Lasterliebe – Eine Familie reist in die Mongolei

Dany von Lasterliebe nimmt uns in ihrem Gastartikel heute mit auf ihre Reise in die Mongolei mit allen Höhen und Tiefen. Mehr von ihr und ihrer reisenden Familie findet ihr auch auf ihrem eigenen Blog.

 

Eine Familie reist in die Mongolei

6 Jahre haben wir diesen Traum im Kopf Einmal mit dem Laster in die Mongolei reisen.
Wir, das sind Andy, Dany, unsere zwei Kinder (1 und 3 Jahre) und unser Punktehund Maggie.

Nach einer ganzen Menge Vorbereitungen in Form von Impffragen, Routenvorbereitung, Visabeschaffung, Wohnungsauflösung, und und und zogen wir Ende Februar in den Hano.

Eine Familie reist in die Mongolei- Reisebericht


WHO the fuck is Hanno?

Unser Hano begleitet uns seit 2014. Ganz aus Tübingen haben wir ihn geholt – damals noch mit meinem Vater als Fahrer, denn der Hano kam schneller als der LKW-Führerschein bei Andy. Das liegt an seinen ca. 5 Tonnen, die er mit 85 PS antreibt.
Innen war er passend ausgebaut. Wir haben aber noch recht viel gemacht. Es gab einen neuen Kühlschrank, der Abwassertank flog raus, ein neues Tischuntergestell, Kinderreisegitter für das große Familienbett und noch vieles mehr.
Ursprünglich hat er ein Doppelbett und ein Kinderbett. Wir haben das ganze etwas umfunktioniert und schlafen auf ca. 2m x 2m zu viert.

Reisen als Familie im Hanno - unsere Art Wohnmobil

Unser Hanno


Wie funktioniert das mit den Kindern?

Wir haben vorher bewusst kitafrei gelebt und haben unserem Fuchsmädchen lange von der geplanten Reise erzählt. Als Reaktion sprang sie in unserer Wohnung meist aufs Bett und streckte sich bis an das pinke Land auf der großen Weltkarte: „Da Mangolei!“ Und das Reisen im Hano kennt sie schon von klein auf und liebt es. Ihren ersten Geburtstag feierte sie in Marokko.

Unser kleines Eichhörnchen war bei Abfahrt gerade ein Jahr alt geworden. Er lässt sich gerne vom Motorengeräusch in den Schlaf schunkeln und liebt den Abenteuerspielplatz im Fahrerhaus. Seine Vorlieben lernen wir erst unterwegs kennen, wenn er sich nach und nach entfaltet.

 

Wie ist es mit zwei kleinen Kindern zu reisen?

Darüber kann man sich vorher Gedanken machen. Es wird trotzdem alles anders kommen. Genauso individuell wie jeder ist, so individuell wird diese Reise. Vieles entscheiden wir aus dem Bauch heraus.
Dennoch haben wir versucht uns so gut wie möglich vorzubereiten. Allein unsere Reiseapotheke umfasst 3 kleine Kartons.

Das Fuchsmädchen erlebt unterwegs so viele neue und spannende Dinge. Sie klebt regelrecht an der Scheibe, wenn wir in der Mongolei durch ein grünes Hochplateau fahren, durch das ein kleiner Bach fliesst und unendlich viele Tiere grasen – Pferde, Kühe, Schafe, Ziegen, Yaks.
Sie ist fasziniert von den Kamelen, die in der Steppe gemütlich und langsam laufen und stehen bleiben, um den Hano anzustarren.
Irgendwann wurde mir bewusst, dass ich solche Situationen in einer Großstadt künstlich erzeugen muss. Sogar kaum die Chance dazu habe, wenn ich die Tierunterbringung Zoo ablehne. Wie kann ich dann meinem Kind solche Erfahrungen bieten? Wie kann sie dies erleben und erfahren?
Wie spannend muss dies alles sein, wenn sie abends im Bett liegt und ihr Holzkamel über ihre Decke laufen lässt.

Reise mit Kleinkindern in die Mongolei. Freiheit spüren.

Tagesablauf oder Freiheit?

