Loading...
Familie

Vorbereitung auf das Geschwisterkind und wie wir sie am besten gestalten

Die beste Vorbereitung auf das Geschwisterkind

Über die Vorbereitung auf das Geschwisterkind machen wir uns als Eltern spätestens dann Gedanken, wenn ein weiteres Baby unterwegs ist. Manchmal aber auch schon eher. Das Thema ist komplex und wir sehen uns häufig mit vielen guten Ratschlägen konfrontiert.
Aber wie können wir die Vorbereitung auf das Geschwisterkind wirklich sinnvoll gestalten?
Im Folgenden erzählt  Sara, Mama von 2 Mädels von ihren Erfahrungen.

 

Vorbereitung auf das Geschwisterkind und gut gemeinte Ratschläge

„Bis euer Baby auf die Welt kommt, solltet ihr aber zusehen, dass eure große Maus trocken ist, damit du nicht zwei Wickelkinder hast. Und du solltest sie langsam ans eigene Bett gewöhnen.“ Sprüche, bei denen man denkt, sie stammen von meiner 92-jährigen Großmutter. Sprüche, die ich während meiner Schwangerschaft aber tatsächlich häufig in meinem Umfeld vernahm. Dass ich die große Maus schwanger stillte, während mein Körper eine Etage tiefer an der zweiten Milchmaus herumbastelte, verschwieg ich an dieser Stelle lieber.

Denn genau so wird es ja oft propagiert: Ist ein weiteres Baby im Anmarsch, sollte das Geschwisterkind bis zur Geburt idealerweise trocken sein, von Brust/Schnuller/Flasche entwöhnt und möglichst im eigenen Bett schlafen. Zusammengefasst: das größere Kind soll möglichst pflegeleicht und selbstständig sein. Schließlich rückt ein neu zu umsorgendes kleines Menschlein nach, was von den Eltern aller höchste Aufmerksamkeit abverlangt. Und da kommen wir auch schon an den Punkt, um den es bei diesen offenkundigen Vorbereitung auf das Geschwisterkind vor allem geht: um Entlastung der Eltern.

 

Diese Veränderung gleicht einem Paukenschlag

Dabei ist die Vorbereitung eines älteren Kindes auf das Geschwisterkind ohnehin schon schwer. Wie soll man dieses kleine Menschlein auf etwas vorbereiten, was wir selbst zumeist schwer greifen können? Wie erklären, dass wir es genauso lieben, dass sich an unserer tiefen Liebe, Verbundenheit und Bedingungslosigkeit nichts ändert, wo sich doch im Außen augenscheinlich zunächst alles für unser großes Kind ändert?
Von heute auf morgen muss das ältere Kind die elterliche Aufmerksamkeit teilen.
Von heute auf morgen ist nichts mehr so, wie es war. Und es auch nie wieder werden wird.

Und dies ist nicht ein Prozess, der sich (eine unkomplizierte Schwangerschaft vorausgesetzt) schleichend vollzieht. Sondern eher einer, der einem Paukenschlag gleicht. Ab dem Tag der Geburt ist alles anders. Für alle, aber vor allem für das ältere Kind. Es ist wunderschön, aber eben einfach anders.

Das ältere Kind hat in dieser Zeit aber ohnehin schon unheimlich viel zu kompensieren. Und es hat zunächst einmal keine Zeit, in die Situation hineinzuwachsen, sondern wird direkt mit der „Entthronung“ konfrontiert. Von heute auf morgen vertrösten wir es, wenn das kleine Baby unaufschiebbare Bedürfnisse hat. Es hat also ohnehin genug zu schultern und macht in der Zeit unheimlich viele Prozesse durch.

Vorbereitung auf das Geschwisterkind - was wirklich zählt

Elterliche Verantwortung – möglichst wenig Veränderung

Wir Eltern entscheiden uns für ein Geschwisterkind. Und als Eltern sind wir die Erwachsenen, von denen wir in dieser Situation mehr verlangen dürfen. Auch, wenn es anstrengend ist. Wir Eltern können das aushalten. Unser kleines Kind kann das nicht. Als großes Geschwisterkind hat es ohnehin schon an vielen Baustellen zu werkeln.

In unserem Fall wurde weitergewickelt, auch versuchsweise Milch aus der Brust getrunken (obwohl in der Schwangerschaft von selbst abgestillt) und auch weiterhin im Familienbett geschlafen. Gerade dass wir das Leben unserer großen Maus dort, wo möglich, möglichst unberührt hielten, sie auch wieder „Baby“ sein ließen, trug in unseren Augen maßgeblich dazu bei, dass sie ihre kleine Schwester nicht per se als Konkurrenz wahrnimmt.

Bei der Vorbereitung eines älteren Kindes auf die Geburt eines Geschwisterchens sollte also nicht unsere Bequemlichkeit, sondern vor allem eins im Vordergrund stehen: die Gefühlswelt des älteren Kindes.
In ein paar Jahren kräht kein Hahn mehr danach, wer wann wie wo gewickelt oder gestillt wurde. Aber das Gefühl, zur Last zu fallen, das Gefühl, groß sein zu müssen obwohl man gerade jetzt vielleicht so klein ist wie noch nie zuvor, das kann sich tief einbrennen. Unser großes Kind muss in diesen Zeiten ohnehin schon sprichwörtlich viele Bälle in der Luft halten. Daher es ist an uns, zumindest diesen einen Ball herauszufischen und an den Spielfeldrand zu verbannen.

Könnte euch auch interessieren:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Datenschutz
, Besitzer: (Firmensitz: Deutschland), verarbeitet zum Betrieb dieser Website personenbezogene Daten nur im technisch unbedingt notwendigen Umfang. Alle Details dazu in der Datenschutzerklärung.
Datenschutz
, Besitzer: (Firmensitz: Deutschland), verarbeitet zum Betrieb dieser Website personenbezogene Daten nur im technisch unbedingt notwendigen Umfang. Alle Details dazu in der Datenschutzerklärung.