Familie, Schwangerschaft

Weiter stillen trotz erneuter Schwangerschaft.

“Was du stillst immer noch? Und das funktioniert? “

Weiter stillen beim Kinderwunsch ist ja schon oft ein heiß diskutiertes Thema. Das ganze ist aber noch steigerungsfähig wenn man dann wirklich wieder schwanger ist und tatsächlich immer noch stillt. Spätestens jetzt werden Stimmen laut, dass ein Abstillen nun aber wirkich nötig wäre. Es sind einfach noch viele Vorurteile und Gerüchte um das Stillen während einer Schwangerschaft in den Köpfen. Und das leider nicht nur bei Laien, sondern auch bei dem ein oder anderen Frauenarzt.

Vorteile beim weiter stillen trotz Schwangerschaft

Die Gerüchte rund ums Stillen und schwanger werden/sein

Schwanger werden trotz Stillen

Stillen und schwanger werden gilt noch immer für viele als unmöglich oder zumindest unwahrscheinlich. Aber warum ist das so? – Es ist richtig, dass Stillen die Hormonlage beeinflusst. Und bei regelmäßigen Stillabständen von Tag wie Nacht maximal 3 Stunden bleibt dadurch auch bei vielen (nicht allen!) Frauen dadurch die Regelblutung und der Eisprung aus. ( Bei mir war vor allem das nächtliche Stillen der Grund für den ausbleibenden Zyklus. Und das letztlich dann der Grund warum ich nachts abgestillt habe.) Das ist also korrekt. ABER, grade wenn Kinder in größeren Abständen stillen, kommt es oft wieder zu einem regelmäßigen oder unregelmäßigen Zyklen. Und somit zu der Möglichkeit wieder schwanger zu werden. Die Wahrscheinlichkeit, das bei einem Eisprung und ungeschütztem Geschlechtsverkehr zu der Zeit eine Schwangerschaft entsteht ist gleich groß, egal ob noch gestillt wird oder nicht. In dieser direkten Form hat das Stillen also absolut keinen Einfluss.

Schwanger sein und Stillen

Top aktuell ist auch noch immer der Irrglaube, dass Stillen während der Schwangerschaft zu einer Fehlgeburt führt. Auch diese Annahme hatt natürlich, wie wohl jedes Gerücht ihren wahren Kern. Denn Stillen führt zu einer vermehrten Oxytocin Ausschüttung. Dies ist ein körpereigenes Hormon, was wiederum Kontraktionen hervorrufen kann. Dennoch stimmt die Theorie mit den Fehlgeburten nicht. Die Kontaktionen sind sehr she leicht, in den meisten Fällen kaum merklich und sogar geringer als solche, mit denen die Gebärmutter bei einem Orgasmus reagiert. Einer normalen, intakten Schwangerschaft kann dies nichts anhaben. Bei Vorzeitigen Wehen oder Gebärmutterhals Verkürzung/Öffnung kann sich dies allerdings ändern, weshalb dann eine Rücksprache mit Ärzten/Hebamme nötig oder zumindest anzuraten ist.

Tandem stillen

„Aber dann trinkt der Große dem Baby doch alles weg“

Nein. Die Milchproduktion basiert bei Frauen auf dem System von Nachfrage und Angebot. Daher ist auch das Stillen von zwei Kindern kein grundsätzliches Problem. Viel mehr ist es sogar so, dass durch Rezeptoren an der Brustwarze die Brust eine Milch produziert die in Zusammensetzung und Antikörpern genau dem Bedarf des trinkenden Kindes angepasst ist. Hat also jedes Kind seine „eigene“ Brust an der es immer trink, kann es sogar sein, das die jeweils produzierte Milch sich in der Farbe sichtbar unterscheidet, weil die Bedürfnisse verschieden sind. Auch die Angst, dass das ältere Kind das so wichtige Kolostrum weg trinkt ist unbegründet. Denn dies wird nicht in  einer bestimmten Menge, sondern für eine bestimmte Zeit gebildet. Somit bekommt auch das Baby genug. – Dennoch ist es an uns die Balance zu wahren und klar zu machen: Das Baby geht immer vor wenn es ums Stillen geht. Denn dies ist die einzige Nahrung für das kleine Bündel Mensch.

Handbuch der stillenden Mutter.

Tatsächliche Probleme die auftreten können

Neben den oben erwähnten Problemen von ausbleibendem Eisprung bis zur Begünstigung von Wehen, wenn eine Neigung vorhanden ist, gibt es weitere „Stolpersteine“ die auftreten können. Durch die Schwangerschaft verändert sich die Hormonlage im mütterlichen Körper. Das wiederum kann den Geschmack der Milch beeinflussen. Wie Kinder darauf reagieren ist sehr individuell und reicht von keiner Reaktion über Kommentare wie „bäh“ bis hin zum freiwilligen Abstillen.

