Das Ergebnis von Beckenbodentraining in der Schwangerschaft.

Ich habe bis knapp über die Hälfte der Schwangerschaft 3 mal pro Woche aktiv meinen Beckenboden trainiert. Danach weiter sporadisch. Das Ergebnis vom Beckenbodentraining hat mich überrascht.

 

Beckenbodentraining in der Schwangerschaft? Das ist doch nicht gut! – Diese Aussage ist mir vielfach begegnet. Auf Nachfrage wurde der Gedanke dahinter deutlich. Die Annahme war, dass eine Geburt mit einem trainierten kräftigen Beckenboden schwerer ist, weil dieser dann “zu” macht bzw entgegengesetzt wirkt. Aber ist das wirklich so?

 

Beckenbodentraining schlecht für die Geburt?

An dieser Stelle kann ich allen die Angst nehmen. Ein trainierter Beckenboden führt nicht dazu, dass eine Geburt länger dauert, schmerzhafter ist oder Komplikationen auftreten. Muskeln können zwischen an- und Entspannung wechseln. Auch – oder erst recht trainierte Muskeln können das. So ist auch die Beckenboden Muskulatur bei der Geburt in einem entspannten Zustand. Um dies auch gut steuern zu können, bzw. Einfluss darauf zu haben hilft es enorm wenn wir unseren Beckenboden spüren können und wissen wie sie Anspannung und Entspannung im Vergleich anfühlen. Um das gut zu können hilft uns Beckenbodentraining enorm.

 

Positives vom trainierten Beckenboden.

Während der kompletten Schwangerschaft ist der Beckenboden unser Steckenpferd. Er hält nun nicht mehr, so wie sonst, “nur” unsere Organe wo sie hingehören und steuert die Schließmuskeln. Nein, er trägt nun auch noch unser Kind inkl. schwerer Gebärmutter und Fruchtwasser.

Eigentlich alle schwangeren Frauen kennen es – je weiter sie Schwangerschaft voranschreitet, desto öfter müssen wir auf die Toilette. Die Blase hat einfach nicht mehr so viel Platz, oft tritt oder Boxt das Kind dann auch noch rein. Und oft beginnt da bei einigen Frauen dann auch eine leichte Inkontinenz. Der Schließmuskel kann dem Druck nicht mehr stand halten und es geht ein bisschen Urin ab. – Hier kann Beckenbodentraining helfen. Ein trainierter Beckenbodenmuskel sorgt dafür, dass der Schließmuskel diesem “Stress”, der Belastung standhalten kann und es nicht zu einer Inkontinenz kommt.

 

Auch während der Geburt ist ein trainierter Beckenboden von Vorteil, denn er besitzt mehr Elastizität. Während das Kind durch die Wehen langsam aus dem Körper geschoben wird, muss der Beckenboden sich immer mehr weiten um es hindurch zu lassen. Dies gelingt besser je elastischer er ist. Außerdem hilft es, wenn die Frau den Beckenboden in der Phase bewusst entspannen kann. Auch das ist Frauen die regelmäßig ihren Beckenboden trainieren leichter möglich.

Wenn der Beckenboden sich nicht ausreichend weitet, mangels Elastizität oder Entspannung, kann es zu eine langsameren und schmerzhafteren Geburt kommen. Außerdem kann der Beckenboden z.b im Bereich der Muskeln und Bänder beschädigt werden.

 

Nach der Geburt

Auch nach der Geburt macht sich das Training bezahlt. Der Beckenboden erholt sich schneller wieder von der Belastung und ist oft auch deutlich stabiler. Es kommt seltener zu Kontinenzproblemen und auch die Rückbildung verläuft besser.

Wie ich hier schon mal angesprochen habe hängen Bauch-, Rücken- und Beckenboden Muskulatur in so fern zusammen, dass nur bei entsprechendem Training aller drei Muskkelgruppen eine optimale Rückbildung auch der Rectusdiastase möglich ist.

 

Persönliches Fazit

Während ich bei der Geburt des Bären keinerlei Bezug zu meinem Beckenboden herstellen konnte (und das obwohl er vor der Schwangerschaft mal gut trainiert war) war mir bei der Geburt vom Igelchen ein bewusstes Entspannen möglich. Ich konnte durch Mimik und Atmung/Tönen gut Einfluss auf den Beckenboden nehmen und habe die Geburt so deutlich entspannter erlebt.

Auch hinterher habe ich nun deutlich weniger Probleme. Ich kann den Beckenboden noch immer bewusst an- und entspannen. An ein Kontinenzproblem ist nicht zu denken. Selbst bei voller Blase und Niesen bleibt alles wo es hin gehört.

 

 

 

 

 

Könnte Sie auch interessieren:

~Beckenboden – wichtige Muskeln

Geburtsbericht Igelchen

Geburtsbericht kleiner Bär