Kinder wollen Kooperieren

Kinder sind und waren schon immer auf ihre Eltern, auf Erwachsene, angewiesen um zu leben und zu überleben. Und das wissen Kinder. Sie wissen um diese Abhängigkeit und sind allein schon auf dieser Grundlage gewillt zu Kooperieren und ein gutes Miteinander zu fördern.

Father and son

Kooperieren ist immer ein aufeinander zugehen

Kooperation ist niemals einseitig

Der Ein oder Andere mag nun mit den Augen rollen. “Und warum macht mein Kind dann so oft nicht das was ich will?” – Tja, das ganze ist etwas komplexer.
Kinder haben nämlich noch etwas, was den meisten von uns erfolgreich aberzogen wurde. Sie wollen vor allen Dingen das es Ihnen gut geht und sie glücklich sind.
Dafür ist es zwangsläufig nötig zu versuchen die eigenen Bedürfnisse und Wünsche um zu setzen.

Kinder wollen, können und dürfen nicht die Verantwortung für unser Wohlergehen tragen. Wenn mein Kind für mich zu laut ist darf ich das kommunizieren, aber gleichzeitig ist es meine Aufgabe dann dafür zu sorgen, dass ich vor der Lautstärke geschützt werde – Raum verlassen, Ohropax oder ähnliches. Wenn man anderswo zu Besuch ist kann man natürlich etwas vermitteln, und alternativen bieten, grade dann sollten sie Kinder aber die Möglichkeit haben, sich auszuleben und auszuprobieren.
Leben ist lernen und je mehr wir unsere Kinder einschränken, desto mehr werden sie in ihrer Entfaltung und ihrer Möglichkeit zu lernen beschnitten.

Kinder sind ganz von sich aus in vielen Fällen bereit zu Kooperieren. Helfen im Haushalt, reichen Gegenstände an, lassen sich um oder anziehen auch wenn sie ihnen der Sinn vielleicht gar nicht wirklich erschließt. Leider ist es in unserer Gesellschaft so, dass diese kleinen alltäglichen Kooperationen gar nicht wahrgenommen werden, viel mehr werden sie grundsätzlich erwartet und als selbstverständlich betrachtet. Wir erwachsenen leben unser Leben und unseren Alltag und schleppen, salopp gesagt, unsere Kinder einfach mit. Wie viel Kooperation das von ihnen abverlangt wird über sehen, stattdessen wird immer mehr und mehr verlangt. Aber auch Kinder sind mal „satt“ und können nicht mehr, wollen nicht mehr. Kinder müssen auch noch Kinder sein, spielen, Spaß haben und sich entfalten.

Wie oft wir Kooperation als selbstverständlich nehmen

Der typische Tag eines Kleinkindes beginnt damit, das es geweckt wird und unter Zeitdruck fertig gemacht wird für den Tag. Wie gern es noch im Bett gekuschelt oder eine Runde gespielt hätte ist egal. Dann geht es in die Kita , dort gibt es viele Regeln, permanenten muss sich mit anderen ausgetauscht und Rücksicht genommen werden. Klar, es gibt viele Spielmöglichkeiten aber es ist eben doch stressig. Mittags soll dann geschlafen werden, wann eben die Schlafenszeit ist, nicht wenn man das Kind müde ist, ruhig hinlegen ist obligatorisch. Mittag gibt es was bestellt wurde, ist halt so. Nachmittags wenn die Kinder heim gehen dürfen Sie Zuhause spielen, aber bitte nicht so laut und nicht so wild. Alles mögliche ist gefährlich oder kann kaputt gehen und am Abend wollen Mama und Papa mal Feierabend haben und darum geht es bitte zeitig ins Bett.

Bevor ihr aufschreit, ich habe es absichtlich etwas überspitzt, damit allen klar wird was ich meine.
Kinder stehen quasi 24 Stunden unter dem Anspruch zu Kooperieren und sich an zu passen. Und Kinder wollen Kooperieren, wirklich! Aber es funktioniert nicht unter diesem enormen Anspruch. Kann es gar nicht denn das was auffällt ist immer das negative, dann wann es nicht klappt. Fast nie aber haben wir den Blick für die etlichen Kooperationen die unsere Kinder täglich leisten.

Sehen wollen

Versucht eure Aufmerksamkeit mehr auf das positive zu lenken als auf das negative. Seht eure Kinder, seht wirklich hin und erkennt wann eine Auszeit nötig ist. Bietet Möglichkeiten fürs freie Ausleben, Zuhause ist nicht nur ein Ort wo wir uns wohl fühlen sollen, sondern auch unsere Kinder. Wir leben da gemeinsam, es sollte für alle angenehm sein. Das startet bei einer Ja-Umgebung und hört bei Wahl wie viel Kleidung wir tragen wollen noch lange nicht auf. Lebt und lasst leben. Und vergesst am Ende nicht, das auch Kooperation auf Gegenseitigkeit beruht, wir können nichts von unseren Kindern erwarten, was wir Ihnen gegenüber nicht auch leben.