Ebenso kann sich durch die gleiche Ursache die Milchmenge drastisch verringern oder gar ganz versiegen. Bei vielen Frauen geschieht dies ab der Zeit nach der 12. Woche. Und kann auch von keiner Reaktion bis hin zum Abstellen alles Mögliche beim großen Stillkind hervorrufen. Meine Erfahrung ist, dass vor allem Kinder die einen Schnuller haben sich dann abstillen, denn trocken nuckeln geht ja auch mit dem Nucki.

Mit Beginn der Schwangerschaft oder ab dem Versiegen der Milch kann das Stillen für Mama unangenehmer werden als bisher. Manche merken es kaum, oder können es zumindest gut aushalten. Für andere ist es so unangenehm, dass die Mütter entscheiden ab zu stillen.

 

Vorteile vom weiter stillen und späterem Tandemstillen

Obwohl wir inzwischen trocken stillen (also ohne Milch). Und das zeitweise auch wirklich unangenehm ist, habe ich entschieden weiter zu stillen. Natürlich war das nicht miene alleinige Entscheidung, denn auch der Bär stillt noch immer gern, wenn auch deutlich weniger.  Weiter stillen, tja aber warum eigentlich?

Die Antwort ist relativ naheliegend und vielfältig. Zum einen merken Kinder natürlich, dass sich durch eine Schwangerschaft vieles verändert. Allein hierbei kann Stillen enorm bei der Bewältigung helfen. Aber auch liebgewonnene Rituale wie das Stillen zum einschlafen sind wohl für beide Seiten nicht leicht auf zu geben. Letztlich sind es aber auch Gründe für das Tandemstillen, die durch die vielleicht etwas beschwerliche Zeit des Stillens in der Schwangerschaft tragen. Denn hier überwiegen die Vorteile enorm, wie ich finde. Zum einen kann das große Stillkind beim Milcheinschuss prima die überflüssige Milch weg trinken. Ade ihr schmerzend Atombrüste. Zum anderen, und was noch viel wichtiger wiegt, wird die Gefahr der Eifersucht deutlich minimiert. Natürlich müssen Mama und Papa nun zwangsläufig geteilt werden. Aber es gilt das gleiche Recht für beide Kinder, tragen, stillen, Familienbetten. Das „neue“ Baby darf nicht plötzlich Dinge, die der große nicht (mehr) darf. Das Gefühl des ersetzt werdens gibt es nicht, denn es kommt nur jemand hinzu. Und ganz ehrlich, wenn ich daran denke, dass ich am Abend zwei Kinder einschlaf begleiten werde, was bitte da einfacher als beide in den Schlaf zu stillen?!

 

 

 

 

 

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Familie

Was nächtliches Abstillen mit Verantwortung zu tun hat und ob das Kind denn jetzt durch schläft.

Wir stillen ab. Also, zumindest nachts. Nicht weil der Bär nicht mehr will, oder weil es für mich nicht mehr schön war. Sondern weil ich hoffe, auf diese Art meinen Zyklus zurück zu bekommen, denn wir wollen ein zweites Kind. Das ist kein Geheimnis. Lange war ich nicht bereit für diesen Wunsch etwas am Stillen zu verändern. Das hieß für mich klar, dass der Wunsch noch nicht groß genug war.
Nun bin ich bereit es damit zu versuchen, dass wir in der Nacht abstillen. Nur nachts. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Dafür ist der Wunsch inzwischen groß genug.

Abstillen in der Nacht
Vor etwas mehr als 1 Jahr. Ich habe immer gern gestillt und tu es noch immer.

 

Warum nachts abstillen?

Tagsüber, wenn man bei Bedarf einfach anderes Trinken oder Essen anbieten kann ist sicherlich einfacher. Ja, das mag sein. Den hormonell größeren Effekt, und das ist es ja was für mich wichtig ist, hat das nächtliche Stillen (oder eben nicht mehr Stillen). Für die Milchbildung ist das Hormon Prolaktin verantwortlich. Leider ist es gleichzeitig auch das Hormon, was den Eisprung unterdrückt. ( Daher auch der Mythos, dass Stillen verhütend wirkt.) Denn es hemmt die Ausschüttung von LH und FSH – der beiden Hormone, die den Eisprung auslösen. Die Ausschüttung von Prolaktin folgt einem Tag-Nacht Rhythmus und ist in der zweiten Nachthälfte am höchsten. Stillen regt die Milchbildung wieder an, also die Ausschüttung von Prolaktin. Wird nun also in der zweiten Nachthälfte, die ausschlaggebend für die Ausschüttung ist gestillt, so wird mehr Prolaktin ausgeschüttet.
Wer sich also schon immer gefragt hat, warum Kinder in Schubzeiten vor allem dann stillen, wenn die Eltern schlafen wollen. Hier ist die Antwort. Gleichzeitig ist es aber auch die Antwort auf die Frage, warum einige Frauen sehr schnell wieder einen Eisprung haben. Wenn sich das Kind nicht penibel daran hält, alle 3 Stunden mindestens zu stillen, auch in der zweiten Nachthälfte, so kann der Prolaktinspiegel weit genug absinken, dass ein Eisprung wieder möglich ist.
Und genau das ist meine Hoffnung. Darum stillen wir aktuell nachts ab und nicht am Tag.

