Do it yourself, Familie

(DIY:) Sortierspielzeug nach Montessori

Wir haben einen Adventskalender zum selbst befüllen. Die letzten Jahre haben mein Mann und ich uns diesen Adventskalender “geteilt”, also alle graden Tage für mich, alle ungeraden für ihn. Und der jeweils andere hat immer die “Türchen” befüllt. Dieses Jahr teilen wir nun durch 3, jedes dritte Türchen, bzw. Säckchen in unserem Fall gehört also dem kleinen Bären. Ich habe lange überlegt, es sollte was aus Holz sein, aber wir sind nicht reich. Erst recht nicht jetzt wo wir entscheiden haben, dass ich das dritte Jahr auch noch in Elternzeit bleibe (dazu wann anders mehr). Also vielen die 7 Freunde von Grimms, leider raus. Schade genau so etwas wäre nach meiner Vorstellung gewesen. Also warum nicht selbst machen?! Geht das, so ein Sortierspielzeug aus Holz? Und ist das preiswerter? JA!

Ich habe online bei Holz Allerlei die kleinen Figuren und passende Schälchen gefunden, und habe beides für knapp 16 Euro gekauft. Ein echtes Schnäppchen! Die Qualität ist spitze und ich bin sehr zufrieden mit dieser Entscheidung.

Bemalen

Blieb noch die Frage wie wir das ganze nun farbig bekommen. Die Lösung brachte eine Freundin. Sie riet zum Anstrich mit Lebensmittelfarbe. Hierzu wird (am besten flüssige, es geht aber auch jede andere ) Lebensmittelfarbe mit reinem Alkohol gemischt (den bekommt ihr in der Apotheke). Und dann streicht man damit die Figuren und Schalen an. Damit die Farbe die passende Intensität hatte habe ich 3 Abstriche benötigt, das ist aber denke ich von der Lebensmittelfarbe abhängig, also probiert es einfach wie es euch gefällt. Der Alkohol verfliegt und somit ist das Spielzeug dann ungiftig gestrichen. Natürlich kann man auch speichelfesten Acryllack nutzen, diesen zu kaufen hätte sich allerdings nicht gelohnt für die paar Figuren und auch das Budget gesprengt. Ich habe die Figuren alle gestrichen und dann wieder von vorn angefangen eben 3x, so konnte alles immer etwas trocken vor dem nächsten Anstrich.

Zu guter letzt habe ich mich noch entschlossen das ganze mit Zahlen zu erweitern. So das nicht nur die Farben passend zueinander sortiert werden können, sondern eben auch Zahlen. So ist das Lernen der ersten Zahlen spielerisch möglich.

(Bei längerer Speichel oder Wasser Einwirkung löst sich die Lebensmittelfarbe, wer es haltbar haben möchte geht mit klarem Acryllack drüber oder muss die Figuren mit deiner Dünnen Wachsschicht überziehen.)

Regenbogenbande
Vorbereitung – Bemalen der Figuren und Töpfchen
Montessori spielzeug
Unser Sortierspielzeug: die Regenbogenbande
Do it yourself, Familie

Kleiderschrank für Kleinkinder – Montessori inspiriert

Hilf mir, mir selbst zu helfen.

Kinder schauen sich im Alltag unheimlich viel von uns ab. Sie können und wollen alles auch machen und vor allem ab der Autonomiephase dann selbst machen. Schwierig ist das ganze eigentlich nur, weil wir unseren Tagesablauf meist so Takten, dass die Kinder keine Zeit dazu bekommen sich selbst aus zu probieren und weil unsere Haushalte nur tauglich für die gängige Erwachsenen Größe ausgestattet sind. Unsere Kinder haben also meist gar nicht die Chance sich selbstständig zu versorgen, weil sie Dinge gar nicht erst sehen können, oder eben nicht heran kommen. In Küche Wohnzimmer und Co mag man nun sagen: „ja, aber das ist ja auch mein Bereich, da muss ich mich wohl fühlen und nicht mein Kind“, und das mag dann sicher auch ein Stück weit stimmen. (Auch hier kann man aber z.b mit Hilfe eines Lernturms Abhilfe schaffen.) Völlig Paradox wird es aber dann häufig in den Kinderzimmern. Spielzeug auf Regalen an die Mama und Papa grade so heran kommen sind das eine, Kleiderschränke die für das Kind nicht einsehbar oder gar zu erreichen sind das andere.

