Familie

Was nächtliches Abstillen mit Verantwortung zu tun hat und ob das Kind denn jetzt durch schläft.

Wir stillen ab. Also, zumindest nachts. Nicht weil der Bär nicht mehr will, oder weil es für mich nicht mehr schön war. Sondern weil ich hoffe, auf diese Art meinen Zyklus zurück zu bekommen, denn wir wollen ein zweites Kind. Das ist kein Geheimnis. Lange war ich nicht bereit für diesen Wunsch etwas am Stillen zu verändern. Das hieß für mich klar, dass der Wunsch noch nicht groß genug war.
Nun bin ich bereit es damit zu versuchen, dass wir in der Nacht abstillen. Nur nachts. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Dafür ist der Wunsch inzwischen groß genug.

Abstillen in der Nacht
Vor etwas mehr als 1 Jahr. Ich habe immer gern gestillt und tu es noch immer.

 

Warum nachts abstillen?

Tagsüber, wenn man bei Bedarf einfach anderes Trinken oder Essen anbieten kann ist sicherlich einfacher. Ja, das mag sein. Den hormonell größeren Effekt, und das ist es ja was für mich wichtig ist, hat das nächtliche Stillen (oder eben nicht mehr Stillen). Für die Milchbildung ist das Hormon Prolaktin verantwortlich. Leider ist es gleichzeitig auch das Hormon, was den Eisprung unterdrückt. ( Daher auch der Mythos, dass Stillen verhütend wirkt.) Denn es hemmt die Ausschüttung von LH und FSH – der beiden Hormone, die den Eisprung auslösen. Die Ausschüttung von Prolaktin folgt einem Tag-Nacht Rhythmus und ist in der zweiten Nachthälfte am höchsten. Stillen regt die Milchbildung wieder an, also die Ausschüttung von Prolaktin. Wird nun also in der zweiten Nachthälfte, die ausschlaggebend für die Ausschüttung ist gestillt, so wird mehr Prolaktin ausgeschüttet.
Wer sich also schon immer gefragt hat, warum Kinder in Schubzeiten vor allem dann stillen, wenn die Eltern schlafen wollen. Hier ist die Antwort. Gleichzeitig ist es aber auch die Antwort auf die Frage, warum einige Frauen sehr schnell wieder einen Eisprung haben. Wenn sich das Kind nicht penibel daran hält, alle 3 Stunden mindestens zu stillen, auch in der zweiten Nachthälfte, so kann der Prolaktinspiegel weit genug absinken, dass ein Eisprung wieder möglich ist.
Und genau das ist meine Hoffnung. Darum stillen wir aktuell nachts ab und nicht am Tag.

 

Herangehensweise – ich trage die Verantwortung

Weit verbreitet ist es, das Kind nachts dem Papa zu überlassen, wenn man abstillt, Der Gedanke, den ich sogar nachvollziehen kann ist, dass der Bedarf gar nicht so da ist, wenn auch die Brust nicht zur Verfügung steht. Nicht selten schläft Mama also in einem anderen Raum. Oder gar das Kind wird muss aus dem Familienbett ausziehen.
Ich bin ehrlich. Von beiden Varianten halte ich nicht viel. Denn nicht alles was “funktioniert” ist immer auch gut. Dem Kind wird in den beschriebenen Fällen nicht “nur” das Stillen genommen, sondern auch die Mama, als erste Bezugsperson in der Nacht. Oder gar das Familienbett als sichere und bekannte Schlafstätte. Also war für uns klar, dass der Bär weiterhin bei uns im Familienbett schläft. Und auch ich vorerst erste Ansprechpartnerin in der Nacht für ihn bliebe. Es ist meine Aufgabe für ihn da zu sein und ihn durch die Wut und Trauer zu begleiten, die er aufgrund meiner Entscheidung durchlebt. Denn diese Gefühle sind wie alle Gefühle, immer, absolut gerechtfertigt und in Ordnung. Sie dürfen da sein. Und ich trage die Verantwortung für meine Entscheidung. Denn so fair sollte man sein. Der Bär wäre niemals auf die Idee gekommen, jetzt nachts nicht mehr stillen zu wollen. Ich halte im Übrigen auch nichts davon, dem Kind zu sagen, dass die Milch leer wäre. Damit wird das Kind angelogen und die Verantwortung für die eigene Entscheidung, nicht mehr stillen zu wollen, wird abgegeben. Denn die Milch ist ja leer.