 

Herangehensweise – ich trage die Verantwortung

Weit verbreitet ist es, das Kind nachts dem Papa zu überlassen, wenn man abstillt, Der Gedanke, den ich sogar nachvollziehen kann ist, dass der Bedarf gar nicht so da ist, wenn auch die Brust nicht zur Verfügung steht. Nicht selten schläft Mama also in einem anderen Raum. Oder gar das Kind wird muss aus dem Familienbett ausziehen.
Ich bin ehrlich. Von beiden Varianten halte ich nicht viel. Denn nicht alles was “funktioniert” ist immer auch gut. Dem Kind wird in den beschriebenen Fällen nicht “nur” das Stillen genommen, sondern auch die Mama, als erste Bezugsperson in der Nacht. Oder gar das Familienbett als sichere und bekannte Schlafstätte. Also war für uns klar, dass der Bär weiterhin bei uns im Familienbett schläft. Und auch ich vorerst erste Ansprechpartnerin in der Nacht für ihn bliebe. Es ist meine Aufgabe für ihn da zu sein und ihn durch die Wut und Trauer zu begleiten, die er aufgrund meiner Entscheidung durchlebt. Denn diese Gefühle sind wie alle Gefühle, immer, absolut gerechtfertigt und in Ordnung. Sie dürfen da sein. Und ich trage die Verantwortung für meine Entscheidung. Denn so fair sollte man sein. Der Bär wäre niemals auf die Idee gekommen, jetzt nachts nicht mehr stillen zu wollen. Ich halte im Übrigen auch nichts davon, dem Kind zu sagen, dass die Milch leer wäre. Damit wird das Kind angelogen und die Verantwortung für die eigene Entscheidung, nicht mehr stillen zu wollen, wird abgegeben. Denn die Milch ist ja leer.

Kurz um, wenn ich als Mutter die Entscheidungen treffe, dass ich nicht mehr stillen möchte, dann muss ich auch in allen Bereichen die Verantwortung dafür tragen.

 

Dr. Gordon als Inspiration

Das Prinzip des Abstillens nach Dr. Gordon ist mir schon begegnet, lange bevor Abstillen für uns zur Thematik wurde. Dennoch hatte ich mir eine Aussage gemerkt.

Wenn wir ihnen für einige Nächte ein bisschen weniger anbieten und dann für die nächsten Nächte wieder ein bisschen weniger und dann noch ein bisschen weniger und in den letzten Nächten gar nichts mehr, dann wird ihnen auf freundliche und einfühlsame Weise klargemacht, dass es sich nicht mehr lohnt, an die Tür zu klopfen, weil das Restaurant nun nachts geschlossen ist – um bei diesem Bild zu bleiben.

Und daran habe ich mich orientiert. Mir war bewusst, dass es für uns auch nicht praktikabel wäre, von heute auf morgen die Brust im Bett nicht mehr an zu bieten. Also haben wir es Schritt für Schritt gemacht. Den ersten Schritt haben wir, damals noch unbewusst schon im Oktober getan, als wir das Einschlafstillen verabschiedet haben.
Dr. Gordon hat ein Programm über 10 Tage in denen das nächtliche Stillen immer mehr reduziert wird, bis hin zum nicht mehr stillen in der Nacht etabliert. Und das ist auch schon der Punkt an dem sich unsere Wege trennen, denn wir haben deutlich mehr Zeit eingeplant. Wir haben die Stillpause im Wochen Takt gesteigert. Und zwar immer um 2 Stunden. Hierbei haben wir meist die ersten 3 Tage benötigt, um das ganze soweit zu etablieren, dass es akzeptiert wurde. Das heißt, dass der Bär sich recht schnell anderweitig trösten ließ. Und weitere 4 Tage um diese Pause nun als Normalität zu integrieren.
Würde ich behaupten, dass das Ganze ohne Tränen und Frust funktioniert hat, dann würde ich lügen. Der erste Tag einer neuen Etappe war immer der Schlimmste. Logisch, denn er beinhaltete immer wieder das “anfragen” und neuer Dings abgewehrt werden.