Auch bei uns stand bisher ein solcher Schrank. Das höchste der Gefühle, war hier die Sockenschublade, die für die Bären erreichbar war. Ehrlich gesagt war das aber nicht schlimm, denn er war eh noch deutlich zu klein. Etwa ab 1,5 Jahren fangen Kinder aber an und zeigen Interesse daran, sich selbst Anziehsachen aus zu suchen und auch das ein oder andere Teil selbst anziehen zu wollen. Also war es für uns nun an der Zeit langsam die Gegebenheiten so zu verändern, das der Bär die Möglichkeit dazu hat. Ein Kleiderschrank im Kleinkindformat sollte her!

Der Aufbau

Nach kurzer Recherche zeigten sich die Kallax Elemente von Ikea als sehr geeignet. Wenn man Elemente nutzt, so das zwei Fächer übereinander sind, haben sie die perfekte Höhe (77cm) um für ein Kleinkind gut erreichbar zu sein. Wir haben uns für ein 2er und ein 4er Kallax entschieden. Dazwischen haben wir eine ganz normale Kleider Stange verschraubt, für Jacken, Hemden und co. Wenn man es lieber etwas „versteckt“ mag, kann man mit Schubladen und Körben arbeiten. Wir haben uns bewusst dazu entschieden, es offen zu lassen und nur für Socken und Strumpfhosen eine Doppelschublade zu integrieren. So kann der Bär direkt sehen was in den Fächern liegt und ihm gefällt.

Kinderzimmer für kinder
So sieht er aus unser Kleiderschrank nach Montessori

Strukturierung

Damit die Kinder gut mit dem Kleiderschrank klar komme , sollte sich pro Fach nur eine Bekleidungsart befinden. Und es bietet sich an generell nicht zu viel Auswahl zu haben, damit die Kinder nicht völlig überfordert sind. Grade die Fächer von Body, Hosen und Langarmshirts sind bei uns eigentlich auch noch zu voll. Damit die Kinder, ohne die Sachen auseinander zu nehmen wissen, was sich in welchem Fach befindet, bieten sich Piktogramme an, da die kleinen ja noch nicht lesen können. Unsere fehlen auf dem Bild noch, ich scheitere derzeit an der optisch unterschiedlichen Darstellung von Langarmshirt zu Pullover.

Kleinkind Kleiderschrank
Schubladen für Socken und Strumpfhosen

Für Selbstständige Kinder

Die ersten schockierten Worte erreichten mich übrigens promt nach der Umsetzung. „Na toll und die Kinder gehen als Clowns in die Kita.“ – Tja und wen stört es? Es ist in der Kita, dem Kindergarten und co doch wirklich egal ob man von Kopf bis Fuß in streifen gekleidet ist, oder rosa mit rot kombiniert hat. Und natürlich hat man doch irgendwie ein Auge drauf und wenn vom Wetter her mal was gar nicht geht, oder man auf einer Hochzeit eingeladen ist, dann finden sich sicher Kompromisse mit dem Kind – Stichwort: Kinder wollen Kooperieren.

Also fühlt euch frei euren Kindern Freiheit zu schenken. Sie müssen sich in so vielen Dingen im Alltag anpassen, gebt ihnen die Chance Dinge die sie selbst betreffen auch mal selbst zu entscheiden. Und ermöglicht Ihnen Selbstständigkeit in dieser Welt, die doch nur auf uns erwachsene ausgelegt ist.

