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Familie

Geschwister- zwischen Liebe und Rivalität

Wie können unsere Kinder, wie können Geschwister harmonisch miteinander aufwachsen? Das ist eine der Fragen, die uns Eltern immer wieder umtreibt. Sie beginnt mit dem Gedanken ob man einem weiteren Kind gerecht werden kann, zieht sich über den passenden Altersabstand, bis dahin wie wir die Bedürfnisse unter einen Hut bekommen und mit Streit oder Ablehnung um gehen. Wir wünschen uns so sehr eine gute Basis für die Geschwister, dass wir oft übersehen, dass allein diese Erwartungshaltung unser Handeln so beeinflusst und die Kinder derart unter Druck setzt (setzten kann), dass genau dieses Basis nicht entstehen kann.

Geschwister haben sich das nicht ausgesucht

Es mag „plump“ klingen, aber egal ob leibliche oder Bonus Geschwister, in den meisten Fällen haben sich die Kinder das nicht ausgesucht. Und selbst wenn doch, können sie meist die Tragweite des Wunsches noch nicht überblicken.
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Noch weniger haben sie sich dann das Temperament und den Charakter des weiteren Kindes ausgesucht und auch wenn es die gleichen Gene in sich trägt, kann es vorkommen, dass die Kinder so gar nicht miteinander klar kommen.
Wir als Eltern treffen letztlich die Entscheidung für ein weiteres Kind und müssen diese durch das Leben tragen.
Wir sind dafür verantwortlich, dass die Kinder gut miteinander leben können und sich eine gute Geschwister Beziehung bildet. Wir tragen die Verantwortung dafür niemals unsere Kinder.
Geschwister

Geschwister sind Rivalen

Besonders in ihren ersten Lebensjahren, wenn sie noch jung sind, sind Geschwister vor allem Rivalen um die Ressourcen der Eltern.
Das bedeutet nicht, dass sie sich nicht lieben. Aber für kleine Kinder ist die Liebe und Zuwendung der Bezugspersonen überlebenswichtig. Sie sind darauf angewiesen, dass wir uns um sie kümmern. Und da wir nicht mehr in einer großen Familiären Gemeinschaft, sondern in einer kleinen Familie mit zwei Erwachsenen leben. Von denen der eine meist arbeitet, sind die Kinder in der Situation um dieses Kümmern zu buhlen.
Ich sage oft „ja, ich mache das gleich. Ich kann mich leider nicht zerteilen“ und genau das ist das Problem. Manchmal wäre es nötig eine weitere Person zu haben.
Dieses Problem sinkt, je älter das ältere Kind schon ist, da es mit steigendem Alter immer mehr auf eigenen Beinen stehen kann. Trotzdem machen auch ältere Kinder die Erfahrung, dass die Aufmerksamkeit plötzlich geteilt werden muss. Auch die ist die Geburt ein deutlicher Einschnitt in ihrem Leben.

Geschwister sind beste Freunde

Was die Literatur aber auch zeigt. Kinder, die Geschwister haben, haben in den meisten Fällen einen (oder mehr) Lebenslangen Partner. Jemanden der zu ihnen steht und sie unterstützt. Einen Verbündeten, der sich nicht einfach von ihnen trennen kann und wird.
Wenn Geschwister einen recht kurzen Abstand haben. Wird nach den Schwierigkeiten des Anfangs etwa wenn das kleinere Kind 3 Jahre alt ist eine schöne Zeit anbrechen.
Hier können unsere Bemühungen beide Kinder gleichwertig zu behandeln Früchte tragen. Die Kinder spielen vermehrt miteinander und werden auch ihre (völlig normalen) Auseinandersetzungen mit unserer Begleitung selbstständig beilegen können.
Auch wenn sich in der Schulzeit dieses enge Band etwas löst, werden die Geschwister sich weiter unterstützen und gegenseitig verteidigen. Gleichzeitig wird vermutlich jeder seinen eigenen Freundeskreis entwickeln. Das gemeinsame Spiel wird weniger.
Meist ist es so, dass Geschwister sich im Erwachsenen Alter wieder weiter von einander entfernen. Jeder hat seine Familie, seine Arbeit und sein Tun. Da ist das völlig normal. Im Alter wird das Band dann wieder enger und Geschwister rücken näher zusammen, unterstützen sich gegenseitig.