 

Visuelle Hilfe

Aber ich habe mir Hilfe geholt um meinem Kind verständlich zu machen, wann Zeit zum stillen ist, und wann „die Milch pause“ hat wie ich sage. Hier für habe ich ein Nachtlicht genutzt. “So lange das Nachtlicht brennt, hat die Milch Pause”. Das war für den Bären eine Verständliche, greifbare  und vor Allem selbst überprüfbare Aussage. Und so blieb das Nachtlicht einfach Woche für Woche 2 Stunden länger an. Und sobald der Bär erwacht ist, habe ich ihn an mich gekuschelt, ihm das Nachtlicht gezeigt und gesagt: „schau, das Licht ist noch an, die Milch hat noch Pause“. Diese Vorgehensweise hat tatsächlich dazu geführt, das wir nie in der Situation waren, dass Unverständnis aufkam. Von Tag 1 an war für uns beide klar, das wir nicht stillen, wenn das Licht an ist. Zwar hat der kleine Bär immer mal wieder versucht das zu diskutieren. Aber ich glaube, dass es viel ausmacht, wenn das Kind versteht warum grade nicht gestillt wird. Auch wenn die Begründung so banal ist, wie ein brennendes Licht.

In der letzten Etappe haben wir die Aussage verändert. Denn so sehr wie dem Zwerg das Licht hilft, so sehr stört es mich beim schlafen. Also hieß es ab da: „im bett stillen wir nicht mehr“. Und auch das wurde recht problemlos akzeptiert.

 

Die Durchschlaflüge

Wenn du abstillst, dann schläft dein Kind auch durch.

Solche Aussagen locken, in der Hoffnung auf ruhigere Nächte abzustillen. Meine Erfahrung ist, dass es nicht zwingend einen Zusammenhang gibt. Jedes Kind ist anders und ihr solltet euch, wenn ihr diese Hoffnung hegt ernsthaft fragen, ob das bei eurem Kind wohl Erfolgsaussichten hat.

Bei uns hat sich ausschließlich die Zeit am Abend verbessert. Sonst bin ich bis 23 Uhr bis zu 3 mal im Schlafzimmer gewesen. Jetzt gar nicht mehr. Nachts wacht er derweil genau so oft auf wie vorher. Nur das ich nicht mehr einfach nur im Halbschlaf stille sondern ziemlich wach werde. Außerdem wird hier nachts, auch mit 1,5 noch Milch getrunken. Nicht viel, nur etwa 60-80 ml , diese sind aber nicht weg zu denken. Wasser stattdessen wird mir frustriert aus der Hand geschlagen.

 

Ich hoffe nun, dass das nächtliche Abstillen bald gewünschte Erfolge zeigt und bin sehr froh, dass das ganze bei uns so gut funktioniert hat. Außerdem denke ich, dass wir haben mit unserem 5 Wochen Plan eine sehr sanfte Methode gefunden, das hat mir auch die verhältnismäßig gute Reaktion des Bären bestätigt. Ich würde es, wenn ich müsste, immer wieder so machen.

Nachts abstillen

Familie, Gesundheit

Sicherer Schlaf bei Babys und (Klein-)Kindern

Jedes Kind kann schlafen lernen. Das habe ich zumindest gelesen. Halte ich aber dennoch für Schwachsinn. Jedes Kind kann schlafen, ist meine Meinung. Jedes Kind ist damit ausgestattet zu schlafen um sich zu erholen. Von Geburt an. Darum braucht es kein Schlaftraining und keinen Schlafcoach, auch nicht wenn es sich als besonders nett betitelt. Wir als Eltern, als erwachsene müssen unsere Kinder nur verstehen (lernen).

Wir tragen unsere Kinder 10 Monate im Körper. Es ist eng und relativ dunkel. Sie sind umgeben von Wärme und. Geräuschen wie dem Blut, welches durch die Aorta rauscht oder unserem pochenden Herzen. Sie werden geschuckelt, getragen und sind niemals allein.
Sobald unsere Kinder aber geboren sind (übrigens als Physiologische Frühgeburten, weil wir schlicht aufgrund der Evolution nicht in der Lage sind sie länger aus zu tragen), ist man in unserer westlichen Gesellschaft der Meinung, dass es möglich sein muss, oder doch zumindest sollte, das Kind auf ein Sofa, in ein Bett oder einen Stubenwagen zu legen und es dort allein oder mit bloßer Anwesenheit, in Form von daneben stehen einschlafen zu lassen.
Das funktioniert so aber nicht, oder in den seltensten Fällen.

