(DIY:) Learningtower oder Lernturm nach Montessori Pädagogik

Wir haben ihn! Den sagen umwobenen Learningtower. Allein die Bezeichnung erntete bei den Urgroßeltern des kleinen Bäre Missgunst. Aber es geht auch auf deutsch – Lernturm ist wohl ein genau so verbreiteter Name, wusste ich nur nicht!

Nun die Idee des Lernturms kommt aus dem Hause Montessori. Es geht darum, das Kind teilhaben zu lassen, zum Beispiel am Essen zubereiten und das möglichst früh, wenn seitens des Kindes Interesse besteht. Der Lernturm ist dabei eine Art kleine Leiter oder tritt mit Umrandung , so dass das Kleinkind sicher darauf stehen kann ohne evtl runter zu fallen.

Mir war der Lernturm für die Küche sehr wichtig. Immer wenn ich am Essen zubereiten bin und mein Mann nicht zuhause ist um mit dem kleinen Bären zu spielen, habe ich ein Problem. Denn dieser möchte gern überall dabei sein, schauen und ggf. auch helfen. Ein Stuhl war aber zu unsicher da er dort unter Umständen einfach zu Seite “abstürzen” kann. Daher haben wir uns zum ersten Geburtstag einen Lernturm/Learningtower von meinen Eltern gewünscht. Erst haben wir überlegt selbst einen zu Bauen, mein Mann und ich sind handwerklich beide nicht völlig unbegabt. Aber mit Renovierungsarbeiten, Garten, Arbeit und Kleinkind fehlt einfach die Zeit. Also durfte mein Papa bauen.

Anleitung:

Er hat als Grundlage zwei Ikea Hocker (Bekväm unten und Oddvar oben) genutzt. Die obere Platte von Bekväm wurde weggelasssn und dafür Oddvar auf dem Kopf stehen darauf geschraubt. Bei Oddvar wurde an der Seite die nach hinten zu den Stufen zeigt die untere Querstrebe weggelassen, damit das Kind selbst in den Learningtower klettern kann. Diese wurde zersägt und vorne an die Füße von Bekväm geschraubt – als Umkippschutz. Uns damit ist der Lernturm als solches auch schon fertig gewesen.

Da ich mir aber, wir so oft, noch etwas besondere gewünscht habe, ging der Baumarathon noch weiter. Ich wollte für den kleinen Bär das spaßige mit dem nützlichen verbinden und platzsparend eine Beschäftigung für ihn integriert haben. Auf der einen Seite des Turms sollte ein Activityboard integriert werden, auf der anderen Seite ein Tafel. Mein Papa hat sich dann selbst übertroffen und noch die Idee gehabt eine verspiegelte Tür mit an zu bauen.

An die Seiten des learningtowers wurden nun also noch Spanplatten angebracht, vor eine Seit davon noch eine Tür aus Spanplatte und dann würde das ganze mit weißem Spielzeuglack (z.b Alpina Weißlack) lackiert. Anschließend kam auf die eine Seite (die mit der Tür) Tafelfarbe – auf die Tür von innen auch. Von außen wurde die Tür abschließend mit Spiegelfolie beklebt. An die andere Seite kamen: Seile, schiebe- und Klappriegel, Karabiner, eine Rolle, ein Fidgetspinner, eine Hupe, ein Gurt und Musikinstrumente aus Holz – da kann man seiner Fantasie freien Lauf lassen.

Und dann war der große Tag gekommen. Der kleine Bär bekam seinen Lernturm zum Geburtstag. Bisher sind vor allem die Speigeltür und das Activityboard der absolute Renner und die Entscheidung ihm so einen Turm zu schenken war definitiv die richtige! Ich freue mich jede Sekunde in der er an dem Turm steht, spielt und erkundet. Und bald wird er sicher auch seinen ursprünglichen Zweck in der Küche erfüllen!

Lernturm mit Activityboard und Tafel

Unser Learningtower