit zum Fahren. Was etwa 4-4,5 Stunden Fahrt am Tag entspricht. Das ist ok und für uns alle tragbar.
Da das Nächtigen auf einem Autohof weniger reizvoll und für den Bären, der sicher auch toben möchte einfach zu gefährlich ist, haben wir entschieden uns auf unsrem Weg verschiedene Wohnmobil Stellplätze zu suchen, auf denen wir dann die zwei Nächte verbringen können und auch am Abend/ Nachmittag noch die Chance haben den Bären bei Laune zu halten.

Die Rückfahrt wird im Übrigen genau so ablaufen.

 

Kleinkind sicher transportieren

Für uns gibt es nur eine Art Kleinkinder bis zum 4. Geburtstag sicher zu transportieren. Das ist mit einem passenden rückwärts gerichteten Kindersitz. Und auch das ist im Wohnmobil möglich.
Grundsätzlich sollte natürlich probiert werden ob das alles passt. Und unter Umständen macht es auch sinn sich nochmal von einem Fachhändler beraten zu lassen aber per se geht das durchaus.

Bei unserem Wohnmobil gibt es auf der Rückbank auch kein “loses Kissen” mehr, welches ggf. entfernt werden müsste, so dass der Sitz ganz normal bedenkenlos auf der Rücksitzbank installiert werden kann. Nur über Isofix verfügt unser mobiles Heim auf zeit nicht, das ist nicht weiter schlimm denn wir besitzen einen Kindersitz der mit dem normalen Fahrzeug gurt befestigt werden kann.
Unser Kind fährt also auch im Wohnmobil, trotz vermeintlich geringerer Unfallgefahr und mehr Knautschzone rückwärts.

 

Camping und Familienbett – Die Schlafsituation

Das WoMo verfügt über ein festes und ein ausklappbares Bett von je 140cm x 190cm . Das ist prima machbar für zwei Erwachsene… mit Kleinkind und Babykugel dann aber doch eher utopisch. Also wird es für uns kein komplettes  Familienbett geben, sondern wir schlafen getrennt. Der Bär bei mir und Papa allein. Wobei es dem Bären offen stünde auch bei Papa zu schlafen – wer weis was er letztlich lieber machen möchte.

Perspektivisch ist der Plan des Herzmannes für kommendes Jahr übrigens, dass der Bär bei ihm und das Baby dann bei mir schläft. Ich bin gespannt und sehe mich tatsächlich eher schon mit 2 Kindern auf 140cm Körpertetris spielen, während der Mann selig alleine schlummert als alles Andere.

 

Ich packe meinen Koffer und nehme mit

Also erstmal fällt das mit dem Koffer natürlich weg, aber so richtig viel Platz für Kleidung bleibt dann nebst Essen und Trinken im WoMo trotzdem nicht. Also hießt es auch hier wieder gut überdenken, was wir brauchen.
Das fällt mir im Sommerurlaub allerdings fast noch leichter als im Skiurlaub.
So gibt es für jeden 2 Badehosen/ Bikinis, Unterwäsche für jeden Tag, 2 Strand- 1Dusch- und 2 Kleine Handtücher, 10 Shirts, 2 Pullover, 1 Jeans, 1 Jogginghose und 3 -4 kurze Hosen / Röcke.  Fertig.
Klingt wenig für 14 Tage ? Ja vielleicht. Aber effektiv werden wir die meiste Zeit in Badekleidung herumlaufen bzw. am Strand sitzen. Und wenn dann doch mal etwas dreckig aber noch gebraucht wird, dann waschen wir es fix per Hand. Ach und jeder bekommt natürlich einen Schlafanzug.
Außerdem dabei ist natürlich eine kleine Reiseapotheke inkl. Sonnencreme. Sonnenbrillen für alle und Sonnenhüte für die beiden Herren.

Strandspielzeug, Strandmuschel und co verstehen sich ja irgendwie fast von selbst. Und natürlich darf auch ein Tragetuch, der Onbu und ein Ring-Sling in der Ausstattung nicht fehlen. Was macht man denn sonst als Tragemama so im Urlaub?

 

Ablauf vor Ort

Wir haben zwar einen TV im Wohnmobil, da dieser aber defekt ist, fällt das schon mal aus. Und auch sonst wollen wir den Konsum von digitalen Medien deutlich reduzieren und uns so den Stress nehmen.
In wie weit das mit dem Blog dann so klappt werden wir sehen, aber ich gebe mein Bestes.

Atlantik Küste beruhigt durch Sandbank vor dem Strand. Perfekt für Familien.