Kurz um, wenn ich als Mutter die Entscheidungen treffe, dass ich nicht mehr stillen möchte, dann muss ich auch in allen Bereichen die Verantwortung dafür tragen.

 

Dr. Gordon als Inspiration

Das Prinzip des Abstillens nach Dr. Gordon ist mir schon begegnet, lange bevor Abstillen für uns zur Thematik wurde. Dennoch hatte ich mir eine Aussage gemerkt.

Wenn wir ihnen für einige Nächte ein bisschen weniger anbieten und dann für die nächsten Nächte wieder ein bisschen weniger und dann noch ein bisschen weniger und in den letzten Nächten gar nichts mehr, dann wird ihnen auf freundliche und einfühlsame Weise klargemacht, dass es sich nicht mehr lohnt, an die Tür zu klopfen, weil das Restaurant nun nachts geschlossen ist – um bei diesem Bild zu bleiben.

Und daran habe ich mich orientiert. Mir war bewusst, dass es für uns auch nicht praktikabel wäre, von heute auf morgen die Brust im Bett nicht mehr an zu bieten. Also haben wir es Schritt für Schritt gemacht. Den ersten Schritt haben wir, damals noch unbewusst schon im Oktober getan, als wir das Einschlafstillen verabschiedet haben.
Dr. Gordon hat ein Programm über 10 Tage in denen das nächtliche Stillen immer mehr reduziert wird, bis hin zum nicht mehr stillen in der Nacht etabliert. Und das ist auch schon der Punkt an dem sich unsere Wege trennen, denn wir haben deutlich mehr Zeit eingeplant. Wir haben die Stillpause im Wochen Takt gesteigert. Und zwar immer um 2 Stunden. Hierbei haben wir meist die ersten 3 Tage benötigt, um das ganze soweit zu etablieren, dass es akzeptiert wurde. Das heißt, dass der Bär sich recht schnell anderweitig trösten ließ. Und weitere 4 Tage um diese Pause nun als Normalität zu integrieren.
Würde ich behaupten, dass das Ganze ohne Tränen und Frust funktioniert hat, dann würde ich lügen. Der erste Tag einer neuen Etappe war immer der Schlimmste. Logisch, denn er beinhaltete immer wieder das “anfragen” und neuer Dings abgewehrt werden.

 

Visuelle Hilfe

Aber ich habe mir Hilfe geholt um meinem Kind verständlich zu machen, wann Zeit zum stillen ist, und wann „die Milch pause“ hat wie ich sage. Hier für habe ich ein Nachtlicht genutzt. “So lange das Nachtlicht brennt, hat die Milch Pause”. Das war für den Bären eine Verständliche, greifbare  und vor Allem selbst überprüfbare Aussage. Und so blieb das Nachtlicht einfach Woche für Woche 2 Stunden länger an. Und sobald der Bär erwacht ist, habe ich ihn an mich gekuschelt, ihm das Nachtlicht gezeigt und gesagt: „schau, das Licht ist noch an, die Milch hat noch Pause“. Diese Vorgehensweise hat tatsächlich dazu geführt, das wir nie in der Situation waren, dass Unverständnis aufkam. Von Tag 1 an war für uns beide klar, das wir nicht stillen, wenn das Licht an ist. Zwar hat der kleine Bär immer mal wieder versucht das zu diskutieren. Aber ich glaube, dass es viel ausmacht, wenn das Kind versteht warum grade nicht gestillt wird. Auch wenn die Begründung so banal ist, wie ein brennendes Licht.