Do it yourself

(DIY:) Learningtower oder Lernturm nach Montessori Pädagogik

Wir haben ihn! Den sagen umwobenen Learningtower. Allein die Bezeichnung erntete bei den Urgroßeltern des kleinen Bäre Missgunst. Aber es geht auch auf deutsch – Lernturm ist wohl ein genau so verbreiteter Name, wusste ich nur nicht!

Nun die Idee des Lernturms kommt aus dem Hause Montessori. Es geht darum, das Kind teilhaben zu lassen, zum Beispiel am Essen zubereiten und das möglichst früh, wenn seitens des Kindes Interesse besteht. Der Lernturm ist dabei eine Art kleine Leiter oder tritt mit Umrandung , so dass das Kleinkind sicher darauf stehen kann ohne evtl runter zu fallen.

Mir war der Lernturm für die Küche sehr wichtig. Immer wenn ich am Essen zubereiten bin und mein Mann nicht zuhause ist um mit dem kleinen Bären zu spielen, habe ich ein Problem. Denn dieser möchte gern überall dabei sein, schauen und ggf. auch helfen. Ein Stuhl war aber zu unsicher da er dort unter Umständen einfach zu Seite “abstürzen” kann. Daher haben wir uns zum ersten Geburtstag einen Lernturm/Learningtower von meinen Eltern gewünscht. Erst haben wir überlegt selbst einen zu Bauen, mein Mann und ich sind handwerklich beide nicht völlig unbegabt. Aber mit Renovierungsarbeiten, Garten, Arbeit und Kleinkind fehlt einfach die Zeit. Also durfte mein Papa bauen.

Anleitung:

Er hat als Grundlage zwei Ikea Hocker (Bekväm unten und Oddvar oben) genutzt. Die obere Platte von Bekväm wurde weggelasssn und dafür Oddvar auf dem Kopf stehen darauf geschraubt. Bei Oddvar wurde an der Seite die nach hinten zu den Stufen zeigt die untere Querstrebe weggelassen, damit das Kind selbst in den Learningtower klettern kann. Diese wurde zersägt und vorne an die Füße von Bekväm geschraubt – als Umkippschutz. Uns damit ist der Lernturm als solches auch schon fertig gewesen.

Da ich mir aber, wir so oft, noch etwas besondere gewünscht habe, ging der Baumarathon noch weiter. Ich wollte für den kleinen Bär das spaßige mit dem nützlichen verbinden und platzsparend eine Beschäftigung für ihn integriert haben. Auf der einen Seite des Turms sollte ein Activityboard integriert werden, auf der anderen Seite ein Tafel. Mein Papa hat sich dann selbst übertroffen und noch die Idee gehabt eine verspiegelte Tür mit an zu bauen.

An die Seiten des learningtowers wurden nun also noch Spanplatten angebracht, vor eine Seit davon noch eine Tür aus Spanplatte und dann würde das ganze mit weißem Spielzeuglack (z.b Alpina Weißlack) lackiert. Anschließend kam auf die eine Seite (die mit der Tür) Tafelfarbe – auf die Tür von innen auch. Von außen wurde die Tür abschließend mit Spiegelfolie beklebt. An die andere Seite kamen: Seile, schiebe- und Klappriegel, Karabiner, eine Rolle, ein Fidgetspinner, eine Hupe, ein Gurt und Musikinstrumente aus Holz – da kann man seiner Fantasie freien Lauf lassen.

Und dann war der große Tag gekommen. Der kleine Bär bekam seinen Lernturm zum Geburtstag. Bisher sind vor allem die Speigeltür und das Activityboard der absolute Renner und die Entscheidung ihm so einen Turm zu schenken war definitiv die richtige! Ich freue mich jede Sekunde in der er an dem Turm steht, spielt und erkundet. Und bald wird er sicher auch seinen ursprünglichen Zweck in der Küche erfüllen!

Lernturm mit Activityboard und Tafel
Unser Learningtower