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FamilieSchwangerschaft

Geburtsbericht – Eine Geburtshaus Geburt

Unser Igelchen ist da! Und ich möchte euch unbedingt von der Geburt berichten, die so anders war als die Klinikgeburt des kleinen Bären damals.

Alles nur kein Blasensprung

Die Geburt des Bären startete damals mit einem und dieses Mal hatte ich Angst davor. Der Blasensprung als Endgegner, quasi. Denn wenn dann keine Wehen kommen muss man ins Krankenhaus und dahin wäre meine Wunschgeburt.

Die Geburtsreise mit dem kleinen Igel startete ganz anders. Wobei, das stimmt nicht ganz. Bei beiden Kindern hatte ich ab der 30. Woche immer mal wieder Wehen die schon wirksam für Gebärmutterhals und Muttermund waren, aber eben wenige und es ging alles sehr langsam. Während beim Bären dann solche leichten Wehen zum Blasensprung führten. War es diesmal anders.

 

Vorboten

Einen Morgen habe ich etwas vom Schleimpfropf verloren. Den ganzen Tag folgten dann leichte, aber spürbare und absolut unregelmäßige Wehen. Also habe ich dem nicht all zu viel Bedeutung beigemessen. Kann ja alles oder nichts heißen.

Und so haben der Bär und ich unseren Tag normal verbracht und am Nachmittag noch einen extra Spaziergang eingelegt. Aber alles blieb „ruhig“.  Nach einem abendlichen Bad waren die Wehen auch gänzlich verschwundenen. Also habe ich mich ins Familienbett gekuschelt und gedacht „zum Glück“, denn der Mann hat ja Nachtschicht.

 

Wehen reloaded

Neuer Tag, selbes Spiel. Wieder Abgang von einem Teil Schleimpfropf- diesmal war ich mir  recht sicher, dass es der Rest gewesen sein muss. Dafür dann erstmal keine Wehen weiter. Da wir eh raus mussten damit der Herzmann schlafen kann haben wir uns wieder für einen Spaziergang entschieden. Er war lang, anstrengend und vor allem musste ich den Bären viel tragen. Weil ich kein Tuch dabei hatte (mein Fehler) trug ich also auf den Schultern. Auf dem Heimweg gegen Mittag  kamen wieder leichte Wehen. Aber so leicht, das sie für mich bedeutungslos waren.

Das änderte sich nach dem Einschlafstillen zum Mittagsschlaf. Während ich Mittag essen gekocht habe, begann ich die Wehen zu tracken. Die Wehen waren merklich aber nicht regelmäßig und für mich gut aushaltbar. Sie bleiben so und ich blieb ratlos. Um mehr zu wissen wieder der Wannen Test, ohne echtes Ergebnis. Sie wurden weder besser noch schlechter. Also entschied ich mich für einen weiteren Spaziergang. Die Wehen wurden kürzer, kräftiger und in kleineren Abständen. Dafür waren sie fast weg als ich dann wieder zuhause war. Also sagte ich dem Herzmann er soll ruhig arbeiten gehen.

 

Oxytocin booster

Ich war am Abend noch mit der besten Freundin verabredet und brachte daher den Bären ins Bett in der Hoffnung er möge schnell schlafen. Seine Antwort war power Stillen. Der gratis Oxytocin booster für meine Wehen. Die waren wieder da und zwar so deutlich, dass ich das liegen im Bett nur schwer ertragen konnte. Was war ich froh als der Bär schlief.

Meine Verabredung verbrachte ich Wehen trackend und immer mal wieder veratmend. Gegen 21 Uhr rief ich meine Hebamme an und fragte nach ihrer Einschätzung. Baden und Schlafen war ihre Empfehlung. Okay.

Die beste Freundin fuhr mit dem Angebot heim mich jederzeit melden zu können. Und ich ging, schon wieder Baden. Die Wehen blieben aber wurden nicht stärker. Ich machte mich bettfertig und der Bär wurde wach. Während ich ihn wieder in den Schlaf begleitete war ich den Tränen nahe. Liegen war definitiv keine Option.

 

Es wird ernst

Es ist fast 0 Uhr als ich meine Hebamme wieder anrufe. Ich veratme deutlich die Wehen  und sage ihr das Schlafen keine Option ist. Wir  verabreden uns also für 1 Uhr im Geburtshaus.

Ich rufe die beste Freundin an, denn sie muss mich fahren. Außerdem meine Mama damit sie den Bären hütet und natürlich auch den Mann, damit dieser von der Arbeit kommt.

Es ist 0:30 Uhr bis wir los fahren und ich, zum sitzen gezwungen im Auto doch deutlich die Wehen veratme und mich da sehr auf mich konzentriere.

Ich merke, dass mir eine komplette Tiefenentspannung wie sie für eine Trance nötig wäre trotz aller Übung nicht gelingt. Dafür fällt mir der Wechsel von Wehe zu Entspannung sehr leicht. Ich stelle mir während der Wehe eine sich öffnende Rosenknospe vor und verkrampfe nicht, in den Pausen reden und lachen wir gemeinsam.

 

Geburtshaus

Um kurz nach 1 sind wir da. Meine Hebamme nimmt uns in Empfang und fragt welchen Raum ich mir ausgesucht habe. Ganz klar Türkies, da bin ich mir sicher.

