Die Sache mit der Fremdbetreuung

Eins möchte ich, bevor die Stimmen laut werden vorweg nehmen. Es gibt Eltern, Mütter und Väter, die nach 1 Jahr oder gar 0,5 Jahr beide wieder Arbeiten gehen möchten und ihr Kind deshalb in die Fremdbetreuung – z.b Krippe oder zur Tagesmutter geben. Auch wenn ich persönlich das nicht nachvollziehen kann (muss ich ja aber auch nicht), ist das völlig legitim, wenn das für die betreffenden Eltern und ihr Kind gut funktioniert. Dieser Artikel soll eher Bezug auf die Situation nehmen, wo die Eltern das nicht möchten, oder das Kind nicht bereit dafür ist. Die haben dann nämlich in vielen Fällen ein Problem!

Trotz des Jahrelangen Kampfes für die Emanzipation gibt es sie auch noch heute, die Mütter, die gern bei ihrem Kind oder ihren Kindern zuhause bleiben möchten, zumindest die ersten (2-5) Jahre. Gerade die Möglichkeit, diese Entscheidung frei zu treffen, sollte Teil der Emanzipation sein. Genau genommen sollte ich das sowieso anders Formulieren, (…) es gibt sie immer noch, die Eltern, die ihre Kinder zumindest die ersten 3 Jahre selbst zuhause betreuen möchten. Denn an dieser Stelle ist es egal ob Mama oder Papa die Betreuung übernimmt, es geht schlicht um den Wunsch sein Kind nicht vor dem 4. Lebensjahr fremdbetreuen zu lassen.

Kaum jemand kann sein Kind zuhause betreuen.

Die Umsetzung dieses Wunschs hapert zu meist am finanziellen Aspekt. Es ist gesetzlich erlaubt, 3 Jahre in Elternzeit zu gehen, so lange muss einem der Job “freigehalten” werden, so dass man nach dieser Zeit dann wieder einsteigen kann. Grundsatz erst mal eine tolle Regelung – auch Papa darf diese 3 Jahre Elternzeit nehmen, man sie sich als Familie aufteilt, ist jedem selbst überlassen. Im nächsten Schritt kommt aber schon der erste Harken ans Licht. Das Elterngeld bekommt man nämlich für maximal 2 Jahre ausgezahlt. Wie man es dreht oder wendet, das dritte Jahr säße man auf dem trockenen. Dass sich die Vielzahl der Familien das nicht leisten kann dürfte schnell klar sein. Aber nicht mal zwei Jahre daheim zu bleiben ist für die meisten möglich. Denn Elterngeld wird nicht in voller Höhe (69% vom Lohn) für zwei Jahre ausgezahlt, sondern es wird dann gesplittet – man bekommt monatlich also nur noch 34,5% von seinem Lohn. Wie viel das noch ist, kann man sich recht einfach errechnen. Für viele ist es nicht genug um über die Runden zu kommen. Wenns auch noch der Papa ist der daheim bleiben möchte kommt noch das Problem dazu, dass die Männer meist noch immer mehr verdienen als Frauen und somit gleich mal das Haupteinkommen wegfällt. Für kaum jemanden möglich!

Trotzdem kaum ausreichend gute Betreuungsplätze.

Dann wird halt in den sauren Apfel gebissen – 1 Jahr zuhause bleiben und dann zumindest Teilzeit wieder Arbeit und das Kind in die Fremdbetreuung ( oder wenn finanziell möglich das gleiche mit 2 Jahren und dann Teilzeit). Steht man vor den nächsten Problemen. 1. Es gibt schlicht und ergreifend nicht ausreichend Betreuungsplätze für die kleinen. Und der Ausbau ist teuer. Einfacher und vermutlich günstiger wäre es die Eltern finanziell besser zu unterstützen, damit sie ihr Kind länger zuhause betreuen können. Aber Nada. Alle möglichst schnell wieder an die Arbeit kriegen ist die Devise. Aber Kinder brauchen wir ja auch … der Trend geht zur Vollzeit arbeitenden den Gebärmaschine wenn es nach dem geht was der Staat möchte. Dass es einige Eltern gibt, die auch (viel) Zeit mit ihren Kindern verbringen möchten fällt da einfach hinten runter. Tatsächlich ist mir auf die Frage warum jemand keine Kinder hat/ bekommt durchaus die Begründung “Wir können es uns nicht leisten. Wir müssten beide weiter Vollzeit arbeiten und um dann keine Zeit für mit meinem Kind zu haben bekomme ich keine Kinder.” Durchaus geläufig.

Das nächste Problem ist dann, dass Tagesmütter am liebsten nur Ganztagskinder haben möchten (macht aus deren Sicht finanziell ja auch Sinn), und vor allem, der Preis der für die Betreuung zu zahlen ist. Das sind hier bei uns etwa 350-400 Euro pro Monat. Und dafür geht man dann halbtags für 750,- Euro netto arbeiten und lässt sein Kind fremd betreuen, dass man dann den Großteil in diese , ja eigentlich gar nicht gewünschte Fremdbetreuung steckt. Wunderbar. So funktioniert Motivation.

Wie das dann noch mit einem Geschwisterkind aussieht, davon will ich lieber gar nicht sprechen. Auch nicht von dem Elterngeld beim zweiten Kind sollte man dies nach 2 Jahren bekommen und zwei Jahre in Elternzeit gewesen sein… das füllt einen weiteren Artikel.

Auf der Suche nach Lösungen.

Fakt ist, dass ein Umdenken dringend nötig ist, damit werdende Eltern und junge Familien Sorgenfreier in die Zukunft blicken können und vielleicht auch Kinder bekommen wieder attraktiver ist. Ich für meinen Teil bin erst mal zwei Jahre zuhause. Das ist knirsch aber geht irgendwie. Das dritte Jahr daheim wäre mein großer Wunsch, daher baue ich mir jetzt eine kleine Selbstständigkeit auf , Mawiba – Das neue Mama-Baby Tanzkonzept und ich bin Trainerin. Aktuell läuft es schleppend an, aber ich hoffe, dass es sich im kommenden Jahr hier noch gut etabliert und mir finanziell den Weg öffnet.