Kinder kommen mit einem integirerten Alarmsystem auf die Welt.

Abgesehen davon, dass die Geburt allein schon eine enorme Umstellung für ein Kind bedeutet und es schlicht in vielen Fällen Dinge benötigt, die es an das Gefühl in Mamas Bauch erinnert (Rauschen, Schuckeln, Enge, Nähe) um zufrieden zu sein, wäre es für Babys auch einfach enorm gefährlich einfach so irgendwo herum zu liegen und zu schlafen.
Gut heute in unseren eigenen 4 Wänden vielleicht nicht mehr so. Aber das wissen Babys nicht. Sie sind noch mit den gleichen Schutzmechanismen ausgestattet wie vor einigen Tausend Jahren. Damals wäre es, ihr sicherer Tod gewesen. Wilde Tiere, auskühlen, die Gefahr vergessen oder übersehen zu werden… das alles waren viel zu große Risikofaktoren. Das Baby, was merkt dass es den Kontakt zu seiner Bezugsperson verliert weint also, einfach nur zum Eigenschutz, denn nur bei ihr kann es sich in Sicherheit wissen.
Und so ist es (den meisten von) unseren Babys aufgrund dieses Sicherheitssystems gar nicht möglich so zu schlafen, wie sich das sie Gesellschaft vielleicht vorstellt. Auch der schnelle Schlafphasenwechsel findet ihr seinen Ursprung. So merkt ein Baby bei diesem sofort, wenn sich die Situation (Wärme, Nähe, Nuckeln) verändert hat und wacht auf mit dem Ziel diese Situation wieder her zu stellen. Ist dies nicht möglich, schlägt es Alarm und weint.

Dieses Gefühl wenn du fällst.
Wart ihr schon mal in einem Freefalltower, oder wurdet in Narkose gelegt?

Könnt ihr euch erinnern, an dieses Gefühl zu fallen ohne etwas dagegen tun zu können, komplett die Kontrolle ab zu geben? – Vielleicht kennt der ein oder Andere dieses Gefühl sogar selbst von seltenen Tagen beim Einschlafen, das Gefühl plötzlich durch die Matratze zu fallen.
Dieses Gefühl haben Babys und Kleinkinder beim Einschlafen. Dieses Gefühl ist der Grund, warum man oft sieht wie ihnen die Augen langsam zu fallen und sie dann plötzlich doch wieder Hellwach sind und fast panisch weinen.
Kinder brauchen Schlafbrücken.
Schlafbrücken, das sind Dinge die das Einschlafen erleichtern, die über das Gefühl des Fallens hinweg tragen. Was dem jeweiligen Kind hilft kann man testen und lässt sich recht schnell heraus finden. Die Möglichkeiten sind vielfältig. Stillen/ Nuckeln, Schuckeln ,Tragen, Rückenstreicheln, Popotätscheln… und so weiter.
Wann Kinder diese Hilfen nicht mehr brauchen ist so verschieden wie das ablegen der Windel, kein Kind sollte dazu genötigt werden alleine ein zu schlafen, wenn es dazu noch nicht in der Lage ist. Das führt nur zu unnötigem Stress und im Zweifel zu einer negativen Verknüpfung mit dem Bett. Das Resultat ist dann nicht selten ein Kind, was überhaupt nicht mehr (an diesem Ort) schlafen möchte.
Meist wird die benötigte Hilfe langsam weniger. Trägt man das Baby noch in den Schlaf, reicht mit 2 Jahren dann vielleicht nur noch das Rücken streichen und mit 3 Jahren gar das Vorlesen einer Geschichte.

Schlafen ist ein Abschied.

Wir sind uns beim einschlafen einer Sache ziemlich sicher, nämlich der, dass wir am nächsten Morgen wieder aufwachen werden. Diese Sicherheit haben unsere Kinder noch nicht. Jedes einschlafen ist für sie ein kleiner Abschied. Wenn sie am Abend nicht ins Bett gehen möchten, weil sie noch zu ende spielen wollen, dann ist uns oft unverständlich, warum das nicht am nächsten Morgen möglich ist – unsere Kleinkinder wissen noch nicht um diese Möglichkeit. Natürlich wird es ihnen mit steigendem Alter immer bewusster. Auch in dem wir mit ihnen darüber reden. „Bis morgen früh“ oder ähnliches.
(Gerade deshalb sagt eurem Kind bitte niemals, dass jemand „für immer schläft“ wenn ihr vom Tod redet, dies könnte die eh schon vorhandene Angst unnötig schüren.)
Durchschlafen – ein Reifeprozess.