In der letzten Etappe haben wir die Aussage verändert. Denn so sehr wie dem Zwerg das Licht hilft, so sehr stört es mich beim schlafen. Also hieß es ab da: „im bett stillen wir nicht mehr“. Und auch das wurde recht problemlos akzeptiert.

 

Die Durchschlaflüge

Wenn du abstillst, dann schläft dein Kind auch durch.

Solche Aussagen locken, in der Hoffnung auf ruhigere Nächte abzustillen. Meine Erfahrung ist, dass es nicht zwingend einen Zusammenhang gibt. Jedes Kind ist anders und ihr solltet euch, wenn ihr diese Hoffnung hegt ernsthaft fragen, ob das bei eurem Kind wohl Erfolgsaussichten hat.

Bei uns hat sich ausschließlich die Zeit am Abend verbessert. Sonst bin ich bis 23 Uhr bis zu 3 mal im Schlafzimmer gewesen. Jetzt gar nicht mehr. Nachts wacht er derweil genau so oft auf wie vorher. Nur das ich nicht mehr einfach nur im Halbschlaf stille sondern ziemlich wach werde. Außerdem wird hier nachts, auch mit 1,5 noch Milch getrunken. Nicht viel, nur etwa 60-80 ml , diese sind aber nicht weg zu denken. Wasser stattdessen wird mir frustriert aus der Hand geschlagen.

 

Ich hoffe nun, dass das nächtliche Abstillen bald gewünschte Erfolge zeigt und bin sehr froh, dass das ganze bei uns so gut funktioniert hat. Außerdem denke ich, dass wir haben mit unserem 5 Wochen Plan eine sehr sanfte Methode gefunden, das hat mir auch die verhältnismäßig gute Reaktion des Bären bestätigt. Ich würde es, wenn ich müsste, immer wieder so machen.

Nachts abstillen

Familie, Gesundheit

Sicherer Schlaf bei Babys und (Klein-)Kindern

Jedes Kind kann schlafen lernen. Das habe ich zumindest gelesen. Halte ich aber dennoch für Schwachsinn. Jedes Kind kann schlafen, ist meine Meinung. Jedes Kind ist damit ausgestattet zu schlafen um sich zu erholen. Von Geburt an. Darum braucht es kein Schlaftraining und keinen Schlafcoach, auch nicht wenn es sich als besonders nett betitelt. Wir als Eltern, als erwachsene müssen unsere Kinder nur verstehen (lernen).

Wir tragen unsere Kinder 10 Monate im Körper. Es ist eng und relativ dunkel. Sie sind umgeben von Wärme und. Geräuschen wie dem Blut, welches durch die Aorta rauscht oder unserem pochenden Herzen. Sie werden geschuckelt, getragen und sind niemals allein.
Sobald unsere Kinder aber geboren sind (übrigens als Physiologische Frühgeburten, weil wir schlicht aufgrund der Evolution nicht in der Lage sind sie länger aus zu tragen), ist man in unserer westlichen Gesellschaft der Meinung, dass es möglich sein muss, oder doch zumindest sollte, das Kind auf ein Sofa, in ein Bett oder einen Stubenwagen zu legen und es dort allein oder mit bloßer Anwesenheit, in Form von daneben stehen einschlafen zu lassen.
Das funktioniert so aber nicht, oder in den seltensten Fällen.

Kinder kommen mit einem integirerten Alarmsystem auf die Welt.

