Umgang mit dem Partner bei Sorge oder mangelndem Verständnis

Egal ob gleich-, oder gegengeschlechtliche Partnerschaft. Meist ist es so, dass ein Elternteil sich mehr dem Kind widmet während der andere Elternteil (mehr) arbeiten geht. Dies führt zu meist zwangsläufig dazu, dass sich einer mehr mit Erziehung und Umgang mit dem Kind auseinander setzt und dann sein erlangtes Wissen mit dem anderen Teilt .
In meinem Artikel soll es heute nicht darum gehen, wie wir damit umgehen können, wenn andere Menschen, vielleicht sogar unser Partner, mit dem Kind anders umgeht als wir. Dazu gibt es nämlich schon einen tollen Artikel bei Mini and Me am Blog. Viel mehr möchte ich heute mit euch teilen, wie wir, wenn wir doch schon sehr gefestigt und überzeugt auf unserem Weg sind, unserem Partner begegnen können. Wenn dieser noch nicht mit der gleichen Sicherheit an unserer Seite steht (oder stehen kann) . Und uns auch mit ihm ernstgenommen und würdevoll begegnen. Etwas mehr Licht ins Dunkle bringen, ohne dabei mehr zu verschrecken durch eine missionierende Haltung.

Erinnere dich an deine Anfänge!

Als wir das erste mal davon gelesen oder gehört haben, dass es andere Wege gibt mit unseren Kindern umzugehen als die, die wir selbst (zumeist) kennen gelernt haben, waren die meisten von uns wohl erst einmal skeptisch.
Wie, dass was wir kennen und bei uns offensichtlich „funktioniert“ hat soll nicht richtig sein?
Gesteht eurem Partner dieses Skepsis auch ein! Erinnert euch, dass sie bei euch vorhanden war und macht euch bewusst, dass ihr informationstechnisch einfach schon einige Schritte voraus seid. Fangt nicht an, ein Verhalten zu erwarten, ohne dass ihr erklärt habt welche HALTUNG gegenüber dem Kind dieser Art des Zusammenleben zugrunde liegt.

Informationen weitergeben – Nicht jeder liest gerne.

Der Göttergatte zum Beispiel würde niemals freiwillig etwas lesen. Der Vorteil vom technischen Fortschritt ist, dass es inzwischen viele Bücher auch vertont als Hörbuch gibt. Diese können auch vom größten Lesemuffel bedenkenlos angehört werden.

Natürlich lässt sich aber nicht jeder Artikel auch vertont finden. Während ich kurze Artikel gerne einfach mal via Link weiterleite und da einfach mal das selbst lesen „zumute“, können die Informationen von vielen längeren Artikeln auch einfach mal gebündelt in einfachen Worten auf der nächsten gemeinsamen Autofahrt oder beim Abendessen ausgetauscht werden. Optimaler weise noch mit einem Beispiel aus eurem Alltag und schon habt ihr den Informationsaustausch am Laufen und oft auch durch konkrete Beispiele direkt mehr Verständnis welches euch entgegen gebracht wird.

Erziehung ist Vorbild und Liebe, sonst nichts.

Wenn wir gemäß dieser Definition der Erziehung (von Fröbel) mit unseren Kindern leben, dann doch bitte auch mit unseren Partnern. Schreibt kein Verhalten vor, versucht nicht etwas in Formen zu pressen, wo es doch gar nicht hinein passt und bitte beansprucht nicht eure Reaktion als die einzig richtige. Während ich für ein Verhalten ehrliches Verständnis habe und auch authentisch ausdrücken kann, muss das bei meinem Mann noch lange nicht der Fall sein. Und wenn er sich zutraut mit dem 1,5 Jährigen zusammen am brennenden Kamin Holz nach zu legen, ist es ebenso legitim wenn ich die bitte des Zwerges wann anders ablehne weil ich es MIR nicht zutraue. Allein dadurch, dass wir unserem Partner und unserem Kind im Alltag auf Augenhöhe, authentisch und Beziehungsorientiert begegnen sind wir für beide ein Vorbild. Viel verhalten wird sich abgeschaut, nicht nur von Kindern, sondern auch von anderen Erwachsenen.

Sorgen ernst nehmen.

Menschen wollen gesehen, ernst genommen und akzeptiert werden. Wir und unsere Bedürfnisse sollen von Bedeutung sein – so auch unsere Ängste.
Während wir empathisch mit dem 3 Jährigen Monster unterm Bett verscheuchen, sollten wir Sorgen oder Ängste des Partners nicht einfach mit Floskeln ab tun.
Auch hier ist Empathie gefragt! Und hinter der Frage „warum willst du alles anders machen?“, schlummert nicht selten die Sorge davor, etwas falsches zu tun, wenn neue Wege beschritten werden.
Also fragt !
„Ist es für dich schlimm, es anders zu machen?“ – “ Hast du nicht das Bedürfniss unserem Kind anders zu begegnen als wir es erlebt haben?“ – „Was macht dir daran Sorgen?“
Es ist in der Regel viel sinnvoller den sprichwörtlichen Ball erst mal wieder zurück zu spielen und da tiefer ein zu steigen, als es mit kurzen worten wie : „na weil das besser ist“, ab zu tun.

Umgebt euch mit Gleichgesinnten!

Das Gefühl, einen Weg allein zu gehen und dann womöglich noch bei Dunkelheit ist immer ein mulmiges. Ganz gleich ob wir Informationen als Laternen an den Gehweg gestellt haben oder nicht.
Menschen sind keine Einzelgänger, viel zu gefährlich und unpraktisch. Wir fühlen uns besser, sicherer in einer Gruppe. Egal ob wir tatsächlich im dunklen spazieren gehen oder ob wir den Weg meinen, wie wir unsere Kinder begleiten.

„Gemeinsam sind wir stark, alleine gehen wir unter!“
Während wir uns oft bei Spieltreffen, Still- oder Krabbelgruppen die aussuchen, die zu uns und unserem Leben und Umgang passen, fehlt unseren Partnern dieser Rückhalt oft.
Da sind nur die Kollegen auf der Arbeit, die es alle ganz anders machen. Oder nur die Eltern und Großeltern, die prophezeien, dass so nie was aus dem Kind werden kann. Vielleicht auch noch die Freunde, selbst noch kinderlos, die so gar kein Verständnis haben, warum das bei euch so „unnormal“ abläuft. Bietet auch für euren Partner die Möglichkeit einen Rückhalt zu schaffen. Trefft euch mit anderen Familien aus eurem Spielkries mit denen ihr euch gut versteht. Eure Stillgruppe bietet ein Väterfrühstück ?! – Was für eine tolle Gelegenheit! Ein Sommerfest der Krabbelgruppe ist geplant? – Nehmt euren Partner mit!
WIR SIND VIELE ! Tragt dieses Gefühl in euch und gebt auch eurem Partner ein Stück davon.

Versucht euren Partner ein zu laden, mit euch zusammen eine andere Perspektive ein zu nehmen und alte Wege zu verlassen. Bietet an, sie an die Hand zu nehmen. Aber schleift sie nicht einfach hinter euch her, wenn offensichtlich noch Zeit gebraucht wird dem zu vertrauen. Setzt auf Kommunikation, Empathie und auf eure Beziehung.

Partner gegen unerzogen

How to: Der Umgang mit dem Partner