Wie unterstützen Eltern eine gute Geschwisterbeziehung?

Partei ergreifen oder Schiedsrichter spielen ist schädlich.
In den meisten Streit fällen werden wir nicht heraus bekommen, wer angefangen hat.
Dafür können wir sogar daneben gestanden haben. Aber vielleicht war der Ursprung gar nicht diese eine Aktion, sondern liegt schon Minuten zurück?
Wir wissen es nicht. Und müssen es zum Glück auch gar nicht. Denn nicht WIR müssen die Lösung finden. Wir müssen nicht für eine Gerechtigkeit sorgen.
Wir müssen nur da sein, vermitteln, zuhören und in so fern selbst gerecht sein, dass wir eben niemanden zum Täter machen.
Und ja, das allein ist schon schwerer als gedacht.
Das Sätze wie „was hast DU jetzt schon wieder gemacht“ , „immer machst du“, „nie kannst du“ oder „und dein Geschwisterchen ist so brav“ der Geschwister Beziehung nur schaden können, muss ich vermutlich an dieser Stelle nicht groß ausführen.
Was aber vielleicht neu ist, eben NICHT hin zu gehen und zu fragen „wer war das? Wer hat angefangen?“
Oder?
Also ich kenne das noch genau so aus meiner Kindheit. Und habe im ersten Moment in diesem Verhalten nichts negatives sehen können. Bis ich eben bei einem Vortrag von Nicola Schmidt eines besseren belehrt wurde (wie oben erklärt).
Neben Konfliktsituationen gibt es aber auch einfach den Alltag der wichtig ist. Ein Baby oder kleines Kind benötigt viel Aufmerksamkeit. Und oft möchte das ältere Geschwisterkind diese auch wieder Erlangen. Kinder nässen wieder ein, möchten wieder einen Schnuller oder eine Flasche. Wieder mit den Eltern im Bett schlafen, oder getragen werden.
Und wir tun gut daran, ihnen das zu lassen.
Es zu akzeptieren.
Ich weis es ist schwer, dass gegen ein neues Baby zu erkennen. Aber unsere (älteren) Kinder sind meist ebenfalls noch so klein. Sie brauchen uns uns zeigen das auf ihre Art.
Und wir, wir sollten zeigen, dass das Geschwisterchen nichts weg nimmt.
Das wir immer noch da sind und unsere Liebe nicht weniger wird.

Life hack für ältere Kinder.

Wie können unsere Kinder, wie können Geschwister harmonisch miteinander aufwachsen? Das ist eine der Fragen, die uns Eltern immer wieder umtreibt. Sie beginnt mit dem Gedanken ob man einem weiteren Kind gerecht werden kann, zieht sich über den passenden Altersabstand, bis dahin wie wir die Bedürfnisse unter einen Hut bekommen und mit Streit oder Ablehnung um gehen. Wir wünschen uns so sehr eine gute Basis für die Geschwister, dass wir oft übersehen, dass allein diese Erwartungshaltung unser Handeln so beeinflusst und die Kinder derart unter Druck setzt (setzten kann), dass genau dieses Basis nicht entstehen kann.
Geschwister - zwischen Liebe und Rivalität

Aber wie lösen wir nun Geschwisterkonflikte?