Abgesehen davon, dass die Geburt allein schon eine enorme Umstellung für ein Kind bedeutet und es schlicht in vielen Fällen Dinge benötigt, die es an das Gefühl in Mamas Bauch erinnert (Rauschen, Schuckeln, Enge, Nähe) um zufrieden zu sein, wäre es für Babys auch einfach enorm gefährlich einfach so irgendwo herum zu liegen und zu schlafen.
Gut heute in unseren eigenen 4 Wänden vielleicht nicht mehr so. Aber das wissen Babys nicht. Sie sind noch mit den gleichen Schutzmechanismen ausgestattet wie vor einigen Tausend Jahren. Damals wäre es, ihr sicherer Tod gewesen. Wilde Tiere, auskühlen, die Gefahr vergessen oder übersehen zu werden… das alles waren viel zu große Risikofaktoren. Das Baby, was merkt dass es den Kontakt zu seiner Bezugsperson verliert weint also, einfach nur zum Eigenschutz, denn nur bei ihr kann es sich in Sicherheit wissen.
Und so ist es (den meisten von) unseren Babys aufgrund dieses Sicherheitssystems gar nicht möglich so zu schlafen, wie sich das sie Gesellschaft vielleicht vorstellt. Auch der schnelle Schlafphasenwechsel findet ihr seinen Ursprung. So merkt ein Baby bei diesem sofort, wenn sich die Situation (Wärme, Nähe, Nuckeln) verändert hat und wacht auf mit dem Ziel diese Situation wieder her zu stellen. Ist dies nicht möglich, schlägt es Alarm und weint.

Dieses Gefühl wenn du fällst.
Wart ihr schon mal in einem Freefalltower, oder wurdet in Narkose gelegt?

Könnt ihr euch erinnern, an dieses Gefühl zu fallen ohne etwas dagegen tun zu können, komplett die Kontrolle ab zu geben? – Vielleicht kennt der ein oder Andere dieses Gefühl sogar selbst von seltenen Tagen beim Einschlafen, das Gefühl plötzlich durch die Matratze zu fallen.
Dieses Gefühl haben Babys und Kleinkinder beim Einschlafen. Dieses Gefühl ist der Grund, warum man oft sieht wie ihnen die Augen langsam zu fallen und sie dann plötzlich doch wieder Hellwach sind und fast panisch weinen.
Kinder brauchen Schlafbrücken.
Schlafbrücken, das sind Dinge die das Einschlafen erleichtern, die über das Gefühl des Fallens hinweg tragen. Was dem jeweiligen Kind hilft kann man testen und lässt sich recht schnell heraus finden. Die Möglichkeiten sind vielfältig. Stillen/ Nuckeln, Schuckeln ,Tragen, Rückenstreicheln, Popotätscheln… und so weiter.
Wann Kinder diese Hilfen nicht mehr brauchen ist so verschieden wie das ablegen der Windel, kein Kind sollte dazu genötigt werden alleine ein zu schlafen, wenn es dazu noch nicht in der Lage ist. Das führt nur zu unnötigem Stress und im Zweifel zu einer negativen Verknüpfung mit dem Bett. Das Resultat ist dann nicht selten ein Kind, was überhaupt nicht mehr (an diesem Ort) schlafen möchte.
Meist wird die benötigte Hilfe langsam weniger. Trägt man das Baby noch in den Schlaf, reicht mit 2 Jahren dann vielleicht nur noch das Rücken streichen und mit 3 Jahren gar das Vorlesen einer Geschichte.

Schlafen ist ein Abschied.

Wir sind uns beim einschlafen einer Sache ziemlich sicher, nämlich der, dass wir am nächsten Morgen wieder aufwachen werden. Diese Sicherheit haben unsere Kinder noch nicht. Jedes einschlafen ist für sie ein kleiner Abschied. Wenn sie am Abend nicht ins Bett gehen möchten, weil sie noch zu ende spielen wollen, dann ist uns oft unverständlich, warum das nicht am nächsten Morgen möglich ist – unsere Kleinkinder wissen noch nicht um diese Möglichkeit. Natürlich wird es ihnen mit steigendem Alter immer bewusster. Auch in dem wir mit ihnen darüber reden. „Bis morgen früh“ oder ähnliches.
(Gerade deshalb sagt eurem Kind bitte niemals, dass jemand „für immer schläft“ wenn ihr vom Tod redet, dies könnte die eh schon vorhandene Angst unnötig schüren.)
Durchschlafen – ein Reifeprozess.

