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Familie

Trocken werden – ohne Zwang aber mit Begleitung

Wenn es ums Trocken werden geht sind wir uns hoffentlich alle einig. Das geht ohne Zwang und wir sollten uns danach richten, wann die Kinder so weit sind.

So einfach wie das klingt ist es dann aber doch häufig nicht.

 

Plötzlich keine Windel und direkt trocken – ist das die Norm?

Wir alle kennen die Geschichten a la „mein Kind wollte plötzlich keine Windel mehr und war Tag und Nacht trocken“. Ja, das gibt es. Tatsächlich kommen wohl auch die meisten Kinder an diesen Punkt. Aber eben eher selten mit 2 oder 3 , sondern eher mit 4, 5 oder 6 Jahren. Natürlich können wir darauf warten. Es wäre sogar nur konsequent das zu tun, denn Windel frei geht ab Geburt. Aber wir trainieren den Kindern an, in die Windel zu machen. 

 

Warten- oder Hilfe ohne Zwang

Aber trotzdem ist es so, dass wir, ganz ohne Zwang unseren Kindern helfen können eher trocken zu werden. Das ist oft hilfreich wenn es um Betreuungseinrichtungen geht, es sorgt für weniger Müllproduktion (oder Wäsche) und vor allem hat es auch gesundheitliche Auswirkungen. Denn es gibt inzwischen Studien dazu, dass Windel Kinder ihre Blase nicht ganz entleeren, was ein Risiko in Sachen Blasenentzündung darstellt.

Es ist also durchaus erstrebenswert, weniger lange zu wickeln.

Aber wie soll das gehen? Ohne Zwang?

 

Zeitfenster die sich anbieten

Ähnlich wie es Zeitfenster dafür gibt, mit dem Abhalten (windelfrei) zu beginnen, gibt es auch Zeitfenster dafür, wann es sich besonders anbietet, dem Kind das Töpfchen oder eben die Toilette an zu bieten.

Das erste ist bei vielen Kindern zwischen 1,5 und 2 Jahren. Wichtig ist – das Alter ist eine grobe Orientierung. Ansonsten gilt es vor allem auf die Zeichen des Kindes zu achten. Wenn es sich vermehrt für das auf Toilette gehen und diese Vorgänge interessiert, oder keine Windel mehr tragen möchte sollte man probieren darauf ein zu gehen. Das bedeutet das Kind ruhig ohne Windel (und Hose) laufen zu lassen, es zu fragen ob es auf die Toilette gehen möchte und eben im Zweifel hinterher zu wischen.

 

Zwei Schritte vor, einen zurück

Zu glauben, dass es dann Ruck-zuck aufs Töpfchen geht wäre utopisch. Aber es kann sich langsam damit vertraut machen und vor allem auch seinen Körper abseits von 12 Stunden Trockenheits Windeln wieder ganz anders wahrnehmen. 

Leichter gesagt als getan. Viele Kinder gehen in dem Alter schon in die Betreuung und dort haben die Pädagogen schlicht keine Zeit für derartige Dinge. Da wird dann halt gewickelt (oder auch nicht).

Und auch uns mangelt es daheim oft an Motivation. Das ist in Ordnung. Niemand MUSS das machen. Aber die Wahrscheinlichkeit, dass das Kind dann entsprechend lang Windeln trägt ist hoch. Dessen sollten wir uns als Eltern schlicht bewusst sein.

 

Aufgeschoben heißt nicht aufgehoben

Ein weiteres Zeitfenster gibt es übrigens bei vielen Kindern etwa um den 3. Geburtstag. Das ist dann auch der Punkt wo viele Eltern eine Windelabneigung erstmals dankend annehmen, denn jetzt (so oft der Gedanke) ist es auch langsam Zeit zum trocken werden.

Anschließend sind viele Kinder dann erst zwischen dem 4. und 5. Geburtstag wieder bereit, auf die Windel zu verzichten.

 

Leben ist lernen – trocken werden auch

Rückschritte im Bezug auf das Sauber werden sind völlig normal. Grade wenn spannende Dinge eine Rolle spielen. Wer grade vertieft ins Spiel ist, vergisst all zu gern den Gang zur Toilette, bis es zu spät ist.

Und auch sind die meisten Kinder nicht Tag und Nacht gleichzeitig trocken. Nachts dauert es oft einfach etwas länger bis die Kinder auch im Halbschlaf merken, dass sie auf die Toilette müssen, satt einfach laufen zu lassen.

 

Hilfe heißt nicht Drillinstroctor

Auf keinen Fall, sollte um das nachts trocken werden zu beschleunigen die Trinkmenge reduziert – oder das Trinken am Abend untersagt werden.

Und auch am Tag ist das sauber werden als ein Prozess und nicht als Training zu sehen.

Anbieten ja, aber aufzwingen – nein! Manche Kinder gehen lieber auf die Toilette ( im Sinne des selber machens mag ich diese Toiletten Sitze* gern). Andere bevorzugen ein Töpfchen* zu Beginn. – Hier geht ganz klar Probieren über Studieren

Genau so wenig sollte auch einem Kind, welches die Windel nicht abgebend möchte, diese entrissen werden.

Viel mehr geht es darum (wieder) sensibler dafür zu werden, wenn unsere Kinder uns zeigen, dass sie für eine Veränderung bereit sind.

Leben ist lernen.

Das gilt ebenso für das Trocken werden.

Trocken werden ohne Druck und Zwang

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