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Familie

Elterninitiative – eine Alternative zum städtischen Kindergarten?

Elterninitiative eine alternative zum städtischen Kindergarten

nOb die Elterninitiative wirklich eine gleichwertige Alternative zum städtischen Kindergarten ist, wie sie gegründet oder finanziert wird und wer welche Arbeiten erledigt. All das sind Fragen, die im Rahmen meiner Vorstandsarbeit in einer kleinen Elternini immer wieder höre. 
Kürzlich habe ich auf meinen Instagramprofil einen Guide zu diesem Thema angelegt. Möchte die Infos aber natürlich auch außerhalb der Plattform mit euch teilen.

Elterninitative als Kindergarten

Elterninitiative – eine Lösung wenn es keinen passenden Kindergarten in der Gegend gibt?

Was ist eine Elterninitiative eigentlich?
Kurz gesagt eine Kinderbetreuungseinrichtung in freier (also nicht städtischer) Trägerschaft, getragen von einem Verein der meist hauptsächlich aus den Eltern der dort betreuten oder zu betreuenden Kindern besteht.
Bundesweit gibt es mehr als 7500 solcher Elterninis.
Die meist schon lange bestehen und ihren Ursprung in der Antiautoritären Kinderladen Bewegung der 60er/70er Jahre haben. Das bedeutet aber keinesfalls, dass sich heute keine solche Initiativen mehr gründen lassen, oder alle Elterninis Antiautoritäre- oder Beziehungsorientierte Konzepte haben. Daher solltet ihr immer genau hinschauen.

Sein(e) Kind(er) in einer solchen Elterninitiative betreuen zu lassen, bedeutet in aller Regel durchaus einen erhöhten Aufwand für die Eltern. So übernimmt die Organisation der Einrichtung der Vereinsvorstand- bestehend aus einigen Eltern. Die Eltern zahlen Mitgliedsgebühren. Und meist müssen sie auch verschiedenen Arbeitsstunden/Dienste leisten.
Die Finanzierung der üblichen Kosten läuft allerdings in den meisten Fällen über die Stadt/Kommune, da diese immer Dankbar sind, wenn weitere Betreuungsplätze geschaffen vorhanden sind, mit deren Verwaltung sie aber wenig Arbeit haben.

 

Gründung einer Elterninitiative als Kindergarten

Wer eine Elterninitiative ins Leben rufen möchte, sollte zu diesem Zweck einen gemeinnützigen Verein zu gründen. Denn diese Rechtsform ist häufig eine Voraussetzung dafür, dass die Elterninitiative aus öffentlichen Mitteln finanziert und gefördert wird.

Zur Gründung eines Vereins müssen sich mindestens sieben Personen zusammenfinden, die in einer Gründungsversammlung eine Vereinssatzung und den Zweck des Vereins festlegen. Als Gründer solltet Ihr Euch daher zum Beispiel darauf einigen, wie viele Kinder welchen Alters wo betreut werden und welches pädagogische Konzept für eure Einrichtung zu Grunde liegt.
Danach muss ein gewählter Vereinsvorstand beim zuständigen Amtsgericht über einen Notar die Eintragung in das Vereinsregister sowie die Anerkennung der Gemeinnützigkeit beim örtlichen Finanzamt beantragen.
Zum Abschluss muss der Jugendhilfeausschuss Euren eingetragenen Verein und somit auch die Elterninitiative als „Träger der freien Jugendhilfe“ gemäß § 75 Kinder- und Jugendhilfegesetz (KJHG) anerkennen.

Das klingt irgendwie alles hochtrabender als es dann letztlich ist. Ehrlich.
Ihr habt auch reichlich Anlaufstellen, die euch bei der Gründung Unterstützen, aktiv oder auch mit
Infos.
Für Hannover gibt es z.B die KiLa Ini, für Niedersachsen und Bremen noch die LagE e.V oder für ganz Deutschland die BAGE e.V – das sind alles Anlaufstellen, von denen ihr sowohl erste Infos, als auch Unterstützung erhalten könnt.