Durchschlafen. Das ist Schlafen, 6 Stunden am Stück zwischen 18 und 6 Uhr morgens. So die Definition. Und das schaffen alle Kinder bei entsprechender Hirnreife. Aber auch hier kann nichts erzwungen werden. Im ersten Lebensjahr enrwickelt sich das Gehirn, aber auch das Kind allgemein so rasant, dass Zwischenmahlzeiten in der Nacht normal und bei Kindern die diese einfordern auch nötig sind. Daher sollten diese in dem Alter in der Nacht niemals verwehrt werden. Aber auch ein Erwachen weil so viel verarbeitet werden muss, sie Zähne drücken und so weiter ist völlig normal.

Was hilft beim schlafen ?

Gesunde Kinder lernen alle früher oder später alleine ein- und durch zu schlafen. Ganz ohne Schlaftrainings und schreien lassen. Und so lange müssen wir Eltern uns über die kindliche Art zu schlafen informieren und dies vor allem Akzeptieren. Druck erzeugt meist nur Gegendruck.

Erleichterung verschafft häufig das Familienbett, da Kinder in der Nähe der Eltern oft besser schlafen, weil sie sich sicher und geborgen fühlen. Außerdem vereinfacht es das nächtliche Stillen und beruhigen ungemein. Erschöpft zu sein und auch mal keine Lust mehr zu haben ist dabei auch ganz normal. Nicht umsonst ist Schlafentzug eine funktionierende Foltermethode. Hierbei hilft ein funktionierende Netzwerk ungemein. Das muss nicht immer die Familie sein, Freunde oder Nachbarn mit denen man ein gutes Verhältnis hat können auch eine große Stütze sein. Sei es um sich abends mal ablösen zu lassen wenn man kurz davor ist Dummheiten zu machen (wie das Kind zu schütteln), oder sich am Tag zumindest mal eine Stunde zu ergattern um Schlaf nach zu holen.

Schlafendes Baby
Schlafender kleiner Bär.

 

Familie

Einschlafstillen Ade! – Unser erster Teil Abstillen

Da ist er nun also. Der erste kleine Abschied in unserer Stillbeziehung und entgegen meiner Vermutung, dass mein Sohn den ersten Schritt machen wird, war es nun doch ich, die die Initiative ergreifen musste. Einschlafstillen ade – scheiden tut (immer etwas) weh.

Soeben ist mein Schatz zum ersten Mal in meinem Arm einschlafen, nur mit Rücken streicheln. Ohne Tränen war er innerhalb von 15 Minuten im Land der Träume. Dazu warum es so gekommen ist, und wie wir diesen Weg gegangen sind möchte ich euch jetzt ein bisschen erzählen.

Die Frage nach dem Warum?

Etwa seitdem der kleine Bär elf Monate alt ist (vielleicht auch schon zehn Monate alt ist), ist das Einschlafstillen von Woche zu Woche anstrengender und schwieriger geworden. Anstatt sich wie sonst einfach zu mir zu legen, zu stillen und dabei ins Land der Träume abzudriften wurde geklettert, die Seite gewechselt und in allen möglichen Positionen gestellt. Er hat an meiner Brust einfach nicht mehr zur Ruhe gefunden. Diese Tatsache war ne lange Zeit gar nicht so bewusst, erst jetzt mit 15 Monaten, als ich selbst so am Ende meiner Nerven war, wenn ich ihn abends in den Schlaf begleitet habe wurde mir klar, dass es sich für ihn enorm anstrengend sein muss. Denn immer wenn mein Mann ihn ins Bett gebracht hat, schlief er binnen weniger Minuten.