Unser Strand mit Sandbank davor

Ansonsten werden wir auch versuchen den Blick auf die Uhr ab zu schalten und einfach in den Tag zu leben. Essen wenn wir hungrig sind, schlafen wenn wir müde sind und einfach die Tage genießen. Ganz nebenbei mitnehmen was der Campingplatz vielleicht so an Aktionen und Themen Abenden bietet und einfach genießen.
Wenn es gut läuft, was warscheinlich ist, da Ferien sind, gibt es einige andere Kinder dort und der Bär hat Möglichkeit nach Herzenslust zu toben und Kontakte zu knüpfen.
Und ich werde mir das ein oder andere Buch mit nehmen.
Spannend wird es wohl vor allem mit dem zu bett gehen. dazu kann ich aber erst im folgenden Fazit was erzählen.
Also stay tuned.

 

 Wahl des Urlaubsortes

Gerade mit kleinen Kindern auch nicht zu unterschätzen isf die Wahl des Urlaubsortes, gerade wenn es an den Atlantik gehen soll. Diser ist ja gern für seine doch recht wellige Art bekannt und oft eher bei Surfern als Familien beliebt.

Aber auch hier gibt es passende Orte, wo ich weder Sorge habe, dass der Bär erst gar nicht in die Nähe des Wassers geht oder von den Wellen mit gerissen wird. Eigenen tun sich da vor allem die Seiten von Inseln, die dem Land zugewandt sind. Oder wie bei uns, Buchten oder Strände die von einer Sandbank abgeschirmt werden. Und so fiel unsere Wahl auf die Düne von Pyla. Das seichte und sehr langsam tiefer werdende Wasser ist perfekt für  (kleine) Kinder. Und die Düne ist absolut sehenswert. Das besteigen dieser werde ich mir aber wohl in diesem Jahr lieber sparen.

Camping Urlaub an der Düne von Pyla. Perfekt für Familien.

Blick von der Düne zum Strand

 

Fazit

Trotz splitten der Fahrtzeit auf drei Tage war die Fahrt ziemlich kraft- und nerven zehrend. Drei Tage in folge für je 5 Stunden etwa im Kindersitz zu verbringen ist dann für einen aktiven 2 Jährigen auch trotz Tablet, Büchern und co eher nichts.
Eine weitere Fahrt von ähnlicher dauer würden wir mit Kleinkindern dann also anders gestalten und eher mal zwei Tage Pause einlegen, zum richtig austoben.

Insgesamt haben wir festgestellt: mit Wohnmobil muss man sich eh nach etwa einer Woche bewegen. Wasser auffüllen, Abwasser wegbringen, einkaufen … beim nächsten Mal wird der Urlaub dann also so geplant, dass wir vor Ort nur eine Woche auf einem Platz bleiben und uns in der zweiten Woche noch mal etwas Anderes anschauen.

Camping ist für mich aber nun wirklich auch mit Kleinkind schon die unschlagbare Art zu urlauben, vorausgesetzt das Wohnmobil/Wohnwagen/Zelt gehört einem selbst.
So hat das Kind die größt mögliche Entfaltungsmöglichkeit ohne ständig ein “Nein” oder “das geht hier nicht” hören zu müssen, was verständlicher weise sonst schnell zu Frust führt.
Das viele draußen sein war hervorragend und Kontakte zu anderen Kindern sind schnell geknüpft, da spielt dann auch das Alter oder gar die Sprache keine große Rolle mehr.
Da wird einfach zusammen gespielt, ohne viel tam tam. Grade weil der Bär ja eh noch nicht viel spricht, machte es auch kaum einen Unterschied. Verständigung geht auch nonverbal.

Für uns steht fest, nächsten Sommer geht es wieder Campen. Dann zu viert, mit Baby und Kleinkind und nicht in den Süden sondern nach Schweden.
Auch da werde ich dann natürlich wieder berichten.

 

 

P.S: Kleidung – der Bär war 50% der Zeit Nackt, trug 30 % nur einen Body und 19% Badekleidung… nur 1% der Urlaubszeit hatte er Hose und Shirt am Körper, 80% dessen was wir für ihn eingepackt hatten ist ungenutzt wieder mit uns heim gekommen.
Insgesamt hatten wir wenig Wäsche aufkommen. mit 1 Maschine 40 Grad Wäsche und 1 Maschine 60 Grad Wäsche war unsere komplette 15 Tage Urlaubs-Dreckwäsche schon wieder beseitigt.

 

 

 

 

 

 

 

 

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