Unseren Tagesablauf (wenn man überhaupt von so etwas reden kann) haben wir all unseren Bedürfnissen angepasst.
Eine Zeit lang gab es Frühstück ausschließlich im Bett. Irgendwann war es für das Eichhörnchen aber schnell langweilig und er wollte nicht mehr im Bett sitzen (das immerhin 80% unseres Innenraumes ausmacht). Also gibt es das Frühstück seitdem für ihn am Tisch stehend und für das Fuchsmädchen auf dem zusammengeklappten gemütlichen Sofa.
Unsere Fahrzeiten legen wir bewusst auf den Mittagsschlaf. Der beginnt wie von selbst meist schon 10 Minuten nach Motorstarten.
Ausserdem hat das auch den Vorteil, dass Andy und ich eine Pause bekommen. Es kann nämlich mit 2 kleinen Kindern auch unwahrscheinlich trubelig sein. Und die beiden kommen auf die verrücktesten Ideen. Beim Fahren (natürlich rede ich von entspannten Strecken und keinem Stadtverkehr), haben wir unsere Auszeit, können uns über Dinge unterhalten, die anstehen, durchatmen und Kraft und Energie für die zweite Runde schöpfen.
Anders sieht das natürlich aus, wenn wir auf anspruchsvollen Pisten unterwegs sind. Es bedarf unserer beider Aufmerksamkeit, die Navigation oder eventuelles Luftablassen der Reifen. Das kann schonmal anstrengend sein.

 

Kein Sightseeing – den Kindern zur Liebe

Wir haben darauf verzichtet Moskau oder andere große Städte anzugucken. Zwar haben wir immer unsere Emeibaby-Tragen dabei, aber eine Stadtbesichtigung ist für unsere Kinder eher Stress als Unterhaltung. Die Tragen benutzen wir auch sehr oft. Jeden Abend oder Nachmittag machen wir einen Spaziergang auf den nächsten Hausberg oder andere Strecken, die sich anbieten. Und auch das Fuchsmädchen wird mir ihren 3 Jahren in den unterschiedlichsten Situationen noch sehr gerne getragen. Denn man sollte nicht vergessen, wie viele neue Dinge auf sie einprasseln und, dass da ein kleiner Rückzug nicht schaden kann. Immerhin sorgen unsere 2 kleinen blonden Chaoten doch sehr für Aufmerksamkeit.

Letztens waren wir in einem kleinen Ort, in dem wir Wasser und Diesel tanken und einkaufen wollten. Andy fuhr mit dem Eichhörnchen und einem mongolischen Mann zum Fluss. Die Wasserpumpe im Ort war an diesem Tag kaputt.
Ich ging mit dem Fuchsmädchen auf einen großen Spielplatz mitten im Ort. Sie rannte sofort zu den Rutschen. Aus knalligen Plastik trohnte ein Rutschenparadis hervor mit 4 Rutschen. Es dauerte keine 3 Minuten da kamen 2 Mädchen, eines deutlich älter und eines etwa 3 Jahre alt, in unsere Nähe, setzten sich auf eine Bank und beobachteten erst einmal. Kurze Zeit später rutschten alle 3 nacheinander auf den knalligen Rutschen.

 

Mongolei: wie ist es dort?

In der Mongolei zu reisen bedeutet Einsamkeit, unendliche Weite, Monotomie neben Abwechslung und ganz sicher: immer wieder Menschenkontakt.
Es ist immer wieder faszinierend, wie vorurteilsfrei Kinder in ihrem Handeln sind. Die gemeinsame Sprachbarriere vereint und es wird eine andere Sprache gefunden. Anders als bei uns Erwachsen, die immer wieder versuchen müssen sich dem anderen mitzuteilen.

Und jetzt stehen wir hier. In einem kleinen trockenen Seitenarm eines Flusses, durch den die Piste führt. Am Ufer gib es unzählige kleine Höhlen von Nagetieren, schwarze Käfer in groß und klein.
Steine in allen möglichen Farben.
Es tut gut die eigenen Kinder zu erleben, wie sie sich hier bewegen, Sachen entdecken. Keiner fragt nach dem Abstillen des Eichhörnchens, keinen interessiert es, ob das Fuchsmädchen schon dies und das kann, was es doch in dem Altern können muss.
Zu gut kennen wir beide als Pädagogen die „Anforderungen“ der Gesellschaft an ein Kind.
Ein Entwicklungsleitfaden über die individuelle Entwicklung – paradox.
Hier spürt man Freiheit.
Um das herauszufinden muss man sicher nicht bis in die Mongolei fahren. Aber so intensiv hätte ich dies sonst nicht erleben können und dafür bin ich dankbar.

Reise mit Kleinkindern in die Mongolei. Freiheit spüren.

 

 

 

 

 

 

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