Es musste also eine Lösung her, für mich und meine Nerven. Weil ich nach einer Stunde Seiten wechseln, Brustwarzen Zwiebeln und Windel Po im Gesicht haben wirklich derartig am Limit war, dass ich Sinn lose und gemeine Dinge gesagt habe wie “wenn du jetzt nicht schläfst, dann musst du alleine schlafen” oder auch einfach geweint habe. Und auch für den kleinen Bären, weil dieser völlig müde war, so müde, dass er umkippte sobald er sich im Bett kurz aufsetzte, aber einfach nicht in den Schlaf fand. ( Letzteres erklärt auch, warum wieder aufstehen keine Option war.)

Und die Frage nach dem Wie?

Genau heute vor einer Woche habe ich mich mit einer Freundin unterhalten, die mir dann berichtete, dass sie mit Ihrem großen Sohn auch an diesem Punkt war und daraufhin das Einschlafstillen weg gelassen hat, was Wunder wirkte. Ehrlich gesagt hatte ich bis zu dem Punkt gar nicht wirklich daran gedacht, dass das eine Option ist. Habe es aber von jetzt auf gleich umgesetzt. Unser “Leidensdruck” war so hoch, dass ich bereit war, die Trauer und auch Wut, die dieses Unterfangen mit sich bringen würde aus zu halten und auf zu fangen. Allerdings hängen wir beide sehr am Stillen, also habe ich es so abgewandelt, dass wir beim Buch lesen im Bett noch stillen und ich dann die Brust einpacke und das Licht ausschalte. An dem Punkt wird dann nicht mehr gestillt. Das habe ich ihm auch direkt am ersten Abend so erklärt. Denn ich denke, dass auch ein Kind mit 15 Monaten schon sehr viel verstehen kann und das Wissen um die Abläufe eine enorme Hilfe ist.

Schon am ersten Abend, heute vor einer Woche, hat sich dann die Einschlafdauer halbiert. Der Bär war nach etwa 30 Minuten eingeschlafen. Natürlich war er vorher traurig und frustriert gewesen und hat etwa 10 Minuten zum Anfang geweint. Aber ich habe ihn in meinem Arm gehalten, habe ihn getröstet und er hat sich so relativ schnell beruhigt wie ich finde. Abend für Abend hat sich so die Dauer des Weinend und die Einschlaftdauer reduziert. Na gut, das stimmt nicht ganz. Schon am dritten Abend hat der Bär nach 10-15 Minuten geschlafen. Und auch am dritten Abend betrug die Dauer des Weinens nur noch 1 maximal 2 Minuten. Am fünften Abend war der Punkt gekommen, an dem er nach dem Ausschalten des Lichts nicht mal mehr nach der Brust gefragt und auch nicht mehr geweint hat. All die Abende, lag er auf meiner Brust mit seinem Kopf und mit seinem Körper auf meinem Bauch. Ich habe ihn so im Arm gehalten, geschunkelt und den Rücken gestreichelt. Dies war seine Schlafbrücke, die ihn ins Land der Träume geführt hat.

Heute, sieben Tage nach Beginn dieser, ja Abgewöhnung das Einschlafstillens dann eine neue Änderung. Diese ging vom kleinen Bären aus. Zwar haben wir wie gewohnt gestartet und er lag auf meinem Bauch beziehungsweise auf meiner Brust, allerdings hat er sich nach etwa 5 Minuten dazu entschlossen, dass er lieber neben mir liegen möchte. Und ist dann neben mir liegend im Arm nur mit dem Streicheln des Rückens eingeschlafen.

EinschlsfstillenAde, Scheiden tut weh.

Ich sehe das ganze nun mit einem lachenden- und einem weinenden Auge. Einerseits bin ich traurig, dass das lieb gewonnene Einschlafstillen nun vorbei ist. Andererseits freut es mich, dass die Einschlafbegleitung nun um ein Vielfaches schneller und leichter geworden ist. Und auch der Bär besser in den Schlaf findet.

Familie

Selbstbestimmtes Schlafen mit Impuls.