Durchschlafen. Das ist Schlafen, 6 Stunden am Stück zwischen 18 und 6 Uhr morgens. So die Definition. Und das schaffen alle Kinder bei entsprechender Hirnreife. Aber auch hier kann nichts erzwungen werden. Im ersten Lebensjahr enrwickelt sich das Gehirn, aber auch das Kind allgemein so rasant, dass Zwischenmahlzeiten in der Nacht normal und bei Kindern die diese einfordern auch nötig sind. Daher sollten diese in dem Alter in der Nacht niemals verwehrt werden. Aber auch ein Erwachen weil so viel verarbeitet werden muss, sie Zähne drücken und so weiter ist völlig normal.

Was hilft beim schlafen ?

Gesunde Kinder lernen alle früher oder später alleine ein- und durch zu schlafen. Ganz ohne Schlaftrainings und schreien lassen. Und so lange müssen wir Eltern uns über die kindliche Art zu schlafen informieren und dies vor allem Akzeptieren. Druck erzeugt meist nur Gegendruck.

Erleichterung verschafft häufig das Familienbett, da Kinder in der Nähe der Eltern oft besser schlafen, weil sie sich sicher und geborgen fühlen. Außerdem vereinfacht es das nächtliche Stillen und beruhigen ungemein. Erschöpft zu sein und auch mal keine Lust mehr zu haben ist dabei auch ganz normal. Nicht umsonst ist Schlafentzug eine funktionierende Foltermethode. Hierbei hilft ein funktionierende Netzwerk ungemein. Das muss nicht immer die Familie sein, Freunde oder Nachbarn mit denen man ein gutes Verhältnis hat können auch eine große Stütze sein. Sei es um sich abends mal ablösen zu lassen wenn man kurz davor ist Dummheiten zu machen (wie das Kind zu schütteln), oder sich am Tag zumindest mal eine Stunde zu ergattern um Schlaf nach zu holen.

Schlafendes Baby
Schlafender kleiner Bär.

 

Familie

Babyausstattung – was absolut unnötig war.

Jeder kennt sie und jeder hat wohl so seine eigenen, die Rede ist von Fehlkäufen in der Baby Ausstattung.
Ich neige ehrlich gesagt nicht dazu, einfach mal eben viel Geld auszugeben, sondern überlege mir meine Käufe schon sehr gut. Trotzdem gab es eben solche Fehlkäufe auch bei mir.
Mir ist bewusst, dass diese Fehl Käufe immer nicht zu verallgemeinern sind. Dennoch möchte ich sie euch gerne mitteilen und jeder darf dann für sich selbst entscheiden, ob er das einfach nur einen netten lustigen Artikel findet, oder ob es ihm vielleicht, wenn noch Baby Einkäufe anstehen am Ende sogar geholfen hat.

Babyausstattung Fails

1. Das Beistellbett. Während ich in meiner Schwangerschaft noch der festen Überzeugung war, dass der kleine Bär zwar lange bei uns mit im Zimmer und direkt an unserem Bett schlafen wird, wir dafür aber ein Beistellbett nutzen. Hat sich schon innerhalb der ersten Woche nach der Entbindung herauskristallisiert, dass der kleine Bär nirgendwo anders schlafen wird, als direkt bei mir, an meiner Seite in unserem Ehebett. So wurde das Ehe- zum Familienbett.

2. Die Babybadewanne. Kleine Babys müssen meist in den aller ersten Lebenswochen noch nicht so häufig gebadet werden. Viel mehr würde zu häufiges Baden sogar eher der zarten, weichen Babyhaut schaden. So wurde der Bär innerhalb seiner ersten 6 Lebenswochen etwa 3 mal gebadet. Zwar haben wir die Wanne auch genutzt, aber ein mit Handtuch ausgelegtes Waschbecken tut es da ebenso. Gelohnt hat es also nicht. Ab der 7. Lebenswoche haben wir dann zusammen in der großen Wanne gebadet.

3. Die Federwiege. Ich weis, ich weis, für viele das Non plus ultra und die absolute Rettung bei Babys die sich nicht ablegen lassen. Tja, bei uns nicht. Das Teil war cool, so lange es es in Bewegung war, aber sobald das Schuckeln aufgehört hat wurde aufgewacht und geweint. Für uns also keine Lösung. Wir hätten wohl wenn so einen Batterie betriebenen Harken der selbst schuckelt benötigt… war mir aber dann deutlich zu teuer. Also blieb das Tragetuch unser bester Freund. Das führt mich zum nächsten Punkt.