Sie bittet mich ein mal Untersuchen zu dürfen wofür ich mich kurz hinlegen muss. Mein kleiner Horror. Gute 2 Finger Öffnung und alles weich. – Das dauert noch war ihre Prognose.

Im stehen hörte sie dann noch kurz die Herztöne vom Igelchen – alles in bester Ordnung. Inzwischen war mein Mann da und meine beste Freundin verabschiedete sich. Meine Hebamme stellte gedimmtes Licht ein, brachte Wasser und Kaffee. Fragte ob wir noch etwas brauchen und lobte mich für das gute Atmen. – Ihre Empfehlung ruhen wenn möglich und Kraft sparen. Sie legte sich dann nebenan ins Bett. Mir war es recht.

 

All night long

Mein Mann legte sich mit mir ins Bett und massierte bei jeder Wehe den unteren Rücken bzw. das Kreuzbein, das tat unwahrscheinlich gut. Ich kam so auch im Liegen mit den Wehen klar und konnte in den Pausen sogar teilweise dösen.

Gegen 3 musste ich wieder etwas laufen und stehen, die Wehen wurden nicht stärker aber ich hatte das Bedürfnis. Außerdem wollte ich nun meine Musik einschalten. Diese brachte mir gleich noch etwas mehr Entspannung. Ich vermisste plötzlich den Bären und bekam Angst, dass sie Wehen wie bei ihm damals wirkungslos sind. Trotzdem legte ich mich noch mal hin. Diesmal weniger lange, ab kurz nach 5 war ich wieder auf den Beinen und kurz nach 6Uhr war die Hebamme auch wieder bei uns. Sie versorgte uns mit neuen Getränken hörte Herztöne und wollte gern noch mal untersuchen.

 

Neue Kraft

Sagenhafte 8cm war der Muttermund nun offen. Wow, damit hatte ich nicht gerechnet. Meine Angst war also völlig unbegründet. Nun wäre ein Blasensprung tatsächlich schön gewesen. Aber dieser kam nicht. Erst um 9 Uhr platzte schließlich die Fruchtblase – und gleich danach waren die Wehen weg.

Dem Igelchen ging es aber derweil gut und was in der Klinik eventuell ein Grund für einen  Wehentropf gewesen wäre wurde einfach abgewartet und brachte mir tatsächlich noch mal 20 Minuten leichten Schlaf. Was für eine Erholung. Und ich bin mir sicher, so sehr ich mir das Ende auch wünschte, so sinnvoll war die Pause die mein Körper mir da geschenkt hat.

Als die Wehen wieder kamen hatten sie einen andere Intensität. Presswehen halt. Ich brauchte nun mehr bzw. Überhaupt erstmalig Anleitung durch die Hebamme, damit ich nah der Wehe wieder entspannte. Es dauerte noch etwas, inkl abwechselnder links-rechts Lage, bis der Kopf korrekt ins Beckengerutscht war, als wir das aber geschafft hatten, ging alles schnell. Ich durfte wie gewünscht auch diesmal wieder im 4-Füßler entbinden.

Nach nur 3 Presswehen war der Kopf geboren, eine weitere brachte den Körper hinterher.

 

Kennenlernen

Es wurde respektvoll gewartet. Niemand hob das Kind weg oder rieb es ab, niemand brüllte sofort das Geschlecht durch den Raum.

Der Herzmann und ich schauten gemeinsam und ich verkündete: Ein junge!

Dann nahm ich ihn zu mir. Und fühlte an der Nabelschnur das pulsieren. Schließlich wurde uns ins Bett geholfen und wir kuschelten 30 Minuten Haut auf Haut bis der kleine Igel die Brust suchte und zu trinken begann. Schnell und vollständig wurde die Plazenta geboren und erst dann hat der Mann den kleinen Igel abgenabelt. Wir wurden mit essen und trinken versorgt und erst weitere 1,5 Stunden später fand die U1 und meine Untersuchung statt. Ich  hatte keine zu versorgenden Verletzungen und das Igelchen war top fit.

51cm , 3350 Gramm und 34cm Kopfumfang habe ich da aus meinem Bauch, direkt in unsere Herzen geboren.

 

Heim

Nach der U1 durfte ich aufstehen und mich Baden/Duschen und frisch machen. Das war total gut und wohltuend. Ich fühlte mich gleich viel besser. Und dann durften wir auch schon den Heimweg antreten. Das wohl blödeste, denn in der Zeit mussten wir logischerweise das kuscheln kurz unterbrechen.

 

 

 

 

 

 

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3 comments
  1. Kim

    Wow wie wunderschön das alles klingt…hab echt einen Riesen Respekt vor dir wie du das gemeistert hast! Wenn ich so an meine Geburt denke…habe quasi nur ans Sterben gedacht weil die Schmerzen so unerträglich waren :o. Schöne kuschelundkennenlernzeit euch noch. Lg

    1. a_babywearingmom

      Bei der ersten Geburt- also der des kleinen Bären ging es mir ähnlich wie dir. Ich bin sehr dankbar, dass ich nun erleben konnte, dass es auch anders geht mit guter Vorbereitung, Einstellung und viel viel Entspannung. Das wünsche ich dir für eventuelle künftige Geburten auch von Herzen.

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