Das Thema selbst bestimmt schlafen steht auf der Hitliste ganz oben. Gleich hinter selbst bestimmtem Medienkonsum und selbst bestimmtem Essen inkl. Süßigkeiten Konsum. Alles sehr kontrovers diskutiert und viele glauben nicht, dass das (gut) funktionieren kann. Oder fragen sich, wie es funktionieren kann.
Darum möchte ich euch heute erzählen, wie es bei uns ist.

Unser Kind kann eher schlecht schlafen

Wenn der kleine Bär eines schon seit seiner Geburt NICHT kann, dann ist es, einfach ein zu schlafen wenn er müde ist.
Das ist bei uns ein ganz wichtiger Punkt im Bezug auf das selbst bestimmte Schlafen. Denn deshalb kommt das berühmte, einfach spielen lassen bis sie quasi umfallen nicht in Frage, denn das passiert hier nicht. Niemals würde der Bär einfach so einschlafen.

Also mussten wir einen anderen Weg finden, dass er nach seinem Bedürfnis schlafen kann, ohne das er ins Bett gezwungen wird. Hier liegt der Schlüssel für uns im Beobachten. Von der Körpersprache her, und durch Nutzung der Babyzeichen (teils passiert das sogar unbewusst), zeigt er nämlich recht deutlich an, wann er das Bedürfnis zum schlafen hat. Hier ist es an uns als Eltern das zu erkennen und dann den nötigen Impuls zu geben. Beim Mittagsschlaf ist das die einfache Frage „möchtest du schlafen?“ (Inkl. Nutzung des Zeichens), was ihn dann schon zum Schlafzimmer laufen lässt. Am Abend ist die Frage dann ob wir Zähneputzen wollen und erst anschließend ob er schlafen möchte. Auch hier läuft er dann schon zum Bad/Schlafzimmer. Es ist also auf unseren Impuls hin immer seine eigene Entscheidung.
Wenn er nicht zum Schlafzimmer/zum Bad läuft, dann hat das alles noch keinen Wert und wir warten noch etwas, meist dauert es aber nicht länger als 10-20 Minuten bis er dann doch möchte.

Einschlafbegleitung

Ist der kleine Bär dann im Bett benötigt er weiter unsere Hilfe, bei mir wird gestillt, beim Göttergatten reicht simples Kuscheln und bei der Oma muss es die Flasche sein – so individuell gestaltet sich hier die Einschlafbegleitung. Wichtig ist aber, das die Begleitung nötig ist, sonst ist ein Einschlafen hier nicht möglich. An Tagen an denen ihn sehr viel beschäftigt kommt es auch noch mal vor das ein in den Schlaf tragen nötig ist. Das ist an dieser Stelle aber niemals ein Zwang, sondern ausschließlich eine Hilfe. Eine Brücke in den Schlaf. Schreien und weinen lassen und dann aus Erschöpfung und Verzweiflung ein zu schlafen ist hier und sollte nirgends eine Option sein.

Manchmal kommt es vor, dass der Bär doch noch mal aufstehen möchte. Grade als er kleiner, und das Fragen noch nicht möglich war, hatten wir so eine Situation etwa 1x pro Woche. Dann stehen wir noch mal auf und spielen noch etwas und probieren es später noch mal.

Bedürfnisse aller sehen und achten

Aber ICH als Mama/Papa habe doch auch mal das Bedürfnis nach Ruhe und einer Auszeit.
Das stimmt zweifelsohne. Und auch ich kenne dies Gefühl. Je nach dem welche Möglichkeiten man hat und wie alt die Kinder sind, kann entweder der Papa oder die Oma, Tante oder Nachbarin noch eine Runde mit den kleinen spielen. Oder es ist sogar eine Option, dass sie sich schon selbst beschäftigen. So kann man sich selbst abends dann eine kleine dringend benötigte Auszeit verschaffen.Manchmal reicht auch schon der Gedanke, dass es am nächsten Tag vermutlich wieder besser laufen wird und man abends eher „Feierabend“ hat.

Außerdem finde ich es nicht verwerflich, wenn man versucht den Tag passend zu strukturieren, so dass das Kind nicht am späten Nachmittag noch ein Schläfchen macht.
Der Bär geht zum Beispiel abends zwischen 19 und 20 Uhr ins Bett, das ist in etwa die Zeitspanne in der er meist müde wird/ist. Wenn ich nun um 17 Uhr mit meiner Mama und dem Zwerg im Tuch noch spazieren gehe, weis ich das er mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit um 17.30 Uhr auf meinem Rücken eingeschlafen ist. Daher vermeide ich solche Unternehmungen nach Möglichkeit. Das erleichtert mir das Leben, da ich dann kein Kind habe was bis 23 Uhr spielen möchte. Und wenn es eben doch mal vor kommt, dass man spät noch herumspaziert und der Zwerg einschläft (oder im Auto), dann habe ich genug „Reserven“ um dann mal einen Tag mit ihm bis 23 Uhr zu spielen und auf meine Auszeit zu verzichten. Denn ich weis, dass es nicht die Regel ist.

Hilfe zum einschlafen
Abendliches Kuscheln und Einschlafbegleiten
Familie

Cospleeper do it in the kitchen – Über Sex und Familienbett

Da fragte mich vor nicht all zu langer Zeit eine Bekannte (auch Mama) ob ich nicht mit ihr auf die nächste Venus Messe (ihr wisst schon Sex, Sexspielzeug, Pornos und co) gehen will. – Nö will ich nicht. Ich bin zwar nicht verklemmt und prüde aber das ist dann trotzdem nicht so dass, womit ich meine Freizeit, womöglich noch mit Kind, verbringen möchte.

Die Situationskomik ergab sich allerdings erst bei unserem nächsten Gespräch. Es ging, wie der Titel heute vermuten lässt, ums Familienbett. Ihre Tochter schläft nämlich von Anfang an im eigenen Bett und Zimmer. Als ich dann erklärte, dass der Bär von Anfang an und sicher auch noch künftig eine ganze Weile bei uns im Familienbett schläft, kam nämlich von Ihr die Frage : ” Ähm, und wie seid ihr dann intim miteinander?”

Versteht das nicht falsch, ich weis das es einige Frauen gibt die nur im Bett und bei ausgeschaltetem Licht Sex haben und nie würde es mir einfallen mich darüber lustig zu machen. Aber das jemand der quasi gestern noch mit mir auf eine Sex-Messe wollte, heute nicht begreifen kann wie man Intimitäten austauschen kann wenn man Familienbettet ist mir gänzlich unklar und brachte mich auch zugegebener Maßen etwas aus der Fassung. Meine trockene, irgendwann mal bei Facebook aufgeschnappte, Antwort war dann wie ihr im Titel lesen könnt : ‘Co-Sleepers do it in the kitchen.’

Was sag ich denn nun auf so eine Frage?

Nun, das diese Frage immer wieder auf taucht ist kein Geheimnis. Und ich finde die o.g Antwort einfach am passendsten. Wer aber nicht (wie meine Mama das so nett formulierte), riskieren will, dass niemand mehr bei ihm essen mag (versteh ich nicht putzt ihr etwa nicht ?!) könnte auch noch andere Antworten ausprobieren:

# Du hast nur im Bett Sex? Das tut mir sehr leid für dich.

# Wir nutzen mit Vorliebe die Waschmaschine- das spart im Schleudergang dann auch gleich noch den Vibrator.

# Sex ?! Ih ne , also sowas machen wir nicht.

# Wir nutzen das Familienbett quasi als Verhütungsmethode – der Pearl-Index ist unschlagbar.

# Also wir haben nur Sex um ein Kind zu zeugen und ein Geschwisterchen ist noch nicht geplant.

Bitte passt die Antworten eurem Gegenüber an. Wenn Oma Gerda mit nem Herzinfarkt da nieder liegt, dann hat auch niemand was gewonnen 😉