Gar nicht.
Weil wir sie nicht lösen müssen, sondern die Kinder.
Und das können sie auch schon sehr früh.
Geht es euch auch so, dass ihr eure Kinder schnell unterschätzt?
Mir leider schon und ich muss mir die Sache mit dem Kompetenten Kind immer wieder in Erinnerung rufen.
Wenn unsere Kinder streiten, kommen wir dazu und hören zu.
Wir gehen auf Augenhöhe und fragen was passiert ist. Beide (alle) dürfen Ihre Version erzählen. Wir korrigieren nicht. Beide (alle) dürfen ihre subjektive Wahrnehmung haben. Wir zeigen Verständnis und spiegeln die Gefühle der Kinder. Wir geben wieder, was sie gesagt haben. Und fragen, ob wir es korrekt verstanden haben.
Wir fragen, ob eines der Kinder eine Idee zur Lösung hat und geben alternativ Zeit eine Lösung zu finden.
Klingt irgendwie nervig und anstrengend?
Joa.
Ich würde in der Zeit vermutlich auch lieber ein Buch lesen.
Fakt ist aber, einem Kind recht und dem anderen unrecht zu geben und das andere Kind dann zu trösten geht auch nicht schneller. Familienleben ist Beziehung. Und Beziehungen kosten Zeit.
Und unsere Kinder neben daraus eine Menge mit. Wenn wir unsere Kinder in Jungen Jahren erfolgreich auf die Art begleiten, können sie, wenn beide im Schulalter sind, die Konflikte meist sachlich lösen, ohne das wir daneben stehen.
Und wichtiger noch, sie gehen gestärkt in ihrer Beziehung und Sozialkompetenz aus diesen begleiteten Konfliktlösungen heraus.
Und das ist es doch, was wir für unsere Kinder wollen.
Oder?

2,3 oder 4 Kinder?

Standet ihr auch schon vor der Frage „noch ein Kind, ja oder nein? Was ist das beste für mein(e) Kind(er)?“
Manche Eltern wissen sehr klar, dass sie nur ein oder zwei Kinder wollen. Und damit ist das Thema geklärt. Andere hätten vielleicht gern mehr, wissen aber nicht, in wie fern das gut für die vorhandenen Kinder ist.
Wichtig ist, dass wir die Entscheidung für ein Kind treffen und tragen müssen. Ein Kind zu bekommen, nur weil ein vorhandenes sich ein Geschwisterchen wünscht, ist keine Basis. (Das weis ich heute als Mutter, früher als Kind sah ich das deutlich anders.)
Wir müssen uns darüber klar sein, dass mehr Kinder auch mehr Bedürfnisse bedeuten, die unter gebracht werden müssen. Es bedeutet mehr Trubel. Aber eben auch mehr Spielkameraden.
Eins ist klar, ein Kind was „so nebenbei“ läuft, wie so mancher Spruch das verkündet, gibt es nicht. Jedes Kind benötigt Liebe, Zuwendung und Aufmerksamkeit.
Unabhängig davon spielt die Anzahl der Geschwister und ob es eine gerade oder ungerade Zahl ist keine Rolle für die Geschwisterbeziehung. Ausschlaggebend ist immer der Umgang miteinander.
Geschwister harmonisch aufziehen

Geschwister sind Fluch und Segen, aber Geschwister sind artgerecht

Geschwister zu haben machst das Leben anstrengender für die Kinder. Aber auch so viel bunter.
Wer von euch kann sich noch an seine  Schulkameraden erinnern, die ohne Geschwister groß geworden sind, und sich aber so sehr welche wünschten?
Fakt ist, bei aller Rivalität und der Tatsache, dass mehr Kinder auch immer mehr zu vereinbarende Bedürfnisse bedeuten, sind Geschwister artgerecht.
Dabei muss man nicht mal Die selben Gene in sich tragen. Es geht viel mehr um das miteinander.
Der Mensch lebt (eigentlich) in Gruppen, wo viele Kinder gemeinsam aufwachsen. Miteinander spielen, sich ausprobieren, unterstützen und Sozialverhalten erproben.
Wie auch hier schon beschrieben, ist es wichtig und gesund für Kinder zu erleben, dass auch die Bedürfnisse anderer wichtig sind. Dies gelingt in Familien mit mehr Kindern oft leichter, weil wir Eltern zwar dazu neigen und hinten an zu stellen, das aber bei den anderen Kindern so nicht funktioniert.
Für alle die noch mehr über Geschwisterbeziehungen und deren gelingen lesen möchten, empfehle ich das Buch Geschwister als Team von Nicola Schmidt.

Was euch sonst noch interessieren könnte:

Geschwister auf neues Baby vorbereiten.

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