 

Die Finanzierung

Wenn ihr die Betreuung eurer Kinder gemeinsam durch eine Elterninitiative organisieren möchtet, haben ein Recht auf (Teil-)Finanzierung durch das Land. Denn die ganzen Kosten selbst durch Vereinsbeiträge oder ähnliches zu stemmen ist schier utopisch.
Diese finanzielle Hilfe muss der Verein allerdings sowohl bei der Kommune, als auch beim Land beantragen. Die Details sind dabei von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. Daher solltet ihr euch unbedingt bei der BagE oder LagE beraten lassen, was für euch wichtig ist. Aber auch das zuständige Landesjugendamt kann Euch bei diesen Themen weiterhelfen. Nach der Auszahlung der finanziellen Mittel müsst Ihr deren Verwendung nachweisen. Auch hierfür gibt es bei den Zuschussgebern entsprechende Formulare, die Ihr unbedingt sorgfältig und termingerecht bei diesen einreichen müsst.

Bei uns ist es so, dass laufende Kosten wie Gehalt der ErzieherInnen, Putzkraft und Miete von der Kommune refinanziert werden. Dafür müssen wir nach dem Jahresabschluss die Abrechnung bei der Stadt einreichen und bekommen das Geld dann erstattet.
Nötige Umbauten und neu Anschaffungen übernimmt in der Regel auch die Kommune. Wenn wir etwas besonderes wollen, Weihnachtsgeld zahlen oder auch Geschenke organisieren muss der Verein selbst zahlen. Auch die Finanzierung für das Essen tragen die Eltern selbst – das dürfte aber in nahezu allen Kindergärten der Fall sein.

Steuerpflicht

Auch als gemeinnütziger Verein müssen wir während des laufenden Betriebes als Träger nachweisen, dass die Befreiung von der Steuerpflicht gerechtfertigt ist und daher alle 3 Jahre sind Steuererklärung abgeben.

 

Die Elterninitiative – ein Verein

Zum Gründen eines Vereins benötigt es erstmal mindestens 7 Mitglieder. Das ist auch einfach deshalb wichtig, damit ihr die Aufgaben alle verteilen könnt.
Wir merken das als kleine Elterninitiative mit nur 10 Kindern im Alltag sehr eindrucksvoll dann, wenn eine Familie mehrere Kinder gleichzeitig im Kindergarten hat. Dann verteilt sich die Arbeit nämlich nicht mehr auf 10 sondern nur noch 9,8 oder gar 7 Familien.

Allein der Vorstand muss aus drei Personen aus drei verschiedenen Familien bestehen.
Eine Person hat dabei den ersten Vorsitz inne, eine den zweiten und die dritte Person ist für die Kasse bzw. die Finanzen zuständig. So wird Gegenseitige Kontrolle sichergestellt. Und das es zu keiner Verunteuung der Gelder kommt.
Der Vereinsvorstand kümmert sich bei uns also um: Finanzen, Mitarbeiter*innen und Paktikant*innen von Bewerbung über Verträge bis hin zu Gesprächen, neue Kinder (Bewerbungen), die Kommunikation mit anderen Inis, die Kommunikation mit dem Dachverband, die Betriebserlaubnis, Steuer, Beantragung jeglicher Gelder von Gehältern bis Fortbildungserstattung. Ggf. um das finden neuer Räume (so bei uns grad der Fall), Organisation und Durchführung der Elternabende sowie Ausflüge und Fahrten oder sonstige repräsentative Veranstaltungen, Neuanschaffungen und ggf. Verkaufen aussortierter Sachen.
Faktisch investiert jede Person im Vorstand wöchentlich zwischen 1 und 4 Stunden in diese Arbeit. Manchmal eben mehr, manchmal weniger.

Neben den Aufgaben, die im Vorstand verteilt sind, werden auch noch weitere an die restlichen Eltern delegiert.
Da sind z.B. Pressetexte, Organisation von Geschenken, Stundenzettel kontrollieren, Vertretungsorganisation, Einkauf, Reparaturen, Datenschutz, Hygiene Überprüfungen und Beschaffungen, Sicherheitsüberprüfungen.
So sind wir definitiv auf jede Familie angewiesen um alle arbeiten erledigen zu können.
Außerdem übernehmen wir als Eltern die Vertretung bei Krankheit sofern möglich. Und haben bis vor kurzem unter der Woche selbst im Wechsel geputzt. Seit diesem Jahr habe wir dafür aber eine Putzhilfe eingestellt.

 

 

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