4. Der Kinderwagen. Der wurde im Alter bis 8 Monate etwa 4 mal genutzt. Während alle außer meiner Oma das Baby im Tragetuch oder der Tragehilfe hatten, verlor der Wagen mehr und mehr an Bedeutung. Inzwischen schiebt auch meine Mama alle 2 Wochen eine Runde, dafür täte es aber inzwischen auch ein Buggy. Aber da der Emmaljunga wirklich top Comfort bietet und Second Hand auch nicht all zu teuer war, tat dieser Fehlkauf nicht all zu sehr weh.

5. Der Windelmülleimer. Aus dem einfachen Grund, dass wir nach kurzer Zeit doch auf Stoffwindeln umgestiegen sind und ich den teueren Eimer dann mit deutlichem Verlust weiter verkauft habe.

6. Der letzte Punkt. Stillkissen. Zumindest was seine eigentliche Funktion betrifft. Ich habe nie wirklich ein Stillkissen zum stillen gebraucht. Es ging immer besser und einfacher ohne. Das einzige wofür sie gut waren, war zum schlafen in der Schwangerschaft. Ich habe schon ab der 10. Woche damit geschlafen, zum Schluss sogar mit zweien, weil ich anders nicht wusste wie ich liegen soll. Aktuell dient immer noch eins auf dem Sofa einfach als Kissen/Lehne. Dafür sind sie wirklich praktisch!

 

Zum Abschluss möchte ich dem ganzen noch schnell meine Top drei, der Dinge die ich wirklich gut gebraucht habe entgegen setzen.

Top3 – Was wirklich nützlich war

1. Die Wärmelampe. Trotz der Tatsache, dass der Bär ein Sommerkind ist, war diese Lampe eine Wohltat. Nach dem Baden, zur abendlichen Massage oder wenn es beim wickeln und umziehen einfach mal wieder länger gedauert hat, dann war diese Lampe Gold, auf jedenfall aber jeden Cent wert!

2. Tragehilfe/Tragetücher. Oh Gott wie hätte ich bloß ohne überleben sollen? Der Bär ist Vollzeit Tragling durch und durch. Ablegen war ein No-Go, egal ob Sofa, Stubenwagen oder Kinderwagen, es wurde sofort geweint. Beruhigungsversuche zwecklos. Im Tuch, an der Brust oder auf mir liegend, war er allerdings immer absolut zufrieden. Also kein typisches Schreibaby, sondern schlicht ein Nähejunky. Und so haben die Tragetücher dafür gesorgt, dass ich weiter mobil war, und sogar den Haushalt mit Kind gewuppt habe!

3. Spucktücher/Mullwindeln. Speikinder sind Gedeihkinder hat meine Hebamme immer gesagt. Zweifelsohne hatte sie absolut recht, wog der Bär doch zur U3 schon knapp das doppelte zum Geburtsgewicht. Aber so waren Spucktücher für uns unerlässlich. Wir haben am Tag gut und gern drei davon verbraucht. Und nicht etwa weil ein mal ein bisschen was dran gekommen war, nein, getauscht wurde erst wenn man es schon fast auswringen konnte. Neben der Tatsache, dass sie zum auffangen und aufwischen der angedauten Milch hervorragend waren, kann man sie auch als Kleider- und/oder Sichtschutz beim Stillen verwenden, als Sonnenschutz beim Tragen oder im Auto und nicht zu letzt auch als Einlage in der Windel, wenn man da den Ersatz mal wieder daheim vergessen hat. Später eigenen sie sich auch als “Notfall Lätzchen” hervorragend!

 

Familie

Beides ist lieben…

„Tragen und schieben, beides ist Lieben.“

Das schrieb Nora Imlau anlässlich der Eurpean Babywearingweek auf ihrer Facebook Seite. Gut, das ist inzwischen ein paar Tage her, aber dieser Satz blieb mir im Kopf – und heute schreibe ich ein bisschen zu dem Thema „…beides ist Lieben“

Ob man sein Baby/Kind nun trägt oder schiebt, ändert rein gar nichts daran, wie sehr es geliebt wird. Tatsächlich weis ich auch nicht wie man auf sowas kommt ?! Nur wegen des hashtag bzw oft gesagten Satz „Tragen ist liebe“? Ich mein da wird nur eine Aussage über das Tragen getroffen und in keinster Weise über das Schieben geurteilt. Also ja, auch schieben ist lieben. Und wenn alle Beteiligten mit der Situation zufrieden sind ist das toll! Eine Sache jedoch ist, was das schieben betrifft nicht gut. Das ist mir in den letzen Wochen vermehrt aufgefallen und hat nun auch nichts mit Boshaftigkeit zu tun. Bitte liebe Mamas schiebt eure Kinder nicht grundsätzlich in der Babyschale durch die Gegend. Natürlich macht man das mal wenn man schnell einkaufen ist, und das Baby grade im Auto in der Schale eingeschlafen ist. Aber dafür, dass man sie grundsätzlich statt der Babywanne auf dem Kinderwagen nutzt ist sie nicht gemacht. Die Position die das Baby in der Schale hat ist einfach nicht optimal über einen längeren Zeitraum. Mehr dazu findet ihr hier!

Stillen oder Flasche?

…beides ist Lieben – das gilt auch für Stillen und Flasche geben. Es steht völlig außer Frage, dass Flschen Mamas ihre Kinder genau so sehr lieben wie Stillmamas – oder bezweifelt das hier jemand ernsthaft? Sicherlich ist das Stillen nachweislich gesundheitsfördernder, in vielen Fällen praktischer und einfach die natürlichste Art sein Baby zu ernähren. Aber wenn es Gründe gibt, aus denen das Stillen für einen selbst nicht möglich ist , oder nicht in Frage kommt, dann ist auch das völlig legitim. Nicht gut ist allerdings, wenn man dem Kind statt speziell entwickelter Pre Milch einfach Kuhmilch in die Flasche tut. Das Baby mit der Flasche „überfüttert“ oder die Pre nicht wie das Stillen nach bedarf gibt. Auch ein Umstieg auf 1er oder 2er Milch ist in der Regel nicht nötig. Mehr dazu auch hier.

Familienbett oder Kinderbett?

Ob mein Kind im Familienbett oder im eigenen Bett schläft, dass ist letztlich wohl eine Frage der Vorlieben von Eltern und Kind und hat mit einem gewiss nichts zu tun – nämlich der Liebe. Es ist nachweislich so, dass Kinder die im Elternzimmer im Beistell- oder Familienbett schlafen ein geringeres Risiko haben den so genannten „plötzlichen Kindstot“ zu erleiden, da sie einen leichteren Schlaf haben. Gefährlich sind für Babys die sehr tiefen Schlafphasen in denen eventuell schlicht vergessen wird zu atmen. Allerdings gibt es auch immer wieder Faktoren wie die Einnahme von Medikamenten, Alkohol oder Tabak Konsum oder z.b ein Wasserbett, die gegen das Praktizieren des Familienbettens sprechen. Wenn es für eine Familie, die für alle (auch das Baby), akzeptable Lösung ist von Anfang an im eigenen Zimmer und/oder Bett schlafen zu lassen ist das eben so legitim wie im Familienbett zu schlafen. Nur eins sollte man, bei egal welchem Schlafort, nicht tun und das ist das Baby schreien zu lassen. Ein sehr prägnantes Video dazu findet ihr: hier

BLW oder Brei?

Fingerfood oder Brei – die Frage, die die Welt bewegt und was soll ich sagen – auch hier spielt wohl die Liebe keine Rolle in der Entscheidungsfindung. Für welche Option man sich auch entscheidet, wichtig ist, dass auf das Baby eingegangen wird. Hier wurde Brei zum Beispiel wehement verweigert. Der kleine Bär wollte sein Essen selbst in der Hand halten können. Genau so kenne ich es aber auch anders herum, dass manche Kinder lieber Brei essen wollten als Fingerfood. Sei es drum! Für mich war Brei frei immer der praktischste und einfachste Weg , und eben ganz zufällig auch der einzige, der den Anforderungen meines Kindes entsprach. Egal ob Fingerfood oder Brei gibt es aber auch da wieder Dinge, die einfach nicht gut sind – zum Beispiel Kinder zum Essen zu zwingen, oder durch „Spiele“ zu animieren, so wird Ihnen das Hunger- und Sättigungsgefühl quasi „aberzogen“. Auch das Nahrung geben (egal welcher Form) bevor alle Beikostreifezeichen erfüllt sind ist nicht gut, da die Kinder körperlich und auch vom Verdsuungsspparat dann noch nicht so weit sind.

Sicher könnte ich hier noch weitere Themen benennen: Stoffwindeln, unerzogen, Kita alter…. all das sind Weitere potentielle Punkte bei denen es Mütter unterschiedlich halten. Und es gäbe wohl auch noch etliche andere- aber darum ging und geht es mir in diesem Beitrag nicht. Ich möchte gar nicht alle Themen „zerpflücken“ – viel mehr möchte ich, und das ist mein Wort zum Sonntag, sagen:

Es gibt Dinge, die für unsere Kinder nicht gut bzw. schädlich sind. Von denen wir als Mütter, wir als Eltern generell Abstand nehmen sollten. Alles andere liegt im eigenen Ermessen und an uns, den Weg zu finden, den wir als Familie für uns gut und richtig finden und den wir gehen wollen. Nichts davon bedeutet, dass man sein Kind mehr